Das ist ja wirklich gottvoll!

Das las ich im Leserbriefteil der Frankfurter Rundschau: Eine christliche Dame räumte ein: Daß es Gott gibt, sei nicht bewiesen. Aber es sei auch nicht bewiesen, daß es Gott nicht gibt.
Das erinnert mich an eine Szene, die ich auf dem Sternbuschweg erlebt habe. Ein Autofahrer hatte beim Einparken ein anderes Auto beschädigt. Vom Besitzer darafhin zur Rede gestellt, bestritt er es. Es kam zu einem lauten Wortgefecht:
„Ich kann Ihnen zwei Zeugen nennen, der das gesehen haben!“
„Und ich kann Ihnen zehn Zeugen nennen, die das nicht gesehen haben!“

Alles Gute!

Heute früh hörte ich im Radio ein Interview mit dem Kölner Erzbischof Rainer Woelki.
Der Reporter fragte: „Denken wir an die Abgehängten von damals, die Hirten. Würden die heute AfD wählen.?“
Antwort des Kardinals: „Nach der Begegnung mit dem neugeborenen Kind bestimmt nicht. Denn die Weihnachtsbotschaft bedeutet etwas anderes als das, was die AfD sagt.“

Ich wünsche Ihnen, egal woran Sie glauben und woran sie nicht glauben, alles Gute.

Neue Serie: Die schönsten europäischen Einfahrten 1, 1a

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Beginnen möchte ich die Serie von Betrachtungen schöner europäischer Einfahrten mit dieser Kuriosität, fotografiert am 10. April dieses Jahres im Duisburger Stadtzentrum (abgewandte Seite).
Was man auf diesem Bild gar nicht unbedingt erkennt: Man kann da gar nicht erhobenen Hauptes durchgehen, ohne sich den Kopf zu stoßen, bei mindestens durchschnittlicher Körpergröße.
Auch die Verbindung zwischen den Hauptgebäude (rechts) und dem Anbau (links) ist nur in gebeugter Haltung möglich. Das ist doch komisch, oder?
Da bin ich am 3. Oktober nochmal gucken gegangen, und jetzt sieht das da so aus:

eureinf-001aWer weiß, was die damit noch vorhaben; vielleicht das Projekt „Der Dschungel holt sich die Stadt zurück“, beginnend in der katholischen Ecke hinter dem Dellplatz, hier: hinter dem Kettelerheim.

Als ich das zum ersten Mal hörte, habe ich „Kletterheim“ verstanden.

Gerechtigkeit auf Erden

Das ist ja wirklich komisch:
Am Dienstag kaufte ich bei Edeka Nektarinen. Kilopreis: 1,99. An der Kasse wurde aber der Kilopreis 2,99 berechnet (weil die Kassiererin die Nektarinen in der Tüte für Pfirsiche gehalten hat. Das merkte ich erst, als ich mir zu Hause den Kassenzettel anguckte). Darüber habe ich mich nicht gefreut.
Am Freitag kaufte ich wieder bei Edeka Nektarinen. Jetzt war als Kilopreis 2,99 angegeben. Naja. Aber auf dem Kassenzettel stand dann als Kilopreis: 1,99!
Ob da der liebe Gott seine Finger im Spiel hatte?
Nicht, um mir zu mehr Geld, sondern zum Glauben zu verhelfen?

Am FKK-Strand ganz köstlich amüsiert

Fünf junge Männer (ca. 20 bis 25 Jahre) wollten mal eine richtige Sause erleben und fuhren nach Xanten, wo es einen FKK-Strand gibt. Dort pöbelten sie die Badegäste an, und zwar, folgt man den Darstellungen in der Tagespresse, in besonders heftiger Weise. Laut Zeugenaussagen sollen in besonders heftiger Weise Frauen angegangen worden sein. In der WAZ las ich:
„Eine Gruppe von jungen Männern beleidigte die Gäste aufs übelste, beschimpfte vor allem Frauen. ‚Sie haben uns beleidigt, beschimpft und sogar bespuckt‘, sagt eine Leserin […]. „Wir Frauen seien alle Schlampen, und sie würden uns alle ausrotten‘.“
Daß sich die Störer des Wochenendvergnügens durch den Ruf „Allahu akbar“ (auf Deutsch: „Gott ist groß“) als Vertreter einer der abrahamitischen Religionen zu erkennen geben wollten, ist für diese Situation nicht untypisch. Das schaurig-schöne Amüsemang über den Verfall der Sitten rechtfertigt sich durch den Gestus vorgeschobener Empörung.
„Willst du nackte Weiber sehen?“ Dann mußt du sie aber beschimpfen – dann darfst du gucken. (Und dann regt sich das, was im seelisch verkorksten, religiös pervertierten Untertan durch sexuellen Reiz zum Vorschein kommt: Haß, Aggression, Bereitschaft zur Gewalt).
Ein großer Teil der pornographischen Literatur der letzten 1000 Jahre ergeht sich in bigotter Entrüstung über die Schweinigeleien der Wilden, der Juden, der Jesuiten, der schamlosen Weiber, der Kommunarden, der Grünen Witwen, der Zarin Katharina II., der langhaarigen Marihuana-Raucher, der Studentinnen, der Ungläubigen, der Mittelmeeranrainer, der Unterschicht et cetera pepé, wobei die eigene Weste unbefleckt bleibt. Das Auftreten der Gottesverkünder in Xanten dürfte dem fidelen Entrüstungs-Tourismus zuzurechnen sein. Denen, die diese Republik schon in ihrer gerontokratischen Anfangsphase kennenlernen durften, kommt das alles bekannt vor. „Ausrotten“ war nach 1945 keineswegs zum Tabuwort geworden.
Integration gelungen? Die fidelen Entrüster stehen wohl so etwa auf dem Stand von 1960.
Und genau das ist es ja, wohin die Pegida-Idioten alles wieder hinbringen wollen.

Albrecht Dürer: Der Sündenfall (1504)

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Albrecht Dürer: Der Sündenfall. Kupferstich von 1504.
Auf den ersten Blick:
In den scholastischen Streit, ob Adam einen Bauchnabel hatte oder nicht, hat Albrecht Dürer Partei ergriffen.
(Die einen sagten: Adam hatte keinen Bauchnabel, weil er nicht geboren, folglich auch nicht abgenabelt wurde. Wer behauptet, Gott hätte etwas Sinnloses erschaffen, ist ein Ketzer. Die anderen sagten: Ein Mann ohne Bauchnabel ist unvollkommen. Wer behauptet, die Schöpfung Gottes sei unvollkommen, ist ein Ketzer. Ob ein scholastischer Streit darüber gefochten wurde, ob Eva einen Bauchnabel hatte, weiß ich nicht. Die war ja immerhin auch nicht geboten worden, sondern aus einer Rippe geformt, worauf man bei Betrachtung der weiblichen Anatomie nie käme).
Immerhin: Es scheint nach Dürers Auffassung im Paradies schon einen Rasierpinsel gegeben zu haben.
Auf dem Bild ist der Moment abgebildet, in dem Eva dem Adam eine Frucht überreicht. Der Betrachter sieht etwas, was weder Adam noch Eva gesehen haben kann, nämlich, daß die Schlange (Gestalt des Teufels) an dem Vorgehen beteiligt war, und man könnte meinen, daß die Schlange die Frucht am liebsten selber an sich genommen hätte. Noch hat Adam die Frucht nicht übernommen, noch muß die Maus sich vor der Katze nicht fürchten.
Adam und Eva sind mit Blättern bekleidet. Daß sie ihre Blöße bedeckten war allerdings Folge des Sündenfalls, der hier noch gar nicht beendet ist. Bei genauem Hinsehen merkt man, daß Dürer einen Trick anwandte: Die Blätter befinden sich noch an den Gewächsen und ragen dort hin, wo sie anschließend getragen werden sollten.
Dürer hat, als Vertreter einer fortschrittlichen Kunst, als Avantgardist in einer in Bewegung geratenen Zeit, auf diesem Bild ein GESCHEHEN dargestellt: Anfang und Ende, Ursache und Wirkung, Sichtbares und Verborgenes, in EINEM Bild. Es ist – salopp gesagt – ein Comic-Strip, der nur aus einem Bild besteht.

Vergesst mir die Hessenstraße nicht!

Hessen1-8.3.16Was soll das heißen? Recycling als atheistisches Gewerbe?

Hessen2Auch eine schöne Reklame.
Ich weiß zwar nicht wofür. Aber darauf kommt es ja auch gar nicht an. Sondern: Schön soll sie sein.

Hessen3Wenn man sowas sieht, könnte man glatt meinen, man wäre auf dem Land. Dabei befinden wir uns hier mitten in der Großstadt.
Die frauenfeindliche Inschrift auf der grünen Tür durch Pixelierung unkenntlich gemacht.

Hessen4Sagte ich schon, daß die Hessenstraße in Duisburg-Neudorf eine zwar bebaute, aber adressenlose Straße ist? Hier befinden sich nur Hintertüren.
Während die grüne Tür (zweite von links) nach oben gerutscht zu sein scheint, ist das Garagentor ein bißchen tief geraten. Den schmalen Streifen dazwischen würde ich auch nicht unbedingt als Bürgersteig bezeichnen.

Hessen5Mit Fenstern ist man in dieser Gegend recht sparsam.

Hessen6Und da hat man sich gedacht: Noch schöner ist das Leben, wenn man die Fenster im Parterre vergittert.
Auf dem kleinen Schildchen auf dem braunen Garagentor steht: „Garagenzufahrt freihalten“.
Als ob Leute, die Garagenzufahrten versperren, lesen könnten!
(Wenn das die Garage von dem Strähler wäre, der hätte bestimmt anläßlich der Rechtschreib-Reform da ein neues Schild hingehängt: „… frei halten“).

Hessen7Als ob ich‘s nicht immer schon gesagt hätte: Schaumbaden war noch nie so schön!

Hessen8Das hatten wir schon.

Die Flüchtlinge und unsere Aktien

Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) lag Deutschland am Boden, das Land war verheert, die Bevölkerung dezimiert, die Wirtschaft zerstört. Der Wiederaufbau der Wirtschaft wollte nicht in Gang kommen.
Da kam die Aufhebung des Edikts von Nantes durch Ludwig XIV von Frankreich im Jahre 1685 den deutschen Fürsten gerade recht. Mit dem Edikt von Nantes hatte Heinrich IV 1598 den Hugenottenkrieg beendet. Die Aufhebung des Edikts, das Ende des Religionsfriedens in Frankreich setzte eine neue Massenflucht in Gang. Die französischen Protestanten wurden vor die Wahl gestellt, zum katholischen Gauben überzutreten oder ihr Vermögen an den Staat abzutreten. Etwa 50.000 französische Protestanten suchten Schutz in deutschen Fürstentümern, die meisten im Kurfürstentum Brandenburg (dem späteren Königreich Preußen).
Bei der Bevölkerung waren die Flüchtlinge nicht sehr willkommen. Sie waren Reformierte Christen, ebenso wie das Herrscherhaus. Die meisten Brandenburger waren Lutheraner, die argwöhnten, die Hohenzollern würden sich reformierte Verstärkung heranschaffen. Vor allem wurden den Franzosen die großzügigen Steuerprivileien geneidet, mit denen ihnen der Start in ihrer neuen Heimat erleichtert wurde. Um diese Starthilfe zu finanzieren, wurden die Alteingesessenen mit Sondersteuern belastet.
Das Wort „Integration“ kannte man noch nicht. Die französischen Einwanderer lebten in abgetrennten Siedlungen, errichteten französische Schulen, behielten ihre Sprache und ihre Lebensgewohnheiten. Französisch war die Sprache der Höfe, der gebildeten Eliten. Die Franzosen hatten durchweg einen höheren Bildungsstand als die Urbevölkerung, viele waren Ärzte, Gelehrte oder hochqualifizierte Handwerker. Eine Angleichung an die Einheimischen hätte den Absichten nicht entsprochen, mit denen ihre Aufnahme verbunden war. Gerade das, was sie von der einheimischen Bevölkerung unterschied, machte die Flüchtlinge für das Herrscherhaus interessant. Der Anbau von Rüben und Hirse konnte gerade die Bevölkerung halbwegs gut ernähren. Wer Handwerke beherrschte, deren Produkte sich exportieren ließen, leistete einen Beitrag zum wirtschaftlichen Aufstieg.
Es ist oft genug daran erinnert worden: Seit der Römerzeit gab es permanent Zuwanderung in die mitteleuropäische Gegend, in der die deutsche Zunge klingt und aus der erst 1871 der deutsche Nationalstaat entstand. In der Regel war die Zuwanderung für dieses Land und seine Menschen ein Segen. Deutsches Ausschwärmen war in der Regel für die betroffenen Länder ein Fluch. Den „Toleranzedikten“, mit denen zum Beispiel der Alte Fritz verfügte, daß in Preußen „jeder nach seiner eigenen Façon selig werden“ könne, lagen ökonomische Erwägungen zugrunde. Das muß ihren Wert als Fortschritt gar nicht schmälern, sollte aber die Nüchternheit über die Glorifizierung setzen. Man sollte dann auch nicht vergessen, daß Deutschland im Zwanzigsten Jahrhundert Bevölkerungen eroberter Länder versklavte und Menschen zur Sklavenarbeit verschleppte.
In der jungen Bundesrepublik mit ihrem Nachkriegs-Wiederaufbauboom herrschte Arbeitskräftemangel für den Aufstieg zu einer Wirtschaftsmacht, wie es das Deutsche Reich vormals noch nicht war. Aus dem mediterranen Raum kamen die „Gastarbeiter“, was besser klingt als „Fremdarbeiter“.
Heute ist die Bundesrepublik kein Weiterlesen

Neu in der Weltbühne: Religionskritik – Meinungsfreiheit oder Schmähung?

Zwei Neuerscheinungen im PapyRossa-Verlag:
Conrad Schuhler: Alles Charlie oder was. Religionskritik – Meinungsfreiheit oder Schmähung?
110 S. 11,90 Euro
SchuhlerCharlieVerlagstext:
„Ausgehend vom Mord an Mitarbeitern von Charlie-Hebdo und dem ‚Kopftuch-Urteil‘ des Bundesverfassungsgerichts zugunsten einer muslimischen Lehrerin diskutiert Conrad Schuhler Fragen wie: Was wurde aus der von Kant formulierten Aufforderung, der Mensch solle sich ‚aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit‘ befreien und ’sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen‘ bedienen? Hat Marx recht, wenn er Religion als ‚Opium des Volkes‘ bezeichnet, das sich ein Ideal im Himmel erträume, statt seine weltliche Wirklichkeit human zu gestalten? Kann man, wie manche Religionskritiker, eine einzelne Religion, den Islam, als dümmste von allen ansehen? Und schließlich: Kann Satire sich unterschiedslos gegen jedweden religiösen Inhalt wenden? Muss sie nicht bedenken, ob sie sich gegen eine Religion richtet, die im jeweiligen Lande eine überragende Gestaltungsmacht besitzt, oder gegen eine Minderheit, deren fremdenfeindliche Gegner nur auf Munition warten?“

Sebastian Chwala: Der Front National. Geschichte, Programm, Politik und Wähler
143 S. 12,90 Euro
ChwalaFrNaVerlagstext:
„Vielfach ist der Erfolg des Front National unmittelbar mit dem Niedergang der französischen Industrie und der massiv angestiegenen Arbeitslosigkeit begründet worden. Sebastian Chwala widerlegt diese eindimensionale Erklärung und belegt, dass der seit langem andauernde Aufstieg der extremen Rechten in Frankreich viel eher aus der Bedrohung einer breiten ‚Eigentümergruppe‘ durch die Monopolisierungstendenzen des ‚modernen‘ Kapitalismus resultiert. Insbesondere die ’neuen Mittelschichten‘ mit ihren Einfamilienhäusern in den Vorstädten fürchten einerseits ihren Abstieg und andererseits die Konkurrenz neuer sozialer Aufsteiger. Sie sind es, die besonders anfällig sind für die Mystifizierung eines Frankreichs mit breiter Streuung an Eigentum. Die Wirkungsmächtigkeit dieses Ideals wird dadurch verstärkt, dass es von den politischen Eliten unverdrossen propagiert wird. Angereichert um Fremdenfeindlichkeit, spielt es in der Programmatik des Front National eine zentrale Rolle.“

Diese Bücher sind in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand) erhältlich und sollten auch dort bestellt werden. Aufgeklärten und politisch bewußt denkenden Menschen muß man das nicht erklären. Und die, denen man das erklären muß, bilden sich ihre Aufgeklärtheit und ihr politisches Bewußtsein bloß ein.

Buchhandlung Weltbühne – Gneisenaustraße 226 – 47057 Duisburg
Tel. 0203 -375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
http://www.buchhandlung-weltbuehne.de

Weltbühne muß bleiben.

Sand Martin

Vorgestern abend sah ich einen Martinszug. Der ging die Grabenstraße entlang, richtig mit Kapelle („Spielmannszug“ auch mit Spielmänninnen) und einem Sankt Martin auf dem Pferd. Als Kind verstand ich immer „Sand Martin“ und wußte nicht, was das mit Sand zu tun hat.
Es ist immer richtig, Kindern eine Freude zu machen. Das gelingt heute anscheinend immer noch mit einem Martinszug.
Es ist noch gar nicht so lange her, zwei oder drei Jahre, da sah ich den Martinszug in Duissern. Auf der Straße eine große Schar von Kindern mit Laternen. Der hellen Stimmen der Kinder überschlugen sich fast vor Begeisterung. Am Straßenrand, auf den Bürgersteigen, standen erwachsene Menschen und schauten zu, auch ich, und sicher auch die Eltern der Kinder.
Das war diesmal anders. Die Eltern zogen in dem Martinszug mit. Jedes Kind wurde von seinen Eltern begleitet. Man sah kaum die bunten Laternen, denn die Kinder konnten sie gar nicht so hoch recken, daß sie die Köpfe der Erwachsenen hätten überragen können.
Das hat der Freude der Kinder nicht viel Abbruch getan. Nein, ihnen gefiel das, das konnte man merken.
Aber ist das gut, wenn die Eltern ihren Kindern überhaupt nicht mehr von der Seite weichen?

Allerheiligen

SinnSinnSinnIn einem Hochhaus im Parterre wohnen ist doch eigentlich sinnlos.
Genauso:
Ein gesetzlicher Feiertag an einem Sonntag. Was bringt das?
Naja, das kann passieren. Manchmal fällt Allerheiligen (1. November) auf einen Montag, manchmal auf einen Dienstag (usw.). Morgen dann auf einen Sonntag.
Das kann auch passieren mit dem 1. Mai, dem Neujahrstag und den Weihnachtsfeiertagen.
Ansonsten aber garantiert die Katholische Kirche für reichlich Schulfrei, indem Himmelfahrt und Fronleichnam immer donnerstags stattfinden (raffiniert!).
Was haben die Evangelen dem entgegenzusetzen? Das Gegenstück zum katholischen Allerheiligen (mal montags, mal dienstags usw.) ist der evangelische Totensonntag. Ja, meinegüte, da hat man doch nichts von. Könnten die nicht mal einen Totenmontag einführen?
Der höchste evangelische Feiertag ist der Karfreitag. Aber der ist auch katholisch hoch gehalten. Karfreitag wäre auch dann ein Feiertag, wenn die Reformation nie stattgefunden hätte.
In meiner Schulzeit fand ich den evangelischen Bus- und Bett-Tag immer gut: ein Mittwoch (!) im November. Ach, was war das schön!
Gegen die Abschaffung des evangelischen Feiertags hätte die Katholische Kirche protestieren müssen: „Die Evangelischen sollen ruhig mehr für die Entspannung tun.“

Nochmal zu gestern

Mohammed Amin al-Husseini (1893-1974), der „Großmufti von Jerusalem“ war sicherlich eine der übelsten Gestalten des 20. Jahrhunderts. Um zu dieser Feststellung zu gelangen, muß man ihm nicht die Empfehlung an Hitler in den Mund legen, die Juden zu vernichten, wie Netanjahu es in plumpester Propaganda nicht zum ersten Mal tat. Netanjahu sucht nach Vorwänden, jegliche Verständigung mit den Palästinensern zu verhindern. Dazu ist ihm kein Mittel zu schäbig.
Stellt man Netanjahu richtig, entlastet das den Mufti nicht, der mit Hitler ein mehr als nur taktisches Bündnis einging. Ich unterstelle ihm, daß er Hitler auch nicht von seinen Plänen abgeraten hätte. Ein paar Wochen vor der Wannsee-Konferenz, in der die „Endlösung“ nicht beschlossen, sondern deren Durchführung in knapp anderthalb Stunden abgesprochen wurde, war der Mufti bei Hitler zu Besuch – nicht nur auf Stippvisite. Er blieb in Berlin bis zum Ende des Krieges, um dann, zuerst als Kriegsverbrecher in französischer Haft, in Ägypten Asyl zu finden.
Von Arabern, namentlich von Palästinenern, wurde er gleichwohl gefeiert, auch von denen, die als progressiv gelten. Arafat nannte ihn „unseren Helden al-Husseini“.
Gegen das Verlangen, den Helden an das Nürnberger Kriegsverbrecher-Tribunal zu überstellen, legte sich die britische Regierung quer. Eine Anklage fand sie nicht opportun. Auch ein Auslieferungsersuchen Jugoslawiens wurde nicht erfüllt.
Daß Arafat ein Neffe des Mufti war, ist eine Propagandalüge der angeblichen „Antideutschen“.
grossmufti..

Die beste Idee vom lieben Gott

Es gibt Atheisten, die meinen, wenn erstmal jegliche Religion verschwunden ist, dann beginnt der ewige Frieden, und wir hätten das Paradies auf Erden.

Die beste Idee, die der liebe Gott hatte, war: uns aus dem Paradies rauszuschmeißen.
Menschen im Paradies?
Das Paradies mit Menschen drin?
Nein, das kann nicht gutgehen.
Und Gott sprach:
Paradies? Okay.
Aber den Menschen kann ich das nicht zumuten.

Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“

Die Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ macht Station in Duisburg. Sie hat schon am 30. April begonnen, geht aber noch bis zum 21. Mai.
Die Ausstellung wurde gestaltet von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) und wird unterstützt von den Gewerkschaften IG Metall, ver.di und GEW sowie von der Stiftung Auschwitz-Komitee.

11_01Die Ausstellung wird gezeigt im Evangelischen Familienbildungswerk, Hinter der Kirche 34, 47058 Duisburg (Duissern), montags bis donnerstags von 9 bis 20 Uhr, freitags von 9 bis 12 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Am Freitag, 8. Mai werden die Exponate in der Salvatorkirche ausgestellt. Die Ausstellung ist an diesem Tag Teil des Gottesdienstes um 18.30 Uhr, in dem des 70. Jahrestages der Befreiung gedacht wird. Es predigt Superintendent Armin Schneider.

Aus den Erläuterungen zu den Exponaten:

Über 180 Todesopfer hat die neofaschistische und rassistische Gewalt seit 1990 bereits gefordert, möglicherweise ein Mehrfaches davon – weil Hinweise auf neofaschistische Tatmotive nicht verfolgt wurden.
Die Ausstellung will dazu beitragen, dass Neofaschismus nicht auf Dauer zum Alltag gehört. Sie informiert über dessen Ideologie und Praxis und benennt Ursachen für die Ausbreitung rassistischen, nationalistischen und militaristischen Denkens und Handelns.

Die Begriffe „Rechtsextremismus“, „Rechtsradikalismus“ usw. unterstellen, dass es sich um eine politische Randerscheinung unter vielen handelt. Der konkrete historische Hintergrund wird vernachlässigt.
Wir verwenden stattdessen die international üblichen Begriffe „Faschismus“ und „Neofaschismus“.
Wir wollen damit deutlich machen, dass sich diese politische Bewegung in ihrem Wesen nicht von ihren historischen Vorbildern seit Ende des Ersten Weltkrieges unterscheidet.

Ab 1918 organisierten sich in allen europäischen Ländern faschistische Kampfverbände, Terrorgruppen und Parteien. Ende der 1920er Jahre setzte sich in Deutschland Adolf Hitlers NSDAP zunehmend durch und gewann Massenunterstützung.
1933 wurde ihr mit Hilfe wichtiger Vertreter der Industrie, konservativer Politiker und Militärs die Macht übertragen. Der Terror gegen politische Gegner und alles von ihnen als »undeutsch« Diffamierte begann sofort. 1939 überfiel Nazi-Deutschland Polen und begann so einen imperialistischen Raub- und Vernichtungskrieg mit nie dagewesenen Massenverbrechen und Völkermorden.

Neofaschisten ordnen Menschen angeblichen Rassen mit unterschiedlichem Wert zu. Das zeigt sich heute oft in der Abwertung anderer Kulturen und der Unterstellung fehlender „Integrationsfähigkeit“ von Migranten.
Antisemitismus, Antiziganismus und Islamfeindschaft sind besondere Formen des Rassismus. Neofaschisten schüren Hass, sie verharmlosen oder leugnen die NS-Verbrechen.

Neofaschisten versuchen Männer und Frauen durch die Zuordnung von Geschlechterrollen zu disziplinieren und in ihr völkisches Weltbild einzubinden. Frauen werden auf eine letztlich dienende Rolle festgelegt.

Ehemalige Nazis und Mitläufer haben nach 1945 in Westdeutschland die Möglichkeit gehabt, wichtige Positionen in Staat und Gesellschaft wieder zu besetzen. Ein konsequenter Bruch mit den Inhalten und Werten des NS-Regimes wurde trotz des demokratischen Gegenentwurfs „Grundgesetz“ versäumt. So konnten sich auch offen neofaschistische Organisationen in einem Klima der Akzeptanz neu etablieren. In den 1960er Jahren begann eine zunehmend kritische gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem NS-Regime.
Nach 1945 wurden in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR Nazis und Kriegsverbrecher enteignet, verfolgt und aus dem Staatsdienst entfernt. Rassistische und antisemitische Einstellungsmuster wurden aber unterschätzt, weil man glaubte, mit der neuen Gesellschaft die Wurzeln des Faschismus beseitigt zu haben. Nach 1989 setzten sich neofaschistische Organisationen in den neuen Bundesländern erfolgreich fest und profitierten vom Zusammenbruch der DDR. Heute sind im Osten Deutschlands Rassismus und ein autoritäres Staatsverständnis stärker verbreitet als in Westen.

Neofaschistische Ideologie wird nicht im luftleeren Raum propagiert. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gegenüber Juden, Sinti und Roma, Migranten, Muslimen, Frauen, Homosexuellen, Obdachlosen und Erwerbslosen ist bei erheblichen Teilen der Bevölkerung verbreitet. An diese Vorurteile knüpfen in populistischer Manier auch immer wieder Politiker aus demokratischen Parteien sowie Medien an und öffnen so Spielräume für Neofaschisten.
In Netzwerken, Stiftungen und Traditionsverbänden treffen Neofaschisten und Konservative aufeinander und kooperieren. Gemeinsame Feindbilder und Ähnlichkeiten im Geschichtsbild verbinden sie mehr oder weniger stark.
In ganz Europa gewinnen rechtspopulistische Parteien und Organisationen zum Teil große Anhänger- und Wählerschaften. Inhaltlich und personell überschneiden sie sich mit dem Neofaschismus.

Berlin, 12.12.2007: Übergabe von 175 445 Unterschriften für das Verbot der NPD an den Bundestag

Berlin, 12.12.2007: Übergabe von 175 445 Unterschriften für das Verbot der NPD an den Bundestag

Männer und Frauen des Widerstandes, Verfolgte und Opfer des NS-Regimes gründeten 1947 die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“. 1971 öffnete sich die Organisation für jüngere Mitglieder als „VVN – Bund der Antifaschisten“. Sie ist die größte überparteiliche und generationenübergreifende antifaschistische Organisation in Deutschland.

Bundesgeschäftsstelle der VVN-BdA,
Franz-Mehring-Platz 1,
10243 Berlin

Weitere Informationen zur Ausstellung: http://www.neofa-ausstellung.vvn-bda.de/