1. Juni

Am 1. Juni 2012 startete das Weblog „Amore e rabbia“. […] Das Versprechen, die Leserschaft mit Nachrichten, Reflexionen, Kommentaren, Widerworten, Wiederholungen, philosophischem Kabarett, Beobachtungen und Erinnerungen zu versorgen, wurde wohl ganz passabel erfüllt. Weiterhin wird garantiert für einseitige Beeinflussung und tendenziöse Berichterstattung. Wo ALLSEITIGKEIT entwickelt wird, bleibt für das Nullsummenspiel der Ausgewogenheit kein Platz übrig. Und so bleibt das. […]
Der 1. Juni ist kein zufälliges Datum. Denn einige wichtige Wendepunkte meines Lebenslaufs fielen zufällig auf einen 1. Juni. Als meine Frau noch lebte, feierten wir den 1. Juni wie einen heimlichen Geburtstag. Seit Jahren, so auch heute, verbringe ich eine Zeit des höchstpersönlichen Feiertags auf dem Kaiserberg, denn an dem wohl wichtigsten 1. Juni meines Lebens war ich auch auf dem Kaiserberg. Traditionen solcher Art pflege ich, denn die ZEIT ist besser zu reflektieren, wenn sie einen Rhythmus hat.
Daß auch dieses Weblog aus gutem Hause zufällig an einem 1. Juni begonnen wurde, ist also kein Zufall.

[Dies ist das Notat vom 1. Juni 2013]

Auf dem Weg zum Kaiserberg kommt man hier entlang.

Früher konnte man von hier aus weit in den Duisburger Süden blicken. Heute ist der Ausblick zugewachsen. Nun gut.

Der nördliche Ausblick („Schnabelhuk“). Man schaut weit in den Norden und läßt die Schwerindustrie einen guten Mann sein.

Da ich also heute eigentlich nur mitzuteilen habe, daß ich heute eigentlich nichts mitzuteilen habe, empfehle ich einen Rückblick auf ein paar zufällig ausgewählte Notate:

hier klicken
und hier
und hier
und hier
und hier

Wenn die so nützliche REFLEXION DER ZEIT sich nicht in selbsttäuschender Nostalgie verlieren soll, ist es hilfreich, sich öfter und genauer zu erinnern. (Das schrieb ich hier hin heute vor einem Jahr).

Neu in der Weltbühne: „Die meine Wege kreuzten“ von Walter Kaufmann

Das neue Buch von Walter Kaufmann liegt in der Buchhandlung Weltbühne für Sie bereit.
Sie können es sich auch von uns mit der Post zuschicken lassen.

Entscheiden Sie sich richtig!
Es kommt nicht nur darauf an, welche Bücher man liest, sondern auch, in welcher Buchhandlung man sie bestellt.
Unterstützen Sie die linke Buchhandlung, die in Zeiten wie diesen viel leisten muß.
Weltbühne muß bleiben

Das soll mal reichen

Am Rande der Kruppstraße (Richtung Kalkweg), linke Straßenseite, da sieht man sowas.
Beim Betrachten dieses Bildes: Die besten Ideen sind oft die, auf die man nicht kommt.
Mit schwarzem Edding wies einer die Welt in die Schranken.
Immerhin: g ist möglich.
Rechts unten: unterschrieben.
Das soll erst mal reichen.

Heute vor einer Woche

„Ein Mann, den wir nicht kennen.“
Glauben Sie.
Gucken Sie mal genauer hin.
„Wer trägt denn heute noch einen klassischen Trenchcoat?“, wird sich die WAZ-Fotografin gedacht haben, und fotografierte das.
Sie kennen doch bestimmt keinen zweiten, der in Duisburg im Trenchcoat (frei) herumläuft.

Mein Inerscheinungtreten bei der Auftaktkundgebung des Ostermarsches löste die erwarteten Emotionen aus: Freude (bei den einen), Verwunderung (bei den anderen), Ärger (bei einigen), gar keine (bei den meisten).
Die Verkniffenheit in den Gesichtern der Michnichtleidenkönner und Diebuchhandlungweltbühneniebetreter weckt Freundlichkeit in mir.

Eine Schüppe

Es war im Jahre 1955, ich ging noch nicht zur Schule. Ich war in Wanheimerort zu Besuch bei meiner Tante (Forststraße). Ich schaute aus dem Fenster (Obergeschoß). Am Nachbarhaus (Hilgers) waren Bauarbeiter mit irgendwas beschäftigt. Ein Bauarbeiter (offenbar von einer anderen Firma) kam die Straße entlang; er zog einen Karren voller Baugeräte hinter sich her (Spaten, Pickhacken etc.), und er rief:
„Äh! Ihr happt noch öne Schüppe von uns!“
Die Bauarbeiter an dem Haus antworteten:
„Wat? Öhh böbö höö-hö“, was wohl heißen sollte: Nein, wir haben keine Schüppe von euch.

Bitte denken Sie daran, uns nicht zu vergessen


GEGEN DAS GENESEN AM DEUTSCHEN WESEN. CARL VON OSSIETZKY
EINE BIOGRAFISCHE SKIZZE / VORTRAG VON HELMUT LOEVEN

Donnerstag, 15.03. 19:30 Uhr

Syntopia
Gerokstraße 2
47053 Duisburg-Hochfeld
Eintritt: frei

Carl von Ossietzky (1889 – 1938) war der Herausgeber der Zeitschrift „Die Weltbühne“. Sie war das Organ der radikaldemokratischen intellektuellen Linken in der Weimarer Republik. In ihr wurde der Gedanke formuliert, dass ein demokratischer Staat einer demokratischen Gesellschaft und einer demokratischen Kultur bedarf. Der Widerstand gegen Militarismus und gegen den aufsteigenden Faschismus blieb der Widerstand einer Minderheit.

Carl von Ossietzky, der 1936 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in Konzentrationslagern des NS-Regimes.

Eine Veranstaltung der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK).

Gegen das Genesen am deutschen Wesen


Die 39. Duisburger Akzente haben das Thema
NIE WIEDER KRIEG ?

Die DFG-VK Duisburg beteiligt sich an dieser Veranstaltungsreihe.
Unser Beitrag ist mein Vortrag über den Schriftsteller, Friedenskämpfer und Nazigegner Carl von Ossietzky.
Das Syntopia, in dem der Vortrag am Donnerstag, 15. März um 19,30 Uhr stattfindet, ist in Hochfeld auf der Gerokstraße / Ecke Eigenstraße.
Die nächste Straßenbahn- und Bushaltestelle: Pauluskirche.

Ein Prozeß hat begonnen

Ein Prozeß hat begonnen vor dem Landgericht, der Unzufriedenheit hinterlassen wird.

Die Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade-Katastrophe im Karl-Lehr-Tunnel („Todestunnel“ genannt) wird immer wieder aufgesucht und erneuert. Die Würde wird durch die Deutlichkeit der Worte gewahrt. Amore e Rabbia.
Über die Naivität vieler Trauer-Symbole soll man sich nicht mokieren. Sie sollen respektiert werden in einem Land, das mit der UNFÄHIGKEIT ZU TRAUERN identifiziert wurde.
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