Die schönsten europäischen Einfahrten (11)


Universität (Komplex B).
Rechts oben: gesetzlich vorgeschriebene Kunst am Bau.
Ich höre schon die Einwände: „Aber das ist doch gar keine Einfahrt, da darf man doch gar nicht reinfahren:“ (Schild links im Bild).
Falsch!
Laut § 2 des Bundeseinfahrtengesetzes gelten auch Ausfahrten verkehrs- und haftungsrechtlich als Einfahrten.

Herbstboten?

Daß die Platanen schon im Juli – infolge langer Trockenheit – viel Laub abgeworfen haben ist schade.
Die verfärbten Blätter zwischen den grünen könnten vermuten lassen, das Foto wäre im Oktober aufgenommen worden.
Daß die Platanen im Herbst auch grüne Blätter abwerfen ist kein Grund zur Sorge. Das liegt in ihrer Art.

In diesem Sommer werfen die Platanen auch ihre Borke ab – nicht nur auf dieser Allee, sogar in anderen Stadtvierteln gleichzeitig.
Das ist ein Vorgang, der sich alle paar Jahrzehnte wiederholt. Die Rinde der Platanen ist nicht dehnbar und zerplatzt auf den wachsenden Ästen.
Vor etwa 30 Jahren hatten alle Bäume auf dieser Straße ihre Rinde verloren, nicht nur an den Ästen, auch an den Stämmen. Wir werden sehen, wie weit das in diesem Jahr geht.
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Der längste Tag

Ob das geerntet und gekältert wird?

Das Ende der Gneisenaustraße: Ein Wendehammer. Nur zwei Meter fehlten noch, um auf die Koloniestraße zu gelangen.

Ich meine, ich hätte Ihnen schon mal erzählt, daß es zu meinen Gewohnheiten gehört, jedes Jahr am 21. Juni nach Ladenschluß noch einen ausgedehnten Spaziergang zu unternehmen. Denn das ist der Tag mit der längsten Tageshelligkeit. Ich gebe mich meiner Lieblingsbeschäftigung hin: nach Hause gehen – diesmal auf einem langen Umweg.

In diesem Haus auf der Nibelungenstraße in Neudorf (Parterre, da wo der Rolladen halb runtergelassen ist) sah ich zum ersten Mal ein Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft. Ich war 8 Jahre alt, und damals hatte noch längst nicht jeder einen Fernsehapparat. Soll ich sagen, in welchen Jahr das war? Sie müssen nicht alles über mich wissrn. Das Spiel endete 5:2.

Die Kneipe gibt es noch, und da gehen auch Leute rein. Woher kommen die?

Sieht doch nett aus. Geschenkt würde ich das Haus nehmen und sogar einziehen (und mir überlegen, ob ich da jemals jemanden reinlasse). Die verklinkerte Fassade, die Fensterrahmen und der Zaun gefallen mir zwar nicht. Aber das sieht aus wie auf’m Dorf, hat aber den Vorteil, daß es nur so aussieht, in Wirklichkeit aber mitten im industriellen Ballungsgebiet, speziell Neudorf liegt.

Das sieht mir auch nicht gerade nach Werterhalt eines netten Gebäudes aus. Da hat man sich gesagt: Dann können wir auch den Eingang zuwachsen lassen.

Die Leute hier sagten: Heute geh’n mer garnet naus, wir bleiben im Pyjama z’haus und schauen uns Columbo-Videos an. Fenster und Tür wurden nicht mehr benötigt und aus Ersparnisgründen zugemauert.
(Im Notfall tut’s auch das Hintertürchen).

Nehmen Sie ruhig schon mal Platz, hier zwischen Briefkasten und dem Bild der Schwanzflosse eines Delphins, oder was das darstellen soll.

Na bitte! Gegenlichtausnahme geht doch!

Hunde erlaubt der Vorstand nicht, beziehungsweise in Schwimmverein-Satzstellung: Hunde nicht erlaubt der Vorstand. Auf das Vereinsgelände des Vornehme-Leute-Clubs wollen wir sowieso nicht zutreten, obn mit oder mitohne Hund.

Das Gestein, das hier von Moos und Gestrüpp überwuchert wird, ist erkaltete Hochofenschlacke, nach dem dieser künstliche Berg benannt ist (Schlackeberg). Das Gelände zwischen Kalkweg und Masurenallee gehörte Krupp, der erst hier sein Hüttenwerk bauen wollte (das kam stattdessen nach Rheinhausen). So wurde dieses Gelände dazu genutzt, Schlacke abzulagern und für eine Werkssiedlung, und dann blieb noch viel Platz für Sportanlagen und „Naherholung“.

Die Überreste der Flak-Anlage auf dem Schlackeberg. Ich erzählte Ihnen ja schon mal davon. Nichts erinnert daran, und nichts soll wohl daran erinnern, welchem Zweck dieser Beton diente, als die Mächtigen mit der Jugend ihrer Zeit etwas anderes vorhatten als wir mit unserer.

Auf diesem Berge, den nur selten ein Spaziergänger erklimmt, denke ich an Barbara. Nicht weil er am Barbarasee liegt, ist sie mit mir gern hier hingegangen, in das hohe Gras hinter Sträuchern, von Bienen umsummt, von Käfern bekrabbelt, von Schmetterlingen umflattert, von unseren Händen gestreichelt, von unseren Lippen geküßt. Sie ist dem See nicht entstiegen. Der See und die Frau hatten ihren Namen schon vorher und unabhängig voneinander.