November 1918

Neu in der Weltbühne:
Klaus Gietinger: November 1918 – Der verpasste Frühling des 20. Jahrhunderts
Mit einem Vorwort von Karl Heinz Roth
Edition Nautilus, März 2018. Broschur, 272 Seiten. 18,00 €.

Verlagstext:
Ein flammendes Plädoyer dafür, die verpasste soziale Revolution zwischen Kieler Matrosenaufständen und Weimarer Republik dem Vergessen zu entreißen!
100 Jahre nach dem November 1918 spricht man nur noch vom „Kriegsende“, vom „Zusammenbruch des Kaiserreichs“.
Dabei war die Novemberrevolution tatsächlich ein Aufbruch, ein Aufbäumen gegen die herrschenden Klassen. Matrosen, Soldaten und Arbeiter waren noch bewaffnet – und sie hatten genug von den alten Eliten, sie wollten das allgemeine Wahlrecht, die Sozialisierung, die Zerschlagung des Militarismus und die Revolution – ein für alle Mal, jetzt oder nie!
Klaus Gietinger ruft in Erinnerung, wie die Führung der SPD und der Gewerkschaften den Krieg hingegen bis zum Schluss unterstützten und die Ordnung durch ein Bündnis mit den Militärs aufrechterhalten wollten. Diese unversöhnliche Spaltung der Arbeiterbewegung aber hat der Novemberrevolution den Todesstoß versetzt. Das Ergebnis waren auf Rache sinnende Herrschende in Wirtschaft, Verwaltung und Militär, die den verlorenen Krieg ihren zeitweiligen Verbündeten in den Arbeiterbürokratien geschickt anlasteten und auf eine Diktatur mit neuerlichem Weltmachtsstreben und Krieg hinsteuerten.
Dabei war der Kapitalismus auch international nie so gefährdet wie im November 1918. In zahlreichen europäischen Staaten begehrten die Massen auf. Wäre es in Deutschland gelungen, Basisdemokratie und echte Rätemacht zu verwirklichen, hätte die russische Oktoberrevolution eine Chance auf Humanisierung gehabt, und das 20. Jahrhundert hätte ganz anders verlaufen können.
„Klaus Gietinger gibt einen konzentrierten Überblick über die wesentlichen Etappen der revolutionären Nachkriegskrise, die zu Unrecht auf ihren Auftakt von Anfang November 1918 verkürzt wird.“ Karl Heinz Roth

Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne
(Ladengeschäft ebenso wie Versandbuchhandlung)
Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg,
Tel.: 0203 – 375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

Durchbrechen Sie den Boykott, den die Mainstream-Linke (Linkspartei etc. pp) über die linke Buchhandlung verhängt hat.
WELTBÜHNE MUSS BLEIBEN.

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„Nehmt eure Wünsche für die Wirklichkeit!“

Neuigkeit gemeldet aus der Weltbühne:
In diesen Tagen erscheint:
Katharina Picandet (Hg.): 1968 – Bilder einer Utopie. Ein Album. Edition Nautilus. 112 S. im Großformat. Mit Schutzumschlag, durchgehend illustriert. 24 Euro.

Ein schönes Buch, von außen gesehen,und man ist gespannt darauf, es aufzuschlagen.

Der Verlag stellt sein Buch vor:
„1968“ ist längst zur Chiffre geworden. Mit Parolen wie „Arbeitet nie!“, „Verbieten ist verboten“ oder „Nehmt eure Wünsche für die Wirklichkeit“ ist der Mai ‘68 verheißungsvoll utopisch gestartet. Heute, ein halbes Jahrhundert später, darf man die Frage stellen, was von dieser Utopie bewahrenswert ist, bewahrt wurde, vielleicht verloren gegangen ist. Anhand ikonischer oder unbekannter Objekte, Bilder und Momente der Utopie „1968“ erinnern sich die Autorinnen und Autoren aus dem Umfeld des Verlags an die Ereignisse vor 50 Jahren: Von der Fliegerjacke der Black Panther über heute noch im widerständischen Einsatz befindliche Traktoren, Angela Davis’ Frisur und Uwe Nettelbecks Glossen bis hin zu Nachbeben im Punk und der Politik der Re-Education: 1968 wirkt vielfältig weiter.
„1968 – Bilder einer Utopie“ ist ein persönliches, mitreißendes utopisches Album, mit Beiträgen von:
Michèle Bernstein, Wolfgang Bortlik, Lutz Dammbeck, Hans-Christian Dany, John Jordan, Isabelle Fremeaux, Annett Gröschner, Stewart Home, Jan Kuhlbrodt, Hanna Mittelstädt, Roberto Ohrt, Mithu M. Sanyal, Jochen Schimmang, Peter Wawerzinek.

Über die Autorin bzw. Herausgeberin ist zu erfahren:
Katharina Picandet, geboren 1974 in Hannover, frühkindliche Bildung im antiautoritären Kinderladen, viel später Studium der Deutschen Sprache und Literatur, Geschichte und Philosophie in Hamburg und Bordeaux. Seit 1996 Mitarbeit bei Edition Nautilus; seit 2003 im Lektorat. Seit 2016 ist Katharina Picandet Verlegerin der Edition Nautilus.

Eben weil „1968“ eine Chiffre ist, mißtraue ich den Retrospektiven. Die Edition Nautilus hat Vertrauensvorschuß verdient. Diese Wette gehe ich ein.
Zu dem, „was von dieser Utopie bewahrenswert ist“, gehört selbstverständlich (selbstverständlich?) das in diesem Jahr 50. Geburtstag feiernde Unfug-Unzucht-Umsturz-Magazin DER METZGER nebst die dadran hängende Buchhandlung Weltbühne.
Darum dieser Appell an die Phantasie, an die Traktoren, an die Frisur und an das Nachbeben:
Bestellt dieses Buch, und bestellt es in der Buchhandlung Weltbühne (abholen oder schicken lassen).

Buchhandlung Weltbühne
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Weltbühne muß bleiben.

Nicht zum Spaß

In diesen Tagen erscheint:
Deniz Yücel: Wir sind ja nicht zum Spaß hier. Reportagen, Satiren und andere Gebrauchstexte. Edition Nautilus. 224 Seiten. 16 Euro.
Der Verlag über das Buch und den Autor:
„Dieser Ort“, schreibt Deniz Yücel im Februar 2017 aus dem Polizeigewahrsam in Istanbul, „hat keine Erinnerung. Alle, die ich hier kennengelernt habe – kurdische Aktivisten, Makler, Katasterbeamte, festgenommene Richter und Polizisten, Gangster – alle haben mir gesagt: ‚Du musst das aufschreiben, Deniz Abi.‘ Ich habe gesagt: ‚Logisch, mach ich. Ist schließlich mein Job. Wir sind ja nicht zum Spaß hier.'“
İlker Deniz Yücel, 1973 als Kind türkischer Einwanderer in Flörsheim am Main geboren und seit Mai 2015 Türkei-Korrespondent der Welt. Hat in Berlin Politikwissenschaft studiert und vor seinem Wechsel zur Welt als Redakteur der tageszeitung und zuvor der Wochenzeitung Jungle World sowie als freier Autor für verschiedene Medien gearbeitet. Mitgründer der preisgekrönten antirassistischen Leseshow Hate Poetry. 2014 erschien in der Edition Nautilus sein erstes Buch „Taksim ist überall – Die Gezi-Bewegung und die Zukunft der Türkei“ (erweiterte Neuausgabe April 2017). Wurde 2011 mit dem Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik und 2017 mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet.

Nach einem Jahr Haft wurde Deniz Yücel am 16. Februar endlich aus dem Gefängnis entlassen! Dass seine Stimme sich nicht wegsperren ließ, beweist das Buch, das während seiner Haft entstand: Wir sind ja nicht zum Spaß hier, herausgegeben von Doris Akrap (taz), mit einer Auswahl seiner journalistischen Texte sowie aktuellen Beiträgen aus dem Gefängnis.

Maximilian Popp in Spiegel online: „‚Wir sind ja nicht zum Spaß hier‘ ist kein Buch ausschließlich über die Türkei, auch wenn sich etwa ein Drittel der Texte mit der Türkei beschäftigen. Yücel schreibt über Pegida, Islamismus, Literatur, Fußball, Drogen, die FDP. Die Sammlung verdeutlicht seine Stärken als Journalist: Seine Präzision, seinen Humor, seine Neugier. (…) Mit seinen Texten aus der Türkei beweist er, dass er ein großartiger Reporter ist.“

Um Vorbestellung wird gebeten.
Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (Ladengeschäft ebenso wie Versandbuchhandlung), Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg,
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

Weltbühne muß bleiben.

Lange nicht gesehen: Unsichtbares Komitee

Die Edition Nautilus versteht es, die Leute zu überraschen. Noch nicht angekündigt, nicht in der Vorschau, aber passend zum Buchmesse-Schwerpunkt Frankreich kommt Jetzt.
Jetzt kommt aber nicht schon jetzt, sondern etwas später, nämlich am 4. Oktober.
Was allerdings jetzt schon geht, ist: hier vorbestellen.

Unsichtbares Komitee: JETZT. Nautilus Flugschrift. Deutsche Erstausgabe. Aus dem Französischen von Birgit Althaler. (Originalausgabe: Maintenant. La Fabrique Éditions 2017).
Broschur / mit S-W-Fotos illustriert.
ca. 144 S. / ca. € 16

Das gibt die Edition Nautilus bekannt:
Jetzt ist ein Interventionstext. Er hat sich aufgedrängt, da die wesentlichen Vorhersagen des Unsichtbaren Komitees nun eingetreten sind – deutlicher Abscheu vor der Polizei, Ernüchterung angesichts ermüdender Parlamentsdebatten, Blockade als zentrales Mittel, Wiederkehr der Idee der Commune, Widerstand, der von Radikalen auf das Bürgertum überspringt, die Weigerung, sich regieren zu lassen.
Jetzt ist am Anfang eines Jahres erschienen, in dem es für die Macht darum ging, unter dem Vorwand eines Präsidentschaftswahlkampfes all das wieder in das marode Gerüst der klassischen Politik zurückzupressen, was diese bereits jetzt übersteigt, sich ihr entzieht, ihrer überdrüssig ist.
Die massiven Protestbewegungen in Frankreich des Jahres 2016 sind Zeugnis eines politischen Konflikts, der in seiner Bedeutung dem Mai ’68 in nichts nachsteht.
Jetzt entwirft einen alternativen Weg zur verordneten stickigen Atmosphäre, plädiert für ein anderes Modell als die Wahlen: für die Absetzung der Macht. Für neue Lebensformen und nicht für neue Verfassungen; für Verweigerung und Stille statt lärmender Proklamationen. Es wird keinen Umsturz der bestehenden Ordnung geben ohne das Bekenntnis zu einem wünschenswerten Leben. Die zerstörerische Kraft des revolutionären Prozesses kann nichts ausrichten ohne jene Ladung stiller Positivität, die jeder glücklichen Existenz innewohnt.

„Stille statt lärmender Proklamationen“. Klingt gut.
Bei „Paris-Mai-’68“ muß ich immer an Cohn-Bendit und Glucksmamm denken – aber lassen Sie sich nicht von mir den Abend verderben, und so ist es ja auch nicht gemeint.

Bestellen Sie dieses Buch in der dazu passenden subversiven Buchhandlung Weltbühne – auch im Versand bei portofreier Lieferung am Tag des Erscheinens.
Buchhandlung Weltbühne, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg (Neudorf)
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

WELTBÜHNE MUSS BLEIBEN.

Auch noch vom „Unsichtbaren Komitee“ hier enhältlich: „Der kommende Aufstand“ (14 €) und „An unsere Freunde“ (16 €).


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… kann ja jeder sagen

Es gibt Menschen, die ein phänomenales Gedächtnis haben und sich darum vielleicht an das „Unsichtbare Komitee“ erinnern, das vor 5 Jahren das Buch mit dem Titel „Der kommende Aufstand“ geschrieben hat. Mehr hat man auch nicht erwartet (mehr als einen Aufstand oder auch ein paar Aufstände).
Doch es ist wieder da! Mit einem neuen Buch (wieder in der Edition Nautilus) bringt es sich in Erinnerung:
Unsichtbares Komitee: An unsere Freunde. Aus dem Französischen von Birgit Althaler. 192 Seiten, Paperback. 16 Euro

nautilus_pbAus dem Klappentext:
„Seit dem Kommenden Aufstand, der …“
… zwar keinen Aufstand, aber
„… eine breite und kontroverse internationale Debatte entfacht hat, sind das Unsichtbare Komitee und seine Freunde bei nahezu allen Aufständen in allen Ecken der Welt dabei gewesen.“

Wer sich als „Unsichtbares Komitee“ konstituiert, kann sich immer rühmen, dabeigewesen zu sein, und hat gleichzeitig immer ein Alibi.
Ich will mit denen, die sich von einem Aufstand etwas versprechen, nicht ungnädig sein. Das Manifest der Manifeste von 2010 hat durchaus etwas zum Fortschritt beigetragen: Es hat sich ganz gut verkauft und ein kleines bißchen zur Stabilität der Buchhandlung Weltbühne beigetragen.

Also: Wenn, dann in der Buchhandlung Weltbühne bestellen. Weltbühne muß bleiben.

Das erste Buch haben wir auch noch vorrätig.
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Neu in der Weltbühne: John Lennons revolutionäre Jahre

Heute empfehle ich:
James A. Mitchell: Das Walross und die Elefanten. John Lennons revolutionäre Jahre. Edition Nautilus, März 2015, 224 S., 24 Seiten Fotos, Gb. 24,90 Euro
sonderformatDer Verlag über das Buch:
Wie John Lennon zum Staatsfeind Nr. 1 wurde.
1971 verließ John Lennon London und zog nach New York, um dort nach der Trennung der Beatles als Solokünstler und Produzent zu arbeiten und den Kampf der US-Bürgerrechts-und Antikriegsbewegung zu unterstützen. Er setzte sich öffentlich für diverse soziale Kämpfe ein und wurde schnell zu einer Stimme der Bewegung. Die Nixon-Regierung sah in Lennons Engagement und seinem Einfluss eine Gefahr für ihre Wiederwahl, ließ ihn vom FBI überwachen und versuchte mehrfach, ihn als unerwünschten Ausländer auszuweisen.Gleichzeitig trieb Lennon auch seine musikalische Karriere voran, gab Benefiz- und Solidaritätskonzerte und entdeckte die bis dahin wenig bekannte New Yorker Band Elephant’sMemory, die er zu seiner Begleitband machte und mit der er das Solo-Album Some Time in New York City aufnahm.
James A. Mitchell hat für dieses Buch Interviews mit den Mitgliedern von Elephant’s Memory und anderen Ikonen der 1970er Jahre geführt: u.a. mit Gloria Steinem, Mitarbeitern der Nixon-Regierung, Rennie Davis und John Sinclair.

Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (die, wie man wissen sollte, auch eine VERSANDbuchhandlung ist).
Erinnern Sie sich stets an den Slogan:
„LIEBE leute BESTELLT bücher IN der BUCHHANDLUNG weltbühne UND sonst NIRGENDS.“
Weltbühne muß bleiben.

Standardtitel in der Weltbühne: Hure spielen

Heute empfehle ich:
Melissa Gira Grant: Hure spielen. Die Arbeit der Sexarbeit. Aus dem Englischen von Georg Felix Harsch. Mit einem Vorwort von Mithu M.Sanyal. Edition Nautilus 2014. 192 S. 14,90 Euro
Hure_spielenDer Verlag teilt mit:
In der Debatte um ein Verbot der Prostitution kommen Sexarbeiterinnen (und erst recht Sexarbeiter) kaum selbst zu Wort. Bei bestürzend vielen Feministinnen herrscht eine zutiefst sexistische Auffassung von Prostituierten, wie sie eigentlich eher konservativen alten Männern unterstellt werden könnte: als unterdrückte Opfer, die es zu befreien gilt. Die aus dieser Bevormundung folgende Forderung, Prostitution gehöre verboten, wird aber kaum jemals von den Sexarbeiterinnen selbst vertreten. In Hure spielen stellt Melissa Gira Grant, Journalistin und ehemalige Sexarbeiterin, die Dinge vom Kopf auf die Füße und lässt die Akteure selbst zu Wort kommen. Dabei entlarvt sie die Position von Alice Schwarzer & Co. als paternalistischen Willen zur Kontrolle und plädiert für einen grundsätzlich neuen Blick auf die Sexindustrie. Sie berücksichtigt auch männliche und transsexuelle Sexarbeit.
Mithu M. Sanyal, die bekannte feministische Kulturwissenschaftlerin, hat für die deutsche Ausgabe ein Vorwort geschrieben, in dem sie Grants Positionen in die deutsche und europäische Debatte einordnet.
Pressestimmen:
Ein wichtiger Beitrag zur Debatte um Sex und Arbeit, der von allen gelesen werden sollte, die sattsam bekannte und zerstörerische Vorstellungen von beidem hinter sich lassen wollen. Nina Power, Autorin von Die eindimensionale Frau
Grant entlarvt die Scheinheiligkeit und Heuchlerei der Debatte mit Witz, Eloquenz, Einsicht und einer guten Portion Wut. Laura Kipnis, Autorin von Liebe – eine Abrechnung und How to Become a Scandal
Deutschland braucht dieses Buch! Laurie Penny
Melissa Grant ist dringend nötig im aktuellen Diskurs. Mithu M. Sanyal.

Schwarzer4Alice Schwarzer ließ im Herbst 2013 ihren „Appell gegen Prostitution“ in der deutschen Debatte platzen wie eine Stinkbombe. (Vorwort).

Bitte lesen Sie auch nach in diesem Blog hier und hier!

Ein lesenswerter Kommentar von Lina Ganowski zum Thema Prostitution/Sexarbeit erschien in DER METZGER Nr. 108 und kann hier gelesen werden.

Bestellen Sie dieses Buch bei dem Buchhändler, dem es nicht egal ist, was in den Büchern steht, die er anbietet. Bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne.
LIEBE leute BESTELLT bücher IN der BUCHHANDLUNG weltbühne UND sonst NIRGENDS.
Weltbühne muß bleiben.
Buchhandlung Weltbühne, eine gute Angewohnheit.

Das Bild von der „kalten Terroristin“ ist falsch

Der Röhl-Clan konnte es nicht verhindern. Das Buch von Anja Röhl „Die Frau meines Vaters. Erinnerungen an Ulrike“ (Edition Nautilus, 160 Seiten, 18 Euro) ist ausgeliefert worden (und in der Buchhandlung Weltbühne eingetroffen). Wie angekündigt, sind einige Passagen des Buches geschwärzt. Siehe dazu den Eintrag vom 18. Februar.
CC_Roehl_Frau_75Auf Spiegel-online kommentiert Sebastian Hammelehle: „Bei Anja Röhl ist die RAF nur im Hintergrund präsent. Hier geht es um Meinhof als die einzige Erwachsene, die sich für das Mädchen Anja interessiert, mit ihr spielt, ihr alles erklärt, sie versteht und derart viel Geduld aufbringt, dass Klaus Rainer Röhl sie anherrscht: ‚Du lässt dich von den Kindern tyrannisieren.‘ Die Kinder, das sind auch Anjas Halbschwestern Regina und Bettina, die ihre Sicht auf ihre Eltern bereits öffentlich gemacht hat. Die sie betreffenden Passagen sind im Buch geschwärzt – Ergebnis einer juristischen Auseinandersetzung, die dem Buch einen Anschein von Skandal verleiht.
Ein Skandalbuch ist ‚Die Frau meines Vaters‘ deshalb nicht. Anja Röhls Tonfall ist leise, ihr Stil klar, auf eine literarisch stilisierte Weise fast kindlich. Sie beschränkt sich auf eine Darstellung der Ereignisse aus ihrer Sicht, verzichtet auf schrille Anklage oder Überhöhung – und zeigt, wie Meinhofs Opposition gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse in der jungen Bundesrepublik, die mit der RAF so brutal eskalierte, mit kleinen, feinfühligen Gesten begann: zum Beispiel, indem sie ein Kind anlächelte.“
Jörg Magenau im Deutschlandradio: „Erlebbar wird die bedrückende Enge der autoritären, postfaschistischen Bundesrepublik. Das ist die eigentliche Leistung dieses leisen, zurückhaltenden Textes, der sich in einem einfachen, fast kindlichen Nominalstil auf die Perspektive des Mädchens beschränkt. Ulrike Meinhof taucht in dieser Welt auf als die erste Person, die das Kind ernst nimmt und ihm einen eigenen Willen und Verstand zubilligt.
Anja Röhl beschreibt, aus welchem gesellschaftlichen Veränderungsdruck heraus Meinhof sich radikalisierte. Sie verehrt ihre Stiefmutter, auch wenn sie die zum Terrorismus führende Konsequenz ihres Handelns ablehnt. Doch sie hat Meinhof als Emanzipatorin und fürsorgliche Freundin erlebt. Diese Erfahrung ist geeignet, das Bild der kalten Terroristin zu ergänzen.
Hauptfigur des Buches ist dennoch der Vater mit seiner klebrigen Zuneigung. Er hätte sehr viel mehr Grund, sich gegen diese Publikation zu wehren, als die um Deutungshoheit (…) kämpfende Halbschwester Bettina.
Jenseits von all dem ist eine zarte, empfindsame Kindheitsgeschichte entstanden, die über die konkrete, komplizierte Familie hinaus eine Frühgeschichte der Bundesrepublik zu erzählen vermag. Es ist ein Text, der sich freimachen möchte von Zwängen und Wertung, der durch die äußeren Umstände aber dorthin zurückgezwungen wird.“
Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (die, wie man wissen sollte, auch eine VERSANDbuchhandlung ist).
Erinnern Sie sich stets an den Slogan:
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Weltbühne muß bleiben.

Die spinnen, die Röhls

Ende Februar soll erscheinen:
Anja Röhl: Die Frau meines Vaters. Erinnerungen an Ulrike. Edition Nautilus, ca. 160 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag, für ca. 18 Euro.
Die Edition Nautilus teilte den Buchhändlern mit:
„Liebe Kolleginnen und Kollegen, am 27. Februar 2013 erscheinen in der Edition Nautilus unter dem Titel ‚Die Frau meines Vaters. Erinnerungen an Ulrike‘ Anja Röhls Kindheits- und Jugenderinnerungen, insbesondere an ihre Stiefmutter Ulrike Meinhof.
Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass es sich hierbei um eine Fassung handelt, die geschwärzte Textstellen enthält. Leider konnten wir trotz intensiver Bemühungen im Vorfeld keine einvernehmliche Einigung mit den Halbschwestern Anja Röhls erreichen, die unter Berufung auf ihr Persönlichkeitsschutzrecht der Autorin und dem Verlag mit juristischen Schritten gedroht hatten.
Wir haben uns dazu entschieden, die von den Halbschwestern geforderten Streichungen durch Schwärzungen zu kennzeichnen, was als Zeichen des Protests verstanden werden darf. Aus dieser Variante ergibt sich für uns die Möglichkeit zur planmäßigen Veröffentlichung und Auslieferung des Buches am 27. Februar 2013. […]
Wir wissen jedoch nicht, ob mit juristischen Interventionen seitens der Halbschwestern und mit einer einstweiligen Verfügung zu rechnen ist. […] Wir empfehlen Ihnen daher, Ihr Sortiment mit diesem Titel gut zu bestücken.“

CC_Roehl_Frau_75Im Vorwort des Verlages heißt es:
„Die Mutter meiner Schwestern sollte der Roman ursprünglich heißen, und obwohl die Verbundenheit zu ihren Halbschwestern nicht geleugnet werde kann, so ist sie im Vorfeld der Veröffentlichung des vorliegenden Buches doch wieder Anlass für das Unglück der Familie Röhl: Unter Berufung auf ihr Persönlichkeitsschutzrecht wurden Anja Röhl und dem Verlag durch eine der Halbschwestern juristische Schritte angedroht, wenn nicht alle Passagen – auch Schilderungen solcher Sachverhalte, die bereits mehrfach öffentlich gemacht wurden, zum großen Teil sogar durch Bettina Röhl – aus dem Manuskript entfernt würden, in denen Anja Röhls Beziehung zu ihren Halbschwestern geschildert werden. Das Bemühen um einvernehmliche Einigung ging vom Verlag aus, mit dieser Absicht hat der Verlag der Mutter und den Schwestern vorab das Manuskript zukommen lassen.
Mit Anja Röhls Mutter wurde so eine Einigung erreicht, für die wir uns an dieser Stelle ausdrücklich bedanken möchten. Und eine solche Einigung schien zunächst auch mit Anjas Halbschwestern auf gutem Wege. Zahlreiche Passagen wurden auf deren Bitte gestrichen, ebenso wurde der Titel geändert – doch unter Umkehr aller Gepflogenheiten bei der Kompromissfindung wurden die Forderungen immer größer, bis zum Ansinnen, in Anja Röhls autobiografischem Buch müssten die Halbschwestern gänzlich unerwähnt bleiben.
Da unsere Bemühungen um einen fairen Ausgleich mit den Halbschwestern scheiterten, sieht sich der Verlag nun, um unfruchtbaren juristischen Auseinandersetzungen aus dem Wege zu gehen, gezwungen, diesen Streichungsforderungen nachzukommen, sie aber durch Schwärzungen zu kennzeichnen. Das darf als Zeichen des Protests verstanden werden. Wir bedauern, dass diesen Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend und an den großen Einfluss, den ein einziger verständnisvoller, zugewandter Mensch hier haben kann, so nun ein Ruch von Skandal anhaften wird und die Aufmerksamkeit nicht auf das kurze Glück der Autorin, sondern wieder einmal auf das Unglück der Familie gelenkt wird. Wir haben versucht, es zu vermeiden, es ist uns nicht gelungen.
Edition Nautilus, Hamburg im Januar 2013“
Bettina Röhl zieht das Persönlichkeitsschutzrecht an den Haaren herbei, nachdem sie selbst vor 7 Jahren in ihrem 700 Seiten umfassenden Buch „So macht Kommunismus Spaß“ ihre Mutter und ihre Familie ausgeschlachtet hat. Das Buch, das vor Dummheit nur so strotzt, hat immerhin den  Vorteil, daß es nicht 800 Seiten geworden sind.
Die Buchhandlung Weltbühne ist dem Rat, sich mit Exemplaren von Anja Röhls Erinnerungen zu bestücken, gefolgt und gibt den Rat weiter, hier vorzubestellen (bitte das Wörtchen „hier“ anklicken und dann alles weitere).
Erinnern Sie sich stets an den Slogan:
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Weltbühne muß bleiben.