Kommt und holt euch den neuen METZGER

DER METZGER, das satirische Magazin. Neu: Nummer 134.
Das steht drin:

Anton Maegerle: Neonazi belastet „Kameraden“. Der Hauptverdächtige im Mordfall Walter Lübcke war natürlich kein „Einzeltäter“. Genaueres über sein „Umfeld“.

Angesichts der historischen Erfahrung mit der „Mitte“. Nachdem eine Jammergestalt aus der Üfdüpü unter Höckes Regie zum thüringischen Kurzzeit-Ministerpräsidenten gewählt wurde, war der Nimbus der bürgerlichen „Mitte“ arg ramponiert – und die Gefährdung der bürgerlichen Demokratie sichtbar. Hierzu gesammelte Zitate aus nachdenklichen Kommentaren (Ismail Küpeli, Andreas Speit, Georg Seeßlen, Sascha Lobo).

Kaffee aus Kuba. Eine Aktion der DFG-VK Duisburg. Hoch die Tassen!

Stolpersteine in Duisburg. Im Duisburger Stadtgebiet erinnern 300 „Stolpersteine“ an Opfer des Nazi-Regimes. In einer Dokumentation des DISS wird ihren Spuren nachgegangen. Elf Beispiele.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Erinnerungen an Hermann L. Gremliza; Aus dem Leben eines Gabelstaplers; Umgeben von der großen Spur; Der Mann im Haus (Merz); Aus der Geschichte der linken Presse; und mehr davon (Antworten, komisches Haus, komisches Schild).

Les Pères de la Libelle. Zwei interessante Bücher sind erschienen: Über Eiffe, den Graffiti-Pionier und über die untergründigen Jahre der deutschsprachigen Literatur.
Lothar Röse: Grundkurs Geschichte. Eine Literaturliste.

Lina Ganowski: La Notte. Auch diesmal wieder: Der notorische Forenschreck erschreckt. „Fragen Sie mich lieber nicht, ich antworte vielleicht.“

HEL (Herbert Laschet-Toussaint): Mitternachtsmotette dem Aprilkatz. Gedicht.

Rainer Dittrich: Petitessen. Aphorismen.

Cut-up zur Lage der Lage.

Chinmayo: Sein Kampf gestrichen. Bild.

Frei-heit-machen mit „Beat-Club“

Die gestalterische Aktion bei der Produktion meiner Zeitung endet ja nicht in dem Moment, in dem die Exposés in Druck gegeben werden, sondern geht dann noch weiter, nämlich mit der Gestaltung der Umhüllung, in der die Exemplare an die Abonnentinnen & Abonnenten expediert werden. Ich verwende gern Briefmarken mit signalhaft-emanzipatorischen Bildmotiven (etwa: Heinrich Böll, Adorno, Karl Marx, Mandela, Else Lasker-Schüler, Pina Bausch, Bauhaus, Frauenwahlrecht u.a.). Jetzt habe ich ein neues passendes Motiv ausfindig gemacht.
„Beat-Club“ wurde am 25. September 1965 (Samstag-Nachmittag) zum ersten Mal gesendet (Ich erinnere mich: „Halbstark, oh Babybaby Halbstark“). Man konnte sich anfangs kaum sicher sein, aber ahnen und hoffen, daß diese Sendung ihre politische Botschaft entfaltet, indem sie inhaltlich und formal eine andere Vorstellung von Leben und Zukunft artikuliert als die vorgegebene.
Wer Augen und Ohren hatte, konnte beweisen: Wir sahen besser aus, wir hörten die bessere Musik, und wir hatten die schöneren Frauen.

Wer den METZGER abonniert hat oder sich ein Buch durch den Versandservice der Buchhandlung Weltbühne schicken läßt, kann sich wünschen, daß für die Lieferung eine Beat-Club-Briefmarke verwendet wird – solange der Vorrat reicht.

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Blicke ins Archiv (tief)

Auf der Hometage der Buchhandlung Weltbühne kann man ins METZGER-Archiv hineinschauen. Wußten Sie das?
Aus den sicherlich weit über tausend Textbeiträgen wurden (bisher!) 58 Beiträge aus zwei Jahrhunderten dort sichtbar gemacht.
Sie müssen auf
http://www.buchhandlung-weltbuehne.de/Metzger-Archiv.html
klicken, dann kriegen Sie das zu sehen und können sich dort umtun…
… und wenn Sie gern Liebesgeschichten lesen, fangen Sie oben in der Liste an.

Gestern sind zwei neue Texte eingeführt worden:
Jakop Heinns Kopfschütteln über die SPD (aus Nummer 128) und Linas Rat, sich daneben zu benehmen (aus Nummer 129).
Ha! Was sehe ich da? Statt „129“ steht da „120“. Ein Fehler. Werden wir korrigieren.

Kommt und holt euch den METZGER Nr. 133

Die Ausgabe von Dezember 2019.

Und das steht drin:

Jakop Heinn: Trübes aus der Tasse. Der sogenannte Kabarettist Dieter Nuhr kann es nicht lassen, Bildzeitungskommentare zu hauchen. Mit seiner Pöbelei gegen Fridays for Future vergaloppierte er sich. Er hält sich für einen Kabarettisten. Dabei ist er der Trostspender für die Spießbürger.

Cartoons/Comix von Ardy Beld (Brexit) und Timo Stoffregen (Matti).

Ottokar Grobe gegen Radiomusik (ist doch wahr!)

Les pères de la libelle. Die Medienrubrik. Renate König kritisiert wohlwollend / empfielt kritisch das Klima-Buch von Carola Rackete.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Weiße Watte; Ein Volk mit zu viel Meinung (das muß anders werden); Bei un gib kei Naz; Grotte und Kabele. Und diesmal wieder: Komisches Haus, komisches Schild, long and winding Road und Antworten.

HEL (Herbert Laschet-Toussaint): „Was sind millionen Jahre Katzenkeimbahn…“ Gedicht, das sich reimt.

Lothar Röse: Speenhamland und das Problem der Freiheit. Zweiter Teil. Über das konfliktreiche Verhältnis von Wirtschaft und Gesellschaft: Die Neoliberalen Marktprediger kommen hier nicht gut weg.

A.S.H. Pelikan: Gott und die Welt. Wenn man Gottes Erschaffen des Universums genau betrachtet, ist das nichts für Fromme.

Lina Ganowski: La Notte. Diesmal: Mit Liberalen reden? Dokumentation von Internetforenfetzereien zum Jahrhundertbeginn (Fortsetzung). Der Unwille und die Unlust des Bürgertums, sich der Barbarei entgegenzustellen, ist nichts Neues. Fortsetzungen folgen.

Lothar Röse: Dem passionierten Promeneur zum 70sten. Im Wendekreis des Sternbuschwegs. Gesammelte Zitate.

Das Heft kostet 4 Euro.
Besorgen! Bestellen! Schicken lassen! Oder in der Buchhandlung Weltbühne kaufen! Lesen! Weiterempfehlen! Draus zitieren! Und schließlich: Abonnieren! Denn: Wer abonniert, hat mehr von Metzger.

„Ich kenne keine Interessen mehr, ich kenne nur noch Deutsche“

Da es mit dem Inneren Zusammenhalt der Nation derzeit mal wieder nicht so recht klappt (einige Landsleute treiben es gar zu weit), wird die Gelegenheit des Jahrestages ergriffen, über Tränen der Freude zu berichten.
Der November, so sagte ich bereits, ist bei uns noch nie ein trauriger Monat gewesen. Das hätten wir im November 1989 anders empfinden können. Aber wir gingen dann doch fröhlich an die Arbeit (siehe unten).
Eine Nation im Freudentaumel – auch noch die deutsche! Das konnte nichts Gutes verheißen. (Und daß es im einzelnen noch schlimmer hätte kommen können, ist kein Gegenargument). Wer unverstandenes Geschehen bejubelt, ist von allen guten Geistern verlassen.
Das Jahrestagsfoto auf der heutigen WAZ und die Schlagzeile zur aktuellen Lage zeigen den Radius deutscher Lage und deutscher Mentalität. Nation ist, wenn man die Mieten erhöht und die Mieter von der Mieterhöhung begeistert.
Die beiden METZGER-Ausgaben in der Folge des Schrittes von der Zukunft in die Vergangenheit, genannt „friedliche Revolution“ (recte: unfriedliche Konterrevolution) behandeln dieses Welt-Geschehen als Schwerpunktthema.
Unser Motto damals: Wer den schlechten Sozialismus nicht verteidigt, kriegt keinen besseren.
Die beiden Hefte (Nr. 42 und 43) sind weiterhin erhältlich, als Doppelpack für 5 Euro hier zu bestellen.

La Notte

„Niemand, dem das Me-Too-Spektakel nicht behagt, rechtfertigt sexuelle Belästigung und bagatellisiert Vergewaltigung, handelt sich aber solche Vorwürfe ein. Da müssen wir durch. Gegen die sexuelle Gewalt, der einerseits Frauen, andererseits Kinder ausgesetzt sind, zu agieren ist nötig – kulturell, publizistisch, juristisch, politisch, wobei der Blick auch mal weiter schweifen darf als auf den Fokus zu kurz gekommener Erfolgsmenschinnen. Doch wo im sexuellen Kontext Anklage erhoben wird, stellen sich Nebenwirkungen ein, die nicht vermieden werden, wenn sie nicht vermieden werden sollen. Was die Me-Too-Kampagne betrifft, sind die unangenehmen Nebenwirkungen die eigentliche Absicht.
Die Absicht ist nicht zu verkennen. Die Gelegenheit ist günstig, ein neues, altes Verhältnis der Geschlechter zu etablieren. Kern: Delegitimierung der Lust.
Wenn sich keiner mehr was traut, dann bleibt es dabei: Eine von Ästhetik und Erotik gereinigte, dafür umso korrektere Sexualordnung, gegen Risiken und Überraschungen abgesichert. Sexuelle Kontakte – wie schon vorgeschrieben an kalifornischen Universitäten – auf der Grundlage eindeutiger Willenserklärung – am besten noch notariell beglaubigt. Wer meint, daß ich übertreibe, der öffne die Ohren!
Leidtragende werden wieder die Frauen sein, die mehr wollen als einen unbeanstandeten Vertrags-Sex. Ihre Wünsche, Sehnsüchte und Phantasien, ihre Visionen von Glückseligkeit werden sie – hoffentlich nicht alle – der inneren feministischen Kontrolle opfern, vor dem feministischen Über-Ich verleugnen und niederringen.
Und soll ein Konkurrent aus dem Weg geräumt werden? Irgendeine, der er mal vor 20 Jahren die Tür aufgehalten oder in den Mantel geholfen hat, wird sich schon finden lassen.“

Lina Ganowski in DER METZGER Nr. 129 (La Notte).

Kommt und holt euch den METZGER Nr. 132

Die Ausgabe von Oktober 2019:

Und das steht drin:

Berichte im Magazin: Gegneranalyse / „Rasse“ ist das Ergebnis von Rassismus und nicht umgekehrt / Rechte Wahlerfolge im Osten in Geschichte und Gegenwart / Gauland als Redner.

Timo Stoffregen: Matti in: Spenden. Comic.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Schule der Diktaturen (beliebte / unbeliebte); Olympiade findet statt obwohl abgeschafft; Aus dem Leben der Arschlöcher; Warum der 3. Oktober zurecht ein Feiertag ist; Komische Häuser; Komische Schilder.

Antworten an Zweites Deutsches Fernsehen, Forschungsgruppe Wahlen, Sahra Wagenknecht, Ehrenmänner von Schalke, Alex Feuerherdt und andere.

Lothar Röse: Energien, erneuerbar. Kann man das überhaupt so sagen?

Günstige Türklinken. Comic.

Lothar Röse: Speenhamland und das Problem der Freiheit. Erster Teil. Das „bedingungslose Grundeinkommen“ ist wohl auch nicht der Weisheit letzter Schluß.

HEL (Herbert Laschet-Toussaint): „Kommste nach Hamburg, brauchste Geld.“ Gedicht über das Schiffsanstreichermilieu.

Les Pères de la Libelle. Die Bücher-Rubrik. Diesmal: Bedauerlicher Abschied vom Laika-Verlag.

Rainer Dittrich: Petitessen.

Tom Liwa: … als wäre nichts geschehen. Über den Poeten Werner Muth.

Werner Muth: Glückseligkeit und wildes Herz. Sechs Gedichte als Vorabdruck aus seinem Gedichtband.

Lina Ganowski: La Notte. Themen der Nacht. Lina als zuverlässiger Forenschreck. Unverwechselbar, unvermeidlich. „Gestatten, daß ich lache?“

Das Heft kostet 4 Euro.
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Kommt und holt euch den METZGER Nr. 131

Die Ausgabe von August 2019:

Und das steht drin:

Heinrich Hafenstaedter: No Planet B. Foto auf dem Cover.

Anton Maegerle: Nazi-Raketenbauer und US-Mondlandung. Der ehrgeizige Nazi-Gehilfe Wernher von Braun durfte als Raketen-Pionier der USA weiter Karriere machen, und mit ihm andere aus seinem Milieu.

Projektgruppe Pudding und gestern: Homosexualität geht die Nachbarn nichts an.

Timo Stoffregen: Matti in Punk. Comic.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Moonshot, Bauhaus, Alice Schwarzer als der häßliche Deutsche, Tönnies hat ein‘ an der Tönnies, der Zweite Weltkrieg in den Seelen, Schmidt der Schwätzer.

Antworten.

Die Bekloppten sind unter uns.

Lothar Röse: Wortsinn. Kleines Lexikon neuerer Sprach- und Bedeutungsverschiebungen. Die Schaum-Sprache des Emporkommens.

HEL (Herbert Laschet-Toussaint): Vorläufiger Mazdak. Gedicht zu Ehren sozialer Rebellen.

„Ich denke oft an Erika“. Porträt in Tusche.

Love Letter. Erika selbstporträtiert auf Briefumschlag.

Das Weite suchen. Lust an Landschaft.

Tagebuch. Problem-Macher versus Macher-Problem.

Les Pères de la Libelle. Bemerkung zu Jörg Fauser.

Lina Ganowski: La Notte. Der mit Puderzucker gefüllte Fahrradschlauch. Lina als verläßlicher Forenschreck, Lanzenritte gegen unsinnige Themen. „Ich hatte nicht immer guten Sex, sondern nur, wenn ich Sex hatte.“

Das Heft kostet 4 Euro.
Besorgen! Bestellen! Schicken lassen! Oder in der Buchhandlung Weltbühne kaufen! Lesen! Weiterempfehlen! Draus zitieren! Und schließlich: Abonnieren! Denn: Wer abonniert, hat mehr von Metzger.

100 Jahre Woodstock (2)

Es mag auch zu den unvorhergesehenen Spätfolgen von Woodstock gehören, daß man in der bürgerlichen Presse heute zuweilen Vernünftigeres liest als in der linken Schrott-Presse.
Christopher Onkenbach schrieb in der WAZ (8.8.2009): „Allmählich, doch unwiderstehlich entstand vor 40 Jahren ein beinahe weltumspannendes Wir-Gefühl der Jugend, das es so später nie wieder gab. ‚Woodstock Nation‘ nannte sich die Generation, die nicht nur jene umfaßte, die dabei gewesen waren, sondern alle, die sich zugehörig fühlten. Woodstock war etwas anderes als die 68er-Bewegung, die vor allem in Deutschland und Frankreich dogmatische Züge annahm. Woodstock war romantisch, naiv und unpolitisch in dem Sinne, als diese Friedfertigkeit wiederum politisch war in Zeiten von Rassenunruhen, Vietnamkrieg und den Morden an Martin Luther King und Kennedy. Wie radikal dieser Gegenentwurf war, läßt sich daran ermessen, was diese Blumenkinder alles nicht sein wollten: stark, erfolgreich, hierarchisch, konform, uniformiert, kriegerisch. Der Fantasie sollte die Macht gehören. Indem sie auf Distanz gingen zu den Autoritäten, bewirkten sie am Ende doch die sanfte Erneuerung und Veränderung der Gesellschaft.“
Manches ist unpräzise an diesem Kommentar, z.B. die Gleichsetzung der „Woodstock Nation“ mit einer ganzen Generation. Ob die Woodstock Nation und die „68er“ (besser sollte man sagen „Neue Linke“) zwei Dinge waren oder zwei Seiten einer Sache, läßt sich nicht sagen, weil beides undefinierbar ist. Beides ist wohl zusammengeflossen wie Farben auf einem Aquarell.
Das ist sicher: Hätte die Neue Linke nicht den Törn mitgekriegt, wäre sie dogmatisch labernd in den Orkus marschiert.

aus DER METZGER Nr. 86, August 2009
Hier wird ab Nr. 2 gezählt?
Im Jahre 2009, als vielfach an den 40. Jahrestag des Woodstock-Festivals erinnert wurde (großzügig auf 100 aufgerundet), erschien in den METZGER-Ausgaben Nr. 86 und 87 der fünfteilige Zyklus „100 Jahre Woodstock“.
Nr. 1 war die Replik auf einen gar zu sehr danebengeratenen, gar zu inkompetenten Artikel in Konkret.
Nr. 2 siehe oben.
Nr. 3: Summer of (G)Love. Der WDR-Lokalzeit-Bericht über die Botschafter der Woodstock-Nation und Ur-Kommunarden Helmut Loeven, Peter und Marita Bursch – jedes Wort, jedes Bild.
Nr. 4: „Sin or Salvation“. Historischer Comic-Strip aus „Young Lust“ (1970) über die Hindernisse auf der Suche nach Abwegen.
Nr. 5: Chicago. Der „Summer of Love“ war auch ein Summer of Hate. Das Establishment schlug zurück. Dokumente und Informationen über einen Prozeß von 1969.

Die beiden METZGER-Ausgaben sind weiterhin erhältlich.

Heute ist mal wieder so ein dreizehnter August

Drei Zitate aus einem Aufsatz von 2011:

„Am 6. Oktober 1961, vor 50 Jahren, war in der Frankfurter Allgemeinen zu lesen: „Noch in ihrem bisher kräftigsten Unternehmen haben diese Schriftsteller nachdrücklich bewiesen, daß für viele von ihnen die Beschäftigung mit dem Zustand unserer Republik nichts anderes ist als der Drang, um sich zu schlagen und den Krieg Zuständen zu erklären, die sie selber so dämonisieren, daß man sich fragt, was für Vorteile diese Republik gegenüber der Ulbrichts noch habe. Wir sehen bei ihnen unsere Republik nicht mit den Augen der Kritik, sondern mit denen des Hasses betrachtet.“
Was war das bis dahin kräftigste Unternehmen dieser Schriftsteller gewesen, wodurch hatten sie sich das Attest eingehandelt, „unsere Republik“ mit den Augen des Hasses zu betrachten?
Zwanzig Autoren hatten in einem gemeinsamen Aufruf den Bürgern der Bundesrepublik empfohlen, bei der Bundestagswahl am 17. September ihre Stimme für die SPD abzugeben. Das war ein kräftiges Unternehmen. Ein starkes Stück! Sie konnten sich einen besseren „Zustand unserer Republik“ vorstellen als Adenauer Bundeskanzler bleibt. Ein Jahrzehnt nach der Einführung der zweiten bürgerlich-demokratischen Verfassung hatte diese Demokratie gerade das Niveau erreicht, daß die Aufforderung, eine nicht regierende Partei zu wählen, als Symptom des Hasses auf „unsere Republik“ gewertet wurde.
Tatsächlich ist dieser Kommentar der FAZ ein Symptom dafür, daß die Bundesrepublik sich in keinem normalen Zustand befand. Es ist ohnehin fraglich, ob deutsche Zustände jemals das Prädikat der Normalität verdient haben.“

„Der Springer-Kolumnist William S. Schlamm schlug vor, Westberlin zu evakuieren, um die DDR mit Atombomben auszulöschen. Berlin sei einen Krieg wert. Wer so etwas schreibt, ist ein Verbrecher.
Der NDR zitierte in einer Rundfunkreportage am 10. Oktober 1961 einen DDR-Bürger: „Was ist denn mit eurer Politik der Stärke? Warum habt ihr denn aufgerüstet, wenn ihr nicht mit der Armee von Ulbricht fertig werdet? Lieber im Atomkrieg zugrunde gehen als unter Ulbricht weiterleben.“ Wer so etwas sagt, ist ein Idiot.“

„Darf man, kann man, soll man, muß man Leute daran hindern, das Unvernünftige zu tun, etwa: Menschen an den Markt zu verraten? Darf man, muß man im Atomzeitalter der Unvernunft Freiheit gewähren? Dazu möge jeder sein Gewissen befragen. Ob das gewaltsamste Jahrhundert der Geschichte vielleicht schon das beste war, muß sich erst noch herausstellen.“

Den ganzen Text (aus DER METZGER Nr. 94, März 2011) können Sie lesen, wenn Sie HIER KLICKEN.

Der Weg nach oben

Ach, da läuft der Hase!
Wurde das nicht mal als Abwehr von Belästigung, Erpressung und sexueller Nötigung vorgeführt?
Was wirklich? Bewegung für die züchtige Gesellschaft.
Ein Lebensbild kommt zum Vorschein, in dem der Mitmensch grundsätzlich als Täter, Verursacher und Gefährder gesehen wird.


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Die Füße der Gans oder Koch doch selber Kaffee

Nehmen Sie es mir nicht übel, sondern freuen Sie sich. Im Fernsehen kommen ja auch oft Wiederholungen, und das ist gut und nicht schlecht.

Die Füße der Gans oder Koch doch selber Kaffee, Veröffentlicht am 16. November 2013 von hl [und hier geringfügig überarbeitet]

Konkret berichtet über die wechselvolle Beziehung der Alice Schwarzer zu Günter Amendt.
Ihr Klang von 1980: „Ich rief ihn an. Er kam nach Köln. Wir sprachen bis in den späten Abend. In diesem Gespräch wird deutlich, daß Amendt und mich noch viel mehr verband, als wir vermutet hatten.“
1988, nachdem sie in einer TV-Diskussion mit Amendt über Pornographie schlecht ausgesehen hatte: „Der Journalist Günter Amendt präsentiert sich, nur weil er vor Jahren zwei Bücher über Jugendsex geschrieben hat, im Fernsehen auch gerne als ‚Sexualwissenschaftler‘.“ In Gänsefüßchen!
2013, zwei Jahre nach Amendts Tod: „Ich bin mit Emma mal wieder verdammt allein. Und kein Günter Amendt ist in Sicht.“

Günter Amendt…

 

…Tongtong…

Die Gemeinsamkeits-Feier 1980 fand keineswegs in allerbester Stimmung statt. Eine 22jährige Emma-Redaktionsfrau, die damals nicht mehr und noch nicht wieder meine Freundin (und noch nicht METZGER-Autorin) war, erhielt von Alice Schwarzer im üblichen Kasernenhofton den Befehl: „Koch mal Kaffee!“ Sie darauf: „Ich bin doch nicht zum Kaffeekochen eingestellt! Koch doch selber Kaffee!“ Frau Schwarzer war darüber sehr verärgert, während Günter Amendt sich ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte.

…and the Girl

Günter Amendt, Sexualwissenschaftler, Journalist (hauptsächlich für Konkret), kundig in Drogenpolitik und im Lebenswerk von Bob Dylan, SDS-Mitglied, Kommunist, 2011 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, wäre heute 80 Jahre alt geworden.

Darauf haben Sie gewartet! Nicht vergeblich!

Am 1. Dezember 1968 (am Tag als DER METZGER kam) begann das Warten auf das, was heute geschehen ist. Das Warten auf die hundertdreißigste Ausgabe war nicht vergeblich. Heute ist es geschehen.

DER METZGER Nr. 130. 36 Seiten 3 Euro.
Und das steht drin:

Helmut Loeven: Ist es das mit Sahras Aufstands-Bewegung jetzt gewesen?

Jakop Heinn: 1. Mai rechts rum. Der 1. Mai 2019 sollte für die von ganz rechts ein ganz großer Tag werden.

Timo Stoffregen: Matti in Röcke. Comic.

Rainer Dittrich: Petitessen. Zwei Petitessen. Klein aber petit.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Erinnerungen an Störungen im Fernsprechverkeht (beruhigender Telefon-Terror. Quatschguerilla); Tüdelüttütü (Schönebergers Botschaft); Egal! Skandal! (immer wieder der Horror der guten Leute vor dem Eros); Pissnelke! Annegret von Kramp zu Karrenbauer erzählte auf dem Klosett einen Witz; Eishockey-Weltmeisterschaft 1969 oder Ist das Ende des „Prager Frühlings“ wirklich so schade?; Der häßliche Deutsche (Wer? Raten Sie mal); Schengla schengla schengla casanova isabena; Komische Häuser, komische Schilder, komische Gespräche; Antworten; Die Bekloppten sind unter uns.

Laschet-Toussaint über Wiglaf Droste.

Lothar Röse: Tagesbruch und Sonnenschein. Der Höhenflug der Grünen und das Ende des Ruhrbergbaus. Ein trockener Sommer ist kein Grund, die Grünen zu wählen.

Olle Kolle. Durch Cutup gewinnt die Pressemitteilung an Klarheit.

Tagebuch. Was wir tun und wie uns geschieht. Mit einem Nachruf auf Christian Uliczka.

Josef Dünnwald: Abstraktionsebenen. Bildmontage.

Helmut Loeven:Vielfältige Kultur und Recht auf Stadt. Der Hochfelder Projektladen Syntopia wird fünf Jahre alt.

Chinmayo: Gebet. Nichts für Fromme.

Lina Ganowski: La Notte. Diesmal: „Tut euch nicht zu früh freuen“. Kramp-Karrenbauers Zensur-Sehnsüchte und Warum man die CDU-Witzfigur im Konfirmationsanzug Amthor ruhig durch den Kakao ziehen sollte.

Das Heft kostet 3 Euro.
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Kommt und holt euch den neuen Metzger (Nr. 129)

Das neue Heft wie es sich gehört: geschichtsbewußt, hedonistisch, zivil, interfraktionell, sex-positiv.

Die neue Ausgabe Nr. 129:

Und das steht drin:

Ulrich Sander: Von Fälschungen und Wahrheiten. Über Fälschungen, die für wahr genommen wurden, berichten die Medien derzeit oft. Ulrich Sander hat hingegen von wichtigen Tatsachen erfahren, die er jedoch nicht in Medien unterbringen konnte – ihm wurde nicht geglaubt.

Jakop Heinn: Im Jahre 1982 begannen die Zeiten der Cholera. Wie es zum Regierungswechsel 1982 kam, mit dem die Kohl-Ära begann.

Auf Sebastian Friedrich wird gezielt. In den rechten Medien wird ausgebreitet, „wie linksversifft die ARD ist“ und wie die „Unterwanderung der GEZ-Medien durch Linksextremisten“ voranschreitet. Eine Kampagne zielt auf den NDR-Mitarbeiter Sebastian Friedrich.

Helmut Loeven: Gefahr für Gedächtnis. Um das Archiv für alternatives Schrifttum (afas) muß gekämpft werden.

Chantal Könkels (PgPg): Geschwindigkeitsbegrenzung auf allen deutschen Autobahnen! 90 km/h ist schnell genug.

Ottokar Grobe: Immer lagsam voran. 90 km/h ist immer noch zu schnell.

Timo Stoffregen: Matti & David in ding dong. Comic.

Rainer Dittrich: Petitessen. Aphorismen.

Josef Dünnwald: Je bunter, desto feierlicher. Lettristische Collage.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Inspiriert vom Raumschiff Ente. Diesmal: Das Radio und zwei Brüder und eine Schwester oder quo vadis; Der erste Mensch im Weltall war gar nicht Juri Gagarin; Der häßliche Deutsche: Alice Weidel hat einen neuen Freund; Was hat es mit „zivil“ auf sich?; Noch ein häßlicher Deutscher: Wolf Biermann über Rudi Dutschke – in Bild.de!

Antworten. Jeremy Corbyn, Angela Merkel.

Die Bekloppten sind unter uns. Besonders in Moers und Berlin.

Bitte nehmen Sie Platz! Die Antwort auf die Sammlungsbewegung „Aufstehen“ löste im Internet eine heftige Debatte aus.

Herbert Laschet Toussaint (HEL): Hört was eins dachte. Gedicht.

Les Pères de la Libelle. Die Rezensions-Rubrik. U.a.: Marvin Chlada über Röse und Dirk van Gunsteren über die Sehreise.

Lina Ganowski: La Notte. Diesmal: #let‘s misbehave. Die MeToo-„Debatte“ schafft schlimmere Zustände als die, die sie abschaffen will.

Das Heft kostet 3 Euro.
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