Kalender 2017 (A)

Normalerweise heißt es ja: erst das Kalender, dann das Jahr.
Wie Sie wissen, wird es hier umgekehrt gehandhabt. Für das abgelaufene Jahr 2017 sind sogar drei Kalendere gestaltet worden: Drei mal zwölf ganz verschiedene photographische Bilder!
Hier die erste Serie, die „Serie A“:
(Gneisenaustraße, Ecke Heinestraße)

Januar

 

Februar

 

März

 

April

 

Mai

 

Juni

 

Juli

 

August

 

September

 

Oktober

 

November

 

Dezember

..

Strick-Graffiti

Begrifflichkeiten der Kunst(-geschichte): Strick-Graffiti.
Alle paar Jahre wird ein Strick-Graffito an der Tür befestigt, jetzt also das zweite. Das geschieht in einem Tempo, daß man nicht befürchten muß, daß einem bald die Sicht vollends versperrt sein wird. Das ist eine langsame Kunst, und die Langsamkeit – so viel ist inzwischen klar – ist in Zeiten kommerziell genutzter Idiotisierung ein Akt der Selbstverteidigung.
Hier hat eine Cineastin eine Spur gelegt. Aus winzigen aufgenähten Buchstabenklötzkes ergibt sich die Parole „Some like it hot“. Eine bestrickende Woll-Hommage bzw. gewollte Strick-Hommage an Marilyn Monroe!

Siehe auch hier!

Hendrix und Höfer?


„Wer das versteht, der ist erleuchtet“, stand unter diesem Bild, als es, heute genau vor fünf Jahren, in diesem Forum gezeigt wurde. Das Bild ist übrigens auch erhältlich als Situationspostkarte Nr. 1. Sollte man zu Weihnachten glatt mal verschicken.
Das mit der Erleuchtung ist natürlich ein Seitenhieb des Zeichners gegen die zur Zeit des Hinzeichnens umsichgreifende Tendenz, durch das Ersetzen der Be-Leuchtung durch Er-Leuchtung (Denk-)Energie zu sparen.

Oft fragt man sich ja: Was will der Künstler damit sagen? Hier fragt sich der Künstler: Was will ich damit eigentlich sagen? Aber das ist egal. Manchmal ist es ja die Aufgabe des Künstlers, Unklarheit zu hinterlassen. Das ist gar nicht so selten wie Sie glauben.

„Aber irgendwie muß doch der Zusammenhang zwischen Werner Höfer und Jimi Hendrix zustandegekommen sein.“
„Fragen Sie mich nicht. Das hat der Obelix sich ausgedacht. Ich habe nur die Idee hinzugefügt, daß der im schwarzen Ornat auftritt. Das war dem Obelix seine Idee. Ich hab das bloß so hingezeichnet. Das war auwm Trip.“
„Ach so.“

Graffiti

Begrifflichkeiten der Kunst(-geschichte): Graffiti.

Graffiti – von art brut und – in diesem Fall zumindest – von Lettrismus nicht ganz abgetrennt. Auch das Konzept der Sozialen Plastik (kommen wir auch noch zu) hat Pate gestanden bei der Entstehung dieses Werks der Kunst (die Schwerkraft entwickelt das Bild weiter, in Gestalt all dieser hübschen ein-Stück-runterrinnender Farbtropfen). Das Bild veranschaulicht zudem die Geringaussicht des Vorhabens, das Privatgrundstück gegen Widerrechtlichkeit mittels Schild und Abschleppandrohung zu schützen
Der Autofahrer, Zworadfahrer oder Fußgänger, der hier entlanggeht/fährt (Sternbuschweg Richtung Mülleimerstraße) hält inne und sagt: „Was ist das denn? Das muß ich mir ansehen!“ In den nächsten 30 Minuten bemüht er sich, die Botschaft zu verstehen.
Die Kunst vollendet sich in der Vergeblichkeit dieses Bemühens.


So kann man’s auch sehen.

Fassaden-Guerilla

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Fassaden-Guerilla.

Durch diese Monumental-Reklame wurde das Haus auf dem Sternbuschweg (Ecke Karl-Lehr-Straße) geradezu verschandelt. Das ist doch nicht mehr schön. Das muß doch nicht sein. Der Anblick hat mich bei jeder Sternbuschweg-Passage Richtung Grunewald geärgert.
Darum bin ich eben mal hingegangen und habe die Fassade gestrichen.

Das hat nur ein paar Sekunden gedauert. Und jetzt sieht es doch viel besser aus.
Was sagen Sie dazu?

Christo was here

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Christo was here

Was viele gar nicht wissen: Daß der Einpacker Christo neben seinen spektakulären Aktionen (Reichstag) auch Verhüllungen im normalen Alltagsgeschäft vornimmt, zum Beispiel im Falle ordinärer Fassadenanstriche, wie hier letztens auf dem Sternbuschweg.
Der Mann muß schließlich auch sehen, wie er zurechtkommt.

Noch mehr neue Postkarten

Wie gesagt: Die Serie der Situationspostkarten wurde dieser Tage beträchtlich erweitert. Und heute bekommen Sie die neuen Foto-Postkarten von Heinrich Hafenstaedter zu sehen: Mauern mit Spuren und Orte der Hinterlassenheit (habe ich das nicht schön gesagt?).

Die Philosophie – nein, nicht im Boudoir, sondern im Güterbahnhof. Wo immer man hinkommt: Adorno ist immer gut.

Ich das nicht herrlich? Energiye, Power, Acktion, Affe(e) für Versager.
Pow-Erup nur gegen Pfand.

Hochfelder Fresko? Ausgerechnet Sedanstraße. Durch Verschicken von Situationspostkarten lösen Sie immer Situationen aus.

Das Verschwinden des Gewächshauses im Hamborner Botanischen Garten muß man nur noch halb bedauern, weil im Duisburger Güterbahnhof für Ersatz gesorgt wurde.

Postkarten sammeln ist gut.
Postkarten verschicken ist auch gut, sogar noch besser.
Wollen Sie Situationspostkarten live erleben? Dann kommen Sie am 20. August 2017 (Sonntag) zum Ruhrorter Kunstmarkt, am Stand der Buchhandlung Weltbühne gibt es sie (1 Stück für 1 €).

Wir bieten dort viel. Nicht nur Postkarten.

Pop Art

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Pop Art.


Duisburg, Sonnenwall. Früher: vornehme Geschäftsstraße mit vornehmen Geschäften. Jetzt: sowas.
Von diesem Geschäft ist nur noch die Oberfläche sichtbar. Dahinter: ein leerstehender Laden (ich habe mich überzeugt). Die Fülle der Mitteilungen ist in ihrer Komplexität sinnlos.

WIR HABEN IHNEN NICHTS ZU BIETEN,
WIR HABEN IHNEN NICHTS ZU SAGEN.

ABER WIE!

Werbung als Kunst

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Werbung.


Wofür wird denn hier Reklame gemacht?
Werbung wird zur Kunst, und
Werbung ist erst dann richtig gelungen,

WENN

man vergißt
oder nie erfährt oder
gar nicht wissen will,
wofür geworben wird,
oder
wenn sie etwas anderem mehr Auftrieb gibt als dem beworbenen Produkt.