Vorgestern waren wir in der Spinatwachtel

Ich habe gesagt, da sollte man hingehen. Vorgestern wurde der Beweis erbracht, daß man da auch hingegangen sein sollte. Die Revue hieß „Let’s go underground“ und wurde präsentiert von Marvin Chlada und Lütfiye Güzel in der Spinatwachtel, Duisburg-Hochfeld.
Ebensolche Hervorhebung wie die beiden METZGER-Autoren verdient der bemerkenswerte Kunst-, Kultur- und Gedönsladen.
Schaut her:
http://www.spinatwachtel.eu/

Hermann Borgerding hat berichtet:
Güzel und Chlada in der Spinatwachtel, Tagesgeschehen, Undergroundliteratur und Regen am Todestag von Brian Jones und Jim Morrison. Er fragt: „Was macht eine gute Lesung aus?“ und kommt zu dem Schluß, daß das eine gute Lesung war. Gern zitiertes Zitat: „LaborBefund, Drecksack, Superbastard, Rogue Nation und Der Metzger seien hier nur mal als Beispiele für qualitativ hochwertige und gut laufende (Ich denke mal…) Zines und Anthologien erwähnt! Es geht voran!“

SpinatJuli13-1Nein, ich stehe da nicht dumm in der Gegend rum, sondern klug & weise wie bestellt & abgeholt.
Chlada testet das Gefühl beim Sprechen in ein Mikrophon. Der Text lautete nicht: „Test Test einszwo einszwo“.

SpinatJuli13-2Schauen Sie auch in den fliegenden Koffer!
Perfektionistische Fotobegucker mögen eingedenk sein, daß in einem von der Abendsonne durchs Fenster beleuchteten Raum ohne Blitzlicht keine rasierklingenscharfe Konterfeis erwartet werden dürfen. Hier kreist und kreißt das Leben nebst Freude an der Arbeit und nicht die Perfektion der Lichtbildnerei.

SpinatJuli13-3Worin sich die Fotografie ohne Kunstlicht vom Rest des Daseins unterscheidet sieht man hier: Personen gelangen nur durch völligen Stillstand zur Schärfe. Coca-Cola- und Mineralwasserflaschen haben es da leichter.
„Der Metzger“ kann man trotzdem noch lesen.

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Fotos: Lütfiye (2), Hafenstaedter (3)

Soll ich auch mal in der Spinatwachtel vorlesen? Das ist in Betracht gezogen, und da könnte was draus werden. Wenn es sich konkretisiert, wird hier informiert.

Lütfiye, Lady in black, e-mailte mir gestern den „Plan A“:
„lieber helmut..
sei nicht traurig.. wir verkaufen gaaaaaaaaaaaanz viele bücher und retten die ‚weltbühne‘.“

Ja, da mach ich mit! Mögen die Guten sich an unseren Krallen erfreuen und die Schlechten unsere Grazie fürchten!

5 Gedanken zu „Vorgestern waren wir in der Spinatwachtel

  1. …Bücher sollte man selbstverständlich in der Buchhandlung Weltbühne kaufen…sowieso über Amazon bestellen…
    Wie sagte Großmeister Brecht: Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selbst?
    Trotzdem schöne Grüße von den ZeitGenossen!

    • Zweimal falsch zitiert.
      Bei Brecht heißt es:
      „Hinter der Trommel her / Trotten die Kälber / Das Fell für die Trommel / liefern sie selber.“ (Kälbermarsch).
      Das erste Zitat ergibt VOLLSTÄNDIG einen Sinn: „Bücher sollte man selbstverständlich in der Buchhandlung Weltbühne kaufen.
      Wenn Sie aber eine neue Zahnbürste oder ein neues Motorrad oder ähnliches benötigen und sowieso über Amazon bestellen wollen, dann klicken Sie bitte auf diesen Link, die Buchhandlung Weltbühne erhält dann eine kleine Provision.“
      Ja, wir haben es mit Amazon zu tun (auch mit KNOe, Könemann/Libri, Umbreit, SVK, Arvato/Bertelsmann etc.).
      Zwischenbilanz:
      138 Bücher aus Restposten an Amazon direkt geliefert (zu damals noch akzeptablen Konditionen – das soll sich geändert haben).
      224 durch Amazon-Marketplace vermittelte Verkäufe .- an Kunden, die wir auf anderem Weg nicht erreicht hätten. Wenn Aufträge von Leuten, die „sowieso über Amazon bestellen“, (sozusagen auf dem Rückweg) in der linken Buchhandlung ankommen, dann ist das nicht schlecht.
      Da nehmen wir die Provisionen aus dem „Partnerprogramm“ gern auch noch an.
      Der Buchhandel ist ein Haifischbecken. Hier wird jeden Tag ein harter Überlebenskampf ausgefochten. Was durch Inanspruchnahme von Amazon-Angeboten an Konsolidierung geschafft wird, übertrifft beiweitem die Solidarität durch die lokale „linke Szene“. Denn dort verhallen alle Solidaritätsappelle fast vollständig.

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