Und zeitig ist es Herbst geworden

Während des letzten Wochenendes hat sich hier was verändert.
Schon vor einigen Wochen haben die Bäume auf der Gneisenaustraße viel grünes Laub abgeworfen – infolge der Trockenheit, und bei Platanen nicht ungewöhnlich. Daher waren einige Bäume nur noch dünn belaubt.

Von dem verbliebenen Laub haben sich in zwei Tagen viele Blätter schon herbstlich verfärbt. Durch den stürmischen Wind gestern Nachmittag wurden sie von den Zweigen gerissen.

Man muß für Klarheit sorgen – daß das, was um uns geschieht, nicht schicksalhaftes Geschehen ist.

Efeu im Juli

Ich habe Ihnen hier darüber Bericht erstattet (im Maien, im Maien), daß das efeubewachsene Haus Gneisenaustraße Ecke Heinestraße vom Efeu befreihet werden sollte. Knapp über dem Erdboden wurden die Stämme einfach durchgetrennt und die Ranken von den Nährstoffen des Erdreichs abgehalten.
Listig und geduldig ist die Natur …

Foto vom 4. Juli.
Und Kabauter-Brot gibt es auch noch (im griechischen Laden auf der Gneisrenaustraße), wie bei dieser Gelegenheit mal erwähnt sein soll.
Wer den Efeu nicht ehrt ist des Brotes nicht wert.
Oder: Wer das Brot nicht ehrt, ist des Julis nicht wert.

Bunker

Die „Luftschutz“-Bunker, jene Denkmäler des Zweiten Weltkriegs (und somit des deutschen Weltmachtstrebens) sollten nicht nur alliierten Bombardements standhalten. Es erwies sich auch als schwierig, sie abzureißen.
Der Neudorfer Bunker, wie wir ihn kennen.
Kann man sich vorstellen, daß das mal das Eschhaus sein sollte?

In der Tat: Als 1973/74 für das selbstverwaltete Kulturzentrum eine geeignete Immobilie gesucht wurde, kam dieses hinterlassene Monument deutschnationaler Baukunst in die engere Wahl.
Das hätte dann natürlich nicht Eschhaus geheißen. (Auf das leerstehende Gebäude der ehemaligen Textilfabrik Esch fiel schließlich die Wahl).

Bei der Besichtigung war ich auch dabei.
Schauen sie mal, was links vom Fallrohr auf der Mauer steht.
Das wäre der einzige Eingang gewesen. Dahinter ein nicht allzu geräumiges Treppenhaus.
Von dem Bunker wäre nur das oberste Stockwerk in Frage gekommen. Warum nicht eines der Stockwerke darunter, weiß ich nicht. Jedenfalls waren in der obersten Etage Beleuchtung und Wasserleitungen noch intakt.
Hier wäre man also auf einen weiteren Weltkrieg gut vorbereitet gewesen.

Nein, kein geeigneter Ort für das, was wir wollten, ist das gewesen.
Die umgebende Vegetation hätte allerdings gut gepaßt: Fortschreitende Brombeerisierung.