Flasche gefunden

Und schon wieder habe ich eine Flasche gefunden. Die stand mitten auf dem Bürgersteig, mitten im Weg, und wollte von mir mitgenommen werden. Wenn Flaschen einen Willen haben, dann: mitgenommen zu werden. Diesen Willen erfülle ich einer Flasche aber nur dann, wenn die Fandflasche eine Pfandflasche ist. Das war hier der Fall. Also nahm ich sie mit und steckte sie beim nächsten Einkauf in den Pfandflaschenautomaten bei Edeka auf dem Sternbuschweg.
FlascheEs handelte sich um die 934. gefundene Pfandflasche. Das geht aus meiner Flaschenbuchführung hervor. Das Flaschengeld wird auf einem Konto gesammelt und soll meine Altersrücklage aufstocken. Wer meine Rentenmitteilung der BfA liest, versteht mich.
934 Flaschen ist gar nicht viel, denn ich habe schon Ende der 70er Jahre mit dem Einsammeln der Flaschen begonnen. Das heißt: Pro Monat finde ich circa zwei Flaschen. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die täglich die Glascontainer abklappern. Diese Leute haben sich Spezialzangen besorgt, mit denen sie tief in die Container greifen, und Fahrradanhänger. Dann dauert es Jahre, bis diese Investitionen sich amortisieren.
Das sind bestimmt Männer von den Weißen Jahrgängen. Denn wer bei der Bundeswehr war, dem ist das alles egal. Und wer bei der Wehrmacht war, der alarmiert die Polizei, wenn eine Flasche nicht ordnungsgemäß zurückgebracht wurde.

Die meisten Flaschen habe ich vor dem Eschhaus eingesammelt, wo der Club der Doofen in Permanenz tagte. Die Doofen haben viele Bierflaschen leergetrunken. Die ließen sie stehen oder haben sie zu später Stunde zerdeppert, sofern ich ihnen nicht mit dem Einsammeln zuvorkam. (Die haben sogar Flaschen zerdeppert, die noch gar nicht leergetrunken waren. So doof waren die). Die wußten zwar, daß man Flaschen zurückbringen kann und Geld dafür kriegt. Aber die wußten nicht, wie man Flaschen zurückbringt, dafür waren die zu blöd. Stattdessen haben die Wirtschaftsgutzerdepperer Vorbeigehende um Geld angehauen. Wenn ein Doofer mich frech grinsend anpöbelte: „Ääää hassemane Maaaaak?“, hab ich gesagt „ja“ und bin weitergegangen.

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