Konstantin Wecker bittet um Aufmerksamkeit

Konstantin Wecker bittet um unsere Aufmerksamkeit für die Coordination gegen BAYER-Gefahren. Bitte lesen Sie:
Faksimiles anklicken zum Vergrößern.

Die (Frage-)Bögen kann man ausdrucken und ausfüllen – oder die Angaben formlos einsenden, bzw. für Spenden die Kontodaten übernehmen.
Man kann in verschiedenem Umfang diese Kampagne unterstützen. Der Coordination gegen BAYER-Gefahren ist Erfolg zu wünschen.

Gauck hat den Knall gesehen (glaubt er)

Bundespräsident Gauck hat seine obligate Weihnachtsrede geredet. Er sagte:
„Und doch ist etwas anders in diesem Jahr. Der Terror, den wir seit Jahren weltweit erleben, ist plötzlich vorgedrungen bis in unsere Hauptstadt.“

Plötzlich.

In Berlin (unsere Hauptstadt) hat ein Fanatiker ein Attentat verübt. Das Entsetzen darüber war groß.
Damit ist aber keineswegs der Terror über dieses Land hereingebrochen.
Zuvor waren jahrelang mindestens wöchentlich in allen Gegenden Deutschlands Brandfackeln gegen Flüchtlingsheime entzündet, Menschen angegriffen und verletzt, ihr Leben in Gefahr gebracht worden, weil sie „nicht von hier“ sind. Die Reaktion darauf: Gleichgültigkeit. (Auch der Bundespräsident scheint diese Diskrepanz nicht zu erkennen).

Mein Entsetzen über all diese Ignoranz ist nicht geringer als mein Entsetzen über diesen einen zum Töten entschlossenen Fanatiker.
Man wird immer wieder daran erinnert, daß wir in Deutschland leben.

P.S.: Der „Nationalsozialistische Untergrund“ konnte hier ein Jahrzehnt lang Menschen ermorden. Dieser Terror wurde von staatlichen Einrichtungen nicht nur ignoriert, sondern gedeckt und gefördert. von Einrichtungen des Staates, dessen oberster Repräsentant Joachim Gauck ist. Er sollte sich dazu äußern.

Good New’s Week oder Netanjahu und Erdogan gingen übber de Rheinbrück

Jetzt hat auch der Pemiermister Tünnes Netanjahu sein Schmähgedicht gekriegt. Aber nicht von irgendeinem ARD-ZDF-Bömmelmann, sondern höchstselbst vom UN-Weltsicherheitsrat (Titel: „Resolution“).
Und der dreht auch prompt so leberwürstig-beleidigt durch, als Erdogan der zweite.

Alles Gute!

Heute früh hörte ich im Radio ein Interview mit dem Kölner Erzbischof Rainer Woelki.
Der Reporter fragte: „Denken wir an die Abgehängten von damals, die Hirten. Würden die heute AfD wählen.?“
Antwort des Kardinals: „Nach der Begegnung mit dem neugeborenen Kind bestimmt nicht. Denn die Weihnachtsbotschaft bedeutet etwas anderes als das, was die AfD sagt.“

Ich wünsche Ihnen, egal woran Sie glauben und woran sie nicht glauben, alles Gute.

Neu in der Weltbühne: ein neues Buch von Angela Davis

Meine heutige Empfehlung:

Angela Davis: Freiheit ist ein ständiger Kampf. Aus dem Englischen von Sven Wunderlich. Unrast Verlag 160 S. 14 Euro.
Der Verlag über sein Buch:
Anhand einer Auswahl von Schriften, Gesprächen und Vorträgen untersucht die international bekannte Aktivistin und Wissenschaftlerin Angela Davis die Schnittmengen und Verbindungen von Befreiungskämpfen gegen Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt rund um unseren Planeten. Es geht um die Rolle der Schwarzen Frauenbewegung (Black Feminism), die Zusammenhänge von Ungleichheit in ›Rasse‹, Geschlecht und Klasse (Intersektionalität), den kapitalistischen Individualismus, die Bewegung gegen Gefängnisse (Prison Abolition Movement) und Polizeigewalt. Sie schreibt gegen den weltgrößten, Rekordprofite erzielenden ‚Sicherheits’konzern G4S sowie über länder- und grenzüberschreitende Solidarität für die Widerstandskämpfe unserer Zeit. Von der Schwarzen US-amerikanischen Freiheitsbewegung bis zur südafrikanischen Anti-Apartheid-Bewegung: Davis lässt bedeutende zeithistorische Befreiungsbewegungen Revue passieren, nimmt deren Gemeinsamkeiten unter die Lupe und arbeitet ihre Bedeutung für die aktuellen Bewegungen gegen Staatsgewalt heraus – von Ferguson bis Palästina. Davis plädiert dafür, eine weltumspannende Bewegung zur Befreiung der Menschheit aufzubauen und erinnert daran, dass die Erlangung von Freiheit einen langen, permanenten, kollektiven Kampf bedeutet.
Stimmen:
„Einmal mehr bietet uns Angela Davis präzise, dringend benötigte, weitreichende Einsichten in den systemimmanenten Rassismus, in die Grundlagen intersektionaler Analyse und Solidarität und in die wichtige Aufgabe, als Gleiche Hand in Hand aktiv zu werden, um ungerechte Systeme zu entblößen und zu entmachten. Die umfangreiche Sammlung von Essays enthält eine messerscharfe Analyse über die Polizeigewalt gegen People of Color, die systematische Inhaftierung Schwarzer in den USA, die Beweggründe von Linken für ihre Solidarität mit Palästinensern, die Bejahung von Transgender-Inklusion und die Notwendigkeit, dem Konzern G4S und seinem profitgierigen Imperium, welches Rassismus unter dem Vorwand der Sicherheit institutionalisiert, entgegenzutreten. Die Essays nehmen uns mit auf eine Reise in die Geschichte, zu den Begründern revolutionärer und anti-rassistischer Kämpfe, doch führen sie uns auch die Möglichkeit vor Augen, intersektionale Solidarität und Kämpfe nachhaltig fortzusetzen.“ Judith Butler

„Das ist die gute alte Angela: einsichtsvoll, wissbegierig, aufmerksam, brillant. In diesem Buch stellt und beantwortet sie Fragen über das Geschehen in unserem Jahrhundert, die dem des vorigen Jahrhunderts erstaunlich ähneln.“ Mumia Abu-Jamal

Muß man Angela Davis vorstellen? Der Unrast-Verlag gibt über sie bekannt:
Angela Yvonne Davis ist politische Aktivistin, Autorin, Rednerin und emeritierte Professorin der University of California. Seit den 1970er Jahren gilt sie als Symbolfigur der Bewegung für die Rechte von politischen Gefangenen in den USA und setzt sich bis heute für die Befreiung der Schwarzen ein, kämpft gegen rassistische, Geschlechter- und Klassendiskriminierung sowie gegen den gefängnisindustriellen Komplex in den USA ein.

Ich füge zwei Fakten hinzu: Daß sie Schülerin von Herbert Marcuse und daß sie Mitglied der Kommunistischen Partei der USA war.
Ich weiß nicht, ob es wenigen oder vielen bekannt ist. Angela Davis wurde 1970 verhaftet und unter fadenscheinigen Vorwürfen angeklagt, an einem Mordkomplott beteiligt zu sein. Ihr drohte die Todesstrafe. International erhob sich die Solidaritätsbewegung für Angela Davis. Wir haben für sie gekämpft wie für die eigene Schwester. Wir haben sie in unsere Herzen geschlossen.

Angela Davis nach ihrer Haftentlsassung 1972 bei Erich Honecker in Berlin (DDR). Foto: Bundesarchiv.

Bitte bestellen Sie das Buch nicht am Amazonas, sondern (auch im Versand) in der Buchhandlung Weltbühne, Duisburg, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg (Neudorf). Telefon 0203-375121.
E-mail: bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
www.buchhandlung-weltbuehne.de
WELTBUEHNE MUSZ BLEIBEN !

Bob Dylan ist ein Schriftsteller

Die Vergabe des Literatur-Nobelpreises 2016 an Bob Dylan hat, nachdem das spontane Entsetzen der Hüter des Elfenbeinturms sich ein wenig gelegt hat, bei einigen die Erkenntnis heranreifen lassen, daß es von dem auch Bücher geben müßte, also nicht nur über ihn (darüber wurde hier schon berichtet).
Der Verlag Hoffmann und Campe hat sich daran erinnert, daß die Bücher des Preisträgers bei ihm erscheinen, und er ist dabei, sie wieder aufzulegen.

Die „Lyrics“ sind plötzlich wieder lieferbar: die zweisprachige Ausgabe, fast 1300 Seiten, deutsche Übersetzung von Gisbert Haefs, enthält die Songtexte bis 2012, kostet allerdings 69 Euro, wird in der Buchhabdlung Weltbühne nicht vorrätig gehalten, sondern nur bei Bestellung besorgt.

„Tarantula“, deutscher Titel: „Tarantel“, zweisprachige Ausgabe, Übersetzung von Carl Weissner mit einen Vorwort von Heinrich Detering, 384 Seiten, ist auch plötzlich wieder da, kostet zivile 22 Euro, ist und bleibt als Standardtitel in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich.

Die „Cronicles Volume one“ (weitere Bände gibt es – noch – nicht), übersetzt von Gerhard Henschel und Kathrin Passig (die Frau kann alles) ist in neuer Ausgabe (ca. 300 Seiten) für April 2017 angekündigt. Preis: 15 Euro. Vorbestellungen werden in der Buchhandlung Weltbühne sehr gern angenommen!

Liebe Leute, bestellt Bücher in der Buchhandlung Weltbühne und sonst nirgends. Weltbühne muß bleiben.

Eckart Spoo

„Der Journalist und Publizist Eckart Spoo ist am Donnerstag, dem 15. Dezember, in Berlin gestorben, vier Tage vor seinem 80. Geburtstag. Als Kind erlebte er Krieg und Faschismus in seiner Geburtsstadt Mönchengladbach und im Fluchtort Harz; dies hat sein ganzes Leben geprägt. Mehr als drei Jahrzehnte schrieb er als Korrespondent der Frankfurter Rundschau Zeitungsgeschichte. Er galt als unbequemer Fragesteller in Pressekonferenzen und deckte manchen Skandal auf. Von 1970 bis 1986 war er Vorsitzender der Deutschen Journalisten-Union (dju).“

Den vollständigen Nachruf von Hans Springstein auf Eckart Spoo (1936-2016) im Freitag können Sie hier lesen.

Eckart Spoo. Foto: Justus Nußbaum Wikimedia Commons

Eckart Spoo wird den meisten bekannt sein als maßgeblicher Herausgeber der Zeitschrift Ossietzky, die er 1997 gründete. Diese zweiwöchentlich erscheinende Zeitschrift im Din-A5-Format mit der ziegelroten Umschlag erinnert von Konzept und Erscheinungsbild, vor allem vom antimilitaristischen und antifaschistischen Standpunkt sehr an die 1918 von Siegfried Jacobsohn gegründete Zeitschrift Weltbühne, und das ist auch beabsichtigt.

„Weltbühne“ sollte sie zuerst auch heißen, als Wiedergründung. Auf diese sinnfällige Namensgebung wurde – zur Vermeidung eines sicherlich sehr langwierigen Streits um Namensrechte mit ungewissem Ausgang – verzichtet. So wurde dem Blatt der Name des langjährigen Weltbühne-Herausgebers Carl von Ossietzky gegeben.

Wieso konnte, nachdem die Weltbühne nach der Machtübergabe an die Faschisten 1933 im Exil herausgegeben wurde und dann, von Maud von Ossietzky 1946 wiedergegründet, in Berlin (DDR) weitererschien (eingestellt 1993) nicht weiterhin ihren Namen behalten? Diese mit fragwürdigen Ansprüchen gespickte Geschichte aufzuschreiben habe ich mir vorgenommen.

Daß die von Magda Gorny und mir gegründete Buchhandlung „Weltbühne“ heißt ist nat+rlich auch kein Zufall.

Der guten Mär bring ich gar viel: Für die Partei die Partei die Partei mit K

Sagen Sie mal ehrlich:
Haben Sie nicht schon oft gedacht: Ach! Diese Linkspartei! Naja, die muß ja auch sein. Aber manchmal, da möchte man sie am liebsten auf den Mond schießen.
Hach früher! Da konnte man noch RICHTIG links wählen, mit K,
KP …… D,
oder
D …… KP!

Verzagen Sie nicht! Sie sind der Erfüllung Ihrer Sehnsucht näher als Sie glauben.
Für den Landtag von Nordrhein-Westfalen und für den Deutschen Bundestag will die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) kandidieren.
Aber das klappt nur, wenn die Partei die Partei die Partei genügend Unterschriften zusammenkriegt. Darum liegen hier bei mir in der schönen Buchhandlung die Bögen zum Ausfüllen und Unterschreiben bereit.
Also kommen Sie, füllen Sie aus und unterschreiben Sie (sofern Sie wahlberechtigt sind).

Sie meinen, datwärnix für Sie? Dann passen Sie mal auf:
Sie sind doch bestimmt auch eine(r) von denen, die gern zum UZ-Pressefest nach Dortmund gehen und sich da an der Show des Fortschritts delectieren. Meinen Sie, die Stadt Dortmund würde der DKP freiwillig den Revierpark Wischlingen zur Verfügung stellen? Sie muß es, weil die DKP eine Partei im Sinne des Parteiengesetzes ist. Eine Partei muß innerhalb eines gewissen Zeitraums minderstens einmal bei einer Landtags- oder Bundestagswahl kandidieren, sonst verliert sie den Parteistatus im Sinne des Parteiengesetzes und das Parteienprivileg (Kommunalwahlen und Europawahlen zählen nicht).

Gegen sowas hat man ja nichts: Klaus der Geiger (mit Orchester) …

… oder Esther Bejarano und die und Microphone Mafia.

Na, dann kommt mal und zeigt, daß ihr keine Schnösel seid. Unterschreibt für die DKP!

Fotos (2) © Merkfoto

Wußtest Du schon, daß …

… es früher in vielen Zeitungen und Zeitschriften eine Rubrik mit dem Titel „Wußtest Du schon, daß …“ (respective „Wußten Sie schon, daß …“) gab? Nein? Dann wissen Sie es jetzt.
Das gab – in Schülerzeitungen etwa – der Verlegenheit eine Gelegenheit zu krampfhaftem Nonsense („…daß sonntags schulfrei ist“), aber auch in Kundenzeitungen von Bäcker und Metzger und in der Lotto-Totto-Zeitung stand sowas („…daß der Killimann Scharo der högste Berg von Dingenskirchen ist“).

Und darum gibt es das von jetzt an auch hier. Und das hat einen aktuellen Anlaß.

Wußten Sie schon, daß auch Doris Lessing, Elfriede Jelinek und Harold Pinter nicht nach Stockholm kamen, um den Nobelpreis entgegenzunehmen?
Pinter war wohl schon von Krankheit beeinträchtigt. Aber die Jelinek soll sinngemaß geäußert haben, unter so viel Leuten fühle sie sich nicht wohl.
Da wurde noch nicht ein solcher Anstoß genommen wie in diesen Tagen an der Abwesenheit des Nobelpreisträgers bei der Preisübergabe.
Was sagt man dazu?

Dies ist übrigens Notat Nümero 1212. Wußten Sie schon, daß das keine Schnapszahl ist und ich kein’n ausgeben muß? Die letzte Schnapszahl fand hier am 21. Juli statt.

Mit Coffee im Stechschritt, mit Stech im Coffeeschritt

Neu in der Weltbühne, und ich wage zu sagen: eines der ergiebigsten Bücher der letzten Jahre:
Sebastian Friedrich: Lexikon der Leistungsgesellschaft. Wie der Neoliberalismus unseren Alltag prägt. Vorwort von Oliver Nachtwey / Fotos von Johann Bröse. edition assemblage 2016. 96 S. 7,80 Euro.
Verlagstext:
Der Streifzug durch alltägliche Begriffe der „Leistungsgesellschaft“ erkundet die vorherrschende Ideologie des flexiblen Kapitalismus. Er ist weit mehr als ein wirtschafts- und sozialpolitischer Ansatz. Die neoliberale Ideologie prägt unsere Persönlichkeit, unser Denken, unser Handeln: während wir Sport treiben, wir über unsere Bosse sprechen, als wären wir befreundet, wir in Dating-Portalen nach der Liebe fürs Leben oder dem schnellen Sex suchen, wir unser 70er Jahre-Rennrad das Altbau-Treppenhaus hochtragen, wir herzhaft über die Prolls in der Eckkneipe lachen, wir uns über unsere aktuellen Prokrastinationserfahrungen austauschen, wir mit einem Coffee-to-go bewaffnet im Stechschritt durch die Stadt marschieren, wir lustige ironisch-geistreiche Anmerkungen machen, wir uns wieder nicht entscheiden können und wir am Ende des Tages einmal mehr versuchen, das zu verdrängen, was längst Gewissheit geworden ist: daß es so nicht weitergehen kann.
Sebastian Friedrich ist Redakteur von kritisch-lesen.de und Verfasser der Kolumne „Lexikon der Leistungsgesellschaft“, die seit April 2013 bei der linken Monatszeitung ak– analyse und kritik erscheint.

Bitte bestellen Sie das Buch nicht am Amazonas, sondern in der progressiven Buchhandlungen, die auf dem Gebiet der (Leistungs-)Verweigerung Großes leistet: Buchhandlung Weltbühne, Duisburg, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg (Neudorf). Telefon 0203-375121.
E-mail: bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
www.buchhandlung-weltbuehne.de
WELTBUEHNE MUSZ BLEIBEN !