Summer in the City

Weil ich vorgestern (Samstag) den Sternbuschweg entlanggehen mußte, bin ich gestern (Sonntag) wegen des schönen Wetters nochmal den Sternbuschweg entlanggegangen.

Da schimmert es. Lassen Sie sich das mal geschimmert sein. (Es gibt Schlimmeres).

„Hair Haus“. Was den Leuten alles einfällt. Wenigstens nicht „Hair House“. Es gab mal einen Schriftsteller, der hieß Herhaus.

Jetzt sind wir schon auf der Schweizer Straße angelangt. Kein Grund, sich zu beschweren.

Das Dingen steht ja immer noch da.

„Könnten Sie sich vorstellen, in dem Haus zu wohnen?“
Könnte ich mir schon vorstellen. Dann hätte ich endlich genug Platz.
„Aber die Schmierereien auf der Mauer?“
Das wär‘ mir egal.

Und der Sommer …
… fährt dahin, fährt dahin, fährt dahin.

Die Straße heißt wirklich so.

Aufhören! Das ist ja furchtbar! Generation Fahrrad! Die sind ja bekloppt sind die ja!

Wenn ich ein Haus wäre, würde ich auch gern so aussehen.

Fortsetzung folgt.

Neu in der Weltbühne: Lutz Taufer: Über Grenzen

Lutz Taufer: Über Grenzen. Vom Untergrund in die Favela. Assoziation A 2017. 288 S. Paperback. 19,80 €

Von der RAF in die Favela: Das Leben Lutz Taufers gleicht einer Suchbewegung, in der das Terrain der westdeutschen radikalen Linken vermessen wird. Rebellion gegen die verkrusteten Verhältnisse der Adenauerära in der badischen Provinz, 1968 in Freiburg, Basisgruppe Politische Psychologie in Mannheim, Sozialistisches Patientenkollektiv in Heidelberg, Mitglied des Kommandos Holger Meins der RAF, Besetzung der deutschen Botschaft in Stockholm, mitverantwortlich für die Erschießung von zwei Geiseln, 20 Jahre Haft, ein Dutzend Hungerstreiks bis an den Rand des Todes, nach der Freilassung ein Jahrzehnt Basisarbeit in den Favelas von Rio de Janeiro, heute im Vorstand des Weltfriedensdienstes.
Die Bilanz seines bewegten Lebens lautet: Ohne entschiedenes politisches Handeln lassen sich die versteinerten Verhältnisse, die für die große Masse der Menschen dieses Planeten keine Perspektive bieten, nicht verändern. Genauso gilt aber: Die Mitteln des Widerstands müssen am Ziel einer befreiten Gesellschaft orientiert sein. Und: Befreiung fängt an der Basis an.
„Lutz Taufer hat in den Extremkonstellationen der linksradikalen Geschichte agiert, und da er darüber ohne jede Beschönigung und in uneingeschränkter Konfrontation mit den begangenen Fehlern schreibt und nachdenkt, wird sein Buch tatsächlich zu einem Schlüsselwerk der 1960er bis 1980er Jahre“ (Karl Heinz Roth).
Ein herausragendes Dokument der Zeitgeschichte!

Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg, Tel. 0203 375121, E-mail bestellungen@buchhandlung weltbuehne.de), auch im Versand möglich.
Erinnerungsarbeit ist ihren Lohn wert, sagt der Buchhändler. Helfen Sie uns durch Ihre Aufträge bei unserer Arbeit: Für das Erinnern, gegen das Verdrängen.

Ich weiß, wann wir uns wiedersehn: am Donnerstag, 14. September am Sittardsberg


Den Buchholzern bescheid sagen (und auch allen anderen). In Buchholz dafür werben (und anderswo auch)!
Bilder anklicken, damit sie sich vergrößern.
Liebe Leute, merkt euch den Termin und kommt,

denn in Buchholz ist es doch am schönsten.

Ein neuer Katalog

Der neue Verlagskatalog der Situationspresse ist hergestellt worden.

Der vorige Katalog (2014) umfaßte 32 Seiten im Schulheft-Format DIN-A-5. Der neue Katalog umfaßt, trotz erweiterten Angebots, nur 24 Seiten. Es muß gespart werden.
Der Katalog mit dem Angebot unserer Bücher, Broschüren und Flugschriften, Ton- und Bildträgern, grafischen Produktionen etc. liegt zum Mitnehmen in der Buchhandlung Weltbühne aus, was nicht verwunderlich sein dürfte. Wer dort nicht hinkommen kann, kann sich den Katalog zuschicken lassen. Wer Rückporto beilegt ist ein guter Mensch.

So schön sieht der Katalog von innen aus. Zwei Doppelseiten.

Die Auswahl eines geeigneten Bildes für die Titelseite (neudeutsch: Cover) hat fast ebenso viel Zeit beansprucht wie der Rest.
Dem ist nicht einfach zu folgen. „1, 2, 3“ und dann nicht etwa „4, 5, 6“, sondern gleich „7, 8, 9“. Hier wird einfach der Erkenntnis Rechnung getragen,
daß
mit Verwirrung Stiften mehr Klarheit geschaffen wird als mit Erklären.

Infomativer Bildbericht vom Ruhrorter Kunstmarkt, unsere Präsenz betreffend

Der Ruhrorter Kunstmarkt war wieder rotgestreift.
Die Zeichenfolge EHN ist Bestandteil der Mitteilung „Buchhandlung Weltbuehne“ auf dem Transparent im Rücken.
Da wußte jeder gleich: Unfug, Unzucht, Umsturz.
Kommerzieller Erfolg beim Publikum: Ging so.
Hyperkommerzieller Erfolg: Viel „Aha!“.

„Wat machen w’r nu?“ scheint dieses Bild zu sagen. Nu machen w’r Abbau.
Beide Bilder entstanden circa 4 Minüten vor Ende der Veranstaltung.
Bilder: (C) Merkfoto.

Der Ruhrorter Kunstmarkt kommt mit Niveau

„Hach! Jetzt haben wir den Ruhrorter Kunstmarkt 2017 verpaßt!“
Nein! Sie vertun sich! Der Ruhrorter Kunstmarkt 2017 ist nicht schon gewesen, sondern der kommt noch, und zwar am Sonntag.


Ich hab mir auch schon extra für Sonntag bei Edeka eine Dose Niveau-Creme gekauft,
für den Fall, daß der Sonntag seinen Namen verdient und die Sonne (the sun, le soleil) die Wolken wegschiebt, um mir ins Gesicht zu sehen.

Neu: Die CD „Pausierer“ von Werner Muth. Neu in der Situationspresse

Die neue CD von Werner Muth ist in der Situationspresse erschienen!
Werner Muth: Pausierer. Eine Hörrevue.


„Auch diesmal verwendet Muth das Etikett „Hörrevue“ viel lieber als von einer Vertonung seiner Gedichte zu reden. Versierte Musiker aus den verschiedensten Bereichen von Pop bis Klassik haben zu einem musikalischen ‚Urban Gardening‘ beigetragen, in dem Naturlyrik, Liebesgedichte und kategoriefreie Texte ein Lebensgefühl präsentieren, das bekannte und verkannte Kreaturen im Duisburger Norden wachsen und gedeihen läßt.“

Das hört sich gut an, auch dank der Mitwirkung der Musiker Peter Herrmann, Max Kühlem, Martin Hesselbach, Mona Borbonus, Robin Heimann, Jan Schimmelpfennig und den Flowerpornoes (mit Tom Liwa und Birgit Quentmeier).

Werner Muth (C) Merkfoto

„Die Einsicht, daß nicht wir einen Garten kultivieren, sondern der Garten uns, findet ihren Niederschlag in der neuen Hörrevue eines Texters und Vorlesers, der mittlerweile zu den Stimmen seiner Stadt gezählt wird. Zwischen Bäumen und Blumen, Katzen und Katern lädt Werner Muth zu einem poetischen Rundgang ein. Da herrscht keine Idylle und keine Betulichkeit. Das leidenschaftliche Leben wird beschrieben, indem er die Metaphern pflückt, die im Aufblühen, Vergehen und in winterharten Gefühlen stecken. ‚Urban Gardening‘ erklärt sich hier mit zeitloser Präsenz. Und die Vielfalt der musikalischen Elemente hat sicherlich damit zu tun, daß die Musiker Weggefährten sind auf der Suche nach harmonischer Verbindung von Text und Musik. Und das ist auf ‚Pausierer‘ auf einzigartige Weise gelungen. Den Zauber dieser Produktion verstärken die Fotos von Jean Paul Gatz auf dem Cover und im ausführlichen Booklet mit allen Texten.“

CD 29 Min. Booklet 16 S. Für 15 € erhältlich (auch im Versand) bei:
Buchhandlung Weltbühne, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg
Tel. 0203 – 375121
E-mail: bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
www.buchhandlung-weltbuehne.de

 

Weitersagen!

Wenn eine zum Weltenlenker erhobene Großschnauze die Atombombe aus dem Köcher holt und ein Inferno ankündigt, das „die Welt noch nicht gesehen hat“, dann ist das kein Grund, zu resignieren oder den Kopf zu verlieren oder in den Sand zu stecken oder sich vornehm herauszuhalten,
sondern dann ist das eher ein Grund, sich denen zur Seite zu stellen, die begriffen haben, daß der Kampf gegen die Bombe nicht aufgegeben werden darf, solange es die Bombe gibt.

Ich will keine Atomwaffen in den Händen des Vollidioten Trump sehen.
Ich will keine Atomwaffen in den Händen von Kim Jong-un sehen.
Ich will Atomwaffen in den Händen von niemandem sehen.

Siehe auch hier (vor 10 Jahren geschrieben).

Der Kessel des Monats – Genius loci


Ein Kessel schmückt die Lotharstraße an einem Tag letztens, von dem ich nicht wußte, ob ich den als etwas regnerischen Frühlingstag oder als einen etwas regnerischen Tag im Herbst genießen sollte.
Davon mal abgesehen: Es ist doch seltsam – gleichwohl erfreulich, daß die Häuser auf der Lotharstraße alle recht gut aussehen, gleich welcher Größe und Höhe, welcher Epoche, welchen Baustils. Das fügt sich alles zu einem erfreulichen Bild. Genius loci. Da macht auch so ein Kessel keinen ästhetischen Bruch.
Anklicken zum Vergrößern.
Sprich: loki. Nicht: lozi. Ist Latein.
Nein, der Mann mit dem Regenschirm ist kein schlechter Mensch.

Noch mehr neue Postkarten

Wie gesagt: Die Serie der Situationspostkarten wurde dieser Tage beträchtlich erweitert. Und heute bekommen Sie die neuen Foto-Postkarten von Heinrich Hafenstaedter zu sehen: Mauern mit Spuren und Orte der Hinterlassenheit (habe ich das nicht schön gesagt?).

Die Philosophie – nein, nicht im Boudoir, sondern im Güterbahnhof. Wo immer man hinkommt: Adorno ist immer gut.

Ich das nicht herrlich? Energiye, Power, Acktion, Affe(e) für Versager.
Pow-Erup nur gegen Pfand.

Hochfelder Fresko? Ausgerechnet Sedanstraße. Durch Verschicken von Situationspostkarten lösen Sie immer Situationen aus.

Das Verschwinden des Gewächshauses im Hamborner Botanischen Garten muß man nur noch halb bedauern, weil im Duisburger Güterbahnhof für Ersatz gesorgt wurde.

Postkarten sammeln ist gut.
Postkarten verschicken ist auch gut, sogar noch besser.
Wollen Sie Situationspostkarten live erleben? Dann kommen Sie am 20. August 2017 (Sonntag) zum Ruhrorter Kunstmarkt, am Stand der Buchhandlung Weltbühne gibt es sie (1 Stück für 1 €).

Wir bieten dort viel. Nicht nur Postkarten.

Seenotrettung

Die der VVN-BdA Nordrhein-Westfalen bittet darum, die Initiative JUGEND RETTET zu unterstützen. Entnehmt die Einzelheiten dem Text von Antje Zimmermann:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
vermutlich habt ihr in den Nachrichten von den neusten Ereignissen im Zusammenhang mit der Situation im Mittelmeer vor der libyschen Küste Kenntnis bekommen. Eins der NGO-Rettungsschiffe, die IUVENTA vom Verein JUGEND RETTET, ist letzte Woche im Rahmen staatsanwaltlicher Ermittlungen von den italienischen Behörden beschlagnahmt worden.
Es ist für mich unfassbar, wie zur Zeit versucht wird, die Arbeit der NGOs vor Ort zu erschweren und zu kriminalisieren. Ich war selbst im Frühjahr auf einer der Rettungsmissionen der IUVENTA und sage, das Konstrukt der Staatsanwaltschaft, es gäbe eine Absprache oder gar Zusammenarbeit zwischen den NGOs die Seenotrettung betreiben und den Schleppern, ist absurd. Um das profitable Schleppergeschäft zu stoppen, braucht es politische Lösungen und keine medienwirksame Diffamierung der Initiativen, die Menschen vor dem Ertrinken bewahren. Seenotrettung ist kein Verbrechen!
Darüber hinaus können langfristig nur sichere und legale Einreisemöglichkeiten für Menschen auf der Flucht und eine europäisch abgestimmte Einwanderungspolitik, an der sich alle Staaten beteiligen, das Sterben im Mittelmeer beenden.
Jedes Schiff zur Seenotrettung ist wichtig. Trotz des unermüdlichen Einsatzes der NGOs sind bereits über 2400 Menschen in diesem Jahr, bei dem Versuch nach Europa zu gelangen, ertrunken.
Ich bitte euch deshalb um eure Unterstützung und Solidarität mit JUGEND RETTET und darum, die Petition unter https://rettung-ist-kein-verbrechen.de/ zu unterschreiben.
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Zur aktuellen Situation siehe auch ein Interview mit SEA-WATCH: https://www.neues-deutschland.de/artikel/seenotretter-in-not

Antje Zimmermann
Hamburg
Telefon: 040 2858-1195

Meine Probleme mit der Menschheit

Letztens dachte ich: Ach, ich geh mal heute nicht erst am Abend nach Edeka einkaufen, sondern schon heute Mittag. Und das war eine gute Entscheidung.
Als ich meine zwei (gefundenen) Pfandflaschen in den Pfandflaschenautomaten stecken wollte, hing da ein Pfandbon aus dem Pfandbonschlitz raus. Wert: 3,10 Euro!
Wie kann das sein, daß jemand sich immerhin die Mühe macht, Leergut im Wert von 3,10 Euro nach Edeka zu bringen, es dort in den Leergutautomaten zu stecken, sich sogar noch den Pfandbon ausdrucken läßt, den aber einfach da hängen läßt. Was geht in einem Menschen vor, der sich so verhält?
Eigentlich kann mir das ja auch egal sein. An dem Tag habe ich bei Edeka günstig eingekauft.

..

Noch ein Idiot der Musik

Warum sendet WDR zwei in letzter Zeit so viel schlechte Musik – in Zeiten, in denen mehr auf dem Spiel steht als der gute Geschmack?

Ich nenne ein Beispiel.
Da singt so ein Vollidiot mit unangenehm klingender Säuferstimme etwa 450 mal am Tag:
„Was für eine Nacht! Bin mit ‘nem Schädel aufgewacht, gieß den Kaffee wie in Zeitlupe ins Glas. […] Äh da müßte Musik sein.“

Äh! Ömmes! Äh! Willze wat?
Wieso wundert der sich, daß er „mit ‘nem Schädel“ aufgewacht ist? Was hat der denn erwartet? Sanson était ici, was? Trottel!
Und Kaffee trinkt man doch nicht aus dem Glas.
Sondern aus der Vase.