Bilder vom Sonntag

Am gestrigen Sonntag, ausgerechnet am Volkstrauertag, der dem Gedenken an die Opfer des Krieges und des Faschismus gewidmet ist, trafen sich die häßlichsten Deutschen in Duisburg. Der Dreckrand der Nation („Pegida“) marschierte durch die Stadt.
Das durfte nicht unbeantwortet bleiben. An verschiedenen Stellen der Stadt trafen sich Antifaschisten zum Widerspruch (siehe Notate hier und hier). Ich war da, um zu berichten.

Wir sind mehr; generationsübergreifend. Laut Polizei kamen 270 Figuren zum Nazi-Aufmarsch, dem standen ca. 1.100 Nazigegner entgegen.
Außer den Falken gaben sich andere Gruppen zu erkennen (Verdi, VVN, Linkspartei, die Grünen, SPD u.a,).

Der Stattchor.

Damit das klar ist.

Schlagzeug schon aufgebaut, es folgte noch Reggae („Don‘t give up the Fight“).

Derweil auf dem Opernplatz: Rise-up auf Vorposten.

..

Unsere Antwort

Gern gebe ich diese Mitteilung weiter:
Auch RiseUp meldet sich.
Ich zitiere:

Wir sind RiseUp, ein Duisburger Bündnis gegen Rechts, das sich zu Beginn diesen Jahres anlässlich des angekündigten Aufmarsches von „Die Rechte“ gegründet hat.
Unterstützt durch Antifaschist*innen aus umliegenden Städten haben wir am 1. Mai rund 1000 Leute nach Duisburg gegen den Naziaufmarsch und für eine befreite Gesellschaft mobilisiert. Wir waren gut organisiert, wir waren solidarisch miteinander und wir haben uns vor allem nicht die Inhalte von 150 Nazis bestimmen lassen, die nur unter massivem Schutz der Cops offen ihren Antisemitismus zur Schau stellen konnten.
Seit dem hat die antifaschistische Bewegung in Duisburg zu verschiedenen Anlässen gezeigt, dass sie dem Rechtsruck mit nichten macht- und handlungslos gegenüber steht.
Das war aber nicht immer so: zwischen 2015 und 2016 konnte Pegida NRW weitgehend ungestört wöchentliche Aufmärsche in Duisburg durchführen. Stadtpolitik, lokale Medien und ein Großteil der Duisburger Bürger*innen versuchten den Aufmarsch gewaltbereiter Rechter zu ignorieren und haben damit kläglich versagt: Die Teilnehmenden konnten sich bei ihren regelmäßigen Demos spektrenübergreifend vernetzen.
Gescheitert ist Pegida NRW letztlich an sich selbst und nicht am ritualisierten bürgerlichen Gegenprotest. Doch auch der antifaschistische Protest muss sich dabei seine eigenen Versäumnisse selbstkritisch eingestehen.
Ein erster Rückkehrversuch im Herbst 2018 scheiterte am antifaschistischen Gegenprotest.
Nun will Pegida NRW auf den Zug der Bürgerwehren und rechten Aufmärschen im Ruhrgebiet aufspringen und sich in Duisburg erneut etablieren.
Verhindern wir gemeinsam das Pegida NRW-Comeback!
Kommt daher am Sonntag, 17.11.19 alle in die Duisburger Innenstadt und lasst uns entschlossen und solidarisch den Nazis in den Weg stellen.

Zum Volkstrauertag: Die VVN teilt mit:
..

Faschismus ist keine Meinung …

… sondern ein Verbrechen.

Die VVN erklärt:

Rassismus tötet!

Nach den bislang vorliegenden Informationen haben am Mittwoch mehrere Männer in Halle/Saale rassistisch motivierte Anschläge verübt. Begonnen hatten die Täter an der Synagoge in der Hallenser Innenstadt, deren Tür jedoch dem mit einer Maschinenpistole vorgetragenen Angriff standhielt. Am jüdischen Friedhof wurde die erste Person getötet. Anschließend schossen der bzw. die Täter an einer Döner-Imbiss-Bude auf eine weitere Person. Zwei weitere Personen wurden mit Schussverletzungen in die Universitätsklinik eingeliefert. Seit einigen Stunden sind die Täter auf der Flucht, ein Verdächtiger konnte festgenommen werden. Auch die Bundesanwaltschaft geht – nach Medienberichten – von einem extrem rechten Hintergrund der Täter aus.

Seit längerer Zeit müssen wir beobachten, dass die neofaschistische Szene sich zunehmend bewaffnet und gewaltbereit agiert. Der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke war dafür ein deutliches Zeichen. Nun scheinen erneut Neonazis ihre Gewaltbereitschaft unter Beweis gestellt zu haben. Wenn die Bundesanwaltschaft ein solches Verbrechen nun unter „Amokgefahr“ kategorisiert, verharmlost sie die von extremen Rechten ausgehenden Gefahren. Es war erkennbar eine geplante Aktion, die am höchsten jüdischen Feiertag sich gegen jüdische Bürger unseres Landes und im nächsten Schritt gegen alle mit „Fremden“ verbundenen Menschen richtete. Solche Morde sind geplant und bewusst vorbereitet.

Wie schon bei dem Angeklagten Stefan Ernst im Fall Lübcke scheinen auch hier die Sicherheitsorgane dieser gewaltbereiten neofaschistischen Szene viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Ob der Anschlag dadurch hätte verhindert werden können, steht nicht zur Debatte. Die Freigiebigkeit der Behörden bei der Ausgabe von Waffenbesitzkarten für extreme Rechte muss auch in diesem Falle untersucht werden.

Die VVN-BdA erklärt ihr tiefes Mitgefühl gegenüber allen Opfern der Anschläge und ihren Familienangehörigen. Für uns ist eine zentrale Konsequenz: Keine Toleranz für Nazis! Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Rassismus und Antisemitismus töten – dies zeigen die Vorgänge in Halle/S. in aller Deutlichkeit.

Wir sind mehr

Am 1.Mai veranstaltete die Nazi-Partei „Die Rechte“ einen Aufmarsch in Wanheimerort. Diese Provokation der Faschisten wollten wir nicht bloß einfach so zur Kenntnis nehmen.

Zu unseren zahlreichen Aktionen, Kundgebungen und Demonstrationen gehörte das Fest der Freien Kulturszene in unserer Stadt von „DuisPunkt und wir“: „Für ein lebenswertes, weltoffenes Duisburg“.



Wir sind viele. Wir sind vielfältig.


Und nicht vergessen: die Seenotrettung.

„We are everywhere“

Das Junge Ensemble Ruhr

Bitte beachten Sie auch die Berichte im Hafenstadt-Blog.

Über einen Ausnahmezustand

Ich informiere darüber, was die VVN/BdA (Landesverband NRW und Kreisorganisation Duisburg) über Duisburg im Ausnahmezustand am 1. Mai mitteilt.
Bitte weitersagen, bitte weiterleiten.

Liebe Kameradinnen und Kameraden,
wie ihr vielleicht wisst, marschieren die Rechten in Duisburg am 1. Mai. Wir möchten euch bitten, zu kommen, wenn ihr Zeit habt.
Der Aufmarsch der Rechten führt im Stadtteil Wanheimerort durch die Straßen Im Schlenk, Düsseldorfer Straße, Rheintörchen Straße und Wanheimer Straße bis zum S-Bahnhof Hochfeld Süd.
Es werden zahlreiche Protestaktionen stattfinden:
Die VVN Duisburg wird am 1. Mai auf der Fischerstraße, bei der Nr. 103 eine Mahnwache veranstalten, außerdem stehen wir mit einem Stand auf dem Kultur-Demofest am Hochfelder Markt.
Eine zweite Lärm-Mahnwache wird es auf dem Parkplatz von Waldfriedhof geben.
Auf der Fischerstraße/Ecke Düsseldorfer wird um 12 Uhr eine Gegenkundgebung von Duisburg stellt sich quer stattfinden. Von dort aus wird auch eine Demo bis zum Hochfelder Markt stattfinden.
Vor dem Bahnhof Hochfeld Süd gibt es eine Störaktionen gegen die Kundgebung der Rechten voraussichtlich ab 15:30 Uhr. Trillerpfeifen und Lärminstrumente sind erwünscht.
In Wuppertal rechnet sich die Partei „Die Rechte“ ihre relativ ungestört verlaufene der Demonstration als Erfolg an. Das wollen wir in Duisburg verhindern. Wir wissen, dass der Stadtteil relativ früh schon abgesperrt sein wird. Die Neonazis treffen sich am S-Bahnhof im Schlenk um 14:00 Uhr. Die DVG wird mit der U 79 nur bis Kulturstraße fahren. Dann gibt es Ersatzverkehr mit Bussen. Man kann zu den Veranstaltungen kommen, aber auf Umwegen.
Bitte weiterleiten
Solidarische Grüße

Liebe Kameradinnen und Kameraden,
Wanheimerort wird am 1. Mai von der Außenwelt abgeriegelt, wenn es nach
dem Willen der Polizei geht. Das Recht der Nazis auf Verbreitung von
Antisemitismus und Rassismus steht in Duisburg höher als das
Demonstrationsrecht der Demokraten und die Interessen der Wanheimerorter.
Siehe auch http://hafenstadt.eu/2019/04/24/erster-mai-2019-in-duisburg/
(wird aktualisiert)
Am Hochfelder Markt werden ab 10 Uhr noch Helferinnen und Helfer für den Aufbau unseres Infozeltes gesucht.

Mit „die Rechten“ ist die Partei mit dem Namen „Die Rechte“ gemeint.

Weitere Informationen über Verkehrsbehinderungen:
https://rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/duisburg-wegen-der-demos-am-1-mai-gibt-es-einschraenkungen-beim-oepnv_aid-38375305

14h Treffpunkt der Nazis S-Bahnhof Im Schlenk, Wanheimerort. Beabsichtigt ist ein Zug durch Wanheimerort, wahrscheinlich zum Bahnhof Hochfeld-Süd.
Der Stadtteil Wanheimerort soll nach den Plänen der Polizei fast komplett abgeriegelt werden, und das Demonstrationsrecht der Gegendemonstranten würde stark eingeschränkt.

Verschiedene Initiativen, u.a. Riseup und Duisburg stellt sich quer kündigten an, in Wanheimerort gegen die Nazis zu protestieren und sie gegebenenfalls zu blockieren.

Angekündigte Treffpunkte und Aktionen:

ab 12h: Das Bündnis Duisburg stellt sich quer ruft auf zu einer Gegenkundgebung Düsseldorferstraße/Ecke Fischerstraße in Duisburg- Wanheimerort.
https://www.facebook.com/Duisburg-stellt-sich-quer-611875952230130/

11.30h: Treffpunkt des Riseup-Bündnisses auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs.

ab 14.30h: („nach den Blockaden“) Hochfeld Pauluskirche. Riseup Kundgebung und Demonstration Richtung Stadtmitte/Hauptbahnhof.
https://www.facebook.com/RiseUp-Duisburg-288154011868911/

13-18h: Duispunkt+Wir organisiert eine Kultur-Kundgebung der Freien Kulturszene auf dem Hochfelder Markt.
https://www.facebook.com/pages/category/Community/Duispunkt-798112923626076/

Duispunkt+Wir benennt zusätzlich zwei Mahnwachen:
13.45 – 15.15h am Parkplatz des Waldfriedhofs, Düsseldorfer Str. und
15.15 – 16.30h am Bahnhof Hochfeld-Süd vor McFit.

ab ca. 13h: Mahnwache der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) in Wanheimerort vor der Fischerstr. 103 im Gedenken an die in den ersten Februartagen und am 2. Mai 1933 von den Nazis ermordeten Wanheimerorter und Hochfelder. Dazu gehören Katharine Sennholz, Wilhelmine Struth, Michael Rodenstock und Kurt Loer. Gedacht auch der auf dem Waldfriedhof beigesetzten Zwangsarbeiter und Kinder.

10 bis 18h: Das Kulturzentrum „47“ lädt ein zu einem interkulturellen Frühstück auf dem Dellplatz.
https://www.facebook.com/events/2338295153119764/

Für 17h ruft eine Gruppe zu einer „revolutionären 1. Mai Demo“ auf. Treffpunkt Wannheimerort / Fischerstr. Ecke Düsseldorfer Str.
https://erstermaiduisburg.wordpress.com/

Das Hashtag für den Tag ist #du0105.

Reportage vom UZ-Pressefest 2018 (Abschluß)

Der Abschluß der Bildreportage vom UZ-Pressefest 2018 in Dortmund. (Fotos: Merkfoto).

Daß der Vorsitzende der DKP Patrick Köbele eine Rede halten wird, lag auf der Hand. Und Sie wissen jetzt, wer Vorsitzender der DKP ist.

Auch hier begegnet man Lemmy.

Esther Bejarano, 93 Jahre alt, tritt heute noch als Sängerin mit ihrer Band Microphone Mafia auf, so auch hier beim UZ-Pressefest der DKP.
Esther Bejarano wurde als 18jährige nach Auschwitz deportiert. Dort gehörte sie bald dem Mädchenorchester an.
Nach ihrer Befreiung aus dem Konzentrationslager engagierte sie sich in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und im Internationalen Auschwitz-Komitee.

Was für eine Nacht! Das Konzert von Konstantin Wecker gehört zu den Höhepunkten der UZ-Pressefeste. Musikalisches Können, scharfsinnige Kommentare zu gesellschaftlichen Zuständen und Kommunikation mit dem Publikum bilden eine künstlerische Einheit.

Der häßliche Deutsche

Folgende Mitteilung der VVN/BdA NRW (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten gebe ich weiter:

Seehofer not welcome!
Proteste gegen den Besuch des Bundesinnenministers am 17.07. in Düsseldorf
„Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 – das war von mir nicht so bestellt – Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden“, so freute sich der sichtlich vergnügte Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer auf einer öffentlichen Pressekonferenz über die erhöhte Anzahl an Abschiebungen nach Afghanistan. Einer der 69 Geflüchteten nahm sich nach seiner Abschiebung das Leben.
Afghanistan ist weiterhin ein Kriegsgebiet, allein im vergangenen Jahr wurden nach UN-Angaben über 10.000 ZivilistInnen dort getötet oder verletzt. Allein in der vergangen Woche starben bei zwei Selbstmordattentaten 22 Menschen. Wer dorthin abschiebt, nimmt den Tod von Geflüchteten billigend in Kauf. Menschliche Schiksale und elementarste Grundrechte bleiben zurück hinter dem politischen Willen die Abschiebestatistiken hochzutreiben.
Mit dem gleichen menschenverachtenden Zynismus äußerte Seehofer zuletzt es dürfe keinen „Shuttle-Verkehr“ zwischen Libyen und Europa geben. Auf der tödlichen Fluchtroute im Mittelmeer starben allein in den letzten vier Wochen mindestens 600 Menschen. Diejenigen die unter dramatischen Bedingungen und hohen persönlichen Einsatz Menschen vor dem Ertrinken retten, werden von Seehofer auch noch bedroht. So sprach sich der Bundesinnenminister für die Festsetzung des Lifeline-Schiffes in Malta und juristische Konsequenzen für die Crew aus.
Nein, das Problem liegt nicht nur bei Horst Seehofer. Die gesamte Bundesregierung steht für einen verschärften Kurs gegen Geflüchtete und Migration. Bis weit in die bürgerliche Mitte hinein und quer durch fast alle europäischen Länder hinweg können wir einen autoritären Rechtsruck und die Zunahme von Rassismus beobachten. Die mörderische Abschottung der EU-Außengrenzen und die systematische Entrechtung der Geflüchteten, die es nach Europa geschafft haben, ist längst zur zentralen Politik der EU geworden. Aber Seehofer trägt als Innenminister eine besondere politische Verantwortung für diese Entwicklung und er treibt sie deutlich voran. Bis an den Rand des Koalitionsbruchs trieb er seinen politischen Druck vor dem letzten EU-Gipfel zur Migration, bei dem Sammellager für Flüchtlinge in Nordafrika und geschlossene Asylzentren in Europa beschlossen wurden.
Nach Seehofers jüngsten Äußerungen sagte auch die Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im Bundestag, Gyde Jensen (FDP): „Wer 69 Abschiebungen an seinem 69. Geburtstag feiert, ist offensichtlich falsch im Amt“. Am Dienstag will ihr Parteikollege, Integrationsminister Joachim Stamp, Seehofer dennoch in sein Ministerium einladen, um darüber zu sprechen, wie sie noch mehr Menschen effektiver aus NRW abschieben können.
Wer Seehofer jetzt noch einlädt, akzeptiert seinen menschenverachtenden Zynismus und seine mörderische Flüchtlingspolitik! Wir werden dagegen auf die Straße gehen.
Stoppt das Sterben auf Mittelmeer! Beendet die Abschiebungen! Stoppt die Kriminalisierung von Flüchtlingen und Seenotrettungsinitiativen!
Für sichere Fluchtwege und Aufnahmehäfen! #Seebrücke
Kommt zu den Protesten gegen Seehofers Besuch in Düsseldorf
Dienstag, 09:30, Haroldstr. 4 Am Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Karl Marx gratuliert Ihnen!

Um den 200. Geburtstag von Karl Marx zu feiern, gibt es eine Veranstaltung am Sonntag, 6. Mai von 11 bis 14 Uhr in Duisburg-Kasslerfeld im Haus Kontakt, Scharnhorststraße 32.

Die Buchhandlung Weltbühne ist mit einem Büchertisch dabei.

Wer hier anklickt, erfährt mehr über das Haus Kontakt und kann sich dort auch den Anfahrtsweg anzeigen lassen.

Das Wirtshaus in Dingens

Weniger in ein Büro, eher in ein mit viel Kunstlicht beleuchtetes Wirtshaus in Hochfeld fühlte man sich versetzt, wenn man sich auf die von Günter Ackermann gestaltete Internetseite „kommunisten-online“ einließ. Manche Leute meinten, „kommunisten-am-rande-des-nervenzusammenbruchs“ hätte besser gepaßt.
Ich hatte das Vergnügen, Günter Ackermann persönlich zu kennen, seit 1970. Er war damals in der KPD/ML das enfant terrible, unbeherrscht, streitsüchtig.
1940 in Erfurt geboren, in der DDR Angehöriger der Volkspolizei, wechselte er unter Mitnahme seines thüringischen Akzents in die BRD. Seit Mitte der 60er Jahre wirkte er im maoistischen Zirkelwesen am Rande der kommunistischen Bewegung. In der Dauer-Farce des Sektierertums war er eine feste Größe. Bei der Gründung der KPD/ML 1968 war er dabei und gehörte dem Zentralkomitee an (sagt man). Bei den diversen Spaltungen wechselte er gelegentlich die Seiten. Dann ließ er sich in Duisburg nieder.

Im Rotbuch-Verlag erschien ein Buch über den Mannesmann-Streik von 1973. Autor: Gerd Höhne. Das war, wie ich später erfuhr, Ackermanns Pseudonym. In dem Spielfilm „Huckinger März“ (über nämlichen Streik) spielte er eine Nebenrolle. Er tauchte dann auch gelegentlich im Eschhaus auf. Auf der Wanheimer Straße hatte er ein Schreib-Büro, wo Studenten ihre Diplomarbeiten ins Reine tippen lassen konnten.
Als die PDS in Duisburg ihren Kreisverband gründete, war er dessen Geschäftsführer (nicht, wie die Rote Fahne behauptet, Vorsitzender). Die üblichen, unvermeidlichen Streitereien führten zu seinem Rücktritt. Er zog sich auf sein Refugium „kommunisten-online“ zurück.
Ich habe Ackermann als einen durchaus freundlichen, umgänglichen Menschen in Erinnerung, erlebte ihn bei zahlreichen Veranstaltungen. Er konnte zuhören, argumentierte vernünftig und kenntnisreich. Aber wehe, wenn er in die Tasten griff! Dann wurde er mitunter vulgär bis zur Unflätigkeit.
Beim Ostermarsch sprach er mich mal an: „Du sympathisierst ja mit den Antideutschen.“ Das mußte und konnte ich richtigstellen. Seine Antwort überraschte mich: „Dann bin ich ja falsch informiert. Dann muß ich ja meine Meinung ändern.“
Ich habe daraufhin nicht mehr gegen ihn polemisiert, stattdessen es aber dem Kollegen Jakop Heinn überlassen, die Ackermann-Schoten zu protokollieren. Denn nicht allen gegenüber hat Ackermann sich so ehrenmännisch verhalten. Seine Lieblingsfeinde waren Siegfried Jäger (DISS, siehe DER METZGER 81) und Ulrich Sander (VVN, siehe DER METZGER 83 und 114). Dem, was dort darüber zu lesen war, ist nichts hinzuzufügen, und es ist nichts zurückzunehmen.

Am 26. April 2017 ist Günter Ackermann 76jähig in Mülheim gestorben.
Der Mann war unmöglich, aber auch irgendwie originell. Als Werber für die kommunistische Bewegung war er wenig von Nutzen. Aber ihre unfreiwillige Parodie ist ihm gelungen.

Weihnachts-Botschaften

Soll heißen: ich nehme diplomatische Immunität in Anspruch.
Weihnachten ist ja bekanntlich die Gelegenheit für Erinnerungen, Rückblicke und Wiederholungen. Ist es nicht so? Glauben Sie es mir einfach.
Während ich mir ein paar Tage Privatissimum gönne, mache ich es Ihnen möglich, die Universalität zu wiederholen, und zwar durch diese Verlinkungen:
24. Dezember 2012
24. Dezember 2013
24. Dezember 2014
24. Dezember 2015
24. Dezember 2016

Wie sagte schon Karl Valentin:
WENN DIE STILLEN TAGE VORBEI SIND,
DANN WIRD ES AUCH WIEDER RUHIGER.

Das rote Hamborn – das Begleitbuch zur Ausstellung

Die Ausstellung „Das rote Hamborn“ im Kultur- und Stadthistorischen Museum fand viel Aufmerksamkeit. Auch in diesem Blog wurde darüber berichtet. Sie läuft noch bis zum 28. Januar.
Im Mercator-Verlag erschien das Begleitbuch zur Ausstellung:

Das rote Hamborn. Politischer Widerstand in Duisburg von 1933 bis 1945. 96 S., zahlreiche Abbildungen. 12,90 Euro
Duisburg war ein Zentrum des politischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Geprägt durch Bergbau und Schwerindustrie gab es eine breite und gewerkschaftlich organisierte Arbeiterklasse, aus der heraus sich der Widerstand formierte. Die stärksten Widerstandsaktionen in Duisburg gingen von sozialdemokratischen und kommunistischen Gruppen aus. Das Thema „Widerstand in Duisburg“ konzentriert sich auf den industriellen Norden der Stadt, auf den Stadtbezirk Hamborn. Doch auch die Widerstandsarbeit in benachbarten Stadtgebieten wie Meiderich oder Ruhrort und weiter südlich im „roten Hochfeld“ mit seinen Industrieanlagen am Rhein wird schlaglichtartig vorgestellt. Mit dem großen Binnenhafen und der Rheinschifffahrt, mit seinem Verkehrsknotenpunkt im Westen des Ruhrgebiets und nahe den Niederlanden bot Duisburg für die Organisation des Widerstands ideale Voraussetzungen.

Dieses zwar gehaltvolle, aber relativ schmale Werk muß vorläufig das vergriffene zweibändige Werk „Verfolgung und Widerstand in Duisburg 1933-1945“ ersetzen. Die Duisburger VVN war sehr bemüht, dieses Standardwerk so schnell wie möglich zu verramschen und diese Informationsquelle versiegen zu lassen – trotz meiner ständig wiederholten eindringlichen Warnung. Aber dort glaubt man, mich nicht zu kennen.
Mit dem Buch zur Ausstellung wird die Lücke wieder ein wenig geschlossen.
Bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (und nirgendwo anders – auch im Versand).
Strukturen der Aufklärung müssen gerettet werden. Weltbühne muß bleiben.

The Importance of Being Earnest

(C) Merkfoto

Am letzten Sonntag (19. November 2017) auf dem Waldfriedhof in Duisburg, Gedenkfeier der VVN für die, die im Kampf gegen den Faschismus starben.
Am Ehrenmal die Kränze der Falken, der SPD, der DKP und der VVN.
In Stein gemeißelt:
„Wir bleiben die Zeugen für Wahrheit und Recht.
Wir rufen und mahnen der Zukunft Geschlecht.
Gedenkt der Opfer des Faschismus 1933-1945.“

Seenotrettung

Die der VVN-BdA Nordrhein-Westfalen bittet darum, die Initiative JUGEND RETTET zu unterstützen. Entnehmt die Einzelheiten dem Text von Antje Zimmermann:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
vermutlich habt ihr in den Nachrichten von den neusten Ereignissen im Zusammenhang mit der Situation im Mittelmeer vor der libyschen Küste Kenntnis bekommen. Eins der NGO-Rettungsschiffe, die IUVENTA vom Verein JUGEND RETTET, ist letzte Woche im Rahmen staatsanwaltlicher Ermittlungen von den italienischen Behörden beschlagnahmt worden.
Es ist für mich unfassbar, wie zur Zeit versucht wird, die Arbeit der NGOs vor Ort zu erschweren und zu kriminalisieren. Ich war selbst im Frühjahr auf einer der Rettungsmissionen der IUVENTA und sage, das Konstrukt der Staatsanwaltschaft, es gäbe eine Absprache oder gar Zusammenarbeit zwischen den NGOs die Seenotrettung betreiben und den Schleppern, ist absurd. Um das profitable Schleppergeschäft zu stoppen, braucht es politische Lösungen und keine medienwirksame Diffamierung der Initiativen, die Menschen vor dem Ertrinken bewahren. Seenotrettung ist kein Verbrechen!
Darüber hinaus können langfristig nur sichere und legale Einreisemöglichkeiten für Menschen auf der Flucht und eine europäisch abgestimmte Einwanderungspolitik, an der sich alle Staaten beteiligen, das Sterben im Mittelmeer beenden.
Jedes Schiff zur Seenotrettung ist wichtig. Trotz des unermüdlichen Einsatzes der NGOs sind bereits über 2400 Menschen in diesem Jahr, bei dem Versuch nach Europa zu gelangen, ertrunken.
Ich bitte euch deshalb um eure Unterstützung und Solidarität mit JUGEND RETTET und darum, die Petition unter https://rettung-ist-kein-verbrechen.de/ zu unterschreiben.
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Zur aktuellen Situation siehe auch ein Interview mit SEA-WATCH: https://www.neues-deutschland.de/artikel/seenotretter-in-not

Antje Zimmermann
Hamburg
Telefon: 040 2858-1195

Kommt und holt euch den neuen Metzger!

DER METZGER, das satirische Magazin. Neu: Nr. 121.

Und das steht drin:

Jakop Heinn: Gauck hat den Knall gesehen. Aber das glaubt er bloß.

Helmut Loeven: Und solche Leute dürfen wählen. Über hilflosen Antifaschismus und Was ist der Trump eigentlich für einer?

Jakop Heinn: Und überhaupt das alles. Der Dauerstreit in der AfD wird dieser Partei kaum schaden.

Ottokar Grobe: Das habe ich doch gleich gesagt. Knötter-Kommentar (Premiere).

Dokument: Ulla Jelpke zur fortdauernden Diskriminierung von Nazi-Opfern.

Versagt vor der Geschichte – Versagen mit Absicht. Kommentare aus der VVN zum Scheitern des NPD-Verbotsverfahrens.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal u.a.: Satire ist das, was Satiriker machen; Meine Probleme mit der Menschheit; Briefmarkensammlung.

Lina Ganowski: La Notte. Diesmal: „Good bye, Ruby Tuesday“, eine Liebesgeschichte. Gefühle und Lüste unter Frauen.

Lothar Röse: 2016 – postfaktisch. Es kommt vielleicht darauf an, die Dinge wieder öfter bei ihrem Klarnamen zu nennen; anderenfalls wird nicht nur die Begriffs-Verwirrung heillos. Die Wahl von Faschisten quittieren die „Märkte“ nicht von ungefähr mit Höchstkursen.

GroßArt Presseagentur kann Fake-News besser.

Herbert HEL Laschet-Toussaint: Vergeßt mir nicht den Peter Hacks!

Das Heft kostet 3 Euro.
Besorgen! Bestellen! Schicken lassen! Oder in der Buchhandlung Weltbühne kaufen! Lesen! Weiterempfehlen! Draus zitieren! Und schließlich: Abonnieren! Denn: Wer abonniert, hat mehr von Metzger.

„Wo waren Sie letzten Samstag? Warum war der Laden zu?“

Wir waren am Samstag in Düsseldorf: Landesdegiertenkonferenz der VVN-BdA. Das gehört sich so.
Haus der guten Einstellung.

Wir sind mal wieder ganz früh da. Die anderen kommen noch.
Und da sind sie schon:


Seit Jahrzehnten ist der Weltbühne-Büchertisch Gast bei den Landesdelegiertenkonferenzen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten.

Konzentration!

Büchertisch mit niemand dahinter.

Büchertisch mit jemand dahinter.

Nach der Revolution gibt es Kaffee und Kuchen.
Manchmal aber schon vor dem Bericht der Antragskommission.

WIE VIEL SCHÖNER IST DAS LEBEN,
WENN EINEN KAFFEE ES TUT GEBEN!

Die Tür bleibt zu

The door stays too.
La porte reste fermé.
De doer mot dicht.

Einmal muß es gesagt werden:
Am kommenden Samstag, 18. Februar 2017, ist die Buchhandlung Weltbühne geschlossen.
Wir sind nämlich mit Büchertisch bei der VVN-Landeskonferenz.

An diesem (NUR an DIESEM) Samstag ist es nichts mit „Hereinspaziert“.
Aber man kann die zue Tür begucken.

Volkstrauertag 2016

Die traditionelle und traditionsreiche Veranstaltung der VVN (Duisburg) zum „Volkstrauertag“ – wird die auch in diesem Jahr stattfinden? Das wollte ich gern wissen, und ich erfuhr:

vvnnov16„NOV13
Gedenkfeier für die Opfer des Naziregimes am Volkstrauertag
Öffentlich Gastgeber: VVN – BdA Kreisvereinigung Duisburg e.V.
Sonntag, 13. November 15:00 – 17:00 UTC+01
In 6 Tagen 3-6° Meist bewölkt
Karte anzeigen
Waldfriedhof Duisburg
Düsseldorfer Str. 601, 47055 Duisburg
Details
Wie jedes Jahr veranstaltet die VVN BDA eine Gedenkfeier für die Opfer des Naziregimes in der Trauerhalle des Waldfriedhof mit anschließender Kranzniederlegung am Mahnmal. Musikalische Gestaltung: StattChor Duisburg.
Dieses Jahr erinnern wir an das wenig beachtete Kapitel der französischen Kriegsgefangenen während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland. Dazu wird Anneliese Klother-Kropp sprechen, Autorin mehrerer Filmdokumentationen zu diesem Thema.“

Aha. So weit, so klar.
Daß ich, als Mitglied der VVN, auch heute, weder brieflich noch per E-mail, immer noch keine Einladung bekommen habe und mir die Information ergoogeln mußte, löst bei mir allerdings ein bißchen Verwunderung aus, wie so manches andere auch.

Straßenbahn Linie U79, Haltestelle „Neuer Friedhof“. Haupteingang.