Stromausfall

Eine Stimme aus Kuba:

Bitte unterstützt die Solidaritäts-Aktionen für Kuba!
Die Besucher der Buchhandlung Weltbühne haben Gelegenheit, Kleingeld in die Kuba-Sammeldose zu werfen.
(So kann man auch das „lästige“ Kupfergeld, das sich im Pottemannee ansammelt, loswerden).
Bitte beachten Sie die Spendenaufrufe für Kuba in diesem Weblog!

It’s good news week


Marie-Louise Eta ist seit heute die erste Trainerin einer Bundesliga-Mannschaft. Sie ist Cheftrainerin des 1. FC Union Berlin.

Sie hatte eine Vorläuferin: Sabrina Wittmann war seit 2014 Trainerin der Drittliga-Mannschaft von FC Ingolstadt – erste Trainerin in einer Profi-Liga.
Bibiana Steinhaus war seit 2017 die erste Schiedsrichterin in der Männer-Bundesliga. Das ist ja fast noch schlimmer schöner!

Otto Köhler

Otto Köhler 1935 – 2026.
Auf Otto Köhler wurde ich aufmerksam als junger Spiegel-Leser. Seine Beiträge „stachen hervor“.
Er war beim Spiegel „Namens-Redakteur“ – präziser zu nennen: Kolumnist. Das heißt: Er gehörte in dem Blatt zu den wenigen, deren Beiträge unter ihrem Namen erschienen. Er war beim Spiegel „Medien-Kolumnist“. Seine Kolumnen waren eine wöchentliche kritische Presse-Schau. Sehr kritisch sogar. Ihm schien nichts zu entgehen. Es schien mir, daß er die Zeitungen auswendig kannte, nicht nur die vom Tage. Er konnte einen Journalisten aus dem Stand mit dem konfrontieren, war er vor Monaten oder Jahren geschrieben hatte. Von 1966 bis 1972 war er beim SPIEGEL.
Danach war er Redakteur bei Pardon, und schließlich bei Konkret. Das war zu der Zeit, als Konkret als Wochenmagazin erschien. Otto Köhler wirkte mit bei der heftigen Auseinandersetzung um die Neugestaltung des Blattes, soll heißen: Contra Röhl, pro Gremliza.
Beiträge von Otto Köhler erschienen danach Beiträge im Freitag, im Neuen Deutschland, in der Jungen Welt, in der Gewerkschaftszeitung Metall, auch im Stern und in der Zeit, auch im Rundfunk (WDR, Deutschlandfunk).
Zu seinen Buchtiteln gehörte:
Hitler ging – sie blieben. Der deutsche Nachkrieg in 16 Exempeln.
Wir Schreibmaschinentäter. Journalisten unter Hitler und danach.
Unheimliche Publizisten. Die verdrängte Vergangenheit der Medienmacher.
Der SPIEGEL in seinem Nachruf: „Wenig brachte Otto Köhler so auf wie eine Nazivergangenheit von Kollegen. Beim SPIEGEL der Nachkriegszeit hatte er diesbezüglich einiges an Anschauungsmaterial.“
Seine publizistische Heimat fand Otto Köhler in dem zweiwöchentlichen Magazin Ossietzky. Er war einer der Herausgeber.
Die junge Welt schließt ihren Nachruf lapidar mit den Worten „Danke, Otto Köhler.“.
Dem schließe ich mich an.
Der fortschrittliche Journalist sollte nicht missionieren, sondern Klarheit schaffen, Wissen nahebringen, zum Handeln nicht antreiben, sondern zum Handeln ermutigen, die Wege zu wirksamem Handeln sichtbar machen.
Danke, Otto Köhler.

Konkret hello goodbey

Heute kam die neue Konkret in der Buchhandlung an, und mit ihr die interessanteste Neuigkeit, die das Blatt seit Monaten meldete.
Immer weniger Papier von links. Gerade erst hat die taz ihre tägliche Print-Ausgabe eingestellt und steht nur noch digital und einmal pro Woche gedruckt zur Verfügung („Wochentaz“ – ein Widerspruch in einem Wort).
Und heute erfahre ich: Nach der Novemberausgabe von Konkret kommt noch die Dezember-Ausgabe – und dann ist Schluß. – Schluß mit der gedruckten Ausgabe als Papier-Heft. Konkret gibt es ab Januar 2026 stattdessen als E-Paper.
Seitdem es die Buchhandlung Weltbühne gibt (38 Jahre), gehört Konkret zu meinem Sortiment – sogar länger schon, denn vorher jahrelang im Eschhaus-Buchladen. Ich wurde auch mal von der Redaktion zu ihrem Lieblings-Buchhändler ernannt.
Aller Abschied fällt schwer, auch wenn dieser Abschied nur ein Papier-Abschied ist. Manche denken vielleicht: „Wie? Ich dachte, die gäbe es schon lange nicht mehr.“
Einmal hatte ich einen Beitrag in dem Blatt, zweimal bin ich dem Gremliza begegnet. Ich brauche jetzt auch nicht mehr darüber nachzudenken, ob ich noch ein drittes Mal eine Anzeige rein gebe.
Also, kommt in die Buchhandlung Weltbühne und kauft eurem Lieblings-Buchhändler eines der letzten Konkret-Papierhefte ab.

Hier ist noch was Schönes.

Klick an, klick an, klick an, klick an!

Das Heft durchgeblättert, und da ist ein Inserat von Titanik. Da steht:
„Es ist mal wieder soweit: Titanik braucht 1000 neue Abos bis zum 24. 12. (sonst war’s das)“

Bob Dylan: Drei Konzerte in Deutschland

Darauf wurde ich heute aufmerksam gemacht:
Bob Dylan Konzert
Die Kunst der Totalverweigerung – Bob Dylan kommt für drei Konzerte nach Deutschland. Vielleicht ist es seine letzte Tour.
Die Konzerte
Bob Dylan 2025 live: 22. 10., Hamburg, 24. 10., Lingen, 3. 11., Köln

Mehr erfährt man in der taz.

Michel Friedman wurde ausgeladen

Im Oktober 2026 sollte der jüdische Publizist Michel Friedman im Literaturhaus »Uwe Johnson« in Klütz in Mecklenburg-Vorpommern einen Vortrag halten, anlässlich des 120. Geburtstages von Hannah Arendt. Nun wurde er ausgeladen. Der Leiter des Literaturhauses, Oliver Hintz, teilte mit, der Bürgermeister der Stadt Klütz, Jürgen Mevius, habe ihm am Telefon mitgeteilt, dass sich die Mehrheit eines städtischen Gremiums gegen eine Lesung von Friedman ausgesprochen habe. Man habe Sorge, dass rechte Störer oder Hamas-Sympathisanten nach Klütz kommen und demonstrieren könnten. Zuvor hatte sich Hintz zufolge eine Mitarbeiterin des Literaturhauses gegen den geplanten Friedman-Auftritt ausgesprochen und die Stadt als Träger des Literaturhauses eingeschaltet.
Mevius widersprach dieser Darstellung und nannte finanzielle Gründe für die Ausladung. Das Honorar Friedmans sei deutlich höher als bei Lesungen von Schriftstellern dort üblich. Eine Vertreterin des Fördervereins des Literaturhauses entgegnete, der Stadt würden keine Kosten entstehen, diese würden von anderen Trägern übernommen.
Friedman kritisierte Bürgermeister Mevius in einem Interview mit dem NDR scharf und sprach von einer »peinlichen Heuchelei«. Der Publizist und Jurist argumentierte, der Bürgermeister hätte im Sinne einer wehrhaften Demokratie zeigen müssen: »Der Staat lässt sich von Antidemokraten nicht erpressen.«
»Dieser Bürgermeister antizipiert, dass bei einer Veranstaltung, die im Oktober 2026 stattfindet, also in über einem Jahr, anscheinend die Rechtsextremen so stark sind, dass er seine Stadt nicht schützen kann, wenn Michel Friedman zu Besuch kommt«, sagte Friedman. Die Kunst-, Kultur- und Meinungsfreiheit dürfe nicht gefährdet sein, weil eine vorweggenommene Einschüchterung durch Rechtsextreme angenommen werde.
Der Grünenpolitiker und Vizepräsident des Bundestags, Omid Nouripour, erklärte: »Hannah Arendt lehrt uns, dass Demokratie nur lebt, wenn wir sie verteidigen. Die Ausladung Michel Friedmans ist skandalös und zeigt, wie gefährlich es wird, wenn nicht nur Extremisten unsere Strukturen schwächen, sondern wenn wir uns von ihnen auch noch einschüchtern lassen.«