„Revolutionen kommen nicht immer wie gerufen“

Es kam einmal eine junge Frau in den Laden, stellte sich vor mich hin, holte tief Luft und sagte: „Ich bin ein französisches Mädchen. Ich möchte ein Buch um lernen zu kennen deutsche Menschen.“
Auf solche Wünsche bin ich vorbereitet und empfehle dann:
Kästners „Fabian“,
Heinrich Böll „Ansichten eines Clowns“,
oder, wie in diesem Fall, Heinrich Mann „Der Untertan“.
Das sind drei Bücher (nicht die einzigen ihrer Art), die die deutsche Misere darstellen, letzteres, wie für diesen Anlaß geschrieben, erschien, als das deutsche Kaiserreich zusammenkrachte, und es führt vor Augen, was danach unausrottbar als Grundton deutscher Mentalität erhalten blieb.
Der 150. Geburtstag von Heinrich Mann (gestern) wurde im Feuilleton wenig beachtet. Er „steht im Schatten“ seines Bruders Thomas Mann. Reich-Ranicki äußerte wenig Lob über Heinrich Mann. Ich finde aber, ohne Thomas Mann abwerten zu wollen: Heinrich Mann hat uns Wichtigeres zu sagen.
In der Frankfurter Rundschau erschien am Samstag ein längerer Artikel von Wilhelm von Sternburg „Zum 150. Geburtstag des Schriftstellers und weitsichtigen Humanisten Heinrich Mann“ mit der Überschrift „Wir wollen an die Zunahme der Menschlichkeit glauben“.

P.S.: Reich-Ranicki befand, das beste an dem Roman „Der Untertan“ sei seine Verfilmung.
Das beste an dieser Rezension ist, daß man sie als Empfehlung eines Films von Wolfgang Staudte verstehen kann.

Wo waren Sie gestern Abend?

Wo Sie gestern Abend waren, spielt hier jetzt keine Rolle.
Wahrscheinlich WÄREN Sie gestern Abend im Syntopia gewesen bei der Veranstaltung der DFG-VK im Rahmen der Duisburger Akzente zum Thema „Mauern“.
Unsere Veranstaltung HÄTTE den Titel „Die Mauer als Chance“ gehabt und wurde auch vom Festivalbüro angenommen. Aber dann sind – Sie wissen es – die ganzen Akzente Krohna-bedingt abgesagt worden.
Um Sie nicht ganz leer ausgehen zu lassen, und damit Sie sich ungefähr vorstellen können, was gestern zu sehen/hören gewesen WÄRE, hier nochmal ein paar Ausschnitte der Syntopia-Lesung vom 17. September 2015.

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Ein Atlas-Film

Der Anruf (vor ein paar Tagen) hat mich überrascht. Frau Schraven von Atlas-Film bat mich herzlich, bei der Werbung für diesen Film zu helfen und ein Plakat im Schaufenster auszuhängen.

Atlas-Film! Sagt Ihnen das was? Atlas hat für den Film einen ähnlichen Klang wie Suhrkamp und Wagenbach für die Literatur: Aufbruch, Erneuerung, Pioniergeist, Einbruch der Moderne in die Schlafmützenrepublik. Für die Klassiker, die Franzosen, für Bergman, Polanski, für Schlöndorff und Faßbimder mußte erstmal Terrain gewonnen werden. Da war Eckelkamp mit Atlas vorneweg.
Als ich das Eschhaus-Kino managte (mänätschte), ging ich beim Atlas-Verleih ein & aus. Der war damals in dem Haus, in dem das Europa-Kino war, im obersten Stock.

Anders als am Telefon besprochen und im Brief geschrieben, lag der Flyer-Lieferung ein Plakat gar nicht bei. Aber auf diesem Wege kann ich es ja ventilieren:

Sagt Ihnen das was? Ist das was?
Sei‘s drum. War mir eine Freude, unverdrossenen Atlanten einen Gefallen zu tun.

Lesungen fallen aus

Lesungen fallen aus, darüber bin ich nicht froh.
Aber, so höre ich im Radio, die Pop-Stars geben Solokonzerte im Internet.
Dann will ich es denen mal gleichtun.
Ausschnitte aus meinen Vorträgen im Panama.
Klicken Sie mal an, das müßte funktionieren:

 

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