Ruhrorter Kunstmarkt 2018: gut!

Unser Stand (Buchhandlung Weltbühne / Situationspresse) bis zur zweiten Stange von links.

Jutta Ditfurth und das Dekolleté? Geht alles bei uns.

Mit Stand-Nachbar Werner Muth. Beste Koordination. Beachten Sie die bemerkenswerten Exponate! Auf die wird noch zurückzukommen sein.

Um nicht gucken gekommen zu sein, brauchen Sie schon einen triftigen Grund.
Es hat sich für uns gelohnt. Umsatz im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Die Buchhandlung geht stabilisiert und potenziert aus der Aktion hervor. Beliebt waren diesmal Bücher, Eigenproduktionen und Subversives in Wort und Bild. Und natürlich wichtig: Kontakte!

Subversion und Sex-Appeal in einem unserer Postkartenständer (in dem anderen auch).
LUNG WELTBUEHN
AUSTRASSE 226
URG-NEUDORF

Beautiful Ruhrort, lovely Fassade.

50/40 Jahre 11. Mai (26-38)

Der Film, der vor 40 Jahren entstand, behandelt ein Ereignis, das vor 50 Jahren stattfand, und damit verbundene Assoziationen.

Der Titel des Films lautet „Der 11. Mai – Le Onze Mai“ (Hut-Film 1078, 35 Min.).

Der Film ist auf der DVD „Der 11. Mai und andere Kurzfilme von Helmut Loeven“ enthalten (Hut-Film DVD 2009, zusammen 98 Minuten) und für 12,50 Euro überall im Buchhandel (ISBN 978-3-935673-26-6) oder direkt in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich.

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Zeichen der Zeit

Fiesbuck mal wieder.
Doch das ist nicht einfach ein Versehen,
das ist ein Zeit-Zeichen.

Weil in unserer Zeit die Vertuer die Richtlinien bestimmen.
Kann man das so sagen? Ja, das kann man so sagen.

Was halten Sie übrigens von der Wortschöpfung „barbusig“?

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Sind wir es, die Botticelli nicht ganz verstanden haben?


Bei zu dem Bild durchaus nicht passender eisiger Temperatur und extremem Gegenlicht der niedrigstehenden Februar-Sonne fand der Versuch des Fotos vom Foto statt.

Bei Bildausschnitt und mehr Kontrast …
erkannt man, wie der Fotograf sich auf dem Bauche der Wunderfrau spiegelt.

Ignoriert von den Ignoranten und ausgenutzt von den Fanatikern


Das Bild „Hylas und die Nymphen“ (1896) von John William Waterhouse (1849-1917) hängt nicht mehr in der Manchester Art Gallery. Es wurde zwar noch nicht verbrannt (so weit, immerhin, sind wir jetzt noch nicht), aber dem öffentlichen Anblick entzogen.. Die Kunstpostkarten mit der Abbildung wurden aus dem Museums-Laden ebenfalls entfernt.
Warum? Warum wohl.
Es handle sich um eine „erotische Phantasie“ aus der „victorianischen Zeit“, in der der „weibliche Körper“ als „passiv-dekorativ“ oder als „femme fatale“ dargestellt werde.
Weder aus dem Bild selbst, noch aus der griechischen Argonauten-Sage, die in diesem Bild aufgegriffen wird, ergibt sich „passive“ Dargestelltheit. Aber weibliche Nacktheit läßt die Saubermänner und Sauberfrauen der bigotten Sittlichkeit eingehämmerte Klischees runterrasseln.
„Femme fatale“ (präziser: „femmes fatales“) würde dem Thema des Bildes mehr entsprechen. Es ist zwar schon vorgekommen, daß die Begegnung mit einer Frau (oder mehreren) fatale Folgen nach sich zog. Aber es darf nicht geduldet werden, daß soetwas schon mal vorgekommen ist. Daß die Frau einen erfreulichen Anblick bietet, darf erst recht nicht wahr sein.
Woher kommt diese erneute Stimmung im Westen?
Sie wollen uns weismachen, daß sie gegen den „Sexismus“ vorgehen. Aber sie meinen den Sex, besonders in seiner schlimmsten, unberechenbarsten, teuflischsten Form, der erotischen Phantasie.
Phantasie ist des Teufels. Phantasie ist Anarchie. Phantasie ist der Untergang ihres ganz speziellen Abendlandes. Wo die Phantasie zugrunde geht, wird die Frau in der Wächtersprache zum „weiblichen Körper“ reduziert.
Natürlich handeln die Aufpasser (nebst -*_Innen) auf der Schleimspur des Vulgär-Feminismus nicht aus Überzeugung (das ist sowieso keine Überzeugung, das ist Saublödheit), sondern aus vorauseilendem Gehorsam, damit sie mit dabei sein dürfen, wenn mit dem Finger auf andere gezeigt wird.
Was nützt das den Frauen, die mit ihrem Leiden unter sexualisierter Demütigung sich an die Öffentlichkeit wandten? Ignoriert von den Ignoranten und ausgenutzt von den Fanatikern.

Daß das Bild des Malers, dessen Verbrechen es war, an die Phantasie zu appellieren, nicht aus der Öffentlichkeit verschwindet, dafür habe ich gesorgt in diesem Weblog.
Fortsetzung (contraire) Montag.

Bild (C) wikimedia commons

Werbung als Kunst

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Werbung.


Wofür wird denn hier Reklame gemacht?
Werbung wird zur Kunst, und
Werbung ist erst dann richtig gelungen,

WENN

man vergißt
oder nie erfährt oder
gar nicht wissen will,
wofür geworben wird,
oder
wenn sie etwas anderem mehr Auftrieb gibt als dem beworbenen Produkt.

Barbara werden Sie nicht entgehen

Barbara überlegt.

Barbara findet Anlehnung (bei ihrem jugendlichen Liebhaber).

Barbara küßt (und zwar ihn. Er faßt sie).

Barbara wohnt (in der Nähe)*.

Barbara schaut aus dem Fenster (und sieht das)*.

Barbara kauft ein (Obst & Gemuese)*.

Barbara ist in der Nähe.
Barbara lächelt.

* Stills aus „Der 11. Mai“, Hut-Film.

Ja, was ist das denn?

NeuProgrammWasIstDasDenn
Der Bundesjustizminister beabsichtigt, gesetzliche Mittel gegen „sexualisierte Werbung“ einzuführen.
Für meine Produktionen und Leistungen setze ich gelegentlich Werbung ein, die durch ein solches Gesetz tangiert würde.
Ich werde mich in zivilem Ungehorsam über solcherlei Beschränkungen hinwegsetzen. Ich verweise darauf, daß Werbung sich nicht auf einen kommerziellen Zweck beschränken muß, sondern auch eine sozialhygienische Funktion erfüllen kann.
Gesetze und sonstige Normen, mit denen die Enterotisierung privater und öffentlicher Lebensbereiche betrieben wird, müssen verhindert, notfalls verletzt werden.

Die obige Abbildung (anklicken zum Vergrößern) ist eine Doppelseite aus „Das neue Programm der Opposition – eine Polit-Pornografie von Helmut Loeven und Lina Ganowski“, Situationspresse 1991. Bei dieser Collage handelte es sich um eine satirisch-polemische Antwort auf Tante Emmas Anti-Porno-Hysterie-Kampagne. Zum 25jährigen Jubiläum erscheint in diesem Jahr eine (nur wenig geänderte) Neuauflage (36 Seiten). Um Vorbestellungen (5 Euro einschließlich Versand) wird gebeten:
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

http://www.buchhandlung-weltbuehne.de/boudoir.htm

Ein juristisches Vorgehen gegen die Buchhandlung Weltbühne wegen Verbreitung angeblich jugendgefährdender Schriften im Jahre 2007 konnte mit juristischen Mitteln abgewehrt werden (siehe DER METZGER 81). Um besser auf Angriffe vorbereitet zu sein, empfehle ich die „Programm“-Broschüre. Auch Spenden wären hilfreich:
SSB e.V.
IBAN DE76 3601 0043 0403 9564 32
BIC PBNKDEFF
Verwendungszweck: Gegen alles

GEGEN ANGRIFFE DER BUNDESREGIERUNG AUF DIE MEINUNGS- UND KUNSTFREIHEIT.
GEGEN VERDÄCHTIGUNG DES EROS.
GEGEN ALLES, WAS LANGWEILIG, SPIESSIG UND PRÜDE IST.

Julia Friese durfte mal ran

Wer ist das? Weiß ich nicht. Nur, daß sie mal randurfte:
Weltbusen1Weltbusen2Weltbusen3Weltbusen4Weltbusen5
Ob die Journalistin, nachden sie rangedurft hatte, besser bescheid weiß über Dialektik?
Seltsame Information: „…ist Familienvater“. Das ist ebenso (formal) zutreffend wie nicht so richtig hinpassend. So als würde ich sagen: Ich bin Rentner.
Vor lauter Entzücken darüber, mal ranzudürfen, hat die Weltmitarbeiterin journalistische Mindeststandards beim Berichten über ein Buch vernachlässigt: Nicht nur Titel und Jahr ist zu melden, sondern auch: Untertitel, Verlag, Seitenzahl, Preis (und möglichst auch: wo erhältlich).
chlada-AL019XFgMarvin Chlada: Dialektik des Dekolletés. Zur kritischen Theorie der Oberweite. Alibri Verlag 2006. 128 S. 12 Euro. Erhältlich nur in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand).

Und warum habe ich den Weltartikel über den Weltbusen gescreenshottet, anstatt einfach nur den Link zu legen?

http://www.welt.de/vermischtes/article140873013/Zeigt-mehr-Busen-bitte-sofort.html

Damit Sie dieses Werk auch dann noch (hier) lesen können, wenn der Link längst ins Leere leitet.
Denn Sie wissen ja: Das Internet vergißt alles.
(Und dies ist Notat Nr. 998).

SoS (58-68)

SoS058SoS059SoS060SoS061SoS062Am 29. Dezember 1975, heute vor 40 Jahren, wurde im Eschhaus der Film „Switch on Summer“ zum ersten Mal gezeigt.
Ein Film von Helmut Loeven. Hut-Film 1975.
Mit Dirk van Gunsteren als Gustav, Friedhelm Ripperger als Obelox, Wolfgang Strähler als Horst Mahler, Marion Mitscher als Marion Mitscherlich, Thomas Radetzy als Leutnant von Trotta, Claudia Hamacher, Axel Menk, Magda Gorny, Lutz Ringer, Hansjürgen Bott, Michael Mikoläyczak, Udo Biesemann, Wolfgang Esch, Rolf Menrath, Anne Dallendörfer als sie selbst und viele andere als viele andere.
2011 vertont von Helmut Loeven, Heinrich Hafenstaedter und A.S.H. Pelikan als „Sehreise“. Beide Versionen als DVD erhältlich.
SoS063SoS064SoS065SoS066SoS067SoS068Fortsetzung folgt.

SoS (46-57)

SoS046SoS047SoS048SoS049SoS050SoS051Hat eigentlichj noch kein Mensch gemerkt, daß „Switch on Summer / Sehreise“ ein (allerdings überaus freies) Remake von „Ist das Leben nicht schön?“ (Frank Capra, USA 1946) ist, der immer Weihnachten im Fernsehen kommt? Allerdings immer um Mitternacht, wenn die Kinder schon im Bett sind.
Die DVD DIESES Films können Sie zu jeder Tageszeit Ihren Kindern zeigen.
SoS052SoS053SoS054SoS055SoS056SoS057..

SoS (38-45)

SoS038SoS039SoS040Am 29. Dezember 1975 wurde im Eschhaus der Film „Switch on Summer“ zum ersten Mal gezeigt.
Weitere Vorführungen folgten, z.B. in der „Fabrik“ auf der Grabenstraße, und, ein paar Jahre später, bei einer Hut-Film-Retrospektive in der Buchhandlung Weltbühne.
Vorführungen waren vorerst die einzige Präsentationsform. Denn von diesem Film gab es nur ein einziges Exemplar, nämlich aus dem geschnittenen Rohmaterial – ein Filmstreifen mit tausenden von Schnittstellen. Um des Erhalts willen hätte unbedingt wenigstens eine Kopie angefertigt werden müssen, aber das hätte etwa das Dreifache der Kosten für das Rohmaterial verursacht. Das Geld war nicht vorhanden.
SoS041SoS042SoS0432009 wurde der Film digitalisiert. Dadurch wurde der Film wahrscheinlich im letzten Moment gerettet, bevor das Material alterungsbedingt gar zu spröde wurde. Unvorsichtigerweise waren seinerzeit zweierlei Materialien verwendet worden: das bessere Azetat und das billigere Polyester.
Die digitalisierte Fassung wurde um zwei fragmentarische Passagen (37 Minuten) erweitert. Gesamtdauer: 172 Minuten, auf DVD veröffentlicht.
SoS044SoS0452011 wurde eine neue, derzeit gültige und wohl auch endgültige Fassung hergestellt:
Die Tonfilm-Fassung mit Audiokommentar von A.S.H. Pelikan, Helmut Loeven und Heinrich Hafenstaedter.
Da ein neues Werk entstanden ist, hat es auch einen neuen Namen:
Sehreise. Drei Zuschauer sprechen über „Switch on Summer“.
cover-sehreise-dvd
Die Doppel-DVD ist für 12,50 Euro erhältlich.

dvd-loeven-switchWenn aber jemand meint:
„Wat der Hafenstaedter, der Pelikan und der Loeven da erzählt haben, nää, dat willich ganich hören. Ich will die alte Stummfilmfassung haben“,
dann kann er die auch noch bestellen. Kostet genausoviel.

Noch mehr über den Film und seine Geschichte und weitere 55 Standfotos demnächst in diesem Kino.

SoS (29-37)

SoS029SoS030SoS031Am 29. Dezember 1975 wurde im Eschhaus der Film „Switch on Summer“ zum ersten Mal gezeigt.
Ein 135 Minuten langer Super-8-Film ist etwas Ungewöhnliches. Selbst in drei Akte geteilt konnte er nicht auf jedem gebräuchlichen Projektur abgespielt werden, weil 360-Meter-Spulen benötigt wurden.

SoS032SoS033Ein 135 Minuten langer Super-Stumm-Film ist für das Publikum eine arge Zumutung, sollte man meinen, zumal der Film ohne Handlung ist, sondern stattdessen einen rein assoziativen Zusammenhang bildet. Der Veranstaltungsraum war mit Publikum gefüllt. Überraschend war, daß nicht nur viele gekommen waren, sondern auch, daß sie alle bis zum Ende der Vorstellung im Saal blieben.

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SoS037Bis zum 29. Dezember 2015, dem 40. Jahrestag der Welturaufführung, werden hier in loser Folge 100 Stills aus dem Film zu sehen sein.
plakat-switchDas Plakat zum Film. Es gibt noch Rest-Exemplare, die für 10 Euro abgegeben werden. Somit kostet das Plakat fast so viel wie die DVD.
Mehr über den Film und seine Geschichte demnächst in diesem Kino.