Bei Mercator-Jazz tut sich was

Die 45. Duisburger Akzente warten auch mit einem Jazz-Ereignis auf.
Jazz-Anstifter Eckart Pressler stellt vor:

Liebe Musikfreund:innen,
MercatorJazz proudly presents: WDR Bigband auf NRW-Tour mit Jazzpreisträgerin 2024 Caris Hermes !
MercatorJazz organisiert das große Final-Konzert der NRW-Tour im Theater am Marientor in Duisburg. Die seit 2004 vergebene Auszeichnung des traditionsreichen WDR Jazzpreises erhält in diesem Jahr die Lippstädter Kontrabassistin Caris Hermes.Die junge Musikerin bewegt sich auffallend sicher auf den Fundamenten des modernen Jazz – rhythmisch beweglich, elegant, im Stil offen und mit großer Freude am Zusammenspiel.

So. 17. März, Beginn 18.30 / Einlass 17.45 Uhr im Theater am Marientor, Plessingstr. 20 – dank der Unterstützung der Stadt Duisburg im Rahmen der 45. Duisburger Akzente.
Tickets mit Sitzplatz-Reservierung zu 22,00€ / 25,00€ / 28,00€ gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und online über www.mercatorjazz.de/preiseundabos sowie über www.reservix.de. Bei Fragen gerne wenden an pressler@mercatorjazz.de | Tel. 0203 – 392 4160 (auch AB).
Mit besten Grüßen
Eckart Pressler , mercatorjazz.de

P.S.: Dieses Konzert findet zum Glück nicht an demselben Tag statt wie meine Lesung im Syntopia. Darum macht euch angejazzt auf den Weg zum Syntopia (in Hochfeld, Gerokstraße 2) am Donnerstag, 21. März 19 Uhr: „Tage der Familie – Tage der Commune. Ein philosophisches Kabarett.“ Akzente-Beitrag der DFG-VK. Eintritt frei, ein Hut geht rum. Tut da etwas rein, Syntopia musz bleiben.

Siebzigster Jahrestag des Internationalen Frühschoppens mit circa 6 Journalisten aus ungefähr 5 Ländern

Auf diesem Bild ist zu erkennen: Werner Höfer, der mit dem Internationalen Frühschoppens mit 11244 Journalisten aus ungefähr 9370 Ländern was zu tun hatte. Und der hat sich als Pastor verkleidet? Und der Pastor, als der er sich verkleidet hat, tanzt einen Schuhplattler? Und das auch noch auf die Musik von Jimi Hendrix?
WER DAS VERSTEHT, DER IST ERLEUCHTET, stand mal darunter.
Es handelt sich um das seltene Beispiel einer Kubik-Dialektik. Sehr selten! Noch seltener wäre: gar nicht. Aber was geschehen ist ist geschehen.
Ich muß zugeben: An das Kunststück, der DISKUSSION die Form des MONOLOGS zu geben und dann bis zu 40 Synonyma in einem Satz unterzubringen, reicht meine Kunst nicht ran.

Damit man am Ende doch etwas versteht:
Siehe auch hier
und hier.

Nochmal Jazz-SÄULE

Ich erhielt diese E-mail von Eckart Pressler:

„Liebe Musikfreunde – männlich wie weiblich und anders –
eine sommerliche musikalische Reise zur TERRA ANATOLIA spielen Ergün Aktoprak (voc, perc) und Jürgen Dahmen (p) am Samstag, 17. Juni 2023 Beginn 20.00 Uhr in der SÄULE am Dellplatz, Goldstr. 15 in 47051 Duisburg-Zentrum.
Seid herzlich eingeladen zu einem besonderen Abend mit neu aufgespürten und bearbeiteten anatolischen Liedern voller Leben, Liebe und Poesie.
Tickets gibt’s bei mir telefonisch zu 12 €, erm. 8 € / unter www.platzhirsch-duisburg.org / bei der Tourist Information, Königstr. oder auch noch an der Abendkasse.
Die Veranstaltung wird gefördert durch den Kulturbeirat der Stadt.“

Aber dann der Wermutstropfen:

„Ich verabschiede mich mit diesem Konzert vom SÄULE-Jazz mit einem lachenden und weinenden Auge. Kommt und lacht mit, denn künftig wird der Platzhirsch in der Säule röhren.
Eckart Pressler/ SÄULE-Jazz“

Zu der Veranstaltung in einer Woche werde ich nicht kommen können, empfehle sie aber weiter und sage DANKE dafür, daß Eckart Pressler engagiert, kenntnisreich und gekonnt so viel – fortschrittliche! – Kultur in dieser Stadt auf die Bühnen brachte.
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Eine gute Veranstaltung

Es wäre schön gewesen, wenn Frank Baier seinen 80. Geburtstag noch erlebt hätte. Viele, die ihn kannten, die ihn begleitet hatten und sein künstlerisches Wirken schätzen, waren am vergangenen Samstag im sehr gastfreundlichen KOM’MA-Theater in Rheinhausen.
Michael Zachcial und die Band Grenzgänger boten ein umfangreiches, sehr gekonnt vorgetragenes Programm.
Bilder © Hafenstaedter/Merkfoto
Büchertisch als Beitrag der Buchhandlung Weltbühne.

Glück auf, Frank Baier!

Am Samstag, 11. Februar um 20 Uhr im Kom’ma-Theater in Duisburg-Rheinhausen:
Glück auf, Frank Baier!

Die Grenzgänger, die mit ihm das preisgekrönte Album „Keine Bange Leschinsky (Lieder der Märzrevolution 1920)“ aufgenommen haben, erinnern an einen lieben Freund und warmherzigen Kollegen und spielen und interpretieren seine Lieder. Eingeladen sind verschiedene Gäste.
Frank Baier, Stimme des Ruhrgebiets war nicht nur ein unermüdlicher Streiter für Menschenrechte. Er sammelte die Lieder der Bergarbeiter, gab sie in mehreren Liederbüchern heraus und rettete sie so vor dem Vergessen. Er sang frühmorgens vor den Toren der Zechen und Stahlwerke zur Unterstützung streikender und ausgesperrter Arbeiter, spielte mit „Ton Steine Scherben“ in besetzten Häusern und half mit, die Rhein-Preußen-Siedlung in Duisburg-Homberg vor dem Abriss zu bewahren.
Ungezählte Geschichten gibt es zu erzählen, von Reisen nach Sardinien, Konzerten auf Madagaskar, der Freundschaft mit Fasia Jansen, dem Kampf gegen den „Schnellen Brüter“ in Kalkar, deutsch-türkischen Konzerten vor mehr als hundertausend Menschen in Bonn. Immer mit dabei: Die Ukulele.
Frank Baier starb im letzten Frühjahr plötzlich und unerwartet. Am 12. Februar wäre er 80. Jahre alt geworden.
Die Grenzgänger, die mit ihm das preisgekrönte Album “Keine Bange Leschinsky (Lieder der Märzrevolution 1920)” aufgenommen haben, laden ein und geben den Rahmen, ähnlich wie “The Band” bei ihrem “The Last Waltz”. Sie spielen Franks Lieder und Geschichten gemeinsam mit: Klaus der Geiger und Salossi, Helmut Meier (vormals Liedermeier), Jörg Fröse (vormals Die Grenzgänger), Eckhart Pressler (liest aus Franks noch nicht erschienener Biographie) und Paul Hoffmann (zeigt Filmausschnitte). Weitere Überraschungsgäste sind angefragt.

Samstag, 11. Feb., 20:00
KOM’MA-Theater, Schwarzenberger Str. 147, 47226 Duisburg
Anfahrt ÖPNV
Willy-Brandt-Kolleg – 2 Min Fußweg
Friedrich-Ebert-Straße – 5 Min Fußweg
Rheinhausen Rathaus – 5 Min Fußweg

Geplant ist auch: Büchertisch der Buchhandlung Weltbühne (hoffentlich klappt’s).
Dort soll auch das Buch von/über Frank Baier, erschienen im Trikont-Verlag, zu kriegen sein.

Die neue CD von Tom Liwa sollte man beachten

Neu in der Weltbühne: Die CD „Eine andere Zeit“ von Tom Liwa.
Diese CD fand Beachtung beim WDR und auch beim Rolling Stone.
Diese CD ist für 17 € in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich – im Laden ebenso wie im Versand.

Und auch die CD davor soll hier erwähnt sein:
Und auch das Buch:
Das Buch Tom. Der, den mein Freund kannte. Mit Bildern von Saskia Lippold und einem Nachwort von Birgit Fuß. 160 Seiten, 14 €.

Werkstattgespräch zur Verfolgung, Handlungsspielräumen und Selbstbehauptung einer Duisburger Sinti-Familie in der NS-Zeit

Veranstaltungshinweis: Werkstattgespräch zur Verfolgung, Handlungsspielräumen und Selbstbehauptung einer Duisburger Sinti-Familie in der NS-Zeit.
Im Landesarchiv NRW. Am Donnerstag, 12. Januar von 18.30 bis 20.30 Uhr.

Ricarda Reischl (B.A.) stammt aus der Duisburger Sinti-Familie Rosenberg. In ihrer geschichtswissenschaftlichen Bachelorarbeit hat sie sich mit der NS-Verfolgung ihrer Familie beschäftigt und dabei den Fokus auf die Handlungsspielräume und Selbstbehauptungsstrategien der Betroffenen gelegt. Damit hat sie den Weg der vielfach vorzufindenden opferzentrierten Perspektive verlassen und erstaunliche Geschichten zu Tage gefördert. Im Gespräch mit Robin Richterich, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Erinnerungskultur Duisburg, wird sie ihre Forschungsergebnisse unter Rückgriff auf Polizeiakten aus dem Landesarchiv präsentieren.

Das Werkstattgespräch wird musikalisch begleitet vom Carlo Rosenberg-Trio (Carlo Rosenberg (Rhythmus-Gitarre), Kirschmann Rose (Gitarre) und Ricky Adler (Akkordeon)). Gespielt wird Sinti-Jazz im Stile von Django Reinhardt.

Die Veranstaltung ist kostenlos.

Vor Beginn der Veranstaltung besteht die Möglichkeit das Landesarchiv bei einer halbstündigen Führung kennenzulernen. Treffpunkt ist um 17:30 im Foyer.
Landesarchiv NRW
Eine Schatzkammer der Geschichte
Mitten im Duisburger Innenhafen befindet sich das Landesarchiv…
Anschrift
Schifferstraße 30
47059 Duisburg

Seit 50 Jahren keine Bröselmaschine mehr

Am 17. Dezember 1972, heute vor 50 Jahren, spielte die Bröselmaschine zum letzten Mal vor Publikum. Das Konzert fand in der Textil-Hochschule in Krefeld statt. (Die andere Band an dem Abend war Kollektiv).
Die Bröselmaschine wurde 1966 unter dem Namen „Les Autres“ gegründet und trat im Februar 1970 erstmals unter dem Namen „Bröselmaschine“ auf. Man kann den Krefelder Auftritt durchaus nicht als Abschiedskonzert bezeichnen, allenfalls als Abgesang. Mehrere Initiativen, die erfolgreiche Folkrock-Band noch einmal zu einem letzten Auftritt zu überreden, hatten keinen Erfolg.

Daß etwa anderthalb Jahre später eine andere Band gegründet wurde, die jahrelang mit ständig wechselnder Besetzung sporadisch auftrat und den Namen „Bröselmaschine“ verwendte, ist irreführend und namensrechtlich mindestens bedenklich.

BroeselmaschineGraefenDie Band in ihrer letzten Besetzung wenige Monate vor ihrer Auflösung. Auf dem Foto, aufgenommen von Eckart Graefen:
obere Reihe: Lutz Ringer*, Mike Hellbach, Michael Schmidt, Peter Bursch*.
Untere Reihe: Jenny Schücker*, Helmut Loeven.
(*: Gründungsmitglieder)
Der Band hatten vorher zeitweise angehört: Rainer Schimikowski*, Angelika Theus*, Heinz Gutt* und Willi Kissmer*).

Frank Baier

In der Volkshochschule fand eine Ausstellung statt: über „alternative Medien“. Gestaltet war die Ausstellung vom Afas. An einem Abend war auch eine Vortragsveranstaltung. Ich saß neben Kurt Walter. Dem fiel einer auf, der ab und zu was gesagt hatte, und er fragte mich:
„Wer ist das? Den kenne ich doch irgendwo her.“
Ich sagte:; „Das ist Frank Baier.“
„Ach jaaa!“ Dann laut durch den Saal: „Bist du der Frank Baier?“
Antwort: „Ja.“
Nun wußten es also alle.

Die erste Begegnung (war es die erste? Man verwechselt nach vielen Jahren die Reihenfolge) war im Eschhaus-Buchladen. Dorthin führte er die madegassische Band Rossy – als einen Ort, den man kennen muß, wenn man Duisburg kennenlernen will. Wir müssen uns vorher schon getroffen haben, er ist ja zum Beispiel im Eschhaus mit Walter Westrupp und HC Meier Pumpe aufgetreten. Die Hungerstreik-Aktion für den Erhalt der Rheinpreußen-Zechensiedlung war doch auch – glaube ich – vorher gewesen.
Zuvor kannte ich Frank Baier durch Schallplattenmusik: Die Band Kattong („Stiehl dem Volk die Geduld“, „Schenk mir deine Wut, ich kann sie gebrauchen“).

Zum letzten Mal als Live-Musiker erlebte ich ihn bei der Eröffnung der neuen Afas-Archivräume auf der Münzstraße. Man konnte erleben, wie viel Energie aus einer kleinen Ukulele zu holen ist. „Protestsänger mit ‚Spässken‘“, (wie die WAZ heute überschrieb) war da zu erleben. Das war überhaupt ein sehr schöner Tag.
Zum letzten Mal trafen wir uns bei einer Afas-Veranstaltung im Projekt 47-Laden, 2019 war das – so lang ist das schon her! Klaus der Geiger spielte. Die „schwere Operation“, von der Frank Baier vorher gesprochen hatte, hatte er da gerade hinter sich. „Gesundheitliche Probleme“ ließen sich nicht übersehen.
An dem Buch im Trikont-Verlag „Leben – Kämpfen – Solidarisieren“ wurde lange gearbeitet, und es ist erschienen – als Vermächtnis einer Künstler-Existenz an der Frontlinie.

Charakteristisch war sein Zusammenwirken mit zahlreichen, auch verschiedenen Künstlern: Bernd Witthüser, Fasia Jansen, Walter Westrupp, Stefan Stoppok, Tom Kannmacher, Walter Mossmann, das Duisburger Bandoneon-Orchester: Lang ist die Liste der Künstler, mit denen er sich austauschte.
Die Palette seiner Themen: Bergarbeiter auf der Schwarzen Liste, deklassierte Jugendliche, Atomkraftgegner, Hausbesetzer, Opfer des Radikalenerlasses, diskriminierte Ausländer, Flüchtlinge.

„Where Working men defend their Rights …“ ist eine Zeile aus einem Lied, das durch Joan Baez bekannt wurde. „It’s there you find …“ Man kann den Namen Frank Baier einsetzen.
Es hat gut getan, ihn zu kennen.

Frank Baier wurde 79 Jahre alt.
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