Immer zahlreicher: Situationspostkarten

Seit 1974 produziert die Situationspresse Postkarten. Seit 1974 hat sich vieles geändert, was die Reproduzierbarkeit und Herstellungstechnik betrifft. Das nutzen wir. Geändert hat sich auch das Postkartenporto. Da können wir nix dran machen. Was sich nicht geändert hat: Postkarten sind ein subversives Medium.
Im Juli wurden 35 neue Motive produziert. Die Reihe geht jetzt also bis Nr. 182.
Die Neuerscheinungen können hier nicht alle auf einmal gezeigt werden. Heute zeigen wir die Motive nach Fotos von Jean Paul Gatz.
Diese Bilder sind nicht arrangiert. Es handelt sich um aufgefundene Natur-Launen.

Situationspostkarte Nr. 151

Situationspostkarte Nr. 152

Situationspostkarte Nr. 153

Situationspostkarte Nr. 154

Situationspostkarte Nr. 155

Situationspostkarte Nr. 156

Situationspostkarte Nr. 157

Situationspostkarte Nr. 158

Situationspostkarte Nr. 159

Jedes Stück kostet 1 €.
Der ganze Katalog ist HIER sichtbar zu machen (wenn man „HIER“ anklickt).

Bienenvolk

Den Hof hinter dem Haus betrete ich nur, um den Abfalleimer in die Mülltonne zu leeren.
Gestern war Auffälliges zu bemerken.

Ein Summen war zu hören, ein Insekten-Summen, Bienen-Summen, aber fast so laut wie der Motor eines PKW. Der Zierstrauch und die beiden gleichartigen dahinter waren von Bienen entdeckt worden, und die machten sich über die Blüten her. Es waren, schätze ich, gut 1000 Bienen versammelt. Ob von einem Imker oder von einem wildlebenden Bienenvolk – ich weiß nicht, ob man das erkennen kann, während sie die Blüten bearbeiten.
Wußten Sie, daß der Imker nur einen kleinen Teil des produzierten Honigs erntet und dem Bienenvolk den größten Teil als Nahrung läßt?
Wußten Sie, daß Bienen gehörlos sind und ihr eigenes Summen gar nicht kennen?

Bitter-Sweet


Der Jasmin, in diesem Jahr etwas früher.
Die Blüten: Da kommt keine 60er-Jahre-Waschmittel-Reklame mit. Die Blätter sind dunkelgrün. Die Blüten duften, wie sie aussehen: bittersweet, giftig-süß.
In „Knubbels Garten“ gab es Jasmintee. Das war wie für besondere Anlässe (ich glaube auch ein bißchen teurer). Sie wissen nicht, was „Knubbels Garten“ war? Erzähle ich ein anderes Mal. (ist auch schon fast ein halbes Jahrhundert her).
In dem Tee schwammen die Blütenblätter. Das fand ich nicht so gut. Aber: egal.

1. Juni

Der 1. Juni ist, wie Sie vielleicht schon wissen, mein GANZ PERSÖNLICHER PRIVAT-TAG. Das liegt daran, daß einige wichtige Ereignisse meines Lebens-Verlaufs – mehr oder weniger zufällig – auf einen 1. Juni fielen. Zugleich ist der 1. Juni der Beginn eines besonders sympathischen Monats. Übergang von Frühling zum Sommer, großzügig mit Sonnenlicht, der Tag läßt den Abend lange warten.
Somit kann ich, sobald die unvermeidliche wochentagsgebundene Arbeit getan ist (heute schon um 14 Uhr) meinen 1.-Juni-Spaziergang beginnen, wie an jedem 1. Juni zum Kaiserberg (auch da war an einem 1. Juni mal was). Ich bin dort heute privater als sonst, aber durchaus ansprechbar.

Das Foto von diesem KOMISCHEN HAUS nahm ich am 1. Juni 2012 auf, dem Tag, an dem dieses Weblog Amore e Rabbia zum ersten Mal ins Netz ging.

Kalender 2018 (B)

Normalerweise ist das ja so: Erst kommt der Kalender, dann kommt das Jahr.
Hier geht das schon seit Jahren anders: Der Kalender ist ein Rückblick auf das Jahr.
Für das Jahr 2018 gab es schon den ersten, und heute den zweiten (Lerchenstraße, Blick auf die Rück-Fassade der Häuser auf der Gustav-Freytag-Straße). Diese Perspektive war auch schon mal in der Serie „Die schönsten europäischen Einfahrten“ zu sehen (Nr. 14 der Gesamtfolge).
Bilder anklicken zum Vergrößern.

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

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Kalender 2018 (A)

Normalerweise ist das ja so: Erst kommt der Kalender, dann kommt das Jahr.
Hier geht das schon seit Jahren anders: Der Kalender ist ein Rückblick auf das Jahr.
Für das Jahr 2018 gibt es heute diesen (Gneisenaustraße, Blick in die Mörickestraße), in ein paar Tagen noch einen zweiten Kalender.
Bilder anklicken zum Vergrößern.

Januar

 

Februar

 

März

 

April

 

Mai

 

Juni

 

Juli

 

August

 

September

November

 

Dezember

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Krähen kreuzen

Krähen kreuzen deinen Weg.
Alfred Hitchcock „The Raven“
Nein. Von Alfred Hitchcock ist „Die Vögel“.
„The Raven“ („Der Rabe“) ist von Edgar Allen Poe. Beziehungsweise von Roger Corman.

Herbstboten?

Daß die Platanen schon im Juli – infolge langer Trockenheit – viel Laub abgeworfen haben ist schade.
Die verfärbten Blätter zwischen den grünen könnten vermuten lassen, das Foto wäre im Oktober aufgenommen worden.
Daß die Platanen im Herbst auch grüne Blätter abwerfen ist kein Grund zur Sorge. Das liegt in ihrer Art.

In diesem Sommer werfen die Platanen auch ihre Borke ab – nicht nur auf dieser Allee, sogar in anderen Stadtvierteln gleichzeitig.
Das ist ein Vorgang, der sich alle paar Jahrzehnte wiederholt. Die Rinde der Platanen ist nicht dehnbar und zerplatzt auf den wachsenden Ästen.
Vor etwa 30 Jahren hatten alle Bäume auf dieser Straße ihre Rinde verloren, nicht nur an den Ästen, auch an den Stämmen. Wir werden sehen, wie weit das in diesem Jahr geht.
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Der längste Tag

Ob das geerntet und gekältert wird?

Das Ende der Gneisenaustraße: Ein Wendehammer. Nur zwei Meter fehlten noch, um auf die Koloniestraße zu gelangen.

Ich meine, ich hätte Ihnen schon mal erzählt, daß es zu meinen Gewohnheiten gehört, jedes Jahr am 21. Juni nach Ladenschluß noch einen ausgedehnten Spaziergang zu unternehmen. Denn das ist der Tag mit der längsten Tageshelligkeit. Ich gebe mich meiner Lieblingsbeschäftigung hin: nach Hause gehen – diesmal auf einem langen Umweg.

In diesem Haus auf der Nibelungenstraße in Neudorf (Parterre, da wo der Rolladen halb runtergelassen ist) sah ich zum ersten Mal ein Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft. Ich war 8 Jahre alt, und damals hatte noch längst nicht jeder einen Fernsehapparat. Soll ich sagen, in welchen Jahr das war? Sie müssen nicht alles über mich wissrn. Das Spiel endete 5:2.

Die Kneipe gibt es noch, und da gehen auch Leute rein. Woher kommen die?

Sieht doch nett aus. Geschenkt würde ich das Haus nehmen und sogar einziehen (und mir überlegen, ob ich da jemals jemanden reinlasse). Die verklinkerte Fassade, die Fensterrahmen und der Zaun gefallen mir zwar nicht. Aber das sieht aus wie auf’m Dorf, hat aber den Vorteil, daß es nur so aussieht, in Wirklichkeit aber mitten im industriellen Ballungsgebiet, speziell Neudorf liegt.

Das sieht mir auch nicht gerade nach Werterhalt eines netten Gebäudes aus. Da hat man sich gesagt: Dann können wir auch den Eingang zuwachsen lassen.

Die Leute hier sagten: Heute geh’n mer garnet naus, wir bleiben im Pyjama z’haus und schauen uns Columbo-Videos an. Fenster und Tür wurden nicht mehr benötigt und aus Ersparnisgründen zugemauert.
(Im Notfall tut’s auch das Hintertürchen).

Nehmen Sie ruhig schon mal Platz, hier zwischen Briefkasten und dem Bild der Schwanzflosse eines Delphins, oder was das darstellen soll.

Na bitte! Gegenlichtausnahme geht doch!

Hunde erlaubt der Vorstand nicht, beziehungsweise in Schwimmverein-Satzstellung: Hunde nicht erlaubt der Vorstand. Auf das Vereinsgelände des Vornehme-Leute-Clubs wollen wir sowieso nicht zutreten, obn mit oder mitohne Hund.

Das Gestein, das hier von Moos und Gestrüpp überwuchert wird, ist erkaltete Hochofenschlacke, nach dem dieser künstliche Berg benannt ist (Schlackeberg). Das Gelände zwischen Kalkweg und Masurenallee gehörte Krupp, der erst hier sein Hüttenwerk bauen wollte (das kam stattdessen nach Rheinhausen). So wurde dieses Gelände dazu genutzt, Schlacke abzulagern und für eine Werkssiedlung, und dann blieb noch viel Platz für Sportanlagen und „Naherholung“.

Die Überreste der Flak-Anlage auf dem Schlackeberg. Ich erzählte Ihnen ja schon mal davon. Nichts erinnert daran, und nichts soll wohl daran erinnern, welchem Zweck dieser Beton diente, als die Mächtigen mit der Jugend ihrer Zeit etwas anderes vorhatten als wir mit unserer.

Auf diesem Berge, den nur selten ein Spaziergänger erklimmt, denke ich an Barbara. Nicht weil er am Barbarasee liegt, ist sie mit mir gern hier hingegangen, in das hohe Gras hinter Sträuchern, von Bienen umsummt, von Käfern bekrabbelt, von Schmetterlingen umflattert, von unseren Händen gestreichelt, von unseren Lippen geküßt. Sie ist dem See nicht entstiegen. Der See und die Frau hatten ihren Namen schon vorher und unabhängig voneinander.