Das Wort zum Sonntag

In den 50er Jahren:
Der Hass der Väter auf ihre Söhne.
In nichts war die sexuell verklemmte Generation,
die ihre Erziehung in der HJ, im BDM
und in der Wehrmacht genossen hatte, so groß,
wie in der Eifersucht,
mit der sie die Jugendlichen daran zu hindern versuchte,
ihre Jugend zu gestalten und auszufüllen,
in nichts so hartnäckig wie in ihrem Werk,
Seelen zu zerstören.
Die Langeweile ihres Daseins
hielten sie für unabwendbare, alterungsbedingte
Naturgesetzlichkeit,
und die Inhaltslosigkeit ihres Kopfes
hielten sie für Lebensweisheit.
Dabei war es doch nur die Feigheit,
die sie davon abhielt,
über das gegebene hinauszudenken.
Sich etwas mehr vom Leben zu erhoffen als Leere
kostete den Preis, für dämlich gehalten zu werden.
Den Jugendlichen wurde
als Existenzberechtigung nur zugebilligt
als Dorftrottel des Wirtschaftswunders.
Dem Weltkrieg folgte als Echo
eine alltagskulturelle Idiotie.
Da war es ebenso wohltuend wie wichtig,
sie mit elektrischen Gitarren zu zerfetzen.


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