Satire ist das, was Satiriker machen

„Eine Satire, die zur Zeichnung einer Kriegsanleihe auffordert, ist keine.“ Kurt Tucholsky

In den Kommentar- und Leserbriefspalten der Zeitungen werden derzeit Gutachten und Regelwerke verkündet, was Satire darf/soll/darf/kann, und mir gefällt das nicht.
Reicht es nicht, wenn 20, 30, 40 Millionen Leute dem Fußball-Bundestrainer Ratschläge geben? Ist das nicht genug Betätigungsmöglichkeit für Leute, die immer unbedingt was meinen zu müssen glauben?
SatirikerDarfAlles2Auch Leute vom Fach werden interviewt. Mich hat keiner gefragt, und das ist gut so. Ich wäre um eine Antwort verlegen. Ich bin kein Satire-Experte. Ich bin Satiriker. Fragen Sie mich also nicht, was Satire ist. Ich kann Ihnen höchstens sagen, daß die häufig gehörten Definitionen mich verwundern. „Satire übertreibt“, „Satire überzeichnet“. Ach. Ja? Nun gut, das kommt gelegentlich vor. Aber ebenso aufschlußreich wäre die Definition „Satire benutzt den Buchstaben E“.
Ich könnte mich mit der Gegenfrage rausreden: Wer hat den Artikel von Ignatz Wrobel (i.e. Kurt Tucholsky) von 1919 im Berliner Tageblatt, in dem dieser Satz vorkommt, daß Satire alles darf, mal ganz gelesen? Ich würde leichten Herzens bekennen, daß ich den Namen von dem, den jetzt jeder kennt, vorher noch nie gehört hatte, und ich weiß auch nicht, ob ich den richtig behalten habe. Böhmermann?
Um es kurz zu machen, könnte ich also sagen: Satire ist das, was Satiriker machen. Und selbst damit bin ich mir nicht ganz sicher.
Um nicht für unhöflich gehalten zu werden, sage ich dann noch: Das Privileg, alles zu dürfen, muß mit hohen handwerklichen, kreativen, intellektuellen und charakterlichen Qualitäten erworben werden.
Es wurde schon mal gesagt: Satire, die der Zensor versteht, wird zurecht verboten. Das muß sich nicht auf den Zensor beschränken. Wenn ein Spießbürger etwas verstanden hat, dann hat er es falsch verstanden.
Im letzten METZGER (Nr. 117) steht der Satz „Nicht überall, wo Dada drin ist, steht auch Dada drauf“. Mit der Satire sollte man es ebenso handhaben. Sie sollte sich nicht immer als solche zu erkennen geben – damit die, die keine Ahnung haben, nicht gleich wieder alle bescheidwissen.
KunstDerSatire..

WIR SCHENKEN UNS NIX!

Ich weiß, ich weiß! Wir schenken uns nix.
Dabei käme man hier gar nicht in Verlegenheit, wenn man – etwa – versuchen mag, die Opposition gegen kalendarischen Zwang zum Gegenteil vom Gegenteil zu steigern. Nicht alles, was gut ist, will man doch selber behalten.

BahnhofCoverHier haben wir zum Beispiel ein Buch, das, wie der Untertitel schon sagt, das ideale Geschenk ist.
Helmut Loeven: Wir bleiben im Bahnhof. Das ideale Geschenk. Situationspresse 2013. 252 S. ISBN 978-3-935673-35-8. 20 Euro.

Wer jemanden bedenken will, dem man was zutraut, ist mit diesem Werk aus der Situationspresse gut zu bedienen: Beat beats!
chlada-verwirrung-coverMarvin Chlada: Die schöne Verwirrung des Lebens – Gedichte & Cut-Ups. Situationspresse 2013. 80 S. einige Abbildungen. Paperback. 12,50 Euro.

Noch in diesem Monat will Lütfiye Güzel ihr neues Buch „Hadi Hugs“ vorbeibringen. Ihre bisherigen Bücher behalten ihre Gültigkeit, zum Beispiel ihr „Anti-Roman“. Manche Leser sagen: Das ist bisher ihr bestes.
heyanti-romanLütfiye Güzel: hey. anti-roman. Go-Güzel-Publishing. 10 Euro

Laßt Worte klingen! Marvin Chlada und Lütfiye Güzel live in der Spinatwachtel.
CDChladaGuezel1Lütfiye Güzel, Marvin Chlada: Let’s go underground. Live in der Spinatwachtel 2. Juli 2013. Doppel-CD 85 Minuten. Situationspresse 2014. 12,50 €

Auch ich live in der Spinatwachtel, sogar zwei mal. Darum gibt es auch zwei Live-CDs. Dies ist eine davon:

CD-HL-RundumHelmut Loeven: Anleitung für Rundumschläger. Das philosophische Kabarett live. Doppel-CD. 12,50 Euro

Wer Ohren hat zu hören muß nicht weghören. Die (bisher) zweiteilige Hörspielserie „Die neuen Flüchtlingsgespräche“ auf Doppel-CDs sind die Geheim-Sensation. Fangen Sie einfach an mit der ersten:
cover-fluecht1Die schnelle Lösung. Hörspiel von und mit Helmut Loeven, Heinrich Hafenstaedter und Anna Driba (Die neuen Flüchtlingsgespräche 1). Doppel-CD ISBN 978-3-935673-29-7. 12.50 Euro

Laßt Bilder laufen. Hier ist in letzter Zeit die Rede und wird in nächster Zeit die Rede sein von dem legendären Stummfilm „Switch on Summer“, der mittlerweile gar kein Stummfilm mehr ist, sondern ein Tonfilm, und der darum jetzt auch einen neuen Titel hat, nämlich „Sehreise“.

cover-sehreise-dvdDie Sehreise. Drei Zuschauer sprechen über „Switch on Summer“. Ein Film von A.S.H. Pelikan, Helmut Loeven und Heinrich Hafenstaedter. Hut-Filmproduktion 2011. Ca 180 Min. Doppel-DVD 12,50 Euro

Früher haben die Leute Postkarten verschickt, und zwar besonders „zum Fest“. „Zu welchem Fest“, werden Sie fragen. Egal zu welchem.
Verschicken Sie doch mal wieder eine Postkarte. „An wen“, werden Sie fragen. Egal an wen. Postkarten zu verschicken verschafft doch eine andere Erfahrung vom Leben als den Leuten immer nur Mehl zu schicken.
Zum Beispiel: Kunstkarten nach Aquarellen von Magda Gorny,
pk59-gorny-skarabaeuspk54-gorny-sonneoder nach Fotografien von Hafenstaedter,
pk73-hafen-blumensprayer-2pk71-hafen-letgooder Bilder vom Ostermarsch,
OM87-Karte04OM87-Karte03oder aus dem Weltbühne-Universum.
KarlKrauspk63-katerEs gibt Leute, die haben sowas noch nie gesehen, geschweige denn gekriegt. Wenn die eine Postkarte kriegen, wären die fassungslos. Und wenn die dann das Bild sehen, wüßten sie nicht, was das bedeutet. Darum muß man solchen Leuten Postkarten schicken. Es gibt zu wenig ungläubiges Staunen und zu viel falsche Klarheit.
Das Verblüffen klappt noch besser durch das Verschenken eines METZGER-Abonnements. Auch das geht.

Das alles und noch viel mehr in der Buchhandlung Weltbühne!
(Gneisenaustraße 226, Duisburg-Neudorf), auch als Versandbuchhandlung bemüht und beliebt.
Kurbeln Sie die Konjunktur an. Aber nicht irgendeine. Weltbühne muß bleiben.

Renate Rasp

Ich wußte gar nicht, daß die Schriftstellerin Renate Rasp (1935-2015) die Tochter des Schauspielers Fritz Rasp war. Ihr letztes Buch erschien 1979. Da könnte man meinen, es wäre nicht verwunderlich, daß man sie, sofern man sie erwähnt, bei den „Vergessenen“ einordnet.
Mitte der 60er Jahre als Debütantin erregte sie Aufsehen durch ein Erscheinen, das bis dahin als „nicht damenhaft“ angesehen wurde. Ihr Auftritt 1967 bei der Gruppe 47 war furios. Vielleicht erinnert sich noch jemand an ihren Auftritt bei der Buchmesse 1968 („ach, die war das?“), wo sie „ihre Lesung barbusig abhielt“, was von manchen von denen, die immer alles schon gewußt haben, als „billiger PR-Gag“ abgetan wurde. („Barbusig“ – was für ein Wort! Von „busig“ abgeleitet).
RaspSpiegelRenate Rasps Lyrik und Prosa war von einer brillanten Aggressivität. Darin war sie ihrer rasierklingenscharfen Kollegin Gisela Elsner (1937-1992) ähnlich.
Renate Rasps wohl am meisten verstörendes Buch war „Chinchilla“ (1973), das als Leitfaden zur praktischen Ausübung der Prostitution gelesen werden kann und eine völlig der Verwertung unterworfene Sexualität vorführt.
„Vergessen“ ist nicht nur eine psychische (Fehl?-)Funktion, sondern auch ein gesellschaftlicher Abwehrmechanismus.
VLBRaspFehlanzeigeDieses Bildschirmfoto zeigt die Trefferquote für die Suche nach „Renate Rasp“ in Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB).
Renate Rasp war mit dem Schriftsteller und Kabarett-Exporten und -Historiker Klaus Budzinski (geb. 1921) verheiratet. Auch von seinen Standardwerken über das Kabarett ist keines mehr lieferbar.
RaspChinchillaAls ich „Chinchilla“ las, hatte ich das meiste noch vor mir.

Dieter Nuhr ist ebenfalls eine Tasse

Dieter Nuhr, der, um als Kabarettist durchgehen zu können, das Näschen zu hoch trägt, und dem, um als Satiriker zu gelten, die Traute fehlt, den Widerspruch zum Volksempfinden (dem gesunden) auf sich zu nehmen, äußerte bei Twitter: „Meine Familie hat demokratisch abgestimmt: Der Hauskredit wird nicht zurückgezahlt. Ein Sieg des Volkswillens!“
Viele, aber nicht alle fanden das gut. Eine Gegenstimme: „Da hat jemand nicht richtig aufgepasst. Wenn, dann müßte es heißen: Meine Familie hat demokratisch gegen die verlangten Sparauflagen unserer Bank entschieden. Wenn man zu dem Ganzen etwas zu sagen hat, dann Bitteschön auch sachlich und fundiert.“
Diesem Rat wollte der Volksbelustiger nicht folgen. Stattdessen führte er vor, daß auch er Krokodilstränen von sich lassen kann: „Daß es den Griechen schlecht geht, ist mir bekannt und extrem erschütternd“, schrieb er auf Facebook, und dann wurde er philosophisch (si tacuisses!): „Aber 200 Jahre Ausbeutung und Korruption abzulösen durch primitiven Antikapitalismus ist so ziemlich das Dümmste, was man tun kann.“
Wer so viel Dummheit in einem einzigen Satz unterbringen kann, ist dann natürlich mit nutzlosen Ratschlägen flott bei der Hand: „Mein Tipp wäre: ein Finanzamt aufbauen, das den Namen verdient, und Korruption bekämpfen, anstatt die anzupissen, die genau dabei helfen wollen.“
Ist das die kabarettistische Kunst des „Kabarettisten“ Dieter Nuhr, Regierungspropaganda in die Latrinen-Version zu übertragen? Für einen, der anscheinend überhaupt nicht mitgekriegt hat, was da eigentlich vor sich geht, nimmt er das vorlaute Mündchen reichlich voll.

"Nie ohne meine Maserung!"

„Nie ohne meine Maserung!“

Er findet, Schäuble und sein europäisches Gefolge „wollen nur helfen“, sanftmütig wie er sie findet. Dieter Nuhr hat nicht mitgekriegt, daß die Gläubiger-Bagage befohlen hatte, Finanzbeamte zu entlassen, und verboten hatte, qualifizierte Finanzfachleute nach der Ausbildung in den Staatsdienst zu übernehmen. Dieter Nuhr hat nicht mitgekriegt, daß der Plan der griechischen Regierung, auf sehr hohe Einkünfte höhere Steuern zu erheben, vom Gläubiger-Kartell vom Tisch gewischt wurde. Denn einme Regierung, die im von Berlin aus regierten Europa noch „Piep“ sagen will, hat es nicht von den Reichen, sondern von den Rentnern zu nehmen. So entspricht des der marktliberalen Doktrin, die mit religiösem Fanatismus durchgedrückt wird, und wenn alles in Scherben fällt.
Wer sich von Elend „erschüttert“ zeigen will, sollte nicht die feiern, die das Elend nicht nur verschuldet haben, sondern auch vergrößern wollen.
Irgendjemand (ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn) hat mal gesagt: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.“ Diesen Rat sollte man dem Herrn Nuhr mal bekannt machen.

Hat die „Lesung des Jahres“ denn vorgestern stattgefunden oder nicht?

„Helmut Loeven (also: ich) Das Philosophische Kabarett live am Dienstag, 13. Januar 2015 (also: vorgestern) in der Spinatwachtel (also in Hochfeld).“
Um sowas ranken sich Legenden. Zum Beispiel: Also,
das war so:
Wenn eine Veranstaltung um 19.30 Uhr (also: halbacht) anfangen soll, dann fängt man natürlich nicht pünktlich um halbacht an, sondern wartet noch ein bißchen, bis alle da sind und sich im wahrsten Sinne des Wortes eingefunden haben.
Wir haben gedacht: Der Werner M. Ist noch nicht da. Der wollte kommen. Wir warten, bis der da ist, dann fangen wir an.
Jetzt ist der aber nicht gekommen. Folge: Die Veranstaltung, die eigentlich Dienstagabend auch zu Ende gehen sollte, hat noch gar nicht angefangen. Das Publikum dürfte inzwischen nach Hause gegangen sein.

War es so?
Nein, es war ganz anders.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAEin Mann – ein Wort?
OLYMPUS DIGITAL CAMERAEin Mann – eine Hand!
OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAMan beachte die Tischplatten-Geometrie und den Spiegelungs-Effekt …
OLYMPUS DIGITAL CAMERA… mal mitohne, mal mit Brille.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAHähä!
Fotos © Hafenstaedter.

Fazite: Einige Freundinnen und Freunde waren nicht da (konnten wirklich nicht an dem Abend). Viele Unbekannte im Publikum, Wiedersehen mit unerwarteten Gästen, gelungener Mitschnitt, viel Beifall und wieder ein gutes Spinatwachtel-Erlebnis.

Tipp-Spick

Liebe Leute, erinnert Euch daran, daß Ihr für morgen (Dienstag, 13. Januar) eingeladen seid: Lesung in der Spinatwachtel, 19.30 Uhr. 2015. Eigenstraße 42 Hochfeld (Duisburg). Das philosophische Kabarett live – gedankliche Weisheit mit stimmlichem Wohlklang kombiniert. Ein Tritt 5 Euro.

Hafenstaedter-Foto

Hafenstaedter-Foto

Nein, nicht nach New York müssen Sie für so eine Szene. Hochfeld nicht minder.

Brief von Susanne

Susanne (Spinatwachtel-Chefin) hat rundgemailt:

Liebe Wachtelfreunde!
Ein schönes Neues Jahr wünschen wir Euch und starten gleich nächste Woche mit einer hervorragenden Veranstaltung zu der wir Euch sehr gerne einladen möchten!
Helmut Loeven kommt am 13. Januar zu Besuch und ist somit zum dritten Mal gern gesehener und gehörter Gast auf unserer Couch.
Wie immer gibts ein leckeres Süppchen und Getränke.
Viele Grüße und bis bald
Susanne

Zwischenablage13..

In der Schweiz (2)

Ich weiß nicht, ob das Geschehen und Geschehenlassen von den anderen Leuten auf dieser Terrasse registriert wird. Es kann ja wohl nicht sein, daß auf dieser belebten Terrasse, wo ständig Leute umherlaufen, kein Mensch mitkriegt, welche sinnliche Handlung hier geschieht. Vielleicht glauben die Leute, daß wir ein Liebespaar sind, und sie mögen sich denken, daß wir unser erregtes Spiel doch besser im stillen Kämmerlein miteinander treiben sollten statt hier vor aller Augen. Aber niemand reagiert, und niemand bleibt stehen.
Ich gehe zur dritten Phase über und beginne, ihr in den Po zu kneifen. Im Sekundenrhythmus kneife ich mal mit der linken, mal mit der rechten Hand mal in die linke, mal in die rechte Backe. Ich steigere mich schnell und gebe mir Mühe, sehr fest zu kneifen, damit es richtig wehtut. Sie zuckt zusammen und windet sich, schnappt nach Luft, unterdrückt Schreie, stöhnt leise, verzieht ihr Gesicht, beißt die Zähne zusammen, beißt sich auf die Unterlippe. Sie kommt gar nicht dazu, erstaunt zu sein, weil der Schmerz größer ist als das Erstaunen. Aber was sein muß muß sein. Sie muß das unbedingt kennenlernen. Das sieht sie wohl ein. Denn sie wehrt sich nicht. Wahrscheinlich denkt sie: „Bei jemandem, der erzählt, er hätte in Italien eine Wagenladung Geld gestohlen, muß man auch auf sowas gefaßt sein.“
Da sie eine Anfängerin auf diesem Gebiet ist, treibe ich es nicht zu weit und beende die zärtliche Malträtierung. Es soll genügen, wenn sie heute und morgen beim Hinsetzen an mich denken muß.
German_stamp-_Marlene_DietrichNun beginnt auf der Terrasse ein Abendprogramm (es ist aber noch hell). Auf dem Programm steht ein Auftritt von Marlene Dietrich. Ich rechne aus, daß wir uns demnach in den 70er Jahren befinden müssen. Marlene Dietrich kommt, singt ein paar Chansons, die ich noch nie gehört habe. Ich denke, ein Auftritt von Marlene Dietrich ist was ganz besonderes. Aber ich bin der einzige, der „Bravo!“ ruft und heftig applaudiert. Die anderen Anwesenden spenden nur leisen Höflichkeitsapplaus. Der Auftritt des Weltstars hat kaum mehr Eindruck auf die Leute gemacht als meine Darbietung mit der jungen Dame.
Die Unaufmerksamkeit und Gleichgültigkeit dieser uns umgebenden Öffentlichkeit würde es eigentlich gestatten, in eine neue Phase einzutreten, die den Erfahrungshorizont meiner Gespielin beträchtlich erweitern würde. Das Publikum könnte das zwar nicht mehr ignorieren, würde aber, wie ich es einschätze, nicht protestieren oder gar einschreiten. Ich möchte jetzt gern dem Mädchen das Bikinihöschen runterziehen und ihr ein paar Dutzend mal auf den Hintern klatschen, bis der rot ist. Eigentlich müßte ich das Höschen gar nicht runterziehen, denn das ist so knapp, daß die Rötung ihrer Hinterbacken zur Geltung kommen und reizvoll mit dem hellgrünen Stoff kontrastieren würde. Aber vielleicht wäre für eine solche Lektion in Sinnlichkeit ein intimer Rahmen wirklich besser.
IDSchweiz2Inzwischen hat sich herausgestellt, daß meine Lust-Kameradin des Nachmittags keineswegs eine Einzelreisende ist, sondern zu einer Gruppe gehört, zu der noch drei weitere Mädchen im selben Alter gehören. Ich sehe, wie die drei heftig auf sie einreden. Immer wieder werden Seitenblicke auf mich gerichtet, als wäre ich ein Unhold, auf den sie sich unschicklicherweise eingelassen hat. Danach kommt sie kleinlaut zu mir, sagt, daß sie jetzt mit ihrer Reisegruppe noch etwas vorhat, und verabschiedet sich.
Ich bin also entlassen und habe nun endlich Gelegenheit, mich um die Pappkartons zu kümmern.

Ende

Philosophisches Kabarett open air

Meine nächste Lesung (ich sagte es schon) findet statt am Samstag, 6. September im (bzw. vor dem) Falkenheim auf der Duissernstraße in Duisburg-Duissern (unweit Schnabelhuk).
Falkenheim1Da lese ich nicht zum ersten, sondern zum soundsovielten Mal. Und da es sich nur um einen Programmpunkt einer Nachmittagsveranstaltung handelt, wird die Lesung nicht lang sein, ca. 20 Minuten nur. Aber gleichwohl lohnt es sich, da hin zu kommen und sich die Lesung anzugucken und alles andere des Nachmittagsprogramms. (Es würde sich auch noch lohnen, wenn die Lesung nur 19 Minuten dauern würde. Letztes Mal hab ich einfach überzogen).
So zwischen 15 und 16 Uhr bin ich dran.
Wenn’s regnet: drinnen.
Wenn’s zu windig ist: auch drinnen.

Mancher, der mal durch Duissern hindurchgewandelt ist, wird gedacht haben: Oh, was ist das für ein schönes Fachwerkhaus! Ja, das gehört der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken. Oder kurz gesagt: Das ist das Falkenheim.

Falkenheim2Und so sieht das Haus von der Seite aus.

Die neue CD ist da. Endlich wieder was zum Lachen.

Von meiner Lesung in der Spinatwachtel am 5. November ist eine wohlklingende Doppel-CD entstanden:
SpinatCD-HLHelmut Loeven live in der Spinatwachtel. 2 CDs. Situationspresse. ISBN 978-3-935673-36-5
Das ist alles drauf: Hier im Inneren des Landes – Der dicke Adolf – Vom Löschen des Durstes – Wir bleiben im Bahnhof – Gegen den Pragmatismus – Physiker – Maria im Gefängnis – Der Schatz im Silbersee / Mao ißt chinesisch – LSD ins Trinkwasser – Geschirrspülen auf’m Trip – Meine Schwierigkeiten mit den Frauen – Edith und ich – Ist DER METZGER ein Porno-Blatt? – Seyfried – Die geheimnisvolle Aldi-Kassiererin – „Männer wie Sie“, Extempores, lachende Zuhörer und noch mehr SATIRE UND POLEMIK im PHILOSOPHISCHEN KABARETT.
Von „Guten Abend“ bis zum Ende vom Schlußapplaus: eine Stunde und 36 Minuten auf einer Doppel-CD.
Im Buchhandel und bei Amazon ab Januar 2014.
Ab sofort (auch im portofreien Versand) für 12,50 € in der Buchhandlung Weltbühne.

Liebe Leute, kauft und hört diese CD, damit es euch besser geht (und mir auch).

Über den Versuch, die Zivilisiertheit in Deutschland einzuführen

Dieter Hildebrandt

Dieter Hildebrandt

Man muß Menschen vor den Kopf stoßen, damit sie lernen, ihn zu gebrauchen.

Mich regt die Tatsache auf, dass sich niemand aufregt.

Statt zu klagen, daß wir nicht alles haben, was wir wollen, sollten wir lieber dafür dankbar sein, daß wir nicht alles bekommen, was wir verdienen.

Politiker beherrschen die Kunst, so viele Worte zu machen, daß sie hinterher die Wahl haben, zu welchem sie stehen wollen.

Im Gegensatz zur Satire sind der Dummheit keine Grenzen gesetzt.

Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr läßt.

Meinungen sind wie Grundstücke: Erstens sind sie zu teuer, und zweitens kann man nicht immer darauf bauen.

Es hilft nichts, das Recht auf seiner Seite zu haben. Man muss auch mit der Justiz rechnen.

Es hat nie eine moralische Bestrafung für den gegeben, der nicht nachdenken will.

Ohne Unterschied macht Gleichheit keinen Spaß.

Man soll auf Politiker nicht hören, sondern auf sie achten.

Was ist der Unterschied zwischen der Demokratie und allem anderen? Alles andere ist leichter.

Foto: Wikimedia Commons

DER METZGER 107

Soeben erschienen ist die Ausgabe Nr. 107 des satirischen Magazins DER METZGER
Metzger107-CoverDas steht drin:

Ulrich Sander: Gedanken zur Gedenkstättenpolitik in NRW. „Der Kapitalismus muss nicht zum Faschismus führen, aber bei uns ist es geschehen. Und es kann wieder geschehen.“

„Ein gesellschaftliches Gesamtproblem“ „Die Ereignisse erinnern fatal an die rassistische Pogromstimmung von Anfang der 1990er Jahre.“ Presseerklärung des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS) zur Zuspitzung des Antiziganismus in Duisburg.

Helmut Loeven: Steinbart-Schote zu Duisburg 2013. Als Abschiedsgeschenk an die Abiturientinnen und Abiturienten verteilte das Steinbart-Gymnasium eine „Festschrift“ aus dem Jahre 1956, in der der Sieg der Alliierten über Hitler bedauert wird und der Widerstandskämpfer Harro Schulze-Boysen als „Landesverräter“ diffamiert wird.

Lina Ganowski: La Notte – Themen der Nacht. Diesmal: Frauen im besten Karrierealter. Das „Projekt ICH“ scheitert am Ego. Der Markt für die Selbstvermarkter. Und: Der Versuch, die Sexualität zu entkriminalisieren, wird kriminaklisiert.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Heldengedenken (Es gibt keine Helden im Krieg); Ein Besuch bei Hanns Dieter Hüsch (1969); Deutsche als Ausländer; Kopf & Kragen oder Grass mit ss; „Der Wurzel auf den Grund gehen“: Die „richtige Denkweise“ schützt vor Torheit nicht – die MüllPD kennt sich in ihrer Geschichte nicht so richtig aus; Die Füße der Gans oder Koch doch selber Kaffee (Wie Erika die Frau Schwarzer ärgerte); komische Häuser; komische Schilder.

Carl Korte: Reporterrausch. Mottes Reporter-Kolumne. Diesmal: Baby-Buuuh.

Konrad Knurrhahn: Briefe an Arthur (12). Wie gut, daß sich in der Zeit der sauren Gurken immer ein mediales Aufregerthema findet. Und schnell wird aus dem Land der meteorologischen Paralyse ein Land der geistigen Paranoia.

Allen Ginsberg: Ruhr-Gebiet. Nachdichtung von Marvin Chlada. Zu viel alter Mord, zu viel weiße Folter, Ein Stammheim zu viel, Zu viele zufriedene Nazis.

Deutsche Bondesstöftung Omwelt. Katrin Bauerfeind: „Später vermisse ich eine Dose. Fisch beeindrucken Industrie da auch Industrie.“

Das Heft kostet 3 Euro. Es ist in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich (auch im Versand. Es wird sofort geliefert).
Wer schlau ist, hat abonniert und kriegt das Heft in den nächsten Tagen zugeschickt.
Ein Abonnement von DER METZGER kostet 30 Euro für die nächsten 10 Ausgaben oder 50 Euro für alle zukünftigen Ausgaben.
Die Ausgaben ab Nr. 18 (1972) sind noch erhältlich (komplett im Sammelpaket oder einzeln). Die Ausgaben Nr. 1-17 (1968-1972) sind vergriffen.