Die anderen mußten stehen

Gucken Sie mal, wie die Rheinische Post mich findet (Montag, 27. März 2017):

Welche Bühne? Wann? Wo?
Das war im Lokal Harmonie in Ruhrort, Teil der Zwei-Tage-Akzente-Veranstaltung, auf die ich Sie aufmerksam gemacht hatte.
Der RP-Bericht im ganzen:
Ich kann mich erinnern, daß mir, als ich vorlas, elf Personen zuhörten.
Die Autoren des Verlags Trikont / Dialog (die anderen mußten stehen): Christina Böckler, Stefan Schroer, Ruth Schäfer, Silke Vogten, Marvin Chlada, vorne: ich.
Schönes Foto © Dialog-Edition

Mein Aufbruch, mein Umbruch, mein Akzent

Mein Akzent des Jahres.
24 Jahre (wenn ich richtig gerechnet habe) ist es her, daß die Stadt Duisburg einen ihrer inspirierendsten Aufbrecher (nämlich mich) herbeirief, um sich meiner Mitwirkung bei der Ausstellung „Traue keinem über 30“ im Kultur- und Stadthistorischen Museum (im Rahmen der 17. Duisburger Akzente 1993 zum Thema „Jugend im Aufbruch“) und bei der Gestaltung des Ausstellungskatalogs zu versichern. Sie erinnern sich?
Ausstellungsleiter Werner Pöhling ist inzwischen in Pension (glaub ich). Ausstellungsleiterin Susanne Sommer ist inzwischen Direktorin, und ich bin inzwischen vergessen.

Doch halt!

In diesem Jahr (38. Duisburger Akzente zum Thema „Umbrüche“) erinnerte sich die Stadt Duisburg an einen ihrer inspirierendsten Umbrecher. Gucken Sie mal hier:
genauer hier:
Also, wär das nicht was für Sie?
Freitag, 24. März 2017, 19 Uhr, Lokal Harmonie in Duisburg-Ruhrort, Harmoniestraße 41, da lese ich vor, zusammen mit Silke Vogten, Bernd Kalus, Ruth Schäfer, Marvin Chlada und Tayfun Demir.
See you, see us.

Minimalist Statement

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Minimalismus
RuhrortKunstmarkt16-1Sonntag, 5. Juni 2016, (m)ein Stand auf dem Ruhrorter Kunstmarkt.
Ausgestellt wurde: nichts.
Nichts ist sogar noch weniger als minimal.
Nichts ist die Vollendung der Minimaltät.
Alles ist gesagt, und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Die Kunst erreicht ihre Vollendung, indem sie verschwindet.
Nein: Indem sie vergessen wird.

Nein, das ist natürlich Quatsch. Ich hatte mich nur mal kurz hinter einen Stand von einem Künstler gestellt, der nicht erschienen war. Aber diesen Sermon habe ich einigen Leuten erzählt, und die fanden das auch lustig, weil sie wußten, daß das alles ein Witz war.
Immerhin wurde demonstriert, daß die Kunst die Zeit überwinden kann (zum Beispiel, indem sie den 1. April auf den 5. Juni bringt).

RuhrortKunstmarkt16-2So sah unser Stand auf dem Ruhrorter Kunstmarkt aus. Alles ordentlich und unfromm.

RuhrortKunstmarkt16-3„Spontan“-„Lesung“ am Stand von Werner Muth gegenüber.
Spontan war das zwar, aber vorher geplant.
Als Lesung kann man das wohl auch bezeichnen, wenngleich ich, während ich den Leuten was erzählte, ein leeren Blatt vor mir hielt. (Sonst hätte mir vielleicht keiner zugehört. Merke: Literatur ist immer mit Papier in der Hand).

Fotos © Merkfoto

Ja, was ist denn DAS?

NeuProgrammCoverJa, was ist das denn, möchte man wieder fragen.
Also: Es handelt sich um eine Broschüre (36 Seiten), urgehoben von meiner Kollegin und mir 1991, lange Zeit vergriffen, jetzt (nach 25 Jahren) in zweiter, nur leicht veränderter Auflage für 5 Euro wieder erhältlich (ISBN 978-3-935673-06-8).

Man sollte als Künstler / als Schriftsteller mit Erläuterungen zum Werk sich zurückhalten. Wird eine Pointe erklärt, ist sie hin.
Nur mal so viel:
Vor 25 Jahren wollte die geltungssüchtige Generalaufpasserin Alieze Schwarzer (auch „Frollein Lohmeier“ genannt) Porno gesetzlich verbieten lassen.
Das war der Anlaß für diese Kampfschrift, deren Text allerdings nicht von den Verfassern verfaßt, sondern zusammengeklebt und mit aufschlußrerichen Bildern zu einem montiert wurde. Es sollte dem Ansinnen der penetranten Anstandsdame nicht mit Argumenten begegnet, sondern Tatsachen geschaffen werden. Wo (kalkuliert oder unkalkuliert) mit Reizvokabeln Irrationalität geschürt wird, helfen keine Pillen und keine essigsaure Tonerde, wohl aber die Satire, die sich die „normative Kraft des Faktischen“ zunutze macht.
„Schwarzers Begabung war nie die Analyse, eher die action im Einklang mit einem gesunden Volksempfinden“, meinte Katharina Rutschky.

Mit Fleiß verbringe ich meine Zeit damit, die Spießbürgerlichkeit und Prüderie, eben jenes „Volksempfinden“ in Mißkredit zu bringen. Froh war ich stets, wenn ich zu solchem Behufe einfallsreiche Partnerinnen fand.
Hier geht es um: die Ästhetisierung des Sexuellen. Oder man könnte auch poetisch sagen: Es geht um die Erotisierung der Sexualität.
Im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) steht unter der Rubrik „Hauptbeschreibung“: „Text-Bild-Collage über die Verschlüsselung von Sexualität, Macht, Bedürfnis, Manipulation.“ Irgendwas muß man ja reinschreiben, damit der moderne Mensch „aha“ sagen kann.
Mit dem wieder erhältlichen Heftchen wird auf dem Stand der Situationspresse / Buchhandlung Weltbühne auf dem Ruhrorter Kunstmarkt erstmals die Öffentlichgkeit konfrontiert.
GEGEN ALLES, WAS LANGWEILIG, SPIESSIG UND PRÜDE IST.

NeuProgrammImmerDabeiHier zwei Seiten, auf denen man erkennt, daß wir es wirklich ernst meinen, selbst dann, wenn wir nicht ernst bleiben können.

lg3Die Mit-Autorin Lina Ganowski war an der (zurückhaltenden) Überarbeitung nicht beteiligt. Sie sagte (am Telefon): „Jaja, du machst das schon, ich verlaß mich auf dich“, und auf ausdrückliche Nachfrage: „Jaja, mach ruhig!“
Die Verbrecher (in diesem Fall: die Verbrecherin) zieht es an den Ort des Verbrechens. Die Essenerin, die längere Zeit in Erfurt, und dann für einige Zeit in den Niederlanden ansässig war, wohnt jetzt wieder in Essen.
Ich fragte sie: „Bleibst du denn jetzt da für immer?“ Daraufhin sie: „Ja, was soll ich denn darauf antworten???“

Nächsten Sonntag wieder: Ruhrorter Kunstmarkt

Nächsten Sonntag wieder: Ruhrorter Kunstmarkt. Wir sind wieder dabei. Sie auch?
RuhrortKunstmarkt16-V1„Da ist es schön, da geh‘n wir hin.“
RuhrortKunstmarkt16-V2
Besuchen Sie den Stand der Situationspresse / Buchhandlung Weltbühne mit sichtbaren, lesbaren, hörbaren Eigenproduktionen aus unserem Haus und von befreundeten Künstlern und Autoren mit ihren Arbeiten aus dem „Fliegenden Koffer“.
Erfahrungsgemäß werden Veranstaltungen bei gutem Wetter von vielen besucht. Darum hoffen wir auf viel Besuch, damit wir günstiges Wetter haben (warm, trocken, nicht schwül, windstill).

RuhrortKunstmarkt16-V3„Jaja, kommense ruhig und guckten sich das mal hier an“, scheint die Aussage dieses Bildes zu sein.
© Merkfoto

L‘art pour l‘art

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): L‘art pour l‘art
Buelles
Die Formel „l‘art pour l‘art“ brachte einst (60er Jahre, 70er Jahre) die Leute zur Weißglut, die eine politische, eine engagierte, eine eingreifende Kunst forderten. Sie hielten diesen Slogan für eine Absage an diesen Anspruch, für den Slogan einer „reinen“, „unpolitischen“ Kunst.
Dies aber war und ist ein Mißverständnis. In dieser Formel ist nämlich vielmehr die Autonomie, die Unabhängigkeit der Kunst proklamiert.
Seit dem Mittelalter war die (bildende) Kunst als Handwerk stringenten Zunftregeln unterworfen. Später wurde sie akademisch gelehrt. Im Zuge der Bürgerlichen Revolution strebte die Kunst nach Unabhängigkeit von feudalen und klerikalen Auftraggebern, nach Selbstbestimmung. Das kommt in dem Slogan zum Ausdruck. Für die Kunst sollen die Maßstäbe von den Künstlern festgelegt werden.
Das oben gezeigte Bild (eine Collage aus dem Jahre 1995, erstmals zu sehen als Illustration in DER METZGER Nr. 48), aus diesem Umfeld decollagiert, Laserdruck im Din A-4 Format, gestempelt, in Klarsichtfolie, ist ein Paradebeispiel für diese fortschrittliche und emanzipatorische Kunst-Produktion. Es wird (in geringer Stückzahl) auf dem Stand der Buchhandlung Weltbühne beim diesjährigen Ruhrorter Kunstmarkt (Sonntag, 5. Juni) angeboten und bei Verkauf von mir signiert (aber nicht nummeriert).
Die Käufer sollen sich überlegen, was sie damit machen: Aus der Klarsichtfolie rausnehmen oder drinlassen, einrahmen (lassen), zu Hause oder sonstwo aufhängen (tunlichst an Orten, wo diese Mitteilung Irritation, Rätselraten, Volkszorn, Trost, (Un-)Gewißheit auslösen könnte).
Mit dem Zitat unten sind die Leute, die vom Kunstwerk ein politisches Bekenntnis fordern, ruhiggstellt.
Das Werk wird für mindestens1 Euro erhältlich sein. Mit diesem für den Käufer zumutbaren, für den Künstler immer noch einträglichen Tarif wird die Kontinuität progressiver Kunst-Produktion in unserem Hause gefördert und gesichert. Darum darf der Käufer (resp. Die Käuferin) auch den Preis erhöhen.

P.S.: Als kommunistischer Künstler möchte ich mal anmerken, daß die Kunst ihren Autonomieanspruch auch gegenüber den Linken aufrechterhalten sollte, bei denen es so eine Mentalität gibt, die Künstler am liebsten zu Pausenclowns zu degradieren.

Bilder eines Kunst-Marktes (Ruhrort)

Zum fünften Mal fand der Ruhrorter Kunst- und Kulturmarkt statt – zum ersten Mal mit unserer Beteiligung. Diese Kunst-Aktion war Teil des 22. Ruhrorter Hafenfestes.

RuhrortKunstmarkt15-01Das war vom frühen Vormittag bis zum späten Nachmittag eine schöne Veranstaltung, zu der ich hier schon am 15. August eingeladen hatte. Wer trotzdem nicht hingegangen ist, ist es selber schuld („Ach bitter bereut, wer des Weisen Rat scheut“ sagt der Dichter). Es sei denn, man war bedauernd verhindert oder man hatte tatsächlich etwas tatsächlich Besseres zu tun, zum Beispiel — (Satz selbst vervollständigen).

Gutes Wetter, gute Atmosphäre, freundliche Menschen, die sich gern einen schönen Tag machten, Wiedersehen mit alten Bekannten, alles gut vorbereitet und organisiert von Klaus Brüggenwerth und Katrin Roth.

RuhrortKunstmarkt15-02Unser Stand, seitlich betrachtet.

RuhrortKunstmarkt15-03Bilder des Informel. Bilder von Barito. Barito ist ein 14jähriger Orang Utan im Krefelder Zoo, der seit Jahren Farbe auf Fläche verteilt und immer wußte, wann ein Bild fertig ist, und sich mit der Zeit in seiner Malweise entwickelte. Über das Projekt Affenbrut (angelehnt an Art brut) ist mehr zu erfahren unter www.affenbrut.de.

RuhrortKunstmarkt15-04Und jetzt alle:
„Das machen nuuur die Beine von Dolooores!“

RuhrortKunstmarkt15-05Der Künstler vom Stand nebenan möge mir das nicht übelnehmen. Aber beim Betrachten der phallischen Skulptur (Bildmitte) stellte sich bei mir spontan der Gedanke an einen Katzen-Kratzbaum ein. Ich meine das nicht spöttisch, sondern assoziativ.
Was würden wohl die Katzen zu den Orang-Utan-Bildern sagen? Wahrscheinlich: „Na wenn schon! WIR kratzen Skulpturen.“ Aber wahrscheinlich interessieren die sich ÜBERHAUPT NICHT dafür. Die Bilder wären denen noch nicht einmal egal.
Im Laufe des Tages (vom wechselnden Sonnenstand?) dachte ich mehr an einen Döner-Spieß.

RuhrortKunstmarkt15-06„Kommen Sie ruhig näher“, wie dieses Bild ausdrücken zu sollen scheint. (Typisch germanische Verbanhäufung am Satzende. Aber richtige Empfehlung wurde zum Ausdruck gebracht).

RuhrortKunstmarkt15-07Die Foto- und Grafikkünstlerin Susanne Gwisdalla (links in diesem Bild) bietet T-Shirts mit dem Porträt von Charles Fourier an.

RuhrortKunstmarkt15-08Im Bühnenprogramm: Tom Liwa.

RuhrortKunstmarkt15-09Alle lieben Susi.

Ruhrorter Kunst- und Kulturmarkt

Am Sonntag, 23. August 2015 findet auf dem Neumarkt in Duisburg-Ruhrort zwischen 11 und 18 Uhr zum fünften Mal der Kunst- und Kulturmarkt mit vielen ausstellenden Künstlern und einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm statt. Es wird (ausschließlich) Kunst verschiedenster Sparten gezeigt und zum Verkauf angeboten.

RuhrortKunstmarktSo, ungefähr, wird es auch wieder beim fünften Ruhrorter Kunst- und Kulturmarkt aussehen. (Werbefoto).
Besuchen Sie den Stand der Situationspresse/Buchhandlung Weltbühne!

Streif (2015)

Streif15-1STREIF ist erschienen, die Kulturzeitschrift aus Duisburg. Das Heft ist aufwendig gestaltet unter Nutzung der Möglichkeiten der Druck-Kunst. Es wird ein ganzes Jahr an einer Ausgabe gearbeitet.
„Streif geht auf Streife in Duisburg. Streift durchs Revier. Mit den Streifen unserer Mannschaft. Streif ist ein Querschnitt unserer Stadt. Ein Streifzug. Ein Streif von vielen Streifen in Duisburg.
Schriftsteller, Dichter, Künstler, Fotografen zeigen ihre Werke, erzählen ihre Geschichten – aus Duisburg.
Streif 2015 ist unsere zweite Ausgabe mit einer neuen Mischung von Gedichten, Kurzgeschichten, Essays, Fotos, Zeichnungen, und Comics. Eine Gegenüberstellung von etablierten Künstlern und neue Talenten, lieblich und schräg,
Lob und Kritik, damals und jetzt.
Streif erscheint einmal im Jahr.“
Streif Duisburg
c/o Stacey Blatt
Martinstr. 16
47058 Duisburg
E-Mail: kontakt@streif-duisburg.de
www.streif-duisburg.de

Ich bin auch drin, obwohl weder „etablierter Künstler“ noch „neues Talent“ auf mich zutrifft. „Lieblich und schräg“ dafür umso mehr.

Streif15-2So zeichnete Friederike Huft die Buchhandlung Weltbühne (rechts). Links: Das Syntopia in Hochfeld. Zwei von fünf Orten, die „ein bißchen unterm Radar fliegen“.

Streif15-3Texte, die ganz zu Bildern werden. Sowas gefällt mir.
„Mobile Drawings“ von Fee Brandenburg.

Streif15-4Susanne Gwisdalla ist mit ihren Fenster-Einblicken auch dabei.

Streif15-5Die dramatiche Dichtung über das Tausendfensterhaus von Werner Muth. (Zeichnung von Abigail West).

Streif15-6Eine von den beiden Obelix-Geschichten, mit denen ich in STREIF Nr. 2 präsent bin.
Die ganze Redaktion ließ sich dadurch zu einer Pommes-Orgie an Walters historischer Pommes-Stätte inspirieren.

STREIF Nr. 2 (2015) 70 Seiten durchgehend farbig ist für 7 Euro in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich (im Versand zuzüglich Versandporto).

In einer Woche: Harmonie

HarmonieLuetfiyeAm Montag, 19. Mai (also heute in einer Woche) um 19.30 Uhr (halbacht) kann man in RUHRORT im LOKAL HARMONIE zuhören.
Dauernd werbe ich hier für Veranstaltungen, zu denen ich selber gar nicht hingehe. Ich komme ja kaum noch aus dem Haus. Diesmal habe ich mir aber vorgenommen, zu kommen, und ich hoffe, daß es auch klappt.
Angekündigt wird die Veranstaltung so:

Die Duisburger Autorin Lütfiye Güzel liest aus ihren bisher erschienenen drei Lyrikbänden über den nicht versöhnten und verstörenden Alltag.
Gestört wird sie dabei durch die Moderationen und Projektionen von Nicola Seitz und Jochen Zimmer,
die auch eigene, aber neue und verjährte Vierzeiler beitragen.
Der Abend endet und startet unter dem Motto
„Das letzte Jahrhundert begann damit, daß die Surrealisten zur Arbeiterbewegung fanden.
Schön, daß es umgekehrt endete.“

Diese These bedarf sicherlich der Erläuterung. (Damit auch ich das verstehe).

Von Adorno bis Porno – Lesung mit Ulrike Heider

Am Samstag, 15 März um 20 Uhr liest Ulrike Heider im Lokal Harmonie in Ruhrort aus ihrem Buch VÖGELN IST SCHÖN, das in den nächsten Tagen erscheint.
Der Verlag stellt sein Buch vor:
1968 das Jahr, das die Bundesrepublik veränderte wie wenig andere: Die junge Generation begehrte gegen das Establishment und den „Muff von tausend Jahren“ auf, propagierte freie Liebe und wollte Ehe und Familie abschaffen. Zugleich schwappte mit Oswalt Kolle die erste Sexwelle über Deutschland, und die Kommerzialisierung von Liebe und Sexualität begann. Heute scheinen die Kämpfe ausgefochten, aber der Schein trügt. Der Erfolg von Büchern wie „Feuchtgebiete“ oder „Fifty Shades of Grey“, die anhaltende Diskussion um die „Homoehe“ oder das von der Regierung vertretene Frauenbild beweisen: die Entwicklung geht wieder zurück und ein sexueller Neokonservatismus ist auf dem Vormarsch. In „Vögeln ist schön“ blickt Ulrike Heider auf die Sexualdiskurse der letzten 50 Jahre zurück. Von der späten Adenauer-Ära und der Studentenrevolte über die Frauen- und Schwulenbewegung bis zu den aktuellen Debatten über Pornographie, Sadomasochismus oder der Pädophilie-Debatte bei den Grünen geht sie der Frage nach, wie sich Sexualität zur historischen und politischen Entwicklung verhält. Sie vergleicht die Ideale von damals mit heutigen Normen, Tabus und Moralvorstellungen, benennt Auswirkungen, Erfolge und Versagen der Sexrevolte.
v_gelnUlrike Heider: Vögeln ist schön. Die Sexrevolte von 1968 und was von ihr bleibt. Rotbuch Verlag 2014. ca. 256 S. ca. 14,95 Euro.

Lokal Harmonie e.V., Harmoniestr. 41, 47119 Duisburg (Ruhrort). Eintritt 10 bzw. 5 Euro.

Das Buch erscheint in den nächsten Tagen und ist in der Buchhandlung Weltbühne dann erhältlich und sollte auch dort bestellt werden (auch für den portofreien Versand).
Buchhandlung Weltbühne ist auch schön.