Das Wort zum Sonntag

Erbsenzähler und Pedanten greifen ein.
Sie entsprechen dem Sozialisationstyp des Putzteufels,
der in seinem Sauberkeitswahn
das Haus unbewohnbar macht.
Sprache, die zu „Sprachhandeln“ mutiert, ist keine mehr.
Mitteilungen sind nur noch Vorwand für den Nachweis der Korrektnis.

Wer „wex?“ fragt, weil „wer?“ zu geschlechtsbezogen ist,
will doof sein.
Wer „wex?“ fragt, weil „wer?“ zu geschlechtsbezogen ist,
will, daß alle doof sind.

Das Zeigen des Vogels
erweist sich als politische Notwendigkeit.


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Das Wort zum Sonntag

In den 50er Jahren:
Der Hass der Väter auf ihre Söhne.
In nichts war die sexuell verklemmte Generation,
die ihre Erziehung in der HJ, im BDM
und in der Wehrmacht genossen hatte, so groß,
wie in der Eifersucht,
mit der sie die Jugendlichen daran zu hindern versuchte,
ihre Jugend zu gestalten und auszufüllen,
in nichts so hartnäckig wie in ihrem Werk,
Seelen zu zerstören.
Die Langeweile ihres Daseins
hielten sie für unabwendbare, alterungsbedingte
Naturgesetzlichkeit,
und die Inhaltslosigkeit ihres Kopfes
hielten sie für Lebensweisheit.
Dabei war es doch nur die Feigheit,
die sie davon abhielt,
über das gegebene hinauszudenken.
Sich etwas mehr vom Leben zu erhoffen als Leere
kostete den Preis, für dämlich gehalten zu werden.
Den Jugendlichen wurde
als Existenzberechtigung nur zugebilligt
als Dorftrottel des Wirtschaftswunders.
Dem Weltkrieg folgte als Echo
eine alltagskulturelle Idiotie.
Da war es ebenso wohltuend wie wichtig,
sie mit elektrischen Gitarren zu zerfetzen.


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Das Wort zum Sonntag

Daß es ein beharrlich bewahrtes Refugium der Weiblichkeit sei,
die Abseitsregel nicht zu verstehen,
hat mal einer erzählt.
Um sich dessen zu versichern, hat er vielleicht versucht,
es einer Dame zu erklären.
Wenn ein deutscher Familienvater (oder Junggeselle) versucht,
etwas zu erklären, fängt er bei Adam & Eva an und versucht,
alles in einem Satz unterzubringen.
Tatsächlich ist es so:
Frauen können die Abseitsregel nicht verstehen,
denn Männer können sie nicht erklären.

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Das Wort zum Sonntag

Der US-Unternehmer Zuckerberg
will 90 Prozent von seinem Vermögen stiften?
Ich bin entsetzt!
Die US-Amerikaner haben es bis heute nicht fertiggebracht,
einen Sozialstaat auf die Beine zu stellen.
Sie haben auch gar nicht die Absicht.
Weite Bereiche, die man hierzulande den Staatsaufgaben zurechnet,
sind in den USA der Gutwilligkeit von Superreichen überlassen.
Der vom Staat zu garantierende Anspruch jedes Einzelnen
wird durch die Abhängigkeit von Wohltätern ersetzt.
Statt des Allgemeinen Willens (Rousseau)
herrscht die calvinistisch-pietistische Moral reicher Leute,
die nicht das Gemeinwohl im Sinn haben,
sondern ihr Seelenheil retten wollen.
Denn eher geht ein Kamel durch einen Porzellanladen
als ein Elefant durch ein Nadelöhr.

Das Wort zum Sonntag

Mehr Geld für die, die am meisten haben! Reichtum muss sich wieder lohnen! Umwelt, Klima und soziale Gerechtigkeit schaden den Aktienkursen. Das Überleben auf dem Planeten können wir uns aus wirtschaftlichen Gründen einfach nicht mehr leisten!
So spricht die FDP nicht. Aber das sagt sie.

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Das Wort zum Sonntag

Quatschguerilla: Es ist konsequent darauf zu achten,
daß niemandem wirklicher Schaden und Verdruss aufgeladen wird.
Ich will auch niemanden ängstigen,
sondern dem Welt-Rätsel aussetzen,
ihn mit Wahrnehmungen konfrontieren,
die er sich nicht erklären kann
(und eigentlich auch nicht zu erklären braucht).
Oder will jemand behaupten,
daß es in dieser Welt
schon genug harmlosen Blödsinn gibt?

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