Buch in Gefahr?

Im Mercator Verlag ist ein Buch erschienen, das allein von seiner Thematik interessant sein dürfte:

Doch die Sache hat auch noch ein Nachspiel:

Zitate aus dem Bericht in der WAZ:

Die Taktik ist immer die gleiche: Nicht das Buch als solches wird moniert, sondern vermeintliche Schwachstellen, einzelne strittige Sätze oder Zitate, oder Stellen, bei denen es strittig ist, ob es sich um Tatsachenbehauptungen handelt oder ob sie von der Meinungsfreiheit gedeckt sind. Es wird an den Verlag ein kaum erfüllbares Verlangen gerichtet (etwa: Unleserlichmachen in jedem einzelnen Exemplar) und durch einen willkürlich übertriebenen Streitwert die Gerichts- und Anwaltskosten in die Höhe getrieben. Zugleich versuchen Anwälte, der gegnerischen Partei mit einer „Unterlassungserklärung“ eine Falle zu stellen. (Merke fürs Leben: Nie, niemals, nie und nimmer in einem vorgerichtlichen Verfahren eine Unterlassungserklärung unterschreiben! Nie! Nie!).

Auch wenn am Ende sich kein Schaden eingestellt hat (was in diesem Fall zu hoffen nicht allzu kühn ist), hat man doch den Ärger und den Brassel und Zeit verloren. Das wäre also, neben dem eigentlichen Thema, ein zweiter Grund, dieses Buch zu kaufen.

Seien Sie doppelt solidarisch und kaufen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne, wo man ebenfalls sich nicht scheut, „heiße Eisen anzufassen“ (Redensart aus der Zeit der Aufklärung). Auch portofreier Versand möglich. Preis: 16 Euro.
Buchhandlung Weltbühne
Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg
Tel. 0203 – 375121
E-mail bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
www.buchhandlung-weltbuehne.de

www.mercator-verlag.de

Über den Verlust durch Gewinn

Bei der Wahl zum Britischen Unterhaus am 8. Juni hat die von der Premierministerin Theresa May angeführte Konservative Partei nicht nur die meisten Stimmen und die meisten Mandate bekommen, sondern auch noch einen beachtlichen Stimmenzuwachs erreicht, wodurch aber nicht verhindert wurde, daß diese Partei als Verlierer dasteht und ihre Spitzenkandidatin in der Öffentlichkeit dasteht als eine, der man eine Sahnetorte ins Gesicht geschmissen hat.
Die Konservativen (auch Tories genannt) bekamen 42,4 Prozent der Stimmen, das sind 5,5 Prozemntpunkte mehr als bei der Wahl vor zwo Jahren – ein Stimmenzuwachs, von der hierzulande die CDU nur träumen kann.
Nur eine Partei verzeichnete einen größeren Stimmenzuwachs, nämlich die Labour Partei, die 40,0 Prozent bekam und damit 9,5 Prozentpunkte Zuwachs. Davon kann hierzulande die SPD noch nicht einmal träumen.
Die anderen Parteien – die Liberalen, die Nationalisten- und Regionalparteien etc. machten alle Verluste. Am härtesten traf es die faschistische UKIP, die ihrem Namen Ehre machte, indem sie von 12,6 auf 1,8 Prozent schrumpfte, nicht mehr in Unterhaus vertreten ist und somit komplett umkippte.

Blick zurück in den Wahlkampf. Aus einem Korrespondentenbericht in der Frankfurter Rundschau (3.6.):

Von dem britischen Wahlsystem, dem Mehrheitswahlrecht, habe ich nie was gehalten. Aber wenn es ermöglicht, die wahlgewinnende Thatcher-Nacheifererin als Nulpe dastehen zu lassen, hat es auch mal was Gutes gehabt.

Neue Landschaftskonzeption?

Pfingstmontags-Reisebericht (Fortsetzung)
Fünf Jahre ist es her, da berichtete ich Ihnen vom Schlackeberg. Das ist, wenngleich ich auch gar nicht so oft dort bin, einer meiner Lieblingsaufenthaltsorte, zumal, wie gesagt, es dort meistens menschenleer ist.
Vor fünf Jahren sah das z.B. an einer Stelle so aus:

Und jetzt, fünf Jahre später:

Umraint von Brennesseln meterhohes Gras!
Veränderte Landschaftskonzeption? Naturnäher? So könnte man sagen. Profaner gesagt: Die Stadtverwaltung mußte sich zu der Sparmaßnahme durchringen, für die Landschaftspflege und „Unkraut“-Beseitigung weniger bis nichts aufzuwenden. Das sieht man nicht nur hier. Das sieht man schon überall in den Ritzen zwischen den Gehwegplatten.
Die Klammheit der kommunalen Finanzen hat also auch Vorteile.

Das ist ja wirklich gottvoll!

Das las ich im Leserbriefteil der Frankfurter Rundschau: Eine christliche Dame räumte ein: Daß es Gott gibt, sei nicht bewiesen. Aber es sei auch nicht bewiesen, daß es Gott nicht gibt.
Das erinnert mich an eine Szene, die ich auf dem Sternbuschweg erlebt habe. Ein Autofahrer hatte beim Einparken ein anderes Auto beschädigt. Vom Besitzer darafhin zur Rede gestellt, bestritt er es. Es kam zu einem lauten Wortgefecht:
„Ich kann Ihnen zwei Zeugen nennen, der das gesehen haben!“
„Und ich kann Ihnen zehn Zeugen nennen, die das nicht gesehen haben!“

Zeitung von vorgestern


Fand ich lustig.
Regt sich bei Ihnen manchmal Mitleid mit der SPD? Dann hören Sie ihr doch mal zu – besonders, wenn von denen jemand über uns redet.
„Rotrotgrün“ ausgeschlossen – jetzt ist sie selber ausgeschlossen.
Der Hochmut der Frau Kraft kommt vor ihrem Fall.

Kamele und Elefanten

Der US-Unternehmer Erwin Zuckerberg oder Mark Zuckermann oder wie der heißt will 99 Prozent oder 90 Prozent, jedenfalls eine ganze Menge von seinem Vermögen stiften? Ich bin entsetzt!
Wie groß das Vermögen von dem Herrn Zuckerhalm tatsächlich ist, weiß kein Mensch, wahrscheinlich er selbst nicht. Die Schätzungen von dreistelligen Milliardenbeträgen sind wohl übertrieben. Der spendet ja auch kein Geld, sondern vergibt Geschäftsanteile, und wie viel oder wie wenig mögen die tatsächlich wert sein? Wieviel auch immer: der Stifter verfügt weiterhin darüber. Der Allgemeinheit wird nichts überlassen. Die „großzügige“ Spende an die von ihm selbst gegründete Stiftung ist ein Steuersparmodell zu Lasten der Allgemeinheit.
Die Amerikaner haben es bis heute nicht fertiggebracht, einen Sozialstaat auf die Beine zu stellen. Sie haben auch gar nicht die Absicht. Denn die Krankenkasse ist eine kommunistische Verschwörung. Bei der Krankenkasse muß man ja sogar bezahlen, wenn man gar nicht krank ist. Das verstehen die nicht. Denn die (meisten) Amerikaner sind so dumm wie die FDP.
Weite Bereiche, die man hierzulande selbstverständlich den Staatsaufgaben zurechnet, den Pflichten des Staates den Bürgern gegenüber, das ganze Bildungs- und Sozialwesen ist in den USA der Gutwilligkeit von Superreichen überlassen – und damit demokratisch legitimierten Entscheidungsprozessen entzogen. Wenn ein Superreicher meint, Gesundheitsversorgung sei gar nicht so wichtig wie irgendwelche Ideologen dauernd behaupten, stattdessen hätte jeder Amerikaner Anspruch auf ein Aquarium, dann bleibt die Gesundheit auf der Strecke. Wenn ein Superreicher meint, die Altersversorgung sei ein Luxus, auf den man verzichten kann, stattdessen braucht jeder Freikarten für die Oper, dann wird die Altersarmut mit Arien beschallt.
Der vom Staat zu garantierende Anspruch jedes Einzelnen wird durch die Abhängigkeit von Wohltätern ersetzt. Statt des Allgemeinen Willens (Rousseau) herrscht die calvinistisch-pietistische Moral reicher Leute, die nicht das Gemeinwohl im Sinn haben, sondern ihr Seelenheil retten wollen. Denn eher geht ein Kamel durch einen Porzellanladen als ein Elefant durch ein Nadelöhr.
Die Carnegies, Vanderbilts, Rockefellers haben in ihre Stiftungen Geld gesteckt, das sie ohne Skrupel, ohne Rücksicht und ohne Gewissen angehäuft hatten. Ob Zuckerberg den Schaden, den er mit seinem asozialen Netzwerk schon angerichtet hat, jemals ersetzen kann, bezweifle ich.

Weltrang. Groß. Asche.

„Sätze, wie nur Martin Walser sie schreibt . . .“ (Pünktchen Pünktchen Pünktchen) „Morgen feiert Deutschlands widerspruchsvollster Großschriftsteller“ groß, größer am größten, voll voller am vollsten „seinen 90. Geburtstag“, schreibt die WAZ und gratuliert mit einer Sammlung von Zitaten. Zum Beispiel:

„Ich möchte nicht der sein, der ich war. Ich möchte der sein, der ich durch dich bin.“ (1)

„Die Sehnsucht ist da, bevor sie ein Ziel hat. Die Sehnsucht findet jemanden, dem sie dann gilt.“ (2)

„Ich bin die Asche einer Glut, die ich nicht war.“ (3)

„Solange etwas ist, ist es nicht das, was es gewesen sein wird. Wenn etwas vorbei ist, ist man nicht mehr der, dem es passierte.“ (4)

„Sich einfach der Sprache anvertrauen. Vielleicht kann sie etwas, was du nicht kannst.“ (5)

„Ich muss mich auf dem Papier festhalten, weil ich nirgends sonst möglich bin.“ (6)

„Ich bin eine Wohnung, aus der ich ausgezogen bin.“ (7)

aus: Das dreizehnte Kapitel, 2012 (1); Meßmers Momente, 2013 (2, 3, 6, 7); Ein springender Brunnen, 1998 (4, 5).

„Widerspruchsvollster Großschriftsteller“ wäre mir dabei nicht eingefallen. Eher „spruchvollster Großförst“. Mit „ö“.

Ne? Is klar.

Ist Ihnen auch klar, daß der Rosenmontag, beziehungsweise das ganze durch ihn verlängerte Wochenende, mancherorts als Zeit der Kontemplation gefeiert wird, zum Beispiel dort, wo die fast vollendete METZGER-Ausgabe Numero 121 ganz vollendet werden soll.
Ich will Ihnen gern zu ein paar (präzise gesagt: fünf) kontemplativen Inspirationen verhelfen – durch Recurse auf die ersten fünf Monate dieses Weblogs. Denn wisse: wer auf der Suche nach der Zukunft ist, muß in alten Papieren wühlen (hier: in alten Notaten herumstöbern).

Drum klicken Sie mal hier,
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und klicken Sie mal hier.

Viel Freude (ohne Uniform, ohne Blaskapelle).

Neue AK-Broschüre zu AfD

Von der Redaktion der Zeitung AK (Analyse und Kritik) wurde eine Sammlung von Artikeln, die 2016 in dem Blatt zum Thema AfD erschienen sind, in Broschürenform zusammengefaßt (in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich).

Zitat:
„Dass es einer rechten Partei irgendwann gelingen würde, sich in der deutschen Parteienlandschaft zu etablieren, war angesichts weit verbreiteter rechter Einstellungen in Teilen der Bevölkerung zu erwarten. Nun ist sie da: die Partei ‚rechts der Union‘. Die Alternative für Deutschland (AfD) ist auch deshalb so erfolgreich, weil sie ihre reaktionären Inhalte in eine moderne Hülle packt. Dazu gehört unter anderem, sich von Neonazis abzugrenzen und sich als bürgerlich zu präsentieren. Entsprechend funktionieren erprobte Antifastrategien – diskreditieren, blockieren und ausgrenzen – nicht mehr.
Was also tun gegen das rechte Projekt? In den Diskussionsbeiträgen wird deutlich, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine einheitliche Strategie gegen die Rechten gibt. Das dürfte jedoch weniger auf mangelnde Vorbereitung zurückzuführen sein. Vielmehr sind die verschiedenen Ansätze Ausdruck einer gesellschaftlichen Linken, in der es sehr unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, wie diese Gesellschaft zu fassen ist, wo es hingehen soll – und wie entsprechende Pfade bestritten werden können.
32 Seiten mit Beiträgen von Sebastian Friedrich, Anna Berg und Tanya Zorn, Julia Meier, Jörg Nowak, der Gruppe antifa nt, Maike Zimmermann, Peter Birke, Hannah Eberle und Emily Rose, David Begrich, David Bebnowski.
3,30 Euro + Porto.“

Der Mensch als Verkehrshindernis

(Anklicken zum Vergrößern)
Ja, wer nimmt sich denn einfach so das Recht?
Die Erkenntnis, daß Gerechtigkeit den Exporten schadet und daß wir uns das Überleben auf dem Planeten aus wirtschaftlichen Gründen einfach nicht mehr leisten können (Programm der FDP, kurz zusammengefaßt) ragt selbstverständlich auch in die Kommunal- und Stadtteil-Politik hinein:
Die Natur macht alles kaputt.
Zur Beruhigung des Herrn Oberbürgermeisters Sören Link (SPD) gibt es Leute, die aus Prinzip immer für das Falsche sind und irgendwelche „Gründe“ an den Haaren herbeiziehen. Die haben im Leben nichts anderes geschafft als sich anpassen. Darum sind sie nur für ein freudloses Dasein zu gewinnen. Sie lieben und leben das Unbehagen, und alles, was dem Leben Wert gibt, Gerechtigkeit, Schönheit, besseres Wissen kurzum: die Freude am Leben, ist ihnen nichts wert. Oder haben Sie schon mal erlebt, daß einer, der für Atomkraftwerke ist, sich gefreut hat (im Sinne von: Götterfunken)?