Heute vor einer Woche

„Ein Mann, den wir nicht kennen.“
Glauben Sie.
Gucken Sie mal genauer hin.
„Wer trägt denn heute noch einen klassischen Trenchcoat?“, wird sich die WAZ-Fotografin gedacht haben, und fotografierte das.
Sie kennen doch bestimmt keinen zweiten, der in Duisburg im Trenchcoat (frei) herumläuft.

Mein Inerscheinungtreten bei der Auftaktkundgebung des Ostermarsches löste die erwarteten Emotionen aus: Freude (bei den einen), Verwunderung (bei den anderen), Ärger (bei einigen), gar keine (bei den meisten).
Die Verkniffenheit in den Gesichtern der Michnichtleidenkönner und Diebuchhandlungweltbühneniebetreter weckt Freundlichkeit in mir.

Eine Schüppe

Es war im Jahre 1955, ich ging noch nicht zur Schule. Ich war in Wanheimerort zu Besuch bei meiner Tante (Forststraße). Ich schaute aus dem Fenster (Obergeschoß). Am Nachbarhaus (Hilgers) waren Bauarbeiter mit irgendwas beschäftigt. Ein Bauarbeiter (offenbar von einer anderen Firma) kam die Straße entlang; er zog einen Karren voller Baugeräte hinter sich her (Spaten, Pickhacken etc.), und er rief:
„Äh! Ihr happt noch öne Schüppe von uns!“
Die Bauarbeiter an dem Haus antworteten:
„Wat? Öhh böbö höö-hö“, was wohl heißen sollte: Nein, wir haben keine Schüppe von euch.

Bitte denken Sie daran, uns nicht zu vergessen


GEGEN DAS GENESEN AM DEUTSCHEN WESEN. CARL VON OSSIETZKY
EINE BIOGRAFISCHE SKIZZE / VORTRAG VON HELMUT LOEVEN

Donnerstag, 15.03. 19:30 Uhr

Syntopia
Gerokstraße 2
47053 Duisburg-Hochfeld
Eintritt: frei

Carl von Ossietzky (1889 – 1938) war der Herausgeber der Zeitschrift „Die Weltbühne“. Sie war das Organ der radikaldemokratischen intellektuellen Linken in der Weimarer Republik. In ihr wurde der Gedanke formuliert, dass ein demokratischer Staat einer demokratischen Gesellschaft und einer demokratischen Kultur bedarf. Der Widerstand gegen Militarismus und gegen den aufsteigenden Faschismus blieb der Widerstand einer Minderheit.

Carl von Ossietzky, der 1936 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in Konzentrationslagern des NS-Regimes.

Eine Veranstaltung der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK).

Gegen das Genesen am deutschen Wesen


Die 39. Duisburger Akzente haben das Thema
NIE WIEDER KRIEG ?

Die DFG-VK Duisburg beteiligt sich an dieser Veranstaltungsreihe.
Unser Beitrag ist mein Vortrag über den Schriftsteller, Friedenskämpfer und Nazigegner Carl von Ossietzky.
Das Syntopia, in dem der Vortrag am Donnerstag, 15. März um 19,30 Uhr stattfindet, ist in Hochfeld auf der Gerokstraße / Ecke Eigenstraße.
Die nächste Straßenbahn- und Bushaltestelle: Pauluskirche.

Ein Prozeß hat begonnen

Ein Prozeß hat begonnen vor dem Landgericht, der Unzufriedenheit hinterlassen wird.

Die Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade-Katastrophe im Karl-Lehr-Tunnel („Todestunnel“ genannt) wird immer wieder aufgesucht und erneuert. Die Würde wird durch die Deutlichkeit der Worte gewahrt. Amore e Rabbia.
Über die Naivität vieler Trauer-Symbole soll man sich nicht mokieren. Sie sollen respektiert werden in einem Land, das mit der UNFÄHIGKEIT ZU TRAUERN identifiziert wurde.
..

Bücher umständehalber abzugeben

„… haben wir doch schon gesehen.“
Richtig. Das Bild (© Merkfoto) wurde aufgenommen beim neuesten Buchholzer Autorenplausch, über den hier und hier berichtet wurde.
Heute geht es um den Mann rechts im Bild, den Autorenplausch (Mit-)Organisator Werner Zapp und um seine Bücher.
Gegen die Bezeichnung „Autor mit Killerinstinkt“ wehrt er sich nicht. Den Titel Herzlos (204 Seiten, 9,95 Euro) stellt der Paashaas Verlag so vor:
„Werner Zapp liefert eine Mischung aus brutal hartem Thriller und psychologischem Seelendrama. Ein Werk mit Tiefgang und Sensibilität“, fügt aber sogleich hinzu: „Das Buch enthält gewalthafte Szenen und brutale Beschreibungen und ist daher nicht für Kinder oder Jugendliche geeignet!“
Man mag hinzufügen: Auch nicht unbedingt das ideale Weihnachtsgeschenk im Normalfall. Allerdings läßt Weihnachten vom Jahr noch viel Rest übrig.
Worum geht es da?
„Ein Thriller aus dem Ruhrgebiet! Ein grausamer Doppelmord in Duisburg erschüttert die Region und besonders einen unbescholtenen Familienvater, dessen Ehefrau und kleine Tochter bei der blutigen Tat ums Leben kamen. Getrieben von Rachsucht und Verbitterung macht sich der geschockte Mann auf, den Mörder aufzuspüren und umzubringen, den er in einer dubiosen Sekte auf Fuerteventura vermutet. Auf der Kanareninsel realisiert er allerdings, dass er einem schweren Irrtum erlegen ist. Seinem Schicksal kann er jedoch nicht mehr entfliehen …“
Zweiter Vorschlag:
Werner Zapp: Geschichten umständehalber abzugeben. Paperback, 136 Seiten, 8,90 Euro
„Kennen Sie solche Leute? Solche, die mit wirren Kosenamen um sich werfen, von anderen pure Toleranz erwarten, aber doch selbst nur Ignoranz verbreiten. Menschen, die sich Albträume leisten, Brause aus Weintrauben trinken und am Ankunftstag eigentlich schon weg sind. Diese Kurzgeschichten werden Sie berühren. Sie werden sich und andere darin wiedererkennen und machen Bekanntschaft mit einem Autor, der Ihr bester Freund und Ihr schlimmster Feind in einer Person ist. Werner Zapp bringt es auf den Punkt! Und er will, dass dieser Punkt an den Leser geht – denn seine Geschichten sind nicht ohne Grund umständehalber abzugeben.“

Beide Bücher gehören zum Standard-Sortiment der Buchhandlung Weltbühne. Hier hat die „Literatur gegen den Strich“ ihren Platz, und damit die Literatur gegen den Strich ihren Platz behaupten kann, sollte sie auch nur dort bestellt werden.
WELTBÜEHNE MUSS BLEIBEN.

Das rote Hamborn – das Begleitbuch zur Ausstellung

Die Ausstellung „Das rote Hamborn“ im Kultur- und Stadthistorischen Museum fand viel Aufmerksamkeit. Auch in diesem Blog wurde darüber berichtet. Sie läuft noch bis zum 28. Januar.
Im Mercator-Verlag erschien das Begleitbuch zur Ausstellung:

Das rote Hamborn. Politischer Widerstand in Duisburg von 1933 bis 1945. 96 S., zahlreiche Abbildungen. 12,90 Euro
Duisburg war ein Zentrum des politischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Geprägt durch Bergbau und Schwerindustrie gab es eine breite und gewerkschaftlich organisierte Arbeiterklasse, aus der heraus sich der Widerstand formierte. Die stärksten Widerstandsaktionen in Duisburg gingen von sozialdemokratischen und kommunistischen Gruppen aus. Das Thema „Widerstand in Duisburg“ konzentriert sich auf den industriellen Norden der Stadt, auf den Stadtbezirk Hamborn. Doch auch die Widerstandsarbeit in benachbarten Stadtgebieten wie Meiderich oder Ruhrort und weiter südlich im „roten Hochfeld“ mit seinen Industrieanlagen am Rhein wird schlaglichtartig vorgestellt. Mit dem großen Binnenhafen und der Rheinschifffahrt, mit seinem Verkehrsknotenpunkt im Westen des Ruhrgebiets und nahe den Niederlanden bot Duisburg für die Organisation des Widerstands ideale Voraussetzungen.

Dieses zwar gehaltvolle, aber relativ schmale Werk muß vorläufig das vergriffene zweibändige Werk „Verfolgung und Widerstand in Duisburg 1933-1945“ ersetzen. Die Duisburger VVN war sehr bemüht, dieses Standardwerk so schnell wie möglich zu verramschen und diese Informationsquelle versiegen zu lassen – trotz meiner ständig wiederholten eindringlichen Warnung. Aber dort glaubt man, mich nicht zu kennen.
Mit dem Buch zur Ausstellung wird die Lücke wieder ein wenig geschlossen.
Bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (und nirgendwo anders – auch im Versand).
Strukturen der Aufklärung müssen gerettet werden. Weltbühne muß bleiben.