Blicke ins Archiv (tief)

Auf der Hometage der Buchhandlung Weltbühne kann man ins METZGER-Archiv hineinschauen. Wußten Sie das?
Aus den sicherlich weit über tausend Textbeiträgen wurden (bisher!) 58 Beiträge aus zwei Jahrhunderten dort sichtbar gemacht.
Sie müssen auf
http://www.buchhandlung-weltbuehne.de/Metzger-Archiv.html
klicken, dann kriegen Sie das zu sehen und können sich dort umtun…
… und wenn Sie gern Liebesgeschichten lesen, fangen Sie oben in der Liste an.

Gestern sind zwei neue Texte eingeführt worden:
Jakop Heinns Kopfschütteln über die SPD (aus Nummer 128) und Linas Rat, sich daneben zu benehmen (aus Nummer 129).
Ha! Was sehe ich da? Statt „129“ steht da „120“. Ein Fehler. Werden wir korrigieren.

Demnächst in der Weltbühne: A Clockwork Orange?

In den Verlagsvorschauen für das Frühjahr 2020 sind einige bemerkenswerte Fundstücke.
Aus den Ankündigungen der Edition Natilus:
Ingrid Strobl: Vermessene Zeit. Der Wecker, der Knast und ich. Edition Nautilus, ca. 192 Seiten, ca. € 18,00
Angekündigt für Anfang März.
Im Dezember 1987 wird Ingrid Strobl, Journalistin und Autorin, in ihrer Kölner Wohnung festgenommen, nach §129a StGB – Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Sie hatte einen Wecker der Marke Emes Sonochron gekauft, für einen Bekannten, wie sie sagte, der sie darum gebeten hatte. Dieser Wecker wurde als Zeitzünder bei einem Sprengstoffanschlag der »Revolutionären Zellen« auf ein Lufthansagebäude verwendet, bei dem ein Sachschaden entstand. Mit dem Anschlag wurde gegen die Abschiebepraxis von Asylsuchenden protestiert, was Ingrid Strobl befürwortete.
Sie weigert sich, den Namen des Bekannten zu nennen, und bleibt in Untersuchungshaft. Im Gefängnis lernt sie eine ihr völlig fremde Welt kennen, eine Welt von Schmerz und Sucht, von Wut und Unterwerfung. Kraft zieht sie vor allem aus der Arbeit an einem Buch über Widerstand von Frauen im deutsch besetzten Europa, an dem sie schon vor ihrer Verhaftung gearbeitet hatte.
Im Juni 1989 wird sie zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nachdem der Bundesgerichtshof das Urteil zunächst aufgehoben hat, wird Ingrid Strobl in der Revisionsverhandlung 1990 schließlich wegen Beihilfe zu einem Sprengstoffanschlag zu drei Jahren Haft verurteilt.
Dreißig Jahre später reflektiert sie in diesem sehr persönlichen Buch über Hafterfahrungen, Feminismus und individuelle Verantwortung; dabei fragt sie auch nach den Motiven und der Legitimation von Widerstand und Gewalt.

UM VORBESTELLUNG WIRD GEBETEN.

Bitte bestellen Sie dieses Buch – und überhaupt alle Bücher (auch im Versand) in der
Buchhandlung Weltbühne
Gneisenaustraße 226
47057 Duisburg (Neudorf)
Tel. 0203- 375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

WELTBUEHNE MUSZ BLEIBEN

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Good old everlasting Sternbuschweg Januar 2020

Das paßt auch gut in die Serie „Ein Mann fotografiert seinen Schatten“.
Das Sprichwort von Karl Kraus „Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten“ ist hier natürlich nicht anwendbar.
Man kann aber sagen:
Im Januar ist der Schatten einer Verkehrsampel nachmittags erstaunlich lang.

Rote Hilfe pro VVN

Die Rote Hilfe hat zum Thema VVN/Gemeinnützigkeit erklärt:

Solidarität mit der VVN-BdA: Stoppt die Angriffe des Finanzamts auf linke Strukturen!
Am 22. November 2019 wurde bekannt, dass das Berliner Finanzamt der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) die Gemeinnützigkeit auf Bundesebene aberkannt hat. Nicht zuletzt aufgrund der hohen Steuernachforderungen in fünfstelliger Höhe, die damit verbunden sind, sieht sich die Organisation nunmehr in ihrer Existenz bedroht. Das ist ein weiterer massiver Angriff auf linke Vereinsstrukturen, bei dem sich die Finanzbehörde eine politische Bewertung anmaßt und somit als verlängerter Arm der Repressionsorgane in Erscheinung tritt.
Der Beschluss des Finanzamts für Körperschaften I in Berlin, der bereits am 4. November gefasst wurde, beruht auf den Umtrieben des bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz, das die VVN-BdA seit Jahren als „linksextremistisch beeinflusst“ bezeichnet und unter der Überschrift „Extremistische Organisationen“ listet. Die Bewertung durch den mehr als fragwürdigen Inlandsgeheimdienst wird dabei durchaus unterschiedlich aufgenommen: so ließ das Finanzamt Oberhausen-Süd vor wenigen Wochen die Nennung im bayerischen VS-Bericht nicht als Grundlage für die Aberkennung der Gemeinnützigkeit der VVN-BdA Nordrhein-Westfalen gelten, sondern erkannte der Landesvereinigung den Status wieder zu. Der Entzug der Gemeinnützigkeit ist dabei keineswegs ein bloße sprachliche Einstufung, sondern greift die finanziellen Grundlagen des Verband der NS-Verfolgten an: neben dem zu erwartenden Spendenrückgang muss die VVN-BdA rückwirkend für die vergangenen Jahre hohe Steuernachzahlungen leisten. Zudem werden Bündnispartner*innen abgeschreckt, die bei einer Zusammenarbeit mit der antifaschistischen Vereinigung ebenfalls den Entzug der Gemeinnützigkeit oder die Streichung staatlicher Fördermittel befürchten müssen.
Beim aktuellen Schritt des Finanzamts handelt es sich nicht um den ersten Angriff der Repressionsorgane gegen die seit 1947 existierende Organisation, die von Überlebenden aus verschiedenen Verfolgtengruppen gegründet wurde. Während des Kalten Kriegs war sie umfangreichen Repressalien ausgesetzt – von der Schließung des Bundesbüros 1951 bis hin zu einem Verbotsverfahren ab 1959, das 1962 daran scheiterte, dass die Nazivergangenheit der maßgeblich damit betrauten Juristen aufgedeckt wurde. Berufsverbote gegen zahllose Mitglieder folgten in den 1970er Jahren, und bis heute bemühen sich die Repressionsbehörden, die Aktivitäten der VVN-BdA zu kriminalisieren und zu diffamieren.
„Es ist ein Skandal, dass die Einstufung durch einen Geheimdienst, der in den letzten Jahren hauptsächlich durch seine Verwicklung in Nazi-Terrornetzwerke wie den NSU oder die fragwürdige Rolle seiner V-Leute bei islamistischen Anschlägen für Schlagzeilen gesorgt hat, nun als Grundlage für den systematischen Ruin einer antifaschistischen Organisation dienen soll“, erklärte Anja Sommerfeld vom Bundesvorstand der Roten Hilfe e.V. „Ausgerechnet in Zeiten einer erstarkenden Rechten, in denen rassistische und antisemitische Übergriffe wieder Alltag werden, soll das aktive Engagement gegen Faschismus, Rassismus und Krieg nicht gemeinnützig sein? Wir stehen solidarisch an der Seite der VVN-BdA und fordern vom Finanzamt Berlin, diese politische Einmischung umgehend zurückzunehmen und der Organisation die Steuervergünstigungen wieder zuzuerkennen.“

Zwischenbilanz: 1000 neue Mitglieder für die VVN

Eine Mitteilung des Bundesvorstandes der VVN-BdA.
Die Mitteilung ist einen Monat alt – vom 7. Dezember. Die Welle der Solidarität wird hoffentlich nicht abgeebbt sein. Es gilt weiterhin das Sprichwort: „Genug ist nicht genug“.
Ich gebe weiter:

Solidarität mit der VVN-BdA geht weiter
So hatten es sich die politisch Verantwortlichen sicherlich nicht vorgestellt, als die Finanzbehörden glaubten, der VVN-BdA Bundesvereinigung die Gemeinnützigkeit absprechen zu können.
Lichtaktion am Bundesfinanzministerium
Bis heute erleben wir eine Welle der Solidarität, die alle bisherigen Vorstellungen gesprengt hat. Die Zahl der Unterstützer von Online-Petitionen für die VVN-BdA wächst täglich. Wann haben wir es schon einmal erleben dürfen, dass u.a. SPD-Untergliederungen, Landevorstände der Grünen, die LINKE von der Bundesebene bis zu zahlreichen Kreisorganisationen, Gewerkschaften bis hin zu Mitgliedern in Bundesvorständen, Naturfreunde, die verschiedenen Initiativen und Gruppen der Friedensbewegung, Vertreter von jüdischen Gemeinden und autonomer Antifa-Initiativen sich gleichermaßen dafür eingesetzt haben, dass Antifaschismus gemeinnützig bleibt? Beeindruckend auch die Erklärung des Internationalen Auschwitzkomitees, die Stellungnahmen des Gedenkstättenforums und der Lagerarbeitsgemeinschaften sowie der Arbeitsgemeinschaft verfolgter Sozialdemokraten (AVS). Diese Reaktionen werden sicherlich Auswirkungen haben auf den zukünftigen gesellschaftlichen Umgang mit antifaschistischen Initiativen.
Mittlerweile hat die Solidaritätsbewegung auch die internationale Ebene erreicht. Am vergangenen Wochenende hat der XVIII. FIR-Kongress in Italien mit deutlichen Worten diesen Angriff auf die VVN-BdA verurteilt und die Mitgliedsorganisationen aufgerufen, in Briefen an die deutschen Botschaften ebenfalls gegen diese Einschränkung der ältesten und größten nicht parteigebundenen antifaschistischen Organisation in Deutschland zu protestieren.
Selbst Medien, die uns in früheren Zeiten ignoriert oder eher kritisch behandelt haben, sind in dieser Frage so deutlich auf unserer Seite, dass es keine Missverständnisse gibt.
Die beste Antwort haben aber in den vergangenen drei Wochen über 1000 Menschen gegeben, die als Reaktion auf den Angriff gegen die VVN-BdA selber einen Mitgliedsantrag gestellt haben. Manche begründen ihren Schritt damit, dass sie durch ihren Beitrag die VVN-stärken wollen. Andere erklärten, dass sie das schon länger überlegt hätten, insbesondere aber nach den erschreckenden Wahlergebnissen für die AfD in Sachsen, Brandenburg und Thüringen. Jetzt wollten sie ein deutliches Signal setzen, damit Antifaschismus in unserem Land gestärkt wird und diese Gesellschaft eine antirassistische, demokratische und soziale Perspektive behalte.
Was auch immer der Grund für einen Eintritt ist, jeder Zugang zum aktiven Handeln in den Reihen der antifaschistischen Organisation ist willkommen.
Unsere Losung bleibt:
Überall rassistischen und extrem-rechten Provokationen aktiv entgegentreten, wie es die 20.000 Menschen in Braunschweig beim AfD-Bundesparteitag getan haben.
Solidarität mit der VVN-BdA heißt auch Spenden und finanzielle Hilfen für die antifaschistische Arbeit.
Die antifaschistische Organisation stärken! Werdet Mitglied in der VVN-BdA!

Dranbleiben:

https://vvn-bda.de/
https://nrw.vvn-bda.de/

Es wird langsam Zeit, an die Neujahrs-Karten zu denken

Nicht nur zum neuen Jahr, auch zum neuen Jahrzehnt müssen wir uns Gedanken machen.
Postkarten SAMMELN ist eines der ergiebigsten Steckenpferde (früher sagte man „Hobby“). Auch als Wandschmuck geeignet sind die Din-A-6-Bilder, deren einzige formale Variabilität Hoch- und Querformat ist, deren inhaltliche Variabilität grenzenlos zu sein scheint. Wer mit Sammeln anfängt hat ja keine Vorstellung davon, wohin das führt …
Aber Postkarten VERSCHICKEN kommt ihrem Wesen am nächsten.
Schicken Sie Ihren Freunden, Freundinnen, Neffen und Nichten doch mal eine Postkarte. Viele von denen haben so ein Dingen noch nie gesehen.
Unsere Postkarten sind ideal dazu geeignet, die Empfänger zum Empfang einer Postkarte zu gratulieren.
Die Serie SITUATIONSPOSTKARTEN umfaßt inzwischen 182 Motive.
Der Gesamtüberblick im Katagog der Buchhandlung Weltbühne:
http://www.buchhandlung-weltbuehne.de/postkarten.html
Heute in der Präsentation wieder kritische Blicke.
Fotografien von Heinrich Hafenstaedter, drei neue und drei schon bekannte Motive.

Situationspostkarte 174: Planet B

Situationspostkarte 173: Kriegsdenkmal

Situationspostkarte 172: Kleingartenidyll

Situationspostkarte 146: Gepäck

Situationspostkarte 145 fiatlux

Situationspostkarte 143 Rheinufer

Silvia 20 bis 27

Wenn von der Hitzestraße in Duisburg-Wanheimerort (von der Rheintörchenstraße – im Bild-Hintergrund – bis zur Fortstraße – im Rücken des Betrachters –) die Rede ist, hat das nichts mit hohen Temperaturen zu tun (was in der Hauptstadt der Metall-Verhüttung ja durchaus für möglich gehalten werden kann). Die Straße ist benannt nach Franz Hitze (1851-1921), Geistlicher und Politiker (Zentrumspartei). Überhaupt ist die ganze Gegend hier erzkatholisch („Bernhardsheim“, benannt nach Kaplan Bernhard Sievert). Die Häuser wurden 1920 bis 1922 von einer katholischen Siedlergenossenschaft errichtet. Andere Straßennamen hier: Windhorststraße, Pollmannstraße, von-Spee-Straße, Mallinchrodtstraße.
Die Hitzestraße ist auf einem Abschnitt von ca. 150 Meter rätselhafterweise eingezäunt uns stillgelegt worden (und ist seither mehr und mehr mit Moos bedeckt). Als Verkehrsfläche existiert auf diesem Abschnitt nur noch der Bürgersteig (links hinter der Hecke).
Links im Bild: Die Schule Hitzestraße, steht seit vielen Jahren leer und hat sich ihrem Verfall hingegeben. Die Stadt muß sparen, darum wird mit der Sanierung des Gebäuses erst begonnen, wenn kaum noch was zu retten ist.
Rechts im Bild der Sportplatz vom Duisburger Spielverein.

Ein Sportplatz in Zeiten seiner Verlassenheit (Silvesternachmittag 2018).

Oder bringt dieses Bild es besser zum Ausdruck?

Das macht sich auch nicht schlecht als „Zeichen der Zeit“.

Früher war der Platz vom Duisburger Spielverein („Spielvereinsplatz“) von der Straße durch eine mannshohe Mauer getrennt.
Ich hab mal gesehen (als Kind), wie viele Männer, die auf dem Fahrrad von der Arbeit nach Hause fuhren („Schichtwechsel“), hier angehalten hatten und auf den Stangen ihrer Fahrräder stehend über die Mauer guckten. Denn auf dem Platz wurde Fußball gespielt. Das war nur Training. Der DSV spielte in der Oberliga West (vor Einführung der Bundesliga höchste Spielplasse), und zwar im Wedaustadion. Das Vereinsgelände war Trainingsanlage. Aber egal: Der Klang eines getretenen Lederballs hatte auf die Schichtarbeiter eine geradezu hypnotische Wirkung. Da mußten die einfach gucken!

Es wird immer behauptet, die Modell-Häuskes auf der elektrischen Eisenbahn seien realen Gebäuden maßstabsgerecht nachgebaut. In Wirklichkeit ist es umgekehrt: Diese Häuser wurden den Häuskes einer elektrischen Eisenbahn nachgebildet.
Gibt es überhaupt noch Modelleisenbahnen?

Windhorststraße Ecke Pollmannstraße. Ich erinnere mich. Ich war vielleicht 5 Jahre alt. Ein Junge, etwa 10 Jahre alt, einen Stapel leerer Pappkartons vor sich her tragend, stürmte aus der Tür. Er hatte es beim Hinabsteigen des Treppchens etwas zu eilig und flog auf die Fresse.

Die bizarren Winterzeichnungen der Vegetation überragen die Häuser auf der Forststraße. Den Neubau links im Bild im Hintergrund kann man sich ruhig wegdenken. Da war früher ein Sportplatz (DJK – natürlich – kathol‘sch).
An Garagen hatte man im Jahr der Erbauung (1921) noch nicht gedacht. An Gartenflächen für Gemüse für den Eigenbedarf denkt man heute nicht mehr. Aus den Fenstern in dem grauen Giebel habe ich als Kind oft rausgeschaut. Das Haus ist immer noch in verwandtschaftlichem Besitz. Es steckt auch voller Anekdoten (z.B. Gartenoffizier, S. 10).
Jetzt habe ich Ihnen eine sehr interessante Geschichte erzählt. Wenn Sie die nicht sehr interessant finden, dann stimmt was nicht mit Ihnen.