Ostermarsch Ruhr 2019 – das Programm

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Die herrlichen Zeiten, in denen wir (DFG-VK Duisburg) in Duisburg UND in Dortmund mit Info- und Bücherstand („Antimilitaristischer Buch-Basar“) aufgetreten sind, sind vorbei. Wir schaffen das personell, kräftemäßig und technisch nicht mehr (kein Auto). Wir sind froh, daß wir die Zeiten genutzt und Potentiale für die Zukunft (also auch: für jetzt) geschaffen haben. Darum müssen wir ihnen nicht nachtrauern.
Ich werde jedenfalls am Ostersamstag zur Auftaktkungebung gehen (nicht ganz bis zum Schluß). Darum ist die Buchhandlung Weltbühne an diesem Samstag erst ab 12 Uhr geöffnet.

Akzente Rückblick

Heute enden die Duisburger Akzente 2019 (Thema: Utopien).
Mein vorläufiger und subjektiver Rückblick.

Erstens
Sonntag, 24. März.
Kunstausstellung auf dem Kölnig-Heinrich-Platz.
Auwm Rasen.
Ein Out-door-patchwork, würde ich das mal nennen.
Ein sehr schönes Frühlingsfest. Ich war als Fotoreporter eingeladen. Bildreportage folgt.

Zweitens
Sonntag, 31. März.
„Oh wie schön ist Panama“
die Werner-Muth-Poetic-Show (mit Musik).
Das da links oben ist nicht eine als Lachsersatz getarnte Boa Constructa, sondern irgend so’n Ding, das von der Decke runter hängt.
Ich durfte als Überraschungsgast die Leute überraschen.
(Ob ich jemals wieder dieses Gebäude betrete ist jetzt nicht weniger fraglich als vorher).

Danach ein sehr schöner Spaziergang nach Hause, vorbei an dieses Skulptur.

Drittens
Dienstag, 2 April.
Die „Talk Show“ im Kulturzentrum 47 auf der Münzstraße. Raum brechend voll, konzentrierte, gleichwohl lockere, heitere Aufmerksamkeit. Auf die Tonaufzeichnung bin ich gespannt, ebenso darauf. ob auf den Fotos bei ungünstigen Lichtverhältnissen etwas zu erkennen sein wird.
Sehr gute Vorbereitung, sehr gute Gesprächsleitung der beiden Moderatorinnen.
Honorar: Ein Restaurant-Gutschein (schon eingelöst) und (noch zum Verschenken bereitstehend) eine Flasche Rotwein aus dem GEPA-Dritte-Welt-Handel. So greift eins ins andere!

Viertens
Donnerstag, 4. April.
„Die Utopie liegt auf der Fensterbank“, meine kabarettistische Lesung (mit Extempores und Bildern) im Syntopia, überkreuzte sich unvermeidlicherweise mit anderen Akzente-Veranstaltungen. Darum wurde das Besucher-Potenzial nicht superlativ erfüllt. Auf die Ton- und Bilddokumente muß ich noch warten. Dann überlegen wir, wie wir sie verwenden.

Daß bei den ganzen Duisburger Akzenten mit dem Thema „Utopien“ das Standardwerk des in Duisburg ansässigen Autors nicht vorkommt, mußte vermieden werden durch die Auslage auf dem Büchertisch.

Akzente: Kommen, und dran denken

Bitte kommen,
und dran denken: Morgen (Donnerstag, 4. April 2019) ist die Buchhandlung Weltbühne nur bis 13 Uhr geöffnet.

18 Uhr? So früh?
Das eigentliche Programm beginnt erst etwas später. Vorher gibt’s ’ne Lightshow als Prelude. Wer erst um 19 Uhr kommt, verpaßt nur das Prelude und die Gelegenheit, sich den Büchertisch vorher in Ruhe ansehen zu können.

Akzente: Talkshow

Auf dem Akzente-Programm steht auch so eine Art Talkshow (jedenfalls verstehe ich das so). Worum geht es? Um das Eschhaus.
Zu Beispiel wird gefragt:
„Das Eschhaus ist ein wichtiger historischer Bezugspunkt für Idee und Praxis der Soziokultur in Duisburg. Die Arbeit der aktuellen Initative wird immer wieder in Beziehung gesetzt zur Zeit vor den 80er Jahren. Es schwingen dabei sowohl Stimmung von Aufbruch und Revolution mit, aber auch ein seltsames Trauma. Diesem vermeintlichen Widerspruch würden wir gern gemeinsam auf die Spur kommen. Worauf beziehen wir uns eigentlich? Welche der Impulse und Konzepte lassen sich in die Jetztzeit übertragen – und wozu müssen wir uns erneut positionieren?“
Na gut, reden wir drüber.
Mit: Wolfgang Esch, Elke Fritzen – und mit mir.
Wann wo?
Dienstag, 2.4. um 20.30h im Interkulturellen Projektraum 47 in der Münzstr. 47.

Dauernd soll ich was übers Eschhaus erzählen

..

Akzent mit Überraschung

Morgen (Sonntag, 31. März 2019, 15 Uhr im Kultur- und Stadthistorischen Museum) steht als Beitrag zu den Duisburger Akzenten „Oh wie schön ist Panama!“ von & mit Werner Muth auf dem Programm.
Und obwohl die Veranstaltung in diesem Museum (am Innenhafen) stattfindet, bin ich auch dabei, und zwar vorgesehen als Überraschungsgast – worüber ich selber überrascht bin. Ich habe eine halbe Minute Redezeit und werde bestimmt überziehen.

Vorausgesetzt natürlich, daß ich es überhaupt schaffe, da überhaupt rechtzeitig hinzukommen. Von meinen vier (in Worten: 4) Akzente-Terminen habe ich noch drei vor mir. Zum Beispiel: Klicken Sie hier.

Akzente: Da müßt ihr kommen!

Bild anklicken zum Vergrößern.
Veranstaltung der DFG-VK
im Programm der Duisburger Akzente 2019, Thema: Utopien.
Im Syntopia.
Eintritt frei, Spenden (für’s Syntopia) erwünscht.
ICH WERD‘ EUCH WAS ERZÄHLEN: Die Utopie liegt auf der Fensterbank (ein philosophisches Kabarett, Buechertisch inclusive).
So, ungefähr, sieht das dann aus.

Hochfeld Eigenstraße Ecke Gerokstraße
DVG-Haltestelle Pauluskirche

Große Akzente werfen ihre Bekanntmachungen voraus

Bei den Duisburger Akzenten (Thema in diesem Jahr: Utopien) weiß man gar nicht, wo man mit dem Empfehlen anfangen soll.
Da ich aber schon mit dem Empfehlen angefangen habe, fällt mir der nächste Hinweis leicht:

Ich betrete dieses Haus erst dann wieder, wenn ich auch was erzählen soll.
Aber Ihr könnt ruhig da hin gegen.

Mit Werner Muth habe ich heute Vormittag telefoniert. Wir bereiten schon die nächste Poesie-Attacke vor. Man darf gespannt sein.
Aber jetzt erstmal: Akzente.

Die eindimensionale Stadt

Eben war einer hier, der hat mir dieses Plakat (auch als „Flyer“) gebracht zum Aushängen / Auslegen:

Für die schlechte Druckqualität kann ich nix.
Die Veranstaltung ist schon übermorgen. Kontaktmöglichkeiten (Tel, Anschrift, E-mail, Internet) sind nicht angegeben. Einfach mal googeln.
Wer da nicht hinkommen kann, kann aber mal an den Oberbürgermeister einen (höflich formulierten, aber inhaltlich deutlichen) Brief schreiben, daß der perpetuierte Baumfrevel in Duisburg ein Ärgernis ist. Adresse: einfach mal googeln.
Auch wenn Sie nicht aus Duisburg sind, schreiben Sie trotzdem an den Oberbürgermeister Link, etwa so: Macht es Ihnen gar nichts aus, daß das Image Ihrer einst so schönen Stadt immer mehr vom Kettensägenmonster ramponiert wird?

Kaspertheater

Aber gern hänge ich das Plakat für das Kaspertheater ins Fenster.

Die ersten Dramatiker waren die Puppenspieler und die, die auf dem Jahrmarkt Hanswurstiaden von derber Naivität aufführten (laut). Die ersten Lyriker waren die Bänkel- und Moriatensänger. Die ersten Prosaisten waren die Märchenerzähler auf dem Marktplatz.
Als noch kaum jemand lesen konnte, gab es schon die Literatur. Bevor sie geschrieben und gelesen wurde, wurde sie gesprochen und gehört.
Und was haben wir hier? „Für Kinder ab 2 Jahre“. Sowas muß man erst mal übertreffen.
Der Wachtmeister und das Krokodil sind bestimmt auch mit von der Partie.

Schön und charmant

Zum Bühnenprogramm von Esther Bejarano auf dem UZ-Fest (siehe Reportagenserie in diesem Blog) gehörte auch der deutsche Schlager aus dem Jahre 1939 „Bel Ami“. Dieser Schlager (Text: Fritz Beckmann, Musik: Theo Mackeben) wurde polulär durch den UFA-Film gleichen Titels (1939, Regie: Willi Forst). Lizzi Waldmüller sang das Stück.

Du hast Glück bei den Frau’n, Bel Ami!
So viel Glück bei den Frau’n, Bel Ami!
Bist nicht schön, doch charmant,
bist nicht klug, doch sehr galant,
bist kein Held,
nur ein Mann, der gefällt.
Du verliebst jeden Tag dich aufs Neu,
alle küsst du und bleibst keiner treu.
Doch die Frau, die dich liebt,
machst du glücklich wie noch nie,
Bel Ami! Bel Ami! Bel Ami!

Die Popularität dieses Stückes mag auch daher rühren, daß seine Aussage so amoralisch und ganz und gar unheroisch ist und in das Jahr des beginnenden Weltkrieges gar nicht hineinzupassen schien: Kein Held, nur ein Mann, der gefällt.
Joseph Goebbels, der Oberbefehlshaber über Film und Musik, wußte, daß das Kino nicht nur agitieren sollte, sondern darüber hinaus auch die Stimmung erhellen, gute Stimmung zum verbrecherischen Spiel liefern konnte. Zudem handelte es sich um die Verfilmung des Romans Bel-Ami von Guy de Maupassant. Da konnte man die Leichtigkeit des Seins dem Erbfeind ankleben.

Wie kommt dieser Schlager ins Programm einer kommunistischen Revue?
Esther Bejarano erklärte: Im KZ Auschwitz wurde sie gefragt, ob sie das Lied kennt und vorsingen kann. Auf dem Akkordeon sollte sie sich selbst begleiten. Sie konnte Klavier spielen; ein Akkordeon hatte sie noch nie in der Hand gehalten. Aber es gelang ihr, das Stück auf der Klaviatur des Akkordeons zu spielen. Also wurde sie in das Mädchenorchester von Auschwitz aufgenommen. Der deutsche Schlager „Bel Ami“ rettete sie vor der Gaskammer.

Es ist geradezu unheimlich: eine solche Geschichte aus der Hölle.
Jede Musik ist politisch, weil jede Musik etwas ausdrückt, weil sie zu den Lebensäußerungen gehört, und weil eine Generation sich aufbäumen mußte, auch dafür, daß die Musik dem Befehl und der Verfügung eines Joseph Goebbels entrissen wird.

„Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt. Ihr müsst alles wissen, was damals geschah. Und warum es geschah.“
Esther Bejarano

Reportage vom UZ-Pressefest 2018 (Abschluß)

Der Abschluß der Bildreportage vom UZ-Pressefest 2018 in Dortmund. (Fotos: Merkfoto).

Daß der Vorsitzende der DKP Patrick Köbele eine Rede halten wird, lag auf der Hand. Und Sie wissen jetzt, wer Vorsitzender der DKP ist.

Auch hier begegnet man Lemmy.

Esther Bejarano, 93 Jahre alt, tritt heute noch als Sängerin mit ihrer Band Microphone Mafia auf, so auch hier beim UZ-Pressefest der DKP.
Esther Bejarano wurde als 18jährige nach Auschwitz deportiert. Dort gehörte sie bald dem Mädchenorchester an.
Nach ihrer Befreiung aus dem Konzentrationslager engagierte sie sich in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und im Internationalen Auschwitz-Komitee.

Was für eine Nacht! Das Konzert von Konstantin Wecker gehört zu den Höhepunkten der UZ-Pressefeste. Musikalisches Können, scharfsinnige Kommentare zu gesellschaftlichen Zuständen und Kommunikation mit dem Publikum bilden eine künstlerische Einheit.

Kalkar, oh Babybaby Kalkar!

Ja, ich weiß, was Sie jetzt sagen:
Der Oktober beginnt, und dann kommt der bestimmt wieder mit seinem Kalkar. Wie jedes Jahr.
Aber jedes Jahr hat seinen Drittenoktober. Und man sollte daran erinnern, daß just an diesem Tag nationalen Aufschäumens sich die Stimme von Ratio und Humanität regt. Wie jedes Jahr.






Ich für mein Teil mache es anders. Ich werde den Drittenoktober am Schreibtisch verbringen. Wie jedes Jahr.

Die Bildreportage vom UZ-Pressefest in Fortsetzungen

Kunstausstellungen gibt es bei den UZ-Pressefesten auch immer. Diesmal wurden einige Bilder von Dieter Süverkrüp gezeigt.

Die Eissporthalle im Revierpark ist drei Tage lang eine Bücherhalle.
Früher (ja, früher!) waren wir auch mit unserem Bücherangebot (Situationspresse, Bh. Weltbühne) regelmäßig Aussteller.
In der Halle herrscht eine Atmosphäre, die nicht zu langem Aufenthalt einlädt (unangenehmes Raumklima, unangenehmes Licht, unangenehme Akustik). Ich weiß nicht, wie wir das früher von Anfang bis zum Schluß ausgehalten haben. Na ja, an Arbeitsdisziplin hat es uns nie gemangelt. Diesmal, als Nicht-Aussteller, habe ich mich nicht länger als eine Viertelstunde in der Bücher-Halle aufhalten wollen, obwohl ich jede Gelegenheit nutzen müßte, um zu studieren, was die linken Verlage sich haben einfallen lassen.

Und immer immer wieder die Querfront-Matadore auf dem UZ-Fest! D.h.k.P.u.k.e.T.! Entweder weiß die DKP nicht, was es mit diesem sogenannten „Bundesverband Arbeiterfotografie“ auf sich hat, oder sie will es nicht wissen.
Das zweite Beutestück, die „Neue Rheinische Zeitung“ hatte ihren Stand draußen.

Das Programm auf der großen Bühne hat angefangen.
Wir haben uns also nicht verguckt. Das ist wirklich der Krenz. Staatsoberhaupt!

Alle Bilder: Merkfoto.
Fortsetzung folgt.