Über Mandela (Live)

Einige Passagen meiner Lesung in der Zeche Carl in Essen am 31. August wurden gefilmt. Heute zeige ich Euch: Eloge auf einen Terroristen.

Ton- und Bildaufzeichnung: Hafenstaedter.
Fortsetzung folgt.

Kommt und holt Euch den METZGER!

Es ist zwar noch MÄRZ, aber die APRIL-Ausgabe liegt schon hier. Schließlich wollen wir ja auch mal der Zeit voraus sein (kommt ja selten vor).
M109
DER METZGER, das satirische Magazin. Nr. 109. Preis: 3 €.
Aus dem Inhalt:

Helmut Loeven: Rechnung ohne den Putin. Zur Krim-Krise: Der Westen hat den Russen nichts voraus, was zu einer moralischen Attitüde berechtigen würde.

Renate König: Verfolgung Homosexueller in Afrika.

Jakop Heinn: Zeigt mir, wen ihr ausschließt. Die SPD hat viele ihrer Mitglieder ausgeschlossen wegen „parteischädigenden Verhaltens“ – bloß nicht die, die der Partei tatsächlich geschadet haben.

„Zweite und dritte Opfergeneration schweigt nicht länger“. Ulrich Sander sprach mit Alice Czyborra über „Kindes des Widerstandes“.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: „Critical Whiteness“ als neue Plemplem-Variante links-alternativen Sektenwesens; Warum ist Steuersenkung noch schlimmer als Steuerhinterziehung?; unverständliche Wandmalerei; Bernd; neue Wojna-Schoten; komische Häuser, komische Schilder u.a.

Der Kühlschrank-Ficker oder Man will ja auch nicht nochmal zwanzig sein. Marvin Chlada interviewte wieder Florian Günther.

Carl Korte: Reporterwahn. Mottes Erlebnisse in der Lokalredaktion. Diesmal: Scharfmacher.

Max Reinhardt: „Verstehst du das?“ „Da mußt du die Leute fragen, die geschossen haben.“

Herbert Laschet-Toussaint: Syrischer Frühling. Ein Gedicht.

Sie können das neue Heft nicht abholen, weil Sie dazu überland reisen müßten? Oder weil Sie sich grundsätzlich einen Zeh brechen, wenn Sie auch nur in die Nähe der Gneisenaustraße kommen? Das macht nichts. Sie können sich das Heft auch portofrei zuschicken lassen (das Wort „zuschicken“ anklicken um zu erfahren, wie es geht).
Und überhaupt: WER ABONNIERT, HAT MEHR VOM METZGER.

Eloge auf einen Terroristen

Die Bundeskanzlerin hat den verstorbenen Nelson Mandela einen Titanen der Gerechtigkeit oder Giganten der Menschlichkeit oder sowas in der Art genannt. Andere Würdenträger äußerten sich ähnlich.
Irren sie sich da nicht?
Als Nelson Mandela noch im Gefängnis war, hörte man von den Staatsfiguren, die sich jetzt elogierend gegenseitig überbieten, nichts dergleichen. Damals war Nelson Mandela ein Terrorist, der sein Volk zum gewaltsamen Umsturz des Apartheidregimes anstachelte. Seine Freilassung zu fordern war der kleinen radikalen Minderheit überlassen, den sogenannten Sympathisanten, also uns.
Wir Staatsfeinde unterscheiden uns von den Staatsträgern dadurch, daß wir schon gegen die Apartheid waren, als es sie noch gab. Sie unterscheiden sich von uns dadurch, daß sie die Freilassung Mandelas erst richtig fanden, als sie erfolgt war.
MandelaBriefmarkeSUBei der Demonstration gegen Apartheid und für die Freilassung Mandelas auf dem Münsterplatz in Bonn trat der Staat in Erscheinung, aber anders als jetzt. Die Polizei trat so martialisch auf, wie ich es zuvor noch nie gesehen hatte.
Die jederzeit in der Lage sind, politisches Widersprechen mit der Polizei einzudämmen, sind nicht schlauer geworden. Das erkennt man daran, daß sie sich für ihr Diktum von einst nicht entschuldigen. Sie irren sich nie, sondern folgen immer der Opportunität, die es ihnen heute nahelegt, Abglanz aufzusaugen. Sie können nicht aufhören zu lügen.
Als wir mit dem Bus der Bonner Verkehrsbetriebe zum Ausgangspunkt der Demonstration fuhren, sagte der Busfahrer die Station an, und er fügte hinzu: „Ich würde am liebsten mitgehen.“

Da kann man hingehen: Aufführung der Berliner Compagnie

Die Berliner Compagnie führt ihr Stück „Die Weißen kommen“ am Donnerstag, 15. November im Gemeindesaal Gustav-Adolf-Straße in Duisburg-Neudorf auf (eine Veranstaltung des Duisburger Friedensforums). Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Eintrittspreis: 10 Euro, ermäßigt: 8 Euro.


„Motiviert zu dem Stück wurden wir durch die Beobachtung, dass in der Öffentlichkeit ein großes Missverhältnis besteht zwischen einer durchaus starken emotionalen Betroffenheit aufgrund der von den Medien verbreiteten Bildern der Not einerseits und einer katastrophalen Unkenntnis der wirklichen Ursachen dieser Not andererseits. In Umfragen wird auf die Frage nach Instrumenten zur Bekämpfung des Hungers in der Welt fast ausschließlich Nahrungsmittelhilfe, Entwicklungshilfe oder bessere Regierungsführung genannt. Schlechte Regierungsführung geben in einer jüngsten Umfrage gerade die besser Verdienenden bei uns als größtes Problem der Entwicklungsländer an.
Die meisten Bürger bringen die elenden Zustände weder mit den augenblicklichen, von der EU und ihrer eigenen Regierung mitgesetzten weltwirtschaftlichen Regeln, noch mit der europäischen Kolonialgeschichte, noch mit ihrem eigenen Konsum oder Wahlverhalten zusammen.
Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO 2009) übersteigt die Zahl der Unterernährten erstmalig die Milliarden-Grenze. Ein Drittel von ihnen lebt in Afrika. Das Millenniums-Ziel, den Hunger in der Welt bis zum Jahr 2015 zu halbieren, wird ganz offenbar scheitern.
Wir möchten mit unserem Stück auf die externen Ursachen der Katastrophe in Afrika hinweisen und zwar auf diejenigen, die mit Europa zu tun haben, mit uns. Denn obwohl wir hohe Summen als Entwicklungshilfe an Afrika schicken, schädigen wir – bzw. unsere Regierungen, unsere Konzerne – auch ein halbes Jahrhundert nach dem Ende der Kolonialzeit offenbar weiterhin und auf verschiedene Weise unseren Nachbarkontinent.“ Berliner Compagnie