Kunst am Bau

Begrifflichkeiten der (Kunst-)Geschichte: Kunst am Bau.
Unter dem Stichwort „Kunst am Bau“ wird der Staat als Bauherr verpflichtet, ein Prozent der Baukosten öffentlicher Gebäude für Kunst (als Gebäudebestandteil) springen zu lassen. Dagegen kann man nix sagen. Das heißt: Dagegen kann man schon was sagen, aber warum sollte man?
Wie man der obigen Abbildung (Duisburg-Neudorf, Lerchenstraße, Ecke Sternbuschweg, vor dem Eingang zum SI-Torbogen) entnehmen kann, wird „Kunst am Bau“ immer mehr auch durch Privatinitiative gefördert.
Weiter so!

Die rosarote Woche

Auf der Lerchenstraße, der ersten Allee dieser Art, stehen die japanischen Kirschbäume wieder in Blüte. Schon nach wenigen Tagen fallen die Blütenblätter herab und bilden einen rosaroten Teppich auf dem Gehweg. Ich berichtete schon darüber.
In manchen Jahren blühten die Bäume Ende April, in diesem Jahr öffneten sich die Blüten schon Ende März. Das ist verschieden.

Dieser Baum fällt auf, weil er zweierlei Blüten trägt. Mir scheint es, daß von Jahr zu Jahr der Anteil der weißen Blüten zunimmt.

Aber auch an manchen anderen Bäumen lassen sich an unvorhergesehenen Zweigen weiße Blüten blicken.

Hier sieht man es deutlich.
„Zurück zur Natur“ könnte das Motto lauten. Die Wildheit läßt sich vom Züchter nicht ganz verdrängen.

Liebe Leute, kauft eins von diesen Büchern, oder beide, oder sogar alle drei

Liebe Leute, schaut mal, was die Graswurzelrevolution über diese beiden Bücher geschrieben hat:
Es handelt sich um diese beiden Bücher:
Und jetzt die gute Nachricht:
Diese beiden Bücher sind erhältlich in der Buchhandlung Weltbühne (Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg, also Neudorf, Tel. 0203-375121, E-mail: bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de), auch im Versand – nur bei uns!
Mancher wird sagen: Der Gedichtband ist so gut, es müßte einen zweiten geben!
Aber das IST schon der zweite!
Der erste ist dieser hier:
Marvin Chlada: Die schöne Verwirrung des Lebens. Gedichte & Cut-Ups. Situationspresse 80 Seiten 12,50 Euro.
Man könnte sagen: Das ist sogar noch besser, denn in diesem Fall bin ich der Verleger.
Die Trikont/Dialog-Autoren appellieren: Kauft unsere Bücher!

Die anderen mußten stehen

Gucken Sie mal, wie die Rheinische Post mich findet (Montag, 27. März 2017):

Welche Bühne? Wann? Wo?
Das war im Lokal Harmonie in Ruhrort, Teil der Zwei-Tage-Akzente-Veranstaltung, auf die ich Sie aufmerksam gemacht hatte.
Der RP-Bericht im ganzen:
Ich kann mich erinnern, daß mir, als ich vorlas, elf Personen zuhörten.
Die Autoren des Verlags Trikont / Dialog (die anderen mußten stehen): Christina Böckler, Stefan Schroer, Ruth Schäfer, Silke Vogten, Marvin Chlada, vorne: ich.
Schönes Foto © Dialog-Edition

„Was wir heute bauen sind die Slums von morgen“

Ich habe ja eigentlich gar nichts gegen bombastische Baustellen (wie hier am Kaiserberg).

Aber muß dabei jedesmal ein Neubau hinterlassen werden?
Fast alles, was Architekten in den letzten 50 Jahren hingestellt haben, ist der Kategorie Landschaftsverschandelung zuzuordnen.
Da wäre es doch besser, die Bauunternehmer transportieren alles nach einer gewissen Zeit wieder ab, schütten alle Baugruben wieder zu und sagen: So, das war’s.

Duisburg muß bleiben

Gucken Sie mal hier:
(Faksimiles anklicken zum Vergrößern).
Theo Stegmann kennt man doch. Bei „Krupp Rheinhausen soll bleiben“ war der ebenso dabei wie bei „Sauerland soll weg“. (Nicht DAS Sauerland, sondern DER Sauerland).
Schauen Sie mal: Weil der Ort der Veranstaltung verlegt wurde, haben die auf jedem Blatt das handschriftlich verändert. Das ist jetzt also in der „Alten Feuerwache“ (Friedenstraße, Nähe Brückenplatz).
Wenn Sie da hin gehen, bestellen Sie einen schönen Gruß von mir.

Weltrang. Groß. Asche.

„Sätze, wie nur Martin Walser sie schreibt . . .“ (Pünktchen Pünktchen Pünktchen) „Morgen feiert Deutschlands widerspruchsvollster Großschriftsteller“ groß, größer am größten, voll voller am vollsten „seinen 90. Geburtstag“, schreibt die WAZ und gratuliert mit einer Sammlung von Zitaten. Zum Beispiel:

„Ich möchte nicht der sein, der ich war. Ich möchte der sein, der ich durch dich bin.“ (1)

„Die Sehnsucht ist da, bevor sie ein Ziel hat. Die Sehnsucht findet jemanden, dem sie dann gilt.“ (2)

„Ich bin die Asche einer Glut, die ich nicht war.“ (3)

„Solange etwas ist, ist es nicht das, was es gewesen sein wird. Wenn etwas vorbei ist, ist man nicht mehr der, dem es passierte.“ (4)

„Sich einfach der Sprache anvertrauen. Vielleicht kann sie etwas, was du nicht kannst.“ (5)

„Ich muss mich auf dem Papier festhalten, weil ich nirgends sonst möglich bin.“ (6)

„Ich bin eine Wohnung, aus der ich ausgezogen bin.“ (7)

aus: Das dreizehnte Kapitel, 2012 (1); Meßmers Momente, 2013 (2, 3, 6, 7); Ein springender Brunnen, 1998 (4, 5).

„Widerspruchsvollster Großschriftsteller“ wäre mir dabei nicht eingefallen. Eher „spruchvollster Großförst“. Mit „ö“.

Mein Aufbruch, mein Umbruch, mein Akzent

Mein Akzent des Jahres.
24 Jahre (wenn ich richtig gerechnet habe) ist es her, daß die Stadt Duisburg einen ihrer inspirierendsten Aufbrecher (nämlich mich) herbeirief, um sich meiner Mitwirkung bei der Ausstellung „Traue keinem über 30“ im Kultur- und Stadthistorischen Museum (im Rahmen der 17. Duisburger Akzente 1993 zum Thema „Jugend im Aufbruch“) und bei der Gestaltung des Ausstellungskatalogs zu versichern. Sie erinnern sich?
Ausstellungsleiter Werner Pöhling ist inzwischen in Pension (glaub ich). Ausstellungsleiterin Susanne Sommer ist inzwischen Direktorin, und ich bin inzwischen vergessen.

Doch halt!

In diesem Jahr (38. Duisburger Akzente zum Thema „Umbrüche“) erinnerte sich die Stadt Duisburg an einen ihrer inspirierendsten Umbrecher. Gucken Sie mal hier:
genauer hier:
Also, wär das nicht was für Sie?
Freitag, 24. März 2017, 19 Uhr, Lokal Harmonie in Duisburg-Ruhrort, Harmoniestraße 41, da lese ich vor, zusammen mit Silke Vogten, Bernd Kalus, Ruth Schäfer, Marvin Chlada und Tayfun Demir.
See you, see us.

Wußtest Du schon, daß …

… Mike Nichols der Enkel von Gustav Landauer war?

Gustav Landauer, geboren am 7. April 1870 in Karlsruhe, ermordet von Freikorpsmännern am 2. Mai 1919 in München.
Der Todesprediger (1893)
Macht und Mächte (1903)
Die Revolution (1907)
Aufruf zum Sozialismus (1911)
Der werdende Mensch (posthum)

Mike Nichols, geboren am 6. November 1931 in Berlin als Michail Igor Peschkowsky, gestorben am 19. November 2014 in New York.
Wer hat Angst vor Virginia Woolf? (1966)
Die Reifeprüfung (1967)
Catch 22 (1970)
Silkwood (1983)


..

Narrenhände (2): Allgemeingenerelle Universalgesamtheit

Oh, wie sie mir aus tiefster Seele verhaßt sind, diese süffisanten Besserwisser und Nichtsversteher, diese hochnäsigen Über-allem-Steher. Die haben alles durchschaut (ohne jemals hingeguckt zu haben) und finden sich originell, bloß weil es ihnen gelingt, die Mitwelt mit ihrer Eindimensionalität anzuöden.
Indem er aller Kreatur den Segen erteilt, verweigert er sich aller Kreatur. Indem er sagt, daß alle recht haben, sagt er, daß keiner recht hat (und umgekehrt). Indem er die Weltformel verkündet, sagt er garnichts. Indem er es allen recht macht, wendet er sich – von der Welt angeekelt – von allen ab. Seine Huld für alles trifft sich mit seiner Verachtung für alles. Diese gesamtgenerelle Allgemeinuniversalität ist keine Geistestat, sondern ein Geisteszustand eines pinseligen Schaumschlägers, der in seiner Arroganz die verachtet, denen es nicht gleichgültig ist, wenn Menschen in Not sind.
Dumme Menschen geben sich dadurch zu erkennen, daß sie zu viel von sich geben, daß sie viel reden und nichts sagen.
Dumme Menschen erkennt man daran, daß sie immer sofort bescheidwissen.
Was ist das jetzt? Ein Gemütsnazi, der sich wohl noch für einen Anarchisten hält.

(Gemeint ist der, der die ursprüngliche Wandparole nachträglich verallgemeinern zu müssen glaubte. Das muß man wohl vorsichtshalber dabeisagen).