Du Schreckliche!


Es gibt kleine Ereignisse, an die man sich genau erinnert, und dann stellt sich heraus, daß noch mehr dahinter steckte.

Unsere erste Begegnung.
Du warst 6 Jahre alt (ich viel älter). Du standest hinter einem Zaun. Du hattest einen Ball in der Hand. Du hattest lange dunkle Haare, die Brille auf der Nase, und du hattest mich schon einige Minuten lang beobachtet. Du schautest sehr mißtrauisch, fast ein wenig grimmig. Dein Blick sagte: „Was will der denn hier? Was ist das überhaupt für einer?“
Das inspirierte mich zu einem Scherz. Ich weiß nicht mehr, was ich sagte. Aber du warst empört.
„Is ja gaanich wahr!“ riefst du und gingst weg, schnellen Schrittes, um nicht noch mehr Zeit mit mir zu vergeuden.

Du hast dich gar nicht verändert.

Unsere zweite Begegnung.
Du warst 14 Jahre alt. Ich erinnerte dich daran, daß wir uns schon mal begegnet waren. Du sagtest: „Ja, ich weiß. Ich fand dich doof.“
Man kann nicht sagen, daß von der Zeit, die wir dann miteinander verbrachten, eine Sekunde vergeudet wurde.

Wer mich nach dir fragte, dem habe ich gesagt: Die hat einen unglaublichen Sinn für Humor. Ich müßte hinzufügen, daß du deinen Humor gut tarnst, damit die Leute denken, du hättest keinen. Die schärfste Waffe trägst du im Gewande.
„Lina die Schreckliche“. Den Namen trägst du mit Stolz. Er klingt auch gut. Du hast ihn dir verdient, als du ein Jahrzehnt lang in Internet-Foren für Klarheit, ergo Aufregung sorgtest. „Der Forenschreck“ wurdest du auch genannt. Du sagtest: „Mancher von denen, die ich abgefertigt hatte, tat mir danach leid. Aber zum Glück habe ich das immer schnell vergessen.“
Gibt es eigentlich noch diese Foren?

Mit deinem Lächeln bist du sparsam. Ich habe aber auch gesehen, wie du Tränen gelacht hast – über mich. Du konntest mir auf der Nase tanzen, weil du wußtest, daß du dich dann in meine Arme fallen lassen konntest. Du Schöne!

Einen deiner Lieblingsdichter hast du treffend variiert:
„Mögen die Guten sich meiner Kralle erfreuen, mögen die Schlechten meine Grazie fürchten.“

Alles Gute zum Geburtstag!
Ich mußte dir einen Liebesbrief schreiben, sei mir nicht böse.

Die Verhältnisse des Lichts


So also stellt sich die Veranstaltung im Syntopia von vorgestern (125 Jahre DFG-VK – Brechts Kriegsfibel) im (Licht-)Bild dar. Wenn geblitzt worden wäre, hätte es gewohnter, aber nicht unbedingt besser ausgesehen. Das Extreme an den Lichtverhältnissen läßt eine an die Wand projizierte schwarze Fläche blau aussehen.
Dieses Foto entstand kurz nach Beginn. Da waren die Stuhlreihen noch halb leer. Am Ende der Veranstaltung waren viel mehr Zuhörer da als am Anfang. Normalerweise ist das umgekehrt.

GRUND war nicht etwa, daß viele den Anfang der Veranstaltungen nicht, dafür aber das Ende erleben wollten,
SONDERN:
Die hatten alle im Stau gestanden.
Die A-40-Rheinbrücke ist gesperrt.
DADURCH wurde die Brücke der Solidarität zum „Nadelöhr“. Mit Rückstaus bis in die Innenstadt.
UND dann wurde auch noch eine Bombe entschärft (Weltkriegsbombe).
Zu dem politischen Aspekt dieser Veranstaltung, ihre Einordnung in die Geschichte der Friedensbewegung werde ich mich bei Gelegenheit äußern.

Foto © DFG-VK

DFG-VK feiert Geburtstag. Ihr könnt dabei sein.

Die Deutsche Friedensgesellschaft wurde 1892 gegründet. Darum feiert sie jetzt ihr 125jähriges Bestehen. Warum? Es gibt sie immer noch.
Durch Fusionen heißt sie jetzt DFG-VK.

Die DFG-VK galt – gerade in den 80er Jahren, in der Hoch-Zeit der Friedensbewegung – als „kommunistisch unterwandert“. Aber das ist doch gerade das Reizvolle! Wer in den 50er, 60er, 70er, 80er Jahren nicht als „kommunistisch unterwandert“ galt, der hat was falsch gemacht.

Auch die eigenwillige Duisburger Gruppe wird eine Veranstaltung durchführen, und zwar am

Donnerstag, 19. Oktober 2017

um 19 Uhr im Syntopia:

Das heißt: Ich werde euch was berichten, ich werde euch was erzählen und ich werde euch Bilder zeigen.
Der Eintritt ist frei, es darf gespendet werden.

Bilder eines Kunst-Marktes (Ruhrort)

Zum fünften Mal fand der Ruhrorter Kunst- und Kulturmarkt statt – zum ersten Mal mit unserer Beteiligung. Diese Kunst-Aktion war Teil des 22. Ruhrorter Hafenfestes.

RuhrortKunstmarkt15-01Das war vom frühen Vormittag bis zum späten Nachmittag eine schöne Veranstaltung, zu der ich hier schon am 15. August eingeladen hatte. Wer trotzdem nicht hingegangen ist, ist es selber schuld („Ach bitter bereut, wer des Weisen Rat scheut“ sagt der Dichter). Es sei denn, man war bedauernd verhindert oder man hatte tatsächlich etwas tatsächlich Besseres zu tun, zum Beispiel — (Satz selbst vervollständigen).

Gutes Wetter, gute Atmosphäre, freundliche Menschen, die sich gern einen schönen Tag machten, Wiedersehen mit alten Bekannten, alles gut vorbereitet und organisiert von Klaus Brüggenwerth und Katrin Roth.

RuhrortKunstmarkt15-02Unser Stand, seitlich betrachtet.

RuhrortKunstmarkt15-03Bilder des Informel. Bilder von Barito. Barito ist ein 14jähriger Orang Utan im Krefelder Zoo, der seit Jahren Farbe auf Fläche verteilt und immer wußte, wann ein Bild fertig ist, und sich mit der Zeit in seiner Malweise entwickelte. Über das Projekt Affenbrut (angelehnt an Art brut) ist mehr zu erfahren unter www.affenbrut.de.

RuhrortKunstmarkt15-04Und jetzt alle:
„Das machen nuuur die Beine von Dolooores!“

RuhrortKunstmarkt15-05Der Künstler vom Stand nebenan möge mir das nicht übelnehmen. Aber beim Betrachten der phallischen Skulptur (Bildmitte) stellte sich bei mir spontan der Gedanke an einen Katzen-Kratzbaum ein. Ich meine das nicht spöttisch, sondern assoziativ.
Was würden wohl die Katzen zu den Orang-Utan-Bildern sagen? Wahrscheinlich: „Na wenn schon! WIR kratzen Skulpturen.“ Aber wahrscheinlich interessieren die sich ÜBERHAUPT NICHT dafür. Die Bilder wären denen noch nicht einmal egal.
Im Laufe des Tages (vom wechselnden Sonnenstand?) dachte ich mehr an einen Döner-Spieß.

RuhrortKunstmarkt15-06„Kommen Sie ruhig näher“, wie dieses Bild ausdrücken zu sollen scheint. (Typisch germanische Verbanhäufung am Satzende. Aber richtige Empfehlung wurde zum Ausdruck gebracht).

RuhrortKunstmarkt15-07Die Foto- und Grafikkünstlerin Susanne Gwisdalla (links in diesem Bild) bietet T-Shirts mit dem Porträt von Charles Fourier an.

RuhrortKunstmarkt15-08Im Bühnenprogramm: Tom Liwa.

RuhrortKunstmarkt15-09Alle lieben Susi.

Der Termin wurde bestätigt. Bestätigen auch Sie!

Dies ist eine Vorankündigung:

Am Dienstag, 13. Januar 2015 um 19,30 Uhr findet die
LESUNG DES JAHRES
statt.
Um zwar in der Spinatwachtel, Duisburg-Hochfeld, Eigenstraße 42.

Am Dienstag, 13. Januar 2015 gibt es wieder das
Philosophische Kabarett Live.
Helmut Loeven liest!

SatirikerDarfAlles2Bitte erzählen Sie das allen! (Nicht nur denen, die es hören wollen). Sagen Sie das denen, denen man alles zweimal sagen muß, zweimal!
Bitte verschicken Sie E-mails mit der Ankündigung meiner Lesung an all Ihre Bekannten. (Und tun Sie das auch wirklich).
Meine Damen: Sagen Sie all Ihren Verehrern, daß sie bei Ihnen überhaupt nur eine Chance haben, wenn sie zur Lesung kommen. (Das verpflichtet Sie zu gar nichts, sondern nur Ihre Verehrer).

Dies ist (schonmal) eine Vor-Ankündigung. Das heißt: Hier wird die Ankündigung schon mal angekündigt. Warten Sie nicht auf die Ankündigung, sondern entschließen Sie sich jetzt schon, am 13. Januar zur Lesung zu kommen.
Fangen Sie jetzt schon damit an, sich damit abzufinden, daß 5 Euro Eintrittspreis verlangt wird.

Der 6. August ist Hiroshima-Tag

Atomic_cloud_over_Hiroshima„Ich halte dafür, daß das einzige Ziel der Wissenschaft darin besteht, die Mühseligkeit der menschlichen Existenz zu erleichtern. Wenn Wissenschaftler, eingeschüchtert durch selbstsüchtige Machthaber, sich damit begnügen, Wissen um des Wissens willen anzuhäufen, kann die Wissenschaft zum Krüppel gemacht werden, und eure neuen Maschinen mögen nur neue Drangsale bedeuten. Ihr mögt mit der Zeit alles entdecken, was es zu entdecken gibt, und euer Fortschritt wird doch nur ein Fortschreiten von der Menschheit weg sein. Die Kluft zwischen euch und ihr kann eines Tages so groß werden, daß euer Jubelschrei über irgendeine neue Errungenschaft von einem universalen Entsetzensschrei beantwortet werden könnte.“
Bertolt Brecht: Leben des Galilei

Unsere_Zukunft_Atomwaffenfrei_-_Demo_Büchel_2008-2..

Frei-hei-hei-hei-hei-heit

Alles, aber auch wirklich alles wird geregelt durch Angebot & Nachfrage. Gegenwärtig ist die Nachfrage nach Phrasen so groß wie schon lange nicht mehr.
„Aufeinander zugehen“ (bzw. „auf die Menschen“), „bürgernah“, „Verantwortung“, „nahebringen“, „auf das Nahebringen zugehen“, „Verantwortung für die Bürgernähe“, „die Menschen mitnehmen“, „Entschiedenheit im Miteinander“, „Verantwortung mitbringen“, „die Menschen zu den Bürgern bringen“, „Bürgernähe transparent machen“, „Transparenz verantworten“, „mit Inhalten füllen“, „das Wir im Uns“, „das Wir in unserer Verantwortung“, „das Ganze“.
Und der Papst war auch schon da.
Da die Geschäfte weitergehen müssen, muß der Kalte Krieg im Inneren weitergehen. „Da ist Tünche nötig“ (Brecht).
Ihr werdet euch noch umgucken, soll Gesine Lötzsch gesagt haben. Von wegen! Wenn der Gauck so ein paar richtig militaristische Sentenzen losgelassen haben wird, dann werden die Grünen noch lauter jubeln. Und der Trittin redet, als hätte er einen Homburg auf dem Kopp. Der ist ja jetzt sowas von Staatsmann! (Jedenfalls hat er die Pose geübt). Der beantwortet zum Beispiel im Interview keine Frage mehr.
joachim-gauck-mit-schnaeuzAlso, ich finde, der Gauck könnte sich doch wenigstens mal einen Schnäuz stehen lassen.

Kann mir das mal einer erklären?

„Unglücklich das Land, das keine Helden hat.
Nein. Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.“
Brecht

Vor einem Jahr wurde hier die Desolation eines Kriegsdenkmals thematisiert. Eine Schande fällt in sich zusammen. Erinnern Sie sich? Klicken Sie auf den Link.
Kaiserberg03Doch in der Zwischenzeit hat sich in der Denkmalpflege was getan.
Schauen Sie:
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Gucken Sie mal genauer hin:
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Lauter Stofftiere nehmen den Platz der Heldentumsschaustellung für sich in Anspruch. Komisch!
Dem verlogenen Heldentum einen Tort, scheint mir die Erklärung zu sein.

Bitte lesen Sie im DISSkursiv:
http://www.disskursiv.de/2014/07/28/netzfundstuecke-teddys-gegen-kriegsverherrlichung/
und:
http://www.disskursiv.de/2014/07/28/netzfundstuecke-denk-mal/

Und ich erinnere auch nochmal an die Siegfried-Uminterpretation.

BerndUndFreundeDie werden nicht auf dem Kaiserberg der Witterung und der Willkür ausgesetzt, das ist versprochen. Stets gern für die gute Sache verfügbar genießen Sie den Schutz meines Daches.

Der Ostermarsch ist eine gute Sache

Er ist gut für dich, erkundige dich nach ihm!

plakat14purDer schönste Teil von Deutschland ist das Ruhrgebiet.
Das Schönste am Ruhrgebiet ist der Ostermarsch Ruhr.
Hier der Ablauf von Ostersamstag bis Ostermontag von Duisburg nach Dortmund (Bild anklicken zum Vergrößern):

OM-Programm2014Es fängt also am Samstag um 10.30 Uhr an. Aber man kann auch schon früher kommen und Kaffee bestellen, weil wir mit unserem ANTIMILITARISCHISCHEN BUCH-BASAR auch schon früher da sind und Kaffee anbieten.
(Der Antimilitaristische Buch-Basar ist ein Angebot der DFG-VK Duisburg in Kooperation mit der Buchhandlung Weltbühne).

Das Schönste am Ostermarsch Ruhr ist unser Büchertisch.

Hier im Inneren des Landes, da leben sie noch

Ich weiß nicht mehr genau, wann das war. Kann sein, daß ich noch nicht zur Schule ging. Irgendein Mann war bei uns zu Hause, irgend so‘n Meister oder sowas, irgend so‘n 50er-Jahre-Typ, irgend so‘n Wirtschaftswunder-Heini mit dickem Bauch und Glatze. Der stand im Korridor und verabschiedete sich, und ich stand auch da rum, und mich sehend rief dieser Mann: „Aha, das ist also der Stammhalter!“
Es war mir immer peinlich, wenn ich als Kind von Erwachsenen betrachtet und begutachtet wurde. Man setzte Erwartungen in mich, aber was waren das für Erwartungen? Schon von Kindesbeinen an hatte ich eine Aversion gegen plumpe Jovialität. Aber dieses Zusammentreffen war mir besonders peinlich, ja, ich empfand es als bedrohlich.
Zwar hatte ich kaum eine vage Ahnung davon, was unter einem „Stammhalter“ denn nun zu verstehen ist. „Männlicher Nachkomme“ ist damit zunächst einmal gemeint, das verstand ich schon. Indem man den männlichen Erstgeborenen als „Stammhalter“ tituliert, ist damit implizit gesagt, daß dem männlichen Geschlecht ein besonderer Vorrang gebührt. Und das ist nun etwas, was man Kindern tunlichst nicht einzutrichtern hat! „Stammhalter“ gehört zur selben Wortfamilie wie „Haushaltsvorstand“. Dieser Titel war in den 50er Jahren tatsächlich gebräuchlich. Das war die offizielle Bezeichnung für den Familienvater. Und glauben Sie mir: Damals hatte der Haushaltsvorstand von Haushalt überhaupt keine Ahnung.
Das war die Zeit, in der ich die Erwachsenen reden hörte, daß es so alle 20 bis 25 Jahre Krieg gibt. Das sei nun mal der Lauf der Welt, da war man sich sicher. Erstaunlicherweise aber löste die Aussicht auf einen bevorstehenden Weltkrieg weit und breit kein Entsetzen aus. Diejenigen, die den letzten Weltkrieg (oder sogar auch den vorletzten) selbst miterlebt hatten, ergingen sich lieber in Fatalismus, und sie hielten sich für klug. Das liegt daran, daß diese Untertanen vor dem Krieg weniger Angst hatten als vor den Konsequenzen eines Handelns, mit dem man sich dem, was sie für Schicksal hielten, widersetzt. Umhimmelswillen, was würden die Leute dazu sagen! Dann lieber Krieg! Und in einem solchen Erwartungs-Horizont wird der Titel „Stammhalter“ verliehen. Ich fühlte eine Bedrohung, die ich später bei der Lektüre von Bertolt Brecht ausgedrückt fand: „Mit euren Kindern planen sie jetzt schon Kriege.“
Ich hatte kaum eine vage Ahnung davon, was unter einem „Stammhalter“ denn nun zu verstehen ist. Wie in diesem Begriff das Dasein als ganzes und die Sexualität im besonderen reduziert und funktionalisiert wird, konnte ich natürlich erst später erfassen. Aber schon als Kind spürte ich sehr genau: „Vorsicht! Die haben was mit mir vor!“

Haselmäuse

Die dänische Regierung hat sich entschlossen, etwas für die Haselmäuse zu tun. Um Gefahren von den Haselmäusen abzuwenden, wird sogar überlegt, eine geplante Autobahntrasse zu verlegen. Dazu läßt sie sich von Zoologen den Bewegungsradius von Haselmäusen erklären. Haselmäuse bewegen sich in einem Revier von etwa 200 Metern Durchmesser.
Haselmaus
Ich nutze diese Gelegenheit, um darauf aufmerksam zu machen, daß nicht jedes Tier, das „Maus“ genannt wird, auch eine Maus ist. Die Haselmaus gehört nämlich gar nicht zur Nagetierfamilie der Mäuse.
Auch die Spitzmaus ist keine Maus, auch wenn sie so heißt. Die Spitzmaus ist mit den Mäusen nur insoweit verwandt, daß sie gemeinsam mit ihnen zur Klasse der Säugetiere gehört. Die Spitzmaus gehört aber nicht zur Ordnung der Nagetiere, sondern zu den sogenannten Insektenfressern. Sie ist also mit den Igeln und Maulwürfen verwandt.
Insektenfresser sind kleine Sohlengänger mit einem Gebiß aus kleinen spitzen Zähnen. Zu Nagezähnen ausgebildete Schneidezähne hat die Spitzmaus nicht. Im Unterschied zu den Mäusen, die als „Schädlinge“ gesehen werden, macht sich die Spitzmaus durch das Vertilgen von Schädlingsinsekten nützlich. Geringe Sympathie genießt sie allerdings bei den Imkern.
Wenn auch ebenfalls nicht zu den Mäusen zählend, gehört die Haselmaus immerhin zu den Nagetieren. Sie ist mit den Mäusen zwar verwandt, gehört aber zur Familie der Bilche, also zu den nahen Verwandten der Eichhörnchen. Es ihren Verwandten gleichtuend kraxelt die Haselmaus auf Ästen und Zweigen herum und baut etwa zwei Meter über der Erde Nester in Sträuchern.
Haselmäuse sind in Mittel- und Nordeuropa verbreitet. Die dichteste Population von Haselmäusen befindet sich in Dänemark, und zwar auf der Insel Fünen in der Umgebung von Svendborg.
In den Svendborger Gedichten werden allerdings die Haselmäuse an keiner Stelle erwähnt. Wahrscheinlich deshalb nicht, weil ein Gespräch über die Bäume, auf denen die Haselmäuse herumklettern, fast ein Verbrechen ist.

Foto: Björn Schulz / Wikipedia http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Haselmaus.JPG

Vorgestern waren wir in der Spinatwachtel

Ich habe gesagt, da sollte man hingehen. Vorgestern wurde der Beweis erbracht, daß man da auch hingegangen sein sollte. Die Revue hieß „Let’s go underground“ und wurde präsentiert von Marvin Chlada und Lütfiye Güzel in der Spinatwachtel, Duisburg-Hochfeld.
Ebensolche Hervorhebung wie die beiden METZGER-Autoren verdient der bemerkenswerte Kunst-, Kultur- und Gedönsladen.
Schaut her:
http://www.spinatwachtel.eu/

Hermann Borgerding hat berichtet:
Güzel und Chlada in der Spinatwachtel, Tagesgeschehen, Undergroundliteratur und Regen am Todestag von Brian Jones und Jim Morrison. Er fragt: „Was macht eine gute Lesung aus?“ und kommt zu dem Schluß, daß das eine gute Lesung war. Gern zitiertes Zitat: „LaborBefund, Drecksack, Superbastard, Rogue Nation und Der Metzger seien hier nur mal als Beispiele für qualitativ hochwertige und gut laufende (Ich denke mal…) Zines und Anthologien erwähnt! Es geht voran!“

SpinatJuli13-1Nein, ich stehe da nicht dumm in der Gegend rum, sondern klug & weise wie bestellt & abgeholt.
Chlada testet das Gefühl beim Sprechen in ein Mikrophon. Der Text lautete nicht: „Test Test einszwo einszwo“.

SpinatJuli13-2Schauen Sie auch in den fliegenden Koffer!
Perfektionistische Fotobegucker mögen eingedenk sein, daß in einem von der Abendsonne durchs Fenster beleuchteten Raum ohne Blitzlicht keine rasierklingenscharfe Konterfeis erwartet werden dürfen. Hier kreist und kreißt das Leben nebst Freude an der Arbeit und nicht die Perfektion der Lichtbildnerei.

SpinatJuli13-3Worin sich die Fotografie ohne Kunstlicht vom Rest des Daseins unterscheidet sieht man hier: Personen gelangen nur durch völligen Stillstand zur Schärfe. Coca-Cola- und Mineralwasserflaschen haben es da leichter.
„Der Metzger“ kann man trotzdem noch lesen.

SpinatJuli13-4

SpinatJulu13-5
Fotos: Lütfiye (2), Hafenstaedter (3)

Soll ich auch mal in der Spinatwachtel vorlesen? Das ist in Betracht gezogen, und da könnte was draus werden. Wenn es sich konkretisiert, wird hier informiert.

Lütfiye, Lady in black, e-mailte mir gestern den „Plan A“:
„lieber helmut..
sei nicht traurig.. wir verkaufen gaaaaaaaaaaaanz viele bücher und retten die ‚weltbühne‘.“

Ja, da mach ich mit! Mögen die Guten sich an unseren Krallen erfreuen und die Schlechten unsere Grazie fürchten!