Neu in der Weltbühne: „Die andere Querfront“

Gerhard Hanloser: Die andere Querfront. Skizzen des antideutschen Betrugs. Unrast Verlag 2019. ca. 280 S. 18 €
Als 1989/90 die DDR unterging, geriet auch die bundesrepublikanische Linke ins Schlingern. Mit dem größer werdenden Deutschland verstärkten sich überwunden geglaubte reaktionäre Ideologien wie Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus. Im Glauben, diese Übel abzuwehren, trommelten einige Intellektuelle aus der Linken für den Golfkrieg 1991, formierten sich als leidenschaftliche Bellizisten anlässlich des »War on Terror«, des Kriegs gegen den Irak 2003 und gegen Libyen durch die NATO 2011. Ein Teil der Antideutschen befleißigt sich einer ›Islamkritik‹, der auch rassistische Invektiven nicht fremd sind. Vor allem fand ein markanter Wechsel in der Bündnispolitik statt.
In Zeiten der AfD und des neuen Rechtsrucks sind ausgerechnet die vormaligen ›Antideutschen‹ Fürsprecher neuer Grenzziehungen und einer restriktiven Flüchtlingspolitik. Dass der prominenteste Antideutsche der 90er Jahre, Jürgen Elsässer, mittlerweile zu dem Kopf einer neuen rechten nationalistischen Bewegung wurde, erstaunt nur jene, denen die Antideutschen ein Buch mit sieben Siegeln sind.
Aus antideutschen Linken wurden Flüchtlingsfeinde, Souveränisten oder Verteidiger der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung. In einer historischen Skizze soll dieser beispiellose Zerfall kritischen Denkens nachgezeichnet und aufgeklärt werden.

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Ebenfalls noch bei uns erhältlich (sonst überall vergriffen):
Gerhard Hanloser (Hg.): „Sie warn die ANTI-deutschesten der deutschen Linken“. Zu Geschichte, Kritik und Zukunft antideutscher Politik. Unrast Verlag 2004. 294 S. 18 Euro
und
Robert Kurz: Die antideutsche Ideologie. Vom Antifaschismus zum Kriegsimperialismus: Kritik des neuesten linksdeutschen Sektenwesens in seinen theoretischen Propheten. Unrast Verlag 2003. 312 S. 18 Euro

Weltbühne muß bleiben.

Ich sage nur: China China China

Neu in der Weltbühne:
Jörg Kronauer: Der Rivale. Chinas Aufstieg zur Weltmacht und die Gegenwehr des Westens. konkret texte 2019, 296 Seiten, 26 €

Das sagt der Verlag:
China ist seit dem Zerfall der Sowjetunion das erste Land, das das Potential hat, mit den westlichen Hegemonialmächten ökonomisch und politisch gleichzuziehen, ihre Dominanz also auf allen Ebenen zu brechen. Damit macht man sich bei den Herren der Welt, die ihre Entthronung befürchten müssen, keine Freunde. Mit allen Mitteln versuchen sie daher, ihre wankende Macht zu wahren.
Dieses Buch zeichnet die Konflikte nach, die aus Chinas Aufstieg zur Weltmacht und den Reaktionen der westlichen Mächte darauf entstanden sind und weiter entstehen – vom Aufbau neuer Bündnissysteme in Ost- und Südostasien, über die Konflikte im Südchinesischen Meer, die Kämpfe um Einfluss in Afrika und den Staaten entlang der Neuen Seidenstraße, bis zum antichinesischen Wirtschaftskrieg der USA und den Versuchen des Westens, die technologische Entwicklung der Volksrepublik zu torpedieren.
Der Autor
Jörg Kronauer ist Sozialwissenschaftler und freier Journalist mit den Themenschwerpunkten Neofaschismus und deutsche Außenpolitik. Er hat zuletzt die Bücher „Ukraine über alles!“ Ein Expansionsprojekt des Westens (2014, konkret texte 66), Allzeit bereit. Die neue deutsche Weltpolitik und ihre Stützen (2015), „Wir sind die Herren des Landes“. Der deutsche Griff nach Griechenland – Geschichte einer Unterwerfung (2016, konkret texte 69) und Meinst Du, die Russen wollen Krieg? Russland, der Westen und der zweite Kalte Krieg (PapyRossa-Verlag 2018) veröffentlicht. Jörg Kronauer arbeitet als Redakteur des Nachrichtenportals german-foreign-policy.com und lebt in London.

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Konnte daraus was werden? (Mao Tse-tung am 1. Oktober 1949 bei der Proklamation der Volksrepublik China). Immerhin schon mal ein Widersacher der westlichen Hegemonialmächte. Und sonst? (Foto: Wikimedia commons).


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Neu in der Weltbühne: Aura der Unnahbarkeit

Christian Schneider: Sahra Wagenknecht. Die Biografie. Campus Verlag 2019. 272 Seiten Hardcover. 22,95 Euro

Nahaufnahme Sahra. Wer ist Sahra Wagenknecht? Eine der beliebtesten und umstrittensten deutschen Politikerinnen, ein politischer Popstar, dauerpräsent in den Medien, eloquent in Talkshows und dennoch umgeben von einer Aura der Unnahbarkeit. Doch warum ist eine hochbegabte Theoretikerin und promovierte Volkswirtin, die sich selbst das Lesen beigebracht und Goethe und die klassischen Philosophen für sich erobert hat, eigentlich Politikerin geworden? Biograf Christian Schneider hat sich in intensiven Gesprächen mit ihr und ihren Weggefährten ein Bild gemacht. Sie hat ihm Zugang zum engsten Kreis gewährt und Gespräche mit ihrer Mutter, einer Freundin aus Kindertagen und Oskar Lafontaine ermöglicht.
Ein vielschichtiger Blick auf eine der spannendsten Persönlichkeiten des Landes.
Näher werden Sie Sahra Wagenknecht nicht kommen!
(Verlagstext)
„Ein außergewöhnlich tiefes Porträt einer ganz und gar außergewöhnlichen Frau.“ (taz)
„In ihrer Biografie gibt Sahra Wagenknecht ungewohnt tiefe Einblicke in ihre Person und auch in ihr privates Umfeld.“ (MDR aktuell)

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Neu in der Weltbühne: Das neue von Jutta Ditfurth

Jutta Ditfurth: Haltung und Widerstand. Eine epische Schlacht um Werte und Weltbilder. Osburg Verlag. 250 S. 20,00 €
Haltung und Widerstand – in ihrem neuen Buch fordert Jutta Ditfurth genau diese Tugenden ein im Kampf gegen die fortschreitende Entbürgerlichung unserer Gesellschaft. Eine ebenso klarsichtige wie faktenreiche Streitschrift wider die dumpfe Renaissance gefährlicher politischer Ideen, gegen Rassismus und Antisemitismus. Eine leidenschaftliche Analyse der Wurzeln der neuen Rechten, ihrer Strategien und ihrer Wirkung bis in die bürgerliche Mitte hinein. Historisch fundiert, brisant und hochaktuell.

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Neu in der Weltbühne: Adorno wird wieder entdeckt

Theodor W. Adorno: Aspekte des neuen Rechtsradikalismus. Ein Vortrag. Nachwort von Volker Weiß. Suhrkamp Verlag. 86 S. 10 Euro
Am 6. April 1967 hielt Theodor W. Adorno auf Einladung des Verbands Sozialistischer Studenten Österreichs an der Wiener Universität einen Vortrag, der aus heutiger Sicht nicht nur von historischem Interesse ist. Vor dem Hintergrund des Aufstiegs der NPD, die bereits in den ersten beiden Jahren nach ihrer Gründung im November 1964 erstaunliche Wahlerfolge einfahren konnte, analysiert Adorno Ziele, Mittel und Taktiken des neuen Rechtsradikalismus dieser Zeit, kontrastiert ihn mit dem „alten“ Nazi-Faschismus und fragt insbesondere nach den Gründen für den Zuspruch, den rechtsextreme Bewegungen damals – 20 Jahre nach Kriegsende – bei Teilen der bundesdeutschen Bevölkerung fanden.
Vieles hat sich seitdem geändert, manches aber ist gleich geblieben oder heute, 50 Jahre später, wieder da. Und so liest sich Aspekte des neuen Rechtsradikalismus wie eine Flaschenpost an die Zukunft, deren Wert für unsere Gegenwart Volker Weiß in seinem Nachwort herausarbeitet.

„Tatsächlich liest sich der Vortrag in vielen Passagen wie ein direkter Kommentar zu Methode und Ideologie der Rechten seit 2015 … [Er] ist dabei so offen und eben gerade nicht autoritär-bestimmend gehalten, dass man ihn heute als Einladung zum Weiterdenken lesen kann.“
Benjamin Moldenhauer, Der Spiegel

„1967 hielt Theodor W. Adorno eine Vorlesung über die Neue Rechte. Sie ist verblüffend aktuell.“
Marc Reichwein, Die Literarische Welt

„Es klingt wie eine akademische Koketterie, wenn Adorno seine Thesen ›simpel‹ nennt und vor voreiligen Schlüssen warnt. Doch was heißt schon simpel? Tatsächlich sind Adornos Beschreibungen äußerst dicht, und der Historiker Volker Weiß hat Recht, wenn er in seinem klug abwägenden Nachwort darauf hinweist, dass einige der Thesen noch heute von schlagender Evidenz sind.“
Thomas Assheuer, DIE ZEIT

„Verblüffend oft hat man den Eindruck, dass das, was dort steht, nicht vor einem halben Jahrhundert gedacht worden ist, sondern gerade eben erst. … [Der] Dialektik Adornos kann man an Stellen wie [hier] ganz einfach bei der Arbeit zusehen.“
Jens-Christian Rabe, Süddeutsche Zeitung

„Was Adorno an Aspekte des neuen Rechtsradikalismus aufzeigt, ist nicht nur von einer verblüffenden Aktualität, sondern auch von einer Subtilität in den Beobachtungen, die man in vielen aktuellen Publikationen zur Rechten dann doch vermisst.“
Michael Angele, der Freitag 29/2019

„Man nimmt den mehr als 50 Jahre alten Text in die Hand und ist nach wenigen Sätzen erschrocken über die Aktualität der von Adorno herausgegriffenen Aspekte.“
Arno Widmann, Frankfurter Rundschau

„Was würde Adorno heute zum sogenannten Rechtspopulismus sagen? Man kann auf diese Frage eine ziemlich verlässliche Antwort geben, denn am 6. April 1967 hielt der Philosoph … einen Vortrag über Aspekte des neuen Rechtsradikalismus, dessen Gedanken zum Teil verblüffend gut auch zur jetzigen Lage passen.“
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

„Adornos 1967 … in Wien gehaltener Vortrag über Aspekte des neuen Rechtsradikalismus liest sich in vielem wie ein Kommentar zum Aufstieg der AfD.“
Gregor Dotzauer, Der Tagesspiegel

„Aspekte des neuen Rechtsradikalismus ist die Analyse des Philosophen betitelt. Sie entstand 1967. Doch es ist, als hätte Adorno sie für uns geschrieben.“
Michael Kluger, Frankfurter Neue Presse

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Neu in der Weltbühne: Zwei neue DISS-Titel

Vorgestern aus der Druckerei gekommen: Zwei neue Titel des Unrast-Verlags aus der Werkstatt des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung:

Paul Bey, Benno Nothardt (Hg.): Kämpfe um Meinungsfreiheit und Medien. Im Spannungsfeld von Hate Speech, Fake News und Algorithmen. 160 S. 16 Euro
Die politische Kultur ist aktuell in einen Kampf um Meinungsfreiheit und mediale Wahrheit verwickelt. Während die einen den Medien weiterhin Unabhängigkeit und Objektivität bescheinigen, wird ihnen von der anderen Seite „Lügenpresse“, „Political Correctness“ und „Fake News“ entgegengeschleudert. Die Autoren dieses Bandes untersuchen aus unterschiedlichen Blickwinkeln den umkämpften Begriff im Spannungsfeld von extremer Rechten, Leitmedien und Digitalisierung. Sie zeigen auf, mit welchen Strategien extreme Rechte Diskurse und digitale Algorithmen in sozialen Medien manipulieren, während sie gleichzeitig Meinungsfreiheit als Kampfbegriff nutzen, um Kritik an diskriminierenden Aussagen als vermeintliche Zensur abzuwehren. Gezeigt wird auch, wie sich der umkämpfte Begriff der Politischen Korrektheit verändert hat und Provokationen ein Teil des Erfolgsrezeptes für den Aufstieg der AfD sind.

Andrea Becker, Simon Eberhardt, Helmut Kellershohn (Hg.): Zwischen Neoliberalismus und völkischem ‚Antikapitalismus‘. Sozial- und wirtschaftspolitische Konzepte und Debatten innerhalb der AfD und der Neuen Rechten. 272 S. 24,00 Euro
Das Buch ist eine Bestandsaufnahme der sozial- und wirtschaftspolitischen Konzepte und Debatten innerhalb der AfD und der Neuen Rechten und unterzieht diese einer kritischen Analyse. Die Beiträge berücksichtigen dabei drei Dimensionen: erstens die Ebene der Akteure, also der Kräfte, die die Debatte bestimmen; zweitens geht es um konkrete Themenfelder, in die mit Konzepten, Thesenpapieren etc. interveniert wird; und drittens geht es um die jeweiligen ideologiepolitischen Perspektiven und deren Verortung im Spannungsfeld zwischen Neoliberalismus und völkischem ‚Antikapitalismus‘, sowohl unter dem Blickwinkel der innerparteilichen Auseinandersetzungen als auch unter dem der Relevanz für die von der AfD angesprochene Wählerkoalition. Darüber hinaus spannt das Buch einen ideengeschichtlichen Bogen zurück zur sogenannten ‚Konservativen Revolution‘, die der Neuen Rechten als eine Art Steinbruch von Ideen und Argumenten dient, die je nach Lage und Intention aktualisiert und angepasst werden.

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Neu in der Weltbühne: Adorno wohnt hier nicht mehr


Jochen Schimmang: Adorno wohnt hier nicht mehr. Erzählungen.
Edition Nautilus 208 S. Gebunden mit Schutzumschlag. 20 €

Der Verlag hat das Wort:
Vor 50 Jahren, im August 1969, starb Adorno – und Jochen Schimmang übt sich in Abwesenheitspflege. In melancholischen bis heiteren, zum Teil autobiografisch gefärbten Geschichten erzählt er von Formen und Figuren des Verschwindens. Von Menschen, Gebäuden, ganzen Vierteln; von Techniken, Gesten, Sprechweisen.
Ein Jubilar versteckt sich mit seiner Frau auf dem Dachboden vor seinen Freunden, die zum 70. Geburtstag aus allen Himmelsrichtungen auf ihn einstürmen, obwohl er viel lieber nur mit zweien von ihnen essen gegangen wäre. Rothermund macht sich auf die Suche nach dem verschwundenen Maler Gutermuth. Ein Spaziergang durch Frankfurt zeigt, wer, außer Adorno, noch alles nicht mehr dort wohnt. Aber Spaziergänge sind ohnehin sterbende Institutionen, ein Sich-Verirren in der Welt kann zum Verwirren der Welt werden. Milieus, die sich nicht mehr erreichen, Nomaden in Monaden. Nur Gott ist nicht verschwunden, er taucht pünktlich um halb sieben in der Kirche auf – im Fischgrätmantel.
Jochen Schimmangs feinsinnige Erzählungen gehen auf Spurensuche nach Lücken und Verlusten und zeigen zugleich, dass „Identität“ eine höchst fragile Konstruktion ist.

„Davon abgesehen, dass die Geschichten hochkomisch sind, sind sie auch tieftraurig – aber leider lässt sich das schon lange nicht mehr trennen.“ Jochen Schimmang

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Fragen Sie dort nach weiteren Büchern aus der Edition Nautilus und nach weiteren Büchern von und über Adorno.
Strukturen der Aufklärung müssen gerettet werden. Weltbühne muß bleiben.

Heute ist Adorno-Tag

Im Radio heute „Stichtag“ (WDR 2). Einer, der keine Ahnung hat, hat sich bei Wikipedia und Google ein bißchen vorbereitet.

Ich erinnere an ein Buch:

Marvin Chlada: Dialektik des Dekolletés. Zur kritischen Theorie der Oberweite. Alibri Verlag 2006. 128 S.

Bitte achten Sie mal darauf, welches Bild die Dame da an ihren Busen drückt.
Der Verlag hat das Wort:
„Ausgehend von der ‚Busen-Attacke‘ auf Adorno im April 1969 sichtet er die Fülle an Material, die der Kult um die Oberweite bis heute hervorgebracht hat.“

Die „Busen-Attacke“ war die peinlichste, dämlichste Aktion der Studentenbewegung, markiert den Anfang vom Ende der APO und offenbart ein falsches Verständnis von Sex.

An einer Stelle in dem Buch werde ich zitiert. Kommentar einer meiner liebsten Freundinnen: „Das erstaunt mich, weil du doch eigentlich gar kein Titten-Fetischist bist.“

Das Buch gibt es nur in der Buchhandlung Weltbühne, auch im Versand. NUR BEI UNS.

Jörg Fauser

Jörg Fauser habe ich ein paarmal gesehen, und zwar bei diesen Konferenzen der Underground-Zeitschriften und Underground-Literaten, die Anfang der 70er Jahre von Zeit zu Zeit stattfanden. Gesagt hat er nie etwas. Die beiden anderen Vertreter der Frankfurter Cutup- und Beat-Schule, Jürgen Ploog und Carl Weissner, waren gesprächiger.

Jörg Fauser begann, was für die Underground-Literatur nicht ungewöhnlich ist, in Zeitschriften. Solche hatten Anfang der 70er Jahre eine Blütezeit. Aus Frankfurt kamen zum Beispiel „Zoom“ (nur eine Ausgabe), dann, sehr vielversprechend, UFO unter der Federführung von Jürgen Ploog (auch nur eine Ausgabe), dann „Gasolin 23“, die einige Jahre durchgehalten wurde. Das war die frühe Heimat für Jörg Fauser.
Er wäre gestern 75 Jahre alt geworden. Heute vor 32 Jahren, einen Tag nach seinem 43. Geburtstag, kam er bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn bei München ums Leben.
Was ich sagen müßte, wenn ich etwas über Jörg Fauser erklären müßte für jemand, der den Namen zum ersten Mal hört, schreibe ich jetzt hier nicht hin. Jetzt steht viel in den Zeitungen. Dem sollte man mit der Skepsis begegnen, die Jörg Fauser wohl zueigen war.
Man ist des Lobes voll, daß bei Diogenes eine neue Werkausgabe erscheint. In Leinen. „Rohstoff“, der Roman kostet dann 25 Euro. Fauser für grünwählende Middle Class? Ich bin froh, daß ich noch die Ullstein-Taschenbuch-Ausgabe habe (gebe ich nicht ab). Im Laden habe ich noch ein paar Taschenbuch-Ausgaben. Von der „Harry Gelb Story“ gibt es noch die Ausgabe aus dem Maro-Verlag.
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Neu in der Weltbühne: Lucas Zeise über das Finanzkapital

In der verdienstvollen Reihe „Basiswissen“ im Papyrossa Verlag ist ein neuer Titel erschienen:

Lucas Zeise: Finanzkapital. PapyRossa Verlag 2019. Reihe Basiswissen. 136 S. 9,90 €
Dass in Gelddingen demokratische Regeln nichts gelten, wurde uns am Beispiel Griechenland drastisch vor Augen geführt: Auf das überwältigende Nein der Bevölkerung zum Diktat der Troika folgte das Ja der von ihr gewählten Regierung. Auch wenn es im Alltag parlamentarischer Republiken nicht immer offensichtlich ist, wird in Krisen deutlich, wie die Herrschaft des Finanzkapitals funktioniert. Wer ist dieses Finanzkapital, das Rudolf Hilferding 1909 und Lenin 1917 untersucht haben. Und wie herrscht es heute? Besonders interessiert Lucas Zeise dabei die Rolle des Geldkapitals, der Banken, Versicherungen, Hedgefonds und Schattenbanken. Wie kommt es, dass die Gläubiger-Schuldner-Beziehung die politischen Verhältnisse dominiert? Wie kommt es, dass sich die politisch Mächtigen unter dem Druck der Finanzmärkte befinden? Wer reguliert diese oder unterlässt es, sie zu regulieren? Wie funktioniert international die Hackordnung unter den Finanzkapitalisten? Warum dominiert immer noch der Dollar und wird er als dominante Währung abgelöst?
„Lucas Zeise war jahrzehntelang dicht dran am großen Geld. Sein Buch belohnt uns daher mit prallen Geschichten und einer herausragenden Tiefenschärfe.“ (Hermannus Pfeiffer, neues deutschland).
„Wer in knapper Form wissen will, was im Maschinenraum und auf der Kommandobrücke des heutigen Kapitalismus vor sich geht (auf ökonomischer Ebene, nicht im politischen Mechanismus), greife zu diesem Bändchen.“ (Arnold Schölzel, junge Welt).

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Fragen Sie dort nach weiteren Büchern aus der Riehe Basiswissen.
Strukturen der Aufklärung müssen gerettet werden. Weltbühne muß bleiben.

Eingetroffen

Wie versprochen: Das Buch von Greta Thunberg „Ich will, dass ihr in Panik geratet“, jetzt erschienen, ist in der Buchhandlung Weltbühne eingetroffen und erhältlich. Das Fischer-Taschenbuch hat 64 Seiten und kostet 7 Euro.

… auf dem Ladentisch,

… im Schaufenster.

Das soll jetzt nicht darauf hinauslaufen, daß Ihr in die nächste bürgerliche Buchhandlung rennt oder gleich zum Amazonas, wo sich die Idioten treffen.
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Liebe Leute, kauft Bücher in der Buchhandlung Weltbühne und sonst nirgends.
WELTBUEHNE MUSZ BLEIBEN !

„Man kann vielleicht die Welt nicht verändern.“ – „Aber den Zustand, in dem sie sich befindet.“
Ob auf einem Schiff im Mittelmeer, oder freitags nicht in der Schule: Für bessere Zustände!
„Es liegt an uns.“ (Letzter Satz in dem Buch).

Demnächst in der Weltbühne: Greta Thunberg: Ich will, dass ihr in Panik geratet! Meine Reden zum Klimaschutz

Greta Thunberg Ich will, dass ihr in Panik geratet! Meine Reden zum Klimaschutz
Fischer Taschenbuch. ca. 64 S. € 7,00
Verlagstext:
Die gesammelten Reden der 16-jährigen Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg dokumentieren ihren Aufruf zum weltweiten Schulstreik für das Klima. Unter #FridaysForFuture demonstrieren Tausende Schüler jeden Freitag mit ihr gemeinsam gegen CO2-Emissionen, die Verbrennung fossiler Energieträger und den menschengemachten Klimawandel. In ihren mittlerweile weltweit bekannten Reden, vor dem schwedischen Parlament, bei der Weltklimakonferenz in Kattowitz oder beim Weltwirtschaftsforum in Davos, fordert Greta Thunberg eine radikale Kehrtwende in der Klimapolitik und die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens.
Mit Zahlen, Fakten und stichhaltigen Argumenten macht Greta Thunberg eindrücklich und schonungslos deutlich: Die Klimakrise ist jetzt. Um die Katastrophe abzuwenden, müssen wir endlich handeln. Wir müssen unseren Alltag nachhaltig verändern und selbst Verantwortung übernehmen für die Energiewende. #Istayontheground ist nur der Anfang.
Greta Thunbergs Reden sind ein Weckruf, den wir nicht länger ignorieren können.

Das Buch erscheint Ende Juni. Um Vorbestellung wird gebeten.
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WELTBUEHNE MUSZ BLEIBEN.

Wer zu spät kommt, hat manchmal die besseren Karten

Wortarbeit. Underground.
Von dem Gedichtband „Logik der Verführung“ von Marvin Chlada (Dialog-Edition 2016) ist eine ERWEITERTE NEUAUSGABE erschienen.
Mit Bauchbinde!
Agent des literarischen Underground – auch METZGER-Autor.
Dialog-Edition ist die andere Hälfte des Doppel-Verlags, dessen eine Hälfte der Trikont-Verlag ist.
Barcode (bzw. die Abbildung davon) habe ich unbrauchbar gemacht, damit kein Quatsch dmit gemacht wird.

Marvin Chlada: Logik der Verführung. Gedichte. Dialog-Edition Neuausgabe 2019. 10 Euro.
Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand).
WELTBUEHNE MUSZ BLEIBEN.

Encore: So einer

Am Montag begann vor dem Duisburger Amtsgericht ein Strafverfahren gegen Henryk M. Broder. Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor hatte gegen ihn Strafantrag wegen Beleidigung gestellt.
In der WAZ war über den Prozeßtag zu lesen:
„… Henryk M. Broder (72) liebt die Provokation und wird besonders in der rechten Szene dafür gefeiert. Kritiker bescheinigen ihm ‚beifallsüchtigen Populismus‘. Heute stand der Publizist“ „Publizist“, steht da „in Duisburg vor Gericht – wegen einer angeblichen Beleidigung. Weil er über die in Duisburg lebende Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor (41) auf Anfrage der rechtskonservativen Wochenzeitung „Junge Freiheit“ gesagt haben soll, dass sie ‚einen an der Klatsche‘ habe … Applaus der 100 Besucher brandete auf, als Broder mit seinem Anwalt Joachim Steinhöfel eintraf. ‚Das ist mir ja geradezu peinlich‘, sagte Broder und grinste. … Steinhöfel, dessen eigene Internetseite im rechten Spektrum mit großem Wohlwollen betrachtet wird, schätzt den öffentlichkeitswirksamen Auftritt.“

Das Foto in der Zeitung zeigt Broder und Anwalt Steinhöfel in dummdreist grinsender Selbstgefälligkeit.

Von der Sache war hier schon einmal die Rede, im Eintrag vom 8. Oktober 2016. Ich wiederhole:

„Wäre der Diskurs von Klarheit und Redlichkeit beherrscht,
müßte Henryk M. Broder das am meisten fürchten,
wonach er am meisten giert: Aufmerksamkeit.“
Lina Ganowski

Er hält sich für einen Publizisten. Schlimmer noch: auch andere halten ihn für einen Publizisten.
So ist Deutschland, daß das auch dann noch funktioniert, wenn er von der Jungen Freiheit seine Haßtiraden herumschleudern läßt; und er ergötzt sich an dem Beifall, der aus der Jauchegrube kommt.
Wenn Ihnen jemand erzählt, der Henryk M-punkt Broder wäre ein „Querdenker“, ein „Unabhängiger“, der „gegen den Strom schwimmt“, dann wissen Sie: Da redet ein Idiot. Das war schon immer so, aber mittlerweile müßte es auch der Dümmste gemerkt haben.
Lamya Kaddor tritt nicht nur nur den Salafisten deutlich entgegen, wodurch sie deren Haß auf sich gezogen hat. In ihrem Buch „Die Zerreißprobe. Wie die Angst vor dem Fremden unsere Demokratie bedroht“ spricht sie davon, daß hier im Lande des Pegida-Geschreis auch etwas getan werden müßte, um Zivilisationsdefizite abzubauen. Klar, daß einer wie Broder sich dadurch auf den Schlips getreten fühlt. Da spielt er gern den Stichwortgeber für den Mob.
Wie die Fanatiker der einen und der anderen Seite sich doch ähneln!
Hier ist es Tradition des Hauses, sich für Autoren zu verwenden, die von Reaktionären – oder, wie in diesem Fall, von einem besonders abstoßenden Haßprediger angegriffen werden. So war es mit Wiglaf Droste, so war es mit Katharina Rutschky, und so halten wir es auch mit Lamya Kaddor.
Im Streit um das Buch von Lamya Kaddor sollen nicht die Dreckschleuderer des letzte Wort haben, sondern Sie.

Lamya Kaddor: Die Zerreißprobe. Wie die Angst vor dem Fremden unsere Demokratie bedroht. Rowohlt Berlin. 240 S. 16,99 Euro

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Weltbühne muß bleiben.

Lesen Sie auch den Eintrag vom 29. Januar 2013 „Wie kommt der Broder in meine Zeitung?

Neu in der Weltbühne: Über verbotene Lieder


Moddi: Verbotene Lieder. 10 Geschichten von 5 Kontinenten. Aus dem Norwegischen von Karoline Hippe und Günther Frauenlob. Deutsche Erstausgabe. Edition Nautilus 2019. 240 S. mit zahlrechen Fotos. Großformat. 20,00 Euro
Verlagstext:
Warum werden Lieder verboten oder zensiert? Der norwegische Musiker Moddi macht sich auf die Suche – und auf eine Reise über fünf Kontinente.
Im Laufe der Jahrhunderte haben Tausende von Musikern Zensur, Verfolgung und gewalttätige Unterdrückung erlebt. Oft bleiben ihre Geschichten unerzählt. Wer waren sie? Wer sind sie? Was können wir von ihnen lernen?
Nachdem er aufgrund einer Einladung nach Israel gewissermaßen zwischen die Fronten des Nahostkonflikts geraten war, machte sich der norwegische Musiker Moddi auf die Suche nach verbotenen Liedern in der ganzen Welt, trug auf fünf Kontinenten Songs zusammen und besuchte Musiker und Zeitzeugen, um die Lieder mit ihnen zusammen oder mit seiner Band aufzunehmen. Als Ergebnis dieser Reise in die Welt zensierter Musik gab Moddi 2016 das international gelobte Album Unsongs heraus, mit Klassikern wie „Strange Fruit“ von Billie Holiday und „Army Dreamers“ von Kate Bush; aber auch einem samischen Volkslied und dem „Punk Gebet“ von Pussy Riot.
In diesem Buch erzählt er die Geschichten hinter diesem Projekt: zehn Schicksale von Gewalterfahrung und Unterdrückung. Auf seinen Reisen wurde er begleitet von dem Fotografen Jørgen Nordby, dessen Bilder das Buch illustrieren.
Die verbotenen Lieder und Stationen der Reise:
Norwegen/Israel – Birgitte Grimstad, Eli Geva (1982)
Chile – Víctor Jara, Our Worker (1971)
Mexiko – Los Tucanes de Tijuana, Parrot, Goat and Rooster (1995)
Sápmi/Norwegen – The Shaman and the Thief (ca. 1830)
Libanon –Marcel Khalife / Mahmoud Darwish, Oh My Father, I am Joseph (1999)
Israel – Izhar Ashdot, A Matter of Habit (2012)
Vietnam – Viêt Khang, Where is my Vietnam? (2011)
England – Kate Bush, Army Dreamers (1980)
Russland – Pussy Riot, Punk Prayer (2012)
USA – Billie Holiday, Strange Fruit (1939)

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Achtung: geänderte Öffnungszeiten

Ächtüng: geanderte Offnüngszeiten.

Am Samstag, 20. April (Karsamstag) ist die Buchhandlung Weltbühne geöffnet, aber ausnahmsweise erst ab 12 Uhr (wegen Ostermarsch).

In der Woche nach Ostern

Dienstag 23. April
Mittwoch 24. April
Donnerstag 25. April
Freitag 26. April

ist die Buchhandlung vormittags geschlossen und jeweils erst ab 15 Uhr geöffnet

Ostermarsch Ruhr 2019 – das Programm

Faksimiles anklicken zum Vergrößern.
Wenn Sie über Ostermarsch-Termine in anderen Regionen informiert werden wollen, klicken Sie bitte hier.

Die herrlichen Zeiten, in denen wir (DFG-VK Duisburg) in Duisburg UND in Dortmund mit Info- und Bücherstand („Antimilitaristischer Buch-Basar“) aufgetreten sind, sind vorbei. Wir schaffen das personell, kräftemäßig und technisch nicht mehr (kein Auto). Wir sind froh, daß wir die Zeiten genutzt und Potentiale für die Zukunft (also auch: für jetzt) geschaffen haben. Darum müssen wir ihnen nicht nachtrauern.
Ich werde jedenfalls am Ostersamstag zur Auftaktkungebung gehen (nicht ganz bis zum Schluß). Darum ist die Buchhandlung Weltbühne an diesem Samstag erst ab 12 Uhr geöffnet.