Neue Landschaftskonzeption?

Pfingstmontags-Reisebericht (Fortsetzung)
Fünf Jahre ist es her, da berichtete ich Ihnen vom Schlackeberg. Das ist, wenngleich ich auch gar nicht so oft dort bin, einer meiner Lieblingsaufenthaltsorte, zumal, wie gesagt, es dort meistens menschenleer ist.
Vor fünf Jahren sah das z.B. an einer Stelle so aus:

Und jetzt, fünf Jahre später:

Umraint von Brennesseln meterhohes Gras!
Veränderte Landschaftskonzeption? Naturnäher? So könnte man sagen. Profaner gesagt: Die Stadtverwaltung mußte sich zu der Sparmaßnahme durchringen, für die Landschaftspflege und „Unkraut“-Beseitigung weniger bis nichts aufzuwenden. Das sieht man nicht nur hier. Das sieht man schon überall in den Ritzen zwischen den Gehwegplatten.
Die Klammheit der kommunalen Finanzen hat also auch Vorteile.

Gänge unter dem Himmel (15-21)

Der Orientierungsturm (hinten). Wenn ich in der Gegend, in der solche Residenzen stehen (vorn), unterwegs bin, muß ich darauf achten, immer diesseits des Horizontes den Turm zu erkennen, um zu wissen, daß ich mich nicht (ver)irre.

Sagen Sie mal nix. Unter „Hochfeld“ wird nicht überall dasselbe verstanden.

Ja was ist das denn? Eine Ratte im Mülheimer Villenviertel! Also!

Was soll uns dieses Foto sagen?
Nur, wer uns entgegen fährt, muß sich bergauf bemühen?
Ach, lassen wir das doch!
Saarner Straße.

Nähe Katzenbruch. Wer hier wohnt, der wohnt nicht ungemütlich.
In dem Häusken vorn war bis vor kurzem noch ein kleiner Lebensmittelladen. Davor war ein Schild, darauf stand nicht „Edeka“ oder „Aldi“ oder „Rewe“, sondern: „SPAR“. Kennen Sie das noch? SPAR? Da gab es zum Beispiel auch Pril, und Persil bleibt Persil.
Persil war unter den Waschmitteln das, was Mercedes unter den Autos ist. Einfache Leute nahmen Sunil oder Dash oder OMO.
Vorn an dem Häusken hing noch vor kurzem ein Briefkasten. Da konnte man Briefe und Postkarten einwerfen.
Erinnern Sie sich noch? Postkarten? Ich produziere heute noch welche, da kenne ich nix.

Nicht ungemütlich ist auch die Architektur, die die Häuser nicht gleich frontal, sondern mehr so hintenrum eintretbar macht. In so einem Anbau dahinter mit kleiner Tür hatte man früher eine Waschküche. Im Hintergrund das Resultat der 60er-Jahre-Nadelgehölz-Invasion in deutschen Bürgergärten.

Vom Katzenbruch nach Hause sind es nur noch ein paar Kilometer durch den Wald, Nachtigallental, am Forellenteich entlang.
Der obere Teich ist vom einfließenden Bach mit Sand und Erdreich gefüllt worden, wodurch zuerst ein Flachgewässer, dann eine Halbinsel entstand, auf der Bäume wachsen.
Inzwischen haben sich auf dieser Fläche Schwertlilien ausgebreitet.
Wer diese Fläche betritt, versinkt im Morast.
Der Wald will wieder werden, was er war, bevor er romantisiert wurde.

Itzo: Gänge unter dem Himmel (8-14)

Das habe ich Ihnen doch schon mal gezeigt.

Wer behauptet eigentlich ständig, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen?

Brennesseln und Brombeeren. Die können uns Freude bringen.
Brombeeren? Klar. Gelee und so. Aber Brenn(n)esseln auch?
Dann lesen Sie doch mal: Maud Sacquard de Belleroche: Geständnisse, Memoiren einer Frau von vierzig Jahren (1968), das Kapitel über die Französischlehrerin, ziemlich am Anfang.

Hier, mitten im Walde, hat irgendson Klöckner oder Thyssen oder Stinnes oder Thynnes ein Waldschloß errichten lassen.

Man muß schon eine Lücke finden, um eine Vorstellung von der Dimension des Repräsentations-Wochenendhauses zu bekommen. Vorn im Bild ist ja wohl das „Gesindehaus“.
Es wird ringend mit Händen nach neuen Benutzern der Immobilie gesucht. Die Thynnesse wohnen heute nicht mehr so klassizistisch.

Das ist nicht etwa, wie Sie glauben, das Eschhaus, sondern die Akademie Wolfsburg. Nicht Anarchie, sondern Katholie.

Dahinter, auf Mülheimer Gebiet schon, haben die Wichtigleute von heute sowas für sich hinplanen lassen.
Das Haus vorn: Nach einem Besuch kann die Gattin sagen: „Hast du gesehen? DIE haben eine runde Wand. Und was haben wir?“
Das Haus dahinter: DIE haben immerhin ein Dach (fast) bis auf die Erd‘.
Hoffentlich gibt es da auch mal leckeren Nudelsalat.

Fürtsetzöng fülgt.

Jetzo: Fahrt zum Himmel (1-7)

Vorgestern: Hochfest, Schulfrei, Geschäfte zu. Als aufmerksamer Leser wissen Sie bescheid, was jetzt kommt.

Jetzo kommt die Zeit heran. Schritt aus der Haustür.

Blick zurück – nicht im Zorn, sondern in die entgegengesetzte Richtung. Schöne Straße, auf der ich wohne.

Botanische Eskapaden auf dem Uni-Gelände.

Überragend!

Typisch Uni des 21. Jahrhunderts. Hier werdet Ihr „fit“ gemacht. („fit“ = geeignet, brauchbar, verwertbar). Doch wir sind Misfits.


Zugang zum Walde mittels Überbrückung von Eisenbahn und Autobahn mithilfe der Expo-Brücke.
Warum heißt die Expo-Brücke Expo-Brücke?
Die Expo-Brücke heißt Expo-Brücke, weil sie erst auf dem Gelände der Weltausstellung (Expo) 1958 in Brüssel stand. Als die Expo 1958 endete, wurde die Brücke dort nicht mehr gebraucht, darum zerlegt und in Duisburg wieder zusammengebaut. Sie diente jahrzehntelang als Zoo-Brücke, weil sie die beiden durch die Autobahn getrennten Teile des Zoogeländes miteinander verband. Dann wurde sie auch dort abgebaut und ein paar Kilometer südlich wieder zusammengebaut. Narrenhände beschmieren Tisch und Expo-Brücke.
Nebenbei: Der größte Pin der Welt!

…denn im Wald sind nicht die Säu-äufer!

Fortsetzung folgt.
Und jetzt und immer: Bilder anklicken zum Vergößern.

Die rosarote Woche

Auf der Lerchenstraße, der ersten Allee dieser Art, stehen die japanischen Kirschbäume wieder in Blüte. Schon nach wenigen Tagen fallen die Blütenblätter herab und bilden einen rosaroten Teppich auf dem Gehweg. Ich berichtete schon darüber.
In manchen Jahren blühten die Bäume Ende April, in diesem Jahr öffneten sich die Blüten schon Ende März. Das ist verschieden.

Dieser Baum fällt auf, weil er zweierlei Blüten trägt. Mir scheint es, daß von Jahr zu Jahr der Anteil der weißen Blüten zunimmt.

Aber auch an manchen anderen Bäumen lassen sich an unvorhergesehenen Zweigen weiße Blüten blicken.

Hier sieht man es deutlich.
„Zurück zur Natur“ könnte das Motto lauten. Die Wildheit läßt sich vom Züchter nicht ganz verdrängen.

Eröffnung der Wander-Saison 2017

Bericht von dem, was heute vor einer Woche geschah.
Ich eröffnete den Wanderzyklus, was immer möglichst vor Beginn des Frühlings geschehen soll, also noch rechtzeitig geschah, und, anders als die späteren Wanderungen des Jahres, immer auf derselben Strecke stattfindet. Seither hat ein Wechsel der Jahreszeiten stattgefunden, erkennbar z.B. im Zunehmen des Vogelgesangs – haben Sie gemerkt? Oder achten Sie nicht auf sowas?

Unterwegsheit auf der Autobahn vor dem Walde. Hoffentlich gibt es da, wo die hin wollen, leckeren Nudelsalat. Gönne ich denen.

Duisburg-Symbolik (Sören was here): der glatte Schnitt. Diese Stechpalme stand bestimmt da ungenehmigt.

Na, ihr Wildschweine?

Achten Sie auf die Farben!

Himmelfahrt des Blickes.

Oder so (erste Stufe der Abstrahierung).

Was verkünden diese Bilder: Neues Beginnen.

Erst die systematisierte Entwässerung macht den Wald begehbar.

(Hier noch deutlicher veranschaulicht).

Wald im Aufruhr!
Nicht des Volkes gegen den Staat, sondern des Pfostens gegen den Draht.

Diese Frau bewundere ich – auch und gerade wegen ihres konsonantisch-abstrahierten Statements auf der Rückseite.
Erst als ich ihr hinterherschaute, erkannte ich den Grad meiner Bewunderung.
Das weiß sie nicht. Das erfährt sie nicht.
Denn ich kenne sie nicht.

Und wie in jedem Jahr zur gleichen Zeit rastete ich auf dieser Bank.

Von dort aus gesehen (Richtung Norden): Die höchste Stelle von Duisburg. Das ist nämlich nicht, wie oft fälschlich behauptet, der Kaiserberg, sondern der Kammerberg.

Auch hier! Die geheimen Zeichen! Damit die Bilderberger in ihrem Nazibunker in der Antarktis wissen, wohin sie ihre Tschemtrehls für Hillary Clinton hinstrahlen sollen.

Und auf diesem Baum ist gar nichts zu sehen! Das sagt doch wohl alles!

Ich geh jetzt nach Hause.
Long an winding road.

Gestern: Rosenmontag und die Gegend hier

oder: Eine Art, den Regen zu beschreiben.

Das durch den Rosenmontag (übergesetzlicher Feiertag im Rheinland) verlängerte Wochenende habe ich genutzt, wie ich es geplant hatte. Nämlich: Die METZGER-Ausgabe Nr. 121 vollendet, d.h. für den Druck vorbereitet. In der Nacht zum Montag (bis zum Morgengrauen) habe ich die letzten Zeilen gesetzt, am Montag mußte ich nur noch die Bögen montieren (32 Seiten auf 8 Bögen). Und dann, am Nachmittag, wollte ich an die frische Luft. Also schritt ich ein paar Neudorfer Straßen entlang und durchschritt zugleich einen typischen

NIEDERRHEINISCHEN LANDREGEN.

Solch ein Regen ist typisch für diese Gegend. Der Niederrheinische Landregen ist ein heftiger Regen, der lange dauert. Es kommt viel Wasser pro Minute runter, und das den ganzen Tag lang. Dieser Regen prasselt auch nicht, sondern er rauscht.
Der Niederrheinische Landregen wird veranstaltet zu dem Zweck, daß die (für den Niederrhein typische) lehmige Erde an den Schuhen festklebt und so in die Treppenhäuser und letztlich in die Wohnunterkünfte hineingetragen wird. Der Regengott hat gesagt: „Wenn ihr glaubt, daß es euch etwas nützt, wenn ihr die Wege asphaltiert, dann seid ihr schief gewickelt.“ (Gilt auch, wenn man nicht an (Regen-)Götter glaubt).

Das Schöne an dem Regen ist ja, daß, wenn man nach Hause kommt, es drinnen trocken ist, aber draußen weiterregnet. Dieser Moment des Glücks blieb mir gestern verwehrt. Denn als ich nach Hause kam, hörte der Regen auf, genau in dem Moment, wo es keinen Zweck hat.

Es hat den Anschein, daß – a la longue – der Wettergott (da! schon wieder!) es mit den Ostermarschierern besser meint als mit den Karnevalsjecken, denen ich mich ja, wie Sie schon ahnten, nicht zugehörig fühle. Dennoch tut’s mir für die leid. Man ist ja schon froh, daß es überhaupt lokale und regionale Besonderheiten gibt, Profil, Differenz, damit es nicht überall gleich aussieht und es sich nicht überall gleich anhört.
Aber daß der Regen aufhört, wenn es ruhig weiterregnen könnte – soweit muß es doch nun wirklich nicht kommen.

Kalender 2016

Normalerweise heißt es ja: Erst der Kalender, dann das Jahr.
Hier ist das auch diesmal wieder umgekehrt.
Zwölf ganz verschiedene Fotos aus dem Jahre 2016, pünktlich zum Jahresende.
(Finkenstraße Ecke Gneisenaustraße).

Januar

Januar

 

Februar

Februar

 

März

März

 

April

April

 

Mai

Mai

 

Juni

Juni

 

Juli

Juli

 

August

August

 

September

September

 

Oktober

Oktober

 

November

November

 

Dezember

Dezember

Nota: Nicht nur die Vegetation, auch der Einfall des Sonnenlichts verändert sich; man sieht es am Schatten.
Der Kalender für 2017 kommt dann, wenn fast 2018 ist.

Neue Serie: Die schönsten europäischen Einfahrten 1, 1a

eureinf-001
Beginnen möchte ich die Serie von Betrachtungen schöner europäischer Einfahrten mit dieser Kuriosität, fotografiert am 10. April dieses Jahres im Duisburger Stadtzentrum (abgewandte Seite).
Was man auf diesem Bild gar nicht unbedingt erkennt: Man kann da gar nicht erhobenen Hauptes durchgehen, ohne sich den Kopf zu stoßen, bei mindestens durchschnittlicher Körpergröße.
Auch die Verbindung zwischen den Hauptgebäude (rechts) und dem Anbau (links) ist nur in gebeugter Haltung möglich. Das ist doch komisch, oder?
Da bin ich am 3. Oktober nochmal gucken gegangen, und jetzt sieht das da so aus:

eureinf-001aWer weiß, was die damit noch vorhaben; vielleicht das Projekt „Der Dschungel holt sich die Stadt zurück“, beginnend in der katholischen Ecke hinter dem Dellplatz, hier: hinter dem Kettelerheim.

Als ich das zum ersten Mal hörte, habe ich „Kletterheim“ verstanden.

Die Hundeblume blüht …

… auch in der Regenpfütze.
(sagte ein Dichter).

Hundeblume1Weil, so höre ich, die Stadt sparen muß, …

Hundeblume2Kann sie nicht mehr viel unternehmen gegen die Überwucherung verwalteter Flächeneinheiten durch Wildpflanzen (siehe auch hier).
Das läßt hoffen.
Besser gesagt: Glück im Unglück einer von „Investoren“ heimgesuchten Großstadt.

Racheschwur der Natur

Kaum ein Mensch hat in all den Jahren das Uni-Gelände so oft für Spaziergänge genutzt wie ich. Und dann sowas!
Unkraut-1Die Streifen zwischen dem Unigelände und der Bahntrasse und dann zwischen der Bahntrasse und der Autobahn waren reichlich bewaldet (von Bäumen bewachsen).
Doch dann kriegte die Stadtverwaltung Wind davon, und sie wurde mal wieder als Stadtentwaldung tätig.
Folge: Der Autobahnlärm, einst durch die Vegetation gedämpft, schallt nun bis in den letzten Winkel des letzten Seminarraums.
Unkraut-2Die Stapel mit zersägten Stämmen sind fast restlos weggeräumt. Unterdessen überwuchert die Vegetation wieder die Taten der Schandverwaltung.
Unkraut-3Wie trostreich überhaupt das Wachstum, das eigenen Plänen folgt! (Als „Unkraut“ diffamiert).
Unkraut-4Hinein in die Parkbucht! (Was für ein Wort: „Parkbucht“). Zwischen den Pflastersteinen wächst das Gras.
Unkraut-5Ein herrlicher Anblick!
Unkraut-6Das ist was für Naturgenießer!