50/40 Jahre 11. Mai (26-38)

Der Film, der vor 40 Jahren entstand, behandelt ein Ereignis, das vor 50 Jahren stattfand, und damit verbundene Assoziationen.

Der Titel des Films lautet „Der 11. Mai – Le Onze Mai“ (Hut-Film 1078, 35 Min.).

Der Film ist auf der DVD „Der 11. Mai und andere Kurzfilme von Helmut Loeven“ enthalten (Hut-Film DVD 2009, zusammen 98 Minuten) und für 12,50 Euro überall im Buchhandel (ISBN 978-3-935673-26-6) oder direkt in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich.

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Gänge unter dem Himmel (15-21)

Der Orientierungsturm (hinten). Wenn ich in der Gegend, in der solche Residenzen stehen (vorn), unterwegs bin, muß ich darauf achten, immer diesseits des Horizontes den Turm zu erkennen, um zu wissen, daß ich mich nicht (ver)irre.

Sagen Sie mal nix. Unter „Hochfeld“ wird nicht überall dasselbe verstanden.

Ja was ist das denn? Eine Ratte im Mülheimer Villenviertel! Also!

Was soll uns dieses Foto sagen?
Nur, wer uns entgegen fährt, muß sich bergauf bemühen?
Ach, lassen wir das doch!
Saarner Straße.

Nähe Katzenbruch. Wer hier wohnt, der wohnt nicht ungemütlich.
In dem Häusken vorn war bis vor kurzem noch ein kleiner Lebensmittelladen. Davor war ein Schild, darauf stand nicht „Edeka“ oder „Aldi“ oder „Rewe“, sondern: „SPAR“. Kennen Sie das noch? SPAR? Da gab es zum Beispiel auch Pril, und Persil bleibt Persil.
Persil war unter den Waschmitteln das, was Mercedes unter den Autos ist. Einfache Leute nahmen Sunil oder Dash oder OMO.
Vorn an dem Häusken hing noch vor kurzem ein Briefkasten. Da konnte man Briefe und Postkarten einwerfen.
Erinnern Sie sich noch? Postkarten? Ich produziere heute noch welche, da kenne ich nix.

Nicht ungemütlich ist auch die Architektur, die die Häuser nicht gleich frontal, sondern mehr so hintenrum eintretbar macht. In so einem Anbau dahinter mit kleiner Tür hatte man früher eine Waschküche. Im Hintergrund das Resultat der 60er-Jahre-Nadelgehölz-Invasion in deutschen Bürgergärten.

Vom Katzenbruch nach Hause sind es nur noch ein paar Kilometer durch den Wald, Nachtigallental, am Forellenteich entlang.
Der obere Teich ist vom einfließenden Bach mit Sand und Erdreich gefüllt worden, wodurch zuerst ein Flachgewässer, dann eine Halbinsel entstand, auf der Bäume wachsen.
Inzwischen haben sich auf dieser Fläche Schwertlilien ausgebreitet.
Wer diese Fläche betritt, versinkt im Morast.
Der Wald will wieder werden, was er war, bevor er romantisiert wurde.

Itzo: Gänge unter dem Himmel (8-14)

Das habe ich Ihnen doch schon mal gezeigt.

Wer behauptet eigentlich ständig, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen?

Brennesseln und Brombeeren. Die können uns Freude bringen.
Brombeeren? Klar. Gelee und so. Aber Brenn(n)esseln auch?
Dann lesen Sie doch mal: Maud Sacquard de Belleroche: Geständnisse, Memoiren einer Frau von vierzig Jahren (1968), das Kapitel über die Französischlehrerin, ziemlich am Anfang.

Hier, mitten im Walde, hat irgendson Klöckner oder Thyssen oder Stinnes oder Thynnes ein Waldschloß errichten lassen.

Man muß schon eine Lücke finden, um eine Vorstellung von der Dimension des Repräsentations-Wochenendhauses zu bekommen. Vorn im Bild ist ja wohl das „Gesindehaus“.
Es wird ringend mit Händen nach neuen Benutzern der Immobilie gesucht. Die Thynnesse wohnen heute nicht mehr so klassizistisch.

Das ist nicht etwa, wie Sie glauben, das Eschhaus, sondern die Akademie Wolfsburg. Nicht Anarchie, sondern Katholie.

Dahinter, auf Mülheimer Gebiet schon, haben die Wichtigleute von heute sowas für sich hinplanen lassen.
Das Haus vorn: Nach einem Besuch kann die Gattin sagen: „Hast du gesehen? DIE haben eine runde Wand. Und was haben wir?“
Das Haus dahinter: DIE haben immerhin ein Dach (fast) bis auf die Erd‘.
Hoffentlich gibt es da auch mal leckeren Nudelsalat.

Fürtsetzöng fülgt.

Jetzo: Fahrt zum Himmel (1-7)

Vorgestern: Hochfest, Schulfrei, Geschäfte zu. Als aufmerksamer Leser wissen Sie bescheid, was jetzt kommt.

Jetzo kommt die Zeit heran. Schritt aus der Haustür.

Blick zurück – nicht im Zorn, sondern in die entgegengesetzte Richtung. Schöne Straße, auf der ich wohne.

Botanische Eskapaden auf dem Uni-Gelände.

Überragend!

Typisch Uni des 21. Jahrhunderts. Hier werdet Ihr „fit“ gemacht. („fit“ = geeignet, brauchbar, verwertbar). Doch wir sind Misfits.


Zugang zum Walde mittels Überbrückung von Eisenbahn und Autobahn mithilfe der Expo-Brücke.
Warum heißt die Expo-Brücke Expo-Brücke?
Die Expo-Brücke heißt Expo-Brücke, weil sie erst auf dem Gelände der Weltausstellung (Expo) 1958 in Brüssel stand. Als die Expo 1958 endete, wurde die Brücke dort nicht mehr gebraucht, darum zerlegt und in Duisburg wieder zusammengebaut. Sie diente jahrzehntelang als Zoo-Brücke, weil sie die beiden durch die Autobahn getrennten Teile des Zoogeländes miteinander verband. Dann wurde sie auch dort abgebaut und ein paar Kilometer südlich wieder zusammengebaut. Narrenhände beschmieren Tisch und Expo-Brücke.
Nebenbei: Der größte Pin der Welt!

…denn im Wald sind nicht die Säu-äufer!

Fortsetzung folgt.
Und jetzt und immer: Bilder anklicken zum Vergößern.

Eröffnung der Wander-Saison 2017

Bericht von dem, was heute vor einer Woche geschah.
Ich eröffnete den Wanderzyklus, was immer möglichst vor Beginn des Frühlings geschehen soll, also noch rechtzeitig geschah, und, anders als die späteren Wanderungen des Jahres, immer auf derselben Strecke stattfindet. Seither hat ein Wechsel der Jahreszeiten stattgefunden, erkennbar z.B. im Zunehmen des Vogelgesangs – haben Sie gemerkt? Oder achten Sie nicht auf sowas?

Unterwegsheit auf der Autobahn vor dem Walde. Hoffentlich gibt es da, wo die hin wollen, leckeren Nudelsalat. Gönne ich denen.

Duisburg-Symbolik (Sören was here): der glatte Schnitt. Diese Stechpalme stand bestimmt da ungenehmigt.

Na, ihr Wildschweine?

Achten Sie auf die Farben!

Himmelfahrt des Blickes.

Oder so (erste Stufe der Abstrahierung).

Was verkünden diese Bilder: Neues Beginnen.

Erst die systematisierte Entwässerung macht den Wald begehbar.

(Hier noch deutlicher veranschaulicht).

Wald im Aufruhr!
Nicht des Volkes gegen den Staat, sondern des Pfostens gegen den Draht.

Diese Frau bewundere ich – auch und gerade wegen ihres konsonantisch-abstrahierten Statements auf der Rückseite.
Erst als ich ihr hinterherschaute, erkannte ich den Grad meiner Bewunderung.
Das weiß sie nicht. Das erfährt sie nicht.
Denn ich kenne sie nicht.

Und wie in jedem Jahr zur gleichen Zeit rastete ich auf dieser Bank.

Von dort aus gesehen (Richtung Norden): Die höchste Stelle von Duisburg. Das ist nämlich nicht, wie oft fälschlich behauptet, der Kaiserberg, sondern der Kammerberg.

Auch hier! Die geheimen Zeichen! Damit die Bilderberger in ihrem Nazibunker in der Antarktis wissen, wohin sie ihre Tschemtrehls für Hillary Clinton hinstrahlen sollen.

Und auf diesem Baum ist gar nichts zu sehen! Das sagt doch wohl alles!

Ich geh jetzt nach Hause.
Long an winding road.

Die schönsten Postkarten für alle Gelegenheiten machen wir

Die Produktion von Postkarten in der Situationspresse wird fortgesetzt. In diesem Herbst wurden 32 neue Motive veröffentlicht. Einige davon wurden hier schon vorgestellt. Hier die nächsten.

Die Postkarte ist ein stringentes Medium. Das einheitliche Format Din-A 6 (Seitenverhältnis eins zu Wurzel aus zwei) erlaubt nur zwei formale Varianten: Hochformat und Querformat. Innerhalb dieses Rahmens gibt es inhaltlich keine Grenzen. Es gibt: Kitschpostkarten, Urlaubspostkarten, Erotikpostkarten, Glückwunschpostkarten, Weihnachtspostkarten, Osterpostkarten, Kunstpostkarten (Postkarten, die Kunstwerke abbilden oder Kunstwerke sind oder beides). Et cetera.
Es liegt auf der Hand, die Postkarte als subversives Medium der Aufklärung zu nutzen. Das machen wir. Machen Sie mit.

Vom Medium Postkarte schon immer fasziniert, stand ich als Quintaner vor der großen Ansichtskartenwand im Kaufhaus Horten an der Düsseldorfer Straße. Da gab es tatsächlich in unzähligen Variationen Gruß-aus-Duisburg-Karten (wer verschickt sowas?). Und da gab es auch eine Ansichtskarte vom Kaufhaus Horten. Preis: 5 Pfennig.
Das ist es ja, was ich sagen will: Die Postkarte als Medium erreicht den äußersten Winkel der Verrücktheit. Und das mach ich jetzt auch: Zwo Postkarten als Gruß aus der Buchhandlung Weltbühne (einmal außen, einmal innen):

Situationspostkarte (SPK) 95

SPK 96

Die beiden verfremdeten Fotos hat Detlef Stamm aufgenommen. Sie waren bereits in DER METZGER Nr. 120 als Story-Illustration zu sehen, da natürlich nur in schwarzweiß, jetzt hier farbig.

SPK 108 Girls from Macao
Die Girls from Shanghai (SPK 65) sind nicht allein. Die Girls from Macao verbessern die Welt auf ähnliche Weise.

Und dann habe ich noch zwei Motive aus meiner Foto-Schublade hervorgekramt, aus der Noch-nicht-digital-sondern-noch-Dia-Epoche, als ich noch fast nur auf Diafilm fotografierte und alles in meine Foto-Schublade schmiß:

SPK 113
Noch ein Foto von unserem Kater (Name: Kater), das zeigt, daß der die Ruhe weg hatte.

SPK 114
Ein Foto aus dem Jahre 1975, eine Landschaft, die weggeplant wurde: Die Rehwiesen am Dickelsbach, mitten im Wald zwischen Wedau und Wanheimerort.
An die Person in der Mitte des Bildes werden sich sicherlich viele noch oft erinnern.

Diese Karten sind zum Stückpreis von 1 Euro erhältlich (bei Versand bitte 1 Euro hinzurechnen, nicht pro Stück, sondern pro Auftrag). Bestelladresse ist:
Buchhandlung Weltbühne, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg
situationspresse@gmx.de

Wenn Sie in der Kategorienspalte links die Kategorie „Situationspostkarten“ anklicken, wird ein Postkartenkatalog in Fortsetzungen sichtbar.

Es gibt kein Halten mehr: Weitere Postkarten werden in den kommenden Wochen vorgestellt.

Racheschwur der Natur

Kaum ein Mensch hat in all den Jahren das Uni-Gelände so oft für Spaziergänge genutzt wie ich. Und dann sowas!
Unkraut-1Die Streifen zwischen dem Unigelände und der Bahntrasse und dann zwischen der Bahntrasse und der Autobahn waren reichlich bewaldet (von Bäumen bewachsen).
Doch dann kriegte die Stadtverwaltung Wind davon, und sie wurde mal wieder als Stadtentwaldung tätig.
Folge: Der Autobahnlärm, einst durch die Vegetation gedämpft, schallt nun bis in den letzten Winkel des letzten Seminarraums.
Unkraut-2Die Stapel mit zersägten Stämmen sind fast restlos weggeräumt. Unterdessen überwuchert die Vegetation wieder die Taten der Schandverwaltung.
Unkraut-3Wie trostreich überhaupt das Wachstum, das eigenen Plänen folgt! (Als „Unkraut“ diffamiert).
Unkraut-4Hinein in die Parkbucht! (Was für ein Wort: „Parkbucht“). Zwischen den Pflastersteinen wächst das Gras.
Unkraut-5Ein herrlicher Anblick!
Unkraut-6Das ist was für Naturgenießer!

Wildschweine im Duisburger Wald

Schwein1Schwein2Schwein3Schwein4
Schwein5Es ist tatsächlich so wie oft beschrieben: Die Wildschweine durchpflügen den Boden mit der Nase. Da kann Wirsing oder Weißkohl als Futter ausgelegt werden – lieber durchwühlen die mit der Nase den Grund. Das machen die aus Prinzip. Die hören nur dann damit auf, wenn ich das fotografieren will.

Schwein6Es ist tatsächlich so, wie man sich das vorstellt. Die Wildschweine grunzen so vor sich hin. Was will das Wildschwein dadurch mitteilen? Zufriedenheit? Unzufriedenheit? Das hört sich komisch an, wenn aus allen Richtungen Grunzlaute geäußert werden.
Manchmal richtet sich das Grunzen an das nächste Schwein und klingt unduldsam. Etwa: „Hau ab! Such dir selber ’ne Möhre!“
Schweine verfügen, wie bekannt, über ein weiteres Ausdrucksmittel. Manchmal quieken die.
Waren Sie schon mal dabei, wenn Wildschweine im Wald gequiekt haben?
Sehen Sie!