Mein Aufbruch, mein Umbruch, mein Akzent

Mein Akzent des Jahres.
24 Jahre (wenn ich richtig gerechnet habe) ist es her, daß die Stadt Duisburg einen ihrer inspirierendsten Aufbrecher (nämlich mich) herbeirief, um sich meiner Mitwirkung bei der Ausstellung „Traue keinem über 30“ im Kultur- und Stadthistorischen Museum (im Rahmen der 17. Duisburger Akzente 1993 zum Thema „Jugend im Aufbruch“) und bei der Gestaltung des Ausstellungskatalogs zu versichern. Sie erinnern sich?
Ausstellungsleiter Werner Pöhling ist inzwischen in Pension (glaub ich). Ausstellungsleiterin Susanne Sommer ist inzwischen Direktorin, und ich bin inzwischen vergessen.

Doch halt!

In diesem Jahr (38. Duisburger Akzente zum Thema „Umbrüche“) erinnerte sich die Stadt Duisburg an einen ihrer inspirierendsten Umbrecher. Gucken Sie mal hier:
genauer hier:
Also, wär das nicht was für Sie?
Freitag, 24. März 2017, 19 Uhr, Lokal Harmonie in Duisburg-Ruhrort, Harmoniestraße 41, da lese ich vor, zusammen mit Silke Vogten, Bernd Kalus, Ruth Schäfer, Marvin Chlada und Tayfun Demir.
See you, see us.

Eröffnung der Wander-Saison 2017

Bericht von dem, was heute vor einer Woche geschah.
Ich eröffnete den Wanderzyklus, was immer möglichst vor Beginn des Frühlings geschehen soll, also noch rechtzeitig geschah, und, anders als die späteren Wanderungen des Jahres, immer auf derselben Strecke stattfindet. Seither hat ein Wechsel der Jahreszeiten stattgefunden, erkennbar z.B. im Zunehmen des Vogelgesangs – haben Sie gemerkt? Oder achten Sie nicht auf sowas?

Unterwegsheit auf der Autobahn vor dem Walde. Hoffentlich gibt es da, wo die hin wollen, leckeren Nudelsalat. Gönne ich denen.

Duisburg-Symbolik (Sören was here): der glatte Schnitt. Diese Stechpalme stand bestimmt da ungenehmigt.

Na, ihr Wildschweine?

Achten Sie auf die Farben!

Himmelfahrt des Blickes.

Oder so (erste Stufe der Abstrahierung).

Was verkünden diese Bilder: Neues Beginnen.

Erst die systematisierte Entwässerung macht den Wald begehbar.

(Hier noch deutlicher veranschaulicht).

Wald im Aufruhr!
Nicht des Volkes gegen den Staat, sondern des Pfostens gegen den Draht.

Diese Frau bewundere ich – auch und gerade wegen ihres konsonantisch-abstrahierten Statements auf der Rückseite.
Erst als ich ihr hinterherschaute, erkannte ich den Grad meiner Bewunderung.
Das weiß sie nicht. Das erfährt sie nicht.
Denn ich kenne sie nicht.

Und wie in jedem Jahr zur gleichen Zeit rastete ich auf dieser Bank.

Von dort aus gesehen (Richtung Norden): Die höchste Stelle von Duisburg. Das ist nämlich nicht, wie oft fälschlich behauptet, der Kaiserberg, sondern der Kammerberg.

Auch hier! Die geheimen Zeichen! Damit die Bilderberger in ihrem Nazibunker in der Antarktis wissen, wohin sie ihre Tschemtrehls für Hillary Clinton hinstrahlen sollen.

Und auf diesem Baum ist gar nichts zu sehen! Das sagt doch wohl alles!

Ich geh jetzt nach Hause.
Long an winding road.

Rive Gauche

Die Wilde-Dinger-Party im Panama-Club war prima.
Zwar ist man von Hochfeld/Neudorf (also: Mitte) mit der Linie 1 fast den halben Tag bis nach Obermarxloh unterwegs. Aber in einer fröhlichen Reisegesellschaft fängt die Party schon in der Straßenbahn an.
Angekommen, fühlt man sich wie angekommen im Quartier Latin.

Gastgeber Werner Muth freut sich, daß alle gekommen sind.
Darüber freuen sich auch alle, die gekommen sind.

Stefan Schlensag alias Blind Joe Black.

Lütfiye Güzel.

Helmut Loeven kennen alle / kennt keiner (das bin ich).

Auch Werner Muth gibt zum besten.

Vielleicht sind demnächst hier auch Tonaufnahmen zu hören oder bewegte Bilder zu sehen. Denn wir sehen nicht nur gut aus, sondern hören uns auch gut an, und unsere Bilder sind erst recht schön, wenn sie sich bewegen.

Fotos: (C) Hafenstaedter

Satz komplett


Aufmerksamen Besuchern fiel auf, daß der Briefmarkensatz von 1964 hier am 6. Januar nicht komplett abgebildet wurde, ein Wert fehlte. Man mußte kein Briefmarkenexperte sein, um zu bemerken, daß bei Gedenkmarken zur Roten Kapelle eine Marke für Harro Schulze-Boysen nicht fehlen kann.
Der Satz müßte jetzt komplett sein.

Der Mensch als Verkehrshindernis

(Anklicken zum Vergrößern)
Ja, wer nimmt sich denn einfach so das Recht?
Die Erkenntnis, daß Gerechtigkeit den Exporten schadet und daß wir uns das Überleben auf dem Planeten aus wirtschaftlichen Gründen einfach nicht mehr leisten können (Programm der FDP, kurz zusammengefaßt) ragt selbstverständlich auch in die Kommunal- und Stadtteil-Politik hinein:
Die Natur macht alles kaputt.
Zur Beruhigung des Herrn Oberbürgermeisters Sören Link (SPD) gibt es Leute, die aus Prinzip immer für das Falsche sind und irgendwelche „Gründe“ an den Haaren herbeiziehen. Die haben im Leben nichts anderes geschafft als sich anpassen. Darum sind sie nur für ein freudloses Dasein zu gewinnen. Sie lieben und leben das Unbehagen, und alles, was dem Leben Wert gibt, Gerechtigkeit, Schönheit, besseres Wissen kurzum: die Freude am Leben, ist ihnen nichts wert. Oder haben Sie schon mal erlebt, daß einer, der für Atomkraftwerke ist, sich gefreut hat (im Sinne von: Götterfunken)?

Die schönsten Postkarten für alle Gelegenheiten machen wir

Die Produktion von Postkarten in der Situationspresse wird fortgesetzt. In diesem Herbst wurden 32 neue Motive veröffentlicht. Einige davon wurden hier schon vorgestellt. Hier die nächsten.

Die Postkarte ist ein stringentes Medium. Das einheitliche Format Din-A 6 (Seitenverhältnis eins zu Wurzel aus zwei) erlaubt nur zwei formale Varianten: Hochformat und Querformat. Innerhalb dieses Rahmens gibt es inhaltlich keine Grenzen. Es gibt: Kitschpostkarten, Urlaubspostkarten, Erotikpostkarten, Glückwunschpostkarten, Weihnachtspostkarten, Osterpostkarten, Kunstpostkarten (Postkarten, die Kunstwerke abbilden oder Kunstwerke sind oder beides). Et cetera.
Es liegt auf der Hand, die Postkarte als subversives Medium der Aufklärung zu nutzen. Das machen wir. Machen Sie mit.

Vom Medium Postkarte schon immer fasziniert, stand ich als Quintaner vor der großen Ansichtskartenwand im Kaufhaus Horten an der Düsseldorfer Straße. Da gab es tatsächlich in unzähligen Variationen Gruß-aus-Duisburg-Karten (wer verschickt sowas?). Und da gab es auch eine Ansichtskarte vom Kaufhaus Horten. Preis: 5 Pfennig.
Das ist es ja, was ich sagen will: Die Postkarte als Medium erreicht den äußersten Winkel der Verrücktheit. Und das mach ich jetzt auch: Zwo Postkarten als Gruß aus der Buchhandlung Weltbühne (einmal außen, einmal innen):

Situationspostkarte (SPK) 95

SPK 96

Die beiden verfremdeten Fotos hat Detlef Stamm aufgenommen. Sie waren bereits in DER METZGER Nr. 120 als Story-Illustration zu sehen, da natürlich nur in schwarzweiß, jetzt hier farbig.

SPK 108 Girls from Macao
Die Girls from Shanghai (SPK 65) sind nicht allein. Die Girls from Macao verbessern die Welt auf ähnliche Weise.

Und dann habe ich noch zwei Motive aus meiner Foto-Schublade hervorgekramt, aus der Noch-nicht-digital-sondern-noch-Dia-Epoche, als ich noch fast nur auf Diafilm fotografierte und alles in meine Foto-Schublade schmiß:

SPK 113
Noch ein Foto von unserem Kater (Name: Kater), das zeigt, daß der die Ruhe weg hatte.

SPK 114
Ein Foto aus dem Jahre 1975, eine Landschaft, die weggeplant wurde: Die Rehwiesen am Dickelsbach, mitten im Wald zwischen Wedau und Wanheimerort.
An die Person in der Mitte des Bildes werden sich sicherlich viele noch oft erinnern.

Diese Karten sind zum Stückpreis von 1 Euro erhältlich (bei Versand bitte 1 Euro hinzurechnen, nicht pro Stück, sondern pro Auftrag). Bestelladresse ist:
Buchhandlung Weltbühne, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg
situationspresse@gmx.de

Wenn Sie in der Kategorienspalte links die Kategorie „Situationspostkarten“ anklicken, wird ein Postkartenkatalog in Fortsetzungen sichtbar.

Es gibt kein Halten mehr: Weitere Postkarten werden in den kommenden Wochen vorgestellt.

Gisela May

Gisela May (1924-2016) wußte, was sie tat und warum.

Ich hörte sie nicht nur auf Schallplatten, sondern auch live im Audimax der Duisburger Universität, das war eine Veranstaltung der Duisburger Akzente 1987 (Einblicke. Kultur und Kunst aus der Deutschen Demokratischen Republik. Erbe und Gegenwart). Da erzählte sie, wie Hanns Eisler 1957 der jungen Sängerin riet: „Das sollten Sie weiter machen.“ Sie folgte seinem Rat. Seit 1962 gehörte sie dem Berliner Ensemble an.

Gisela May bei der Probe zu Mutter Courage mit Regisseur Manfred Wekwerth Foto: Bundesarchiv

Gisela May bei der Probe zu Mutter Courage mit Regisseur Manfred Wekwerth
Foto: Bundesarchiv

1977 spielte sie in dem DEFA-Film „Die Verführbaren“ nach dem Roman „Ein ernstes Leben“ von Heinrich Mann. Den sah ich im Fernsehen. Ein Kriminalkommissar mußte einen Mordfall aufklären, und das gelang ihm auch und die Gerechtigkeit nahm einmal Überhand, und da sprach er den klassischen Satz eines zutiefst pessimistischen Menschen, wenn doch mal was Gutes passiert: „Manchmal packt das Schicksal in seiner Blindheit auch mal an die richtige Stelle.“ Der Satz ist schön, weil er klug ist, und trotzdem will ich ihn nicht glauben.

Die schönsten Postkarten machen wir

Die Produktion von Postkarten in der Situationspresse wird fortgesetzt. In diesem Herbst wurden 32 neue Motive veröffentlicht. Einige davon wurden hier schon vorgestellt. Hier die nächsten.

Die Postkarte ist ein stringentes Medium. Das einheitliche Format Din-A 6 (Seitenverhältnis eins zu Wurzel aus zwei) erlaubt nur zwei formale Varianten: Hochformat und Querformat. Innerhalb dieses Rahmens gibt es inhaltlich keine Grenzen. Es gibt: Kitschpostkarten, Urlaubspostkarten, Erotikpostkarten, Glückwunschpostkarten, Kunstpostkarten (Postkarten, die Kunstwerke abbilden oder Kunstwerke sind oder beides). Et cetera. Da liegt es doch auf der Hand, die Postkarte als subversives Medium der Aufklärung zu nutzen. Das machen wir. Machen Sie mit.

pk97-tolstoigorkiSituationspostkarte (SPK) 97: Leo Tolstoi und Maxim Gorki 1900

pk-104-charlieSPK 104: Je suis Charlie

pk99-cheSPK 99: Che Guevara

pk83-dankeSPK 83: Stadtzerstörung (Mercatorstraße)

pk-100-antifakalkwegSPK 100: Antifa Kalkweg

pk-103-werdeniesoldatSPK 103: Werde nie Soldaten

pk-101-kunstdersatireSPK 101: Kunst der Satire

pk-102-ueberwachungSPK 102: Überwachung

Motive von: Merkfoto, Hafenstaedter, DFG-VK, Projektgruppe Pudding und gestern usw.

Diese Karten sind zum Stückpreis von 1 Euro erhältlich (bei Versand bitte 1 Euro hinzurechnen, nicht pro Stück, sondern pro Auftrag). Bestelladresse ist:
Buchhandlung Weltbühne, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg
situationspresse@gmx.de

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Es gibt kein Halten mehr: Weitere Postkarten werden in den kommenden Wochen vorgestellt.

Duisburger Jahrbuch 2017

Gestern habe ich zum ersten Mal seit 40 Jahren eine Buchhandlung betreten (— die mir nicht gehört). (Ich trank auch ein Glas Sekt).
Warum, steht hier:

waz20161125-jahrbuch
Wer eine Heimat-Festschrift argwöhnt, wie sie von der IHK oder von der Fremdenverkehrswerbung stammen könnte, kann also erleichtert sein. In dem solide erarbeiteten Jahrbuch kann man z.B. auch lesen: „Duispunkt punktet gegen Pegida„.
Auch das ist drin:

jahrbucheschhaus
Wer das Duisburger Jahrbuch 2017 haben will, kann zu dem Behufe eine Buchhandlung betreten, die mir gehört (oder es sich auch schicken lassen. Geht auch).

Bilder anklicken zum Vergrößern.

Rechtsterrorismus vor der eigenen Haustür?

Freitag (25.11., 19 Uhr): Veranstaltung im Syntopia:

Rechtsterrorismus vor der eigenen Haustür? Der Fall „Legion47“.
November 2016, der Terror von rechts scheint mehr denn je präsent zu sein:
Vor genau fünf Jahren war die Selbstenttarnung des NSU, seit 2015 gab es einen rasanten Anstieg von Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte, allein in den ersten 9 Monaten dieses Jahres gab
es nach Auskunft der Bundesregierung mindestens 12 versuchte Tötungsdelikte, im September 2016 explodierte eine Bombe vor der Wohnung eines Imams in Dresden, in München stehen Mitglieder der rechtsterroristischen Gruppierung „Oldschool Society“ vor Gericht, die Anschläge u.a. in Bochum geplant haben sollen.
Doch in Duisburg gibt es so etwas nicht! Diesen Einschätzung vermitteln jedenfalls die Kriminalinspektion Staatsschutz der Duisburger Polizei und die lokalen Medien.
Ende 2012 bis August 2014 agierte die NPD-nahe Kameradschaft „Legion 47“ im Duisburger Süden. Ihre Mitglieder verfügten über scharfe Waffen und Munition und über Sprengstoff. Drei der Anführer standen 2015 vor Gericht. Ihnen wurden Brandanschläge, Körperverletzungen und zahlreiche
Einbrüche nachgewiesen. Doch die politische Dimension des Falles wurde weitgehend ausgeblendet. Staatsanwälte, Verteidigung und Gericht waren sich einig: Das Trio sei lediglich eine nicht politisch motivierte Diebesbande.
Der Vortrag wird die Taten der „Legion 47“ und den Prozess beleuchten. Anschließend möchten wir mit euch diskutieren, wie wir als Antifaschisten mit solchen Fällen umgehen können.

Zum Thema siehe auch: DER METZGER Nr. 117.

syntopiavoninnenStadtteil- und Projektladen in Duisburg-Hochfeld
Syntopia / Mustermensch e.V.
Gerokstr. 2
47053 Duisburg
Haltestelle: Pauluskirche