Neu in der Weltbühne: Simone de Beauvoir, die Biografie

Neu in der Weltbühne: Lisa Neubauer: Simone de Beauvoir. Eine illustrierte Biografie. Mit Mini-Biografien und Original Bleistift-Art im Anhang. Unrast Verlag 2023. 152 Seiten, Großformat B5, Softcover. 18,00 €
Inspiriert von Simone de Beauvoirs Autobiografien macht sich dieser Comic auf die Spuren der französischen Schriftstellerin, Philosophin und Feministin Simone de Beauvoir (1908–1986). Ihren Weg und Werdegang, ihre Persönlichkeit, ihre Bekanntschaften, Freunde und Freundinnen und Geliebten, das Weltgeschehen des 20. Jahrhunderts um sie herum und natürlich die Entstehung ihrer Philosophie verknüpft Lisa Neubauer unterhaltsam und flüssig zu einer Story in vier Akten, die begreiflich macht, wie aus ›Sartres Freundin‹ am Ende die weltweit bekannte – sowohl verehrte als auch gehasste – Kulturikone wurde: Sie eckte an, sie war frech, sie irrte, sie war spontan. Und sie hatte eine Abneigung gegen monumentale Wahrheiten. Ihr Denken war im Prozess.
Simone de Beauvoir stand für Wandel, für Rebellion. Sie hatte den Mut, ein selbstgewähltes Leben zu führen und ihrem Wissensdrang zu folgen. Mit ihrer ganz eigenen Art zu leben, zu lieben und zu denken öffnete sie zahllosen Frauen Fenster und Türen, die vorher verschlossen schienen.

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Neu in der Weltbühne: Frauen! Leben! Freiheit! Narges Mohammadi

Neu in der Weltbühne: Narges Mohammadi: Frauen! Leben! Freiheit! Wie wir unsere Stimmen erheben. Frauen in iranischen Gefängnissen erzählen.
ROWOHLT Taschenbuch 320 Seiten. 14 €
Narges Mohammadi, geboren 1972, ist eine iranische Menschenrechtsaktivistin und Vizepräsidentin des Defenders of Human Rights Center. 2023 erhielt sie den Friedensnobelpreis. Die Journalistin wurde aufgrund ihrer regimekritischen Haltung mehrfach inhaftiert und sitzt seit 2021 wieder im Gefängnis. Narges Mohammadi setzt sich für Frauen- und Menschenrechte und die Abschaffung der Todesstrafe ein. Außerdem hat sie sich der Aufklärung der unhaltbaren Haftbedingungen und der in Haft begangenen Verbrechen verschrieben.
Aufrüttelnde, emotionale Dokumente des Widerstands im Iran
Narges Mohammadi, Menschenrechtsaktivistin und Trägerin des Friedensnobelpreises 2023, versammelt in ihrem Buch 13 Interviews mit im Iran inhaftierten Frauen, zu denen auch die international bekannte Journalistin Nazanin Zaghari-Ratcliffe gehört. In den während der Haft der Autorin heimlich geführten Interviews zeigen sich unhaltbare Haftzustände, aber auch unglaublicher Mut, Zusammenhalt und große solidarische Stärke, die auch die in den Haftanstalten praktizierte weiße Folter nicht zu brechen vermag. Die deutsche Übersetzung ist genau wie das persische Original ein Gemeinschaftswerk unterschiedlicher Frauen. Narges Mohammadis Buch ist ein Beweis für die aktuellen Menschenrechtsverletzungen im Iran und ein Aufruf an Unterstützer auf der ganzen Welt, den Kampf nicht aufzugeben. Mit Vorworten von Natalie Amiri und Shirin Ebadi.
«Diese Erinnerungen, innerhalb des Gefängnisses geschrieben, sind ein lebender Beweis für den anhaltenden Kampf für die Freiheit im Iran.» Shirin Ebadi, Friedensnobelpreisträgerin

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Eine Bezugnahme auf diesen Tag

Der 25. November ist jedes Jahr und in aller Welt (wenn auch in vielen Teilen der Welt unterdrückt und verboten) der Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen.
Hintergrund für die Initiierung des Aktionstages war der Fall Mirabal in der Dominikanischen Republik. Die Schwestern Mirabal, Mitglieder der Movimiento Revolucionario 14 de Junio, wurden 1960 nach mehreren Verhaftungen von Soldaten des Diktators Rafael Trujillo verschleppt und dann ermordet. 1981 wurde bei einem Treffen lateinamerikanischer Feministinnen der 25. November zum Gedenktag der Opfer von Gewalt an Frauen ausgerufen (Dia Internacional de la No Violencia Contra la Mujer) und 1999 offiziell durch die Vereinten Nationen anerkannt (Resolution 54/134).
Es ist richtig, es ist notwendig, den Blick auf Iran zu richten (oder, etwa auch, auf den Herrschaftsbereich der „Befreiungsbewegung“ Hamas). Nicht ablenken sollte das von dem, was in nächster Nähe vor sich geht.
Ich erlaube mir, den Tag zum Anlaß zu nehmen, um heute abermals auf ein Buch aufmerksam zu machen über ein Phänomen des Alltags in unserer Gesellschaft:
Veronika Kracher: Incels. Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults. Ventil-Verlag. 280 S. 16 €
Bevor Alek Minassian im April 2018 mit einem Auto in eine Menschenmenge in Toronto raste und zehn Menschen ermordete, hinterließ er auf Facebook folgende Nachricht: »The Incel rebellion has already begun! All hail the Supreme Gentleman Elliot Rodger!«. Elliot Rodger hatte 2014 auf dem Campus der Universität von Kalifornien in Santa Barbara sechs Menschen getötet und 13 weitere verletzt. Er hinterließ ein über hundert Seiten langes Manifest, in dem er seine Taten begründete: Sie seien ein Racheakt gegen Frauen, die ihm Liebe und Sex verweigert und demzufolge den Tod verdient hätten.
Dies sind nicht die einzigen explizit gegen Frauen gerichteten Attentate, die von sogenannten »Incels« verübt worden sind. »Incels« ist die Kurzform für »Involuntary Celibates« – unfreiwillig im Zölibat Lebende. Sie treffen sich in Onlineforen und auf Imageboards und lamentieren darüber, keinen Sex zu haben, obwohl dieser ein naturgegebenes männliches Grundrecht sei. Im mildesten Falle artikuliert sich ihr Denken in Depressionen und Selbstmitleid, im schlimmsten Falle in der Glorifizierung von Kindesmissbrauch, sexueller Gewalt oder dem Femizid. Incels sind jedoch keine »schwarzen Schafe« oder »Ausnahmeerscheinungen« innerhalb der kapitalistisch-patriarchalen Verhältnisse, sondern Ausdruck einer Gesellschaft, in der die Abwertung des Weiblichen an der Tagesordnung ist.
Obwohl Incels schon zahlreiche Gewalt- und Terrorakte begangen haben, wird das Phänomen gerade im deutschsprachigen Raum bisher nur sehr oberflächlich analysiert. Dieses Buch, das die Geschichte der Bewegung nachzeichnet, die Memes und Sprache der Incels erklärt, ihre Ideologie analysiert und eine sozialpsychologische Auseinandersetzung mit diesem Online-Kult anstrebt, wird diese Lücke füllen.

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Notizen zum Tage

Narges Mohammadi wurde der Friedensnobelpreis zuerkannt. Die inhaftierte Kämpferin für die Rechte der Frau wird den Preis in Oslo nicht selbst entgegennehmen können.
Zum fünften Mal wird der Friedensnobelpreis einer Person zuerkannt, die zum Zeitpunkt der Auszeichnung in Haft war.
Zum ersten Mal geschah das, als 1936 der Friedensnobelpreis (rückwirkend für das Jahr 1935) Carl von Ossietzky zugesprochen wurde. (Die Kampagne, den Preis Ossietzky zuzuerkennen, wurde von dem Emigranten Willy Brandt geleitet).
Hermann Göring stellte Ossietzky Freilassung in Aussicht, wenn er den Nobelpreis ablehnt. Ossietzky erklärte daraufhin, er wolle den Preis annehmen.

Gestern waren Landtagswahlen in Hessen und Bayern. In Bayern haben (mit CSU, Freien Wählern, AfD und FDP) die klimafeindlichen Parteien 70 Prozent der Stimmen bekommen.
Die Stimmanteile der AfD (14,6 bzw. 18,4 Prozent) lassen das tatsächliche faschistische Potenzial in der Gesellschaft erahnen.

Wie konnte der Angriff der Hamas-Miliz auf Israel eine Überraschung sein? Was wußten Geheimdienste?
Geraten in dieser „die Nation einigenden“ Situation die Bemühungen, in Israel die Demokratie gegen die rechtsextreme Regierung zu verteidigen, ins Hintertreffen?
Ist Netanjahu mit den Vorfällen unzufrieden? Er konnte sich in ersten Äußerungen wieder zu erkennen geben.
Die Hamas – eine „Befreiungsbewegung“? Oder nur eine Geiselgangster-Organisation? Die Hamas hat nicht nur israelische Geiseln in ihrer Gewalt. Die Palästinenser in Gaza sind es längst.

Es gibt da und dort Stellungnahmen, in denen die Organisationen Hamas und Hisbollah als „Befreiungsbewegungen“ („objektiv“) eingeschätzt werden oder gar der „globalen Linken“ zugerechnet.
Die Waffenbrüer an der Nordgrenze, die Hisbollah, werden von denen bezahlt, die Narges Mohammadi eingesperrt und gefoltert haben.

Neu in der Weltbühne: Neue Töchter Afrikas

„30 Schwarze Autorinnen feiern ihre ›Sisterhood‹ – beherzt, mutig, erhellend.“
Christa Morgenrath, Eva Wernecke (Hg.): Neue Töchter Afrikas. 30 Stimmen.
aus dem Englischen von Aminata Cissé Schleicher & Eleonore Wiedenroth-Coulibaly, editiert von Margret Busby, mit einem Vorwort von Marion Kraft
Unrast Verlag 2023. 256 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag
22,00 €
Verlagstext: Die Anthologie Neue Töchter Afrikas feiert Schwarze Diversität und ihre literarische Vielstimmigkeit. Gemeinsam mit einem Team Schwarzer Frauen aus Deutschland hat Margaret Busby für diese Edition eine erlesene Auswahl an Essays, Gedichten und Kurzprosa aus ihrer Anthologie New Daughters of Africa (Myriad 2019) getroffen. Marion Kraft würdigt diese Arbeit in ihrem Vorwort. Der Band präsentiert 30 Schwarze Schriftstellerinnen aus aller Welt mit ihrer poetischen, kämpferischen und visionären Wortkunst, die in einer Zeitspanne von über 100 Jahren entstand. Von Antigua bis Ägypten, von Guyana bis Ghana nähern sich die Schriftstellerinnen mit ihren jeweiligen Lebensrealitäten und Träumen auf sehr unterschiedlichen Wegen ihrem afrikanischen Erbe an – umso spannender sind die Synergien und Parallelen wie auch die Dissonanzen ihrer Erfahrungen und Gefühle. Afua Hirsch kommt in ihrem Essay zu der Erkenntnis, »afrikanisch zu sein bedeutet, es zu glauben«. Und so schreiben die Autorinnen über Tradition und Vorbilder, Freundschaft und Romantik, Flucht und Exil, über Rassismus, Geschlechter- und Identitätspolitik. Auch vermeintliche Tabuthemen und Traumata werden nicht ausgespart. Nachdenklich, behutsam, stets erhellend und zuweilen mit Humor widmen sie sich diesen ernsten und schwierigen Themen. Und bei all dem beschwören sie immer wieder beherzt ihre bedingungslose ›Sisterhood‹ und »die Freiheit, wir selbst zu sein, in all unserer wunderbaren Vielfalt« (Zadie Smith).

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Die wirklich wahre Begebenheit zum 8. März

Das war, als Bill Clinton Präsident war.
Das Ehepaar Clinton ist im Auto unterwegs durch die USA. Der Tank ist leer, sie fahren zu einer Tankstelle.
Der Tankwart ist voller Begeisterung, Hillary Clinton persönlich zu treffen!
Er sagt: „Ich habe immer große Stücke auf Sie gehalten. Sie sind ein Glücksfall für dieses Land!“
Später, bei der Weiterfahrt, sagt Clinton zu seiner Frau: „Wenn du DEN geheiratet hättest, wärst du jetzt die Frau eines Tankwarts.“
Daraufhin sie: „Nein. Dann wäre ER jetzt Präsident.“

Frauen in Iran

Diese Nachricht erreichte mich heute früh.
Liebe Freunde und Freundinnen des solidarischen Lebens!
Heute (Samstag, 2. November), 16.00 Uhr vor dem Stadttheater in Duisburg treffen wir uns zur Kundgebung für die Menschen im Iran, die sich mutig für ihre Freiheit einsetzen.
Wir wollen solidarisch diesen Menschen in Duisburg eine Stimme geben.
Es grüßt euch herzlich und wünscht ein entspanntes Wochenende. Maggy Wösthoff
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Frauen spielen Fußball

Gestern Abend (Sonntag 31. Juli) fand im Londoner Wembley-Stadion das Endspiel der Frauen-Fußball-Europameisterschaft statt (England-Deutschland 2:1 n.V.). Der Bundeskanzler (Scholz heißt er) war auch im Stadion. In der Halbzeit-Pause sagte er Reportern, hier werde Weltklasse-Fußball gezeigt. Nach dem Spiel besuchte er das Team in der Kabine. Er hat nicht nur den Spielerinnen zur Vize-Meisterschaft gratuliert, sondern auch wiederholt davon gesprochen, daß es eine ungerechtfertigte Benachteiligung bei der Bezahlung der Fuballspielerinnen gibt, und er kündigte an, alsbald mit der Trainerin Martina Voss-Tecklenburg zu sprechen über die Überwindung solcher Ungerechtigkeiten.
Daß der Frauenbußball an Popularität gewonnen hat, dürfte klar sein. Hoffentlich spricht sich das bald auch mal beim Deutschen Fußballbund (DFB) herum. Der hat zu der gleichen Zeit des Frauen-Finales die erste Hauptrunde des DFB-Pokals (der Männer) terminiert. Jawohl! Zeitgleich! Vielleicht träumt mancher im DFB noch von der guten alten Zeit, in der es Frauen verboten war, Fußball zu spielen?

Gleicher Lohn für gleichen Fußball

Wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft (Männer) voriges Jahr die Europameisterschaft gewonnen hätte, hätte jeder Spieler vom DFB eine Prämie von 400.000 Euro gekriegt.
Der Frauen-Fußball-Nationalmannschaft würde im Fall der Europameisterschaft eine Prämie von 60.000 Euro pro Spielerin zustehen.
Ich finde das nicht richtig. Der DFB sollte an Männer und Frauen die gleiche Prämie zahlen. Das findet auch der Bundeskanzler Olaf Scholz (soll der sich auch mal nützlich machen).
Dem beim DFB für die Nationalmannschaften zuständigen Oliver Bierhoff stehen angesichts einer so selbstredenden Sache die Haare (bildlich gesprochen) zu Berge, kann an ihnen aber etwas herbeiziehen. Er verweist auf unterschiedliche Zuschauerzahlen und unterschiedliche Werbe-Einnahmen beim Männer- und Frauenfußball, was gleiche Spieler/innen-Gehälter nicht möglich machen würde. Und der WAZ-Kommentator Peter Müller (Halbglatze) salbadert wie in solchen Fällen üblich von „Extrempositionen“, mit denen man es sich „sehr leicht“ macht und mit denen man „nur das Geschrei befeuert“.
Also: Es ging hier gar nicht um Gehälter, sondern um Prämien, die mit Zuschauerzahlen und Werbe-Einnahmen nichts zu tun haben. Nicht ablenken! Und der WAZ-Schwätzer soll tun, was alle von seiner Sorte tun sollten: das Maul halten.
Klare Sache: Für Männer und Frauen gleiche Prämie!
Und wenn der DFB findet, dafür hätte er nicht genug Geld, braucht er doch nur die Prämien für die Männer auf 60.000 Euro zu kürzen. So einfach geht das.

Mein Alternativ-Vorschlag als Kompromiss (mein Kompromissvorschlag als Alternative):
Für alle Fußballspieler und Fußballspielerinnen gleiche Bezahlung bis hinunter in die dritte Kreisklasse. Jeder kriegt pro Spiel 20 Mark, im Siegesfall 2 Mark extra. Für jedes geschossene Tor zusätzlich 50 Pfennig. Das müßte man nur noch in Euro umrechnen. Kann der Bierhoff machen.

„Irgendwelche Personen“ (aus aktuellem Anlass)

Wieso mein Vorschlag – Fußball nur für Frauen – mein voller Ernst ist:
Am 30. Juli 1955 wollte der Frauensportverein DFC Duisburg-Hamborn ein Freundschaftsspiel gegen Gruga Essen veranstalten. Dafür hatten die Frauen den Platz von Hamborn 90 angemietet. Der Fußball-Verband Niederrhein aber kriegte Wind davon und verfügte: „Allen Vereinen ist es untersagt, Damen-Fußballabteilungen zu bilden, ihre Plätze für solche Spiele herzugeben und irgendwelchen Personen zur Verfügung zu stellen.“ Das bedeutete – trotz Mietvertrag – für die Fußballspielerinnen Platzverweis. Die beiden Teams versuchten ihr Glück auf dem Platz von Hertha Hamborn. Das Spiel hatte gerade 20 Minuten gedauert, da kam die Polizei. Kurz darauf erließ der DFB ein Fauenfußball-Verbot.
Paul Breitner, Fußball-Profi erst bei Bayern München, dann bei Real Madrid (zwei Scheißvereine) sprach das geflügelte Wort, Frauenfußball sei „unästhetisch“. Wir wollen/sollen nicht darüber räsonieren, in welchem Maße Paul Breitner an ästheische Empfindungen appelliert. Vielleicht wollte er ja bloß sein ästhetisches Empfinden kundtun (des Männermannes Ästhetik-Empfinden ist sein Sofakissen). Aber als Fußballprofi (Weltmeister 1974) tut er Leuten „aus der Seele sprechen“, sein Wort ist konstitutiv. Ist es auch Quatsch – es setzt Maßstäbe.
Ob Frauen Fußball spielen, sollte nicht von Herrn Breitner abhängen. Wenn sie Fußball spielen wollen, dann sollen sie doch Fußball spielen! Wenn der Herr Breitner sich davor erschaudert, dann ist das egal. Fußball spielende Frauen nehmen keinem was weg.
Warum also schritt die Polizei gegen ein Frauen-Fußballspiel ein? Wem taten die Frauen mit ihrem Fußballspiel etwas zuleide?
Niemandem. Aber das spielte keine Rolle. Sie verstießen gegen die Ordnung: Es war so, weil es so war. Nach dem Sinn zu fragen war aufrührerisch.

Projektgruppe Pudding und gestern – Chantal Könkels

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Alexandra Kollontai 150. Geburtstag

Neu in der Weltbühne über Alexandra Kollontai:
Katharina Volk (Hrsg.): Alexandra Kollontai oder: Revolution für das Leben. Dietz Verlag Berlin. 176 S. Mit 6 Abb. 12 €
Mit ihren Vorstellungen von einer »neuen Moral« und »freier Liebe« war Alexandra Kollontai (1872–1952) ihrer Zeit voraus. Sie selbst bezeichnete sich als sexuell emanzipierte Kommunistin, die das Schicksal von Frauen zum Sozialismus geführt habe. Alexandra Kollontai kämpfte in der Russischen Oktoberrevolution und wurde 1917 Volkskommissarin für soziale Fürsorge. Weltweit war sie die erste Frau im diplomatischen Dienst, als sie 1922 die junge Sowjetunion im Ausland vertrat.
Kollontai war überzeugt, eine Revolution könne nur erfolgreich sein, wenn sie das gesamte Leben revolutioniert. Sie übte nicht nur scharfe Kritik an der monogamen, lebenslangen Ehe, sondern auch am bürgerlichen Verständnis von Elternschaft. Damit machte sie sich nicht nur Freunde unter den Genossinnen und Genossen. Sie forderte ein neues Verständnis von Liebe, das dem der Solidarität ähnelt, und neue Formen des Zusammenlebens, die Zusammenhalt und Gemeinschaft fördern. Ihre Ideen sind noch immer Utopie, aber noch immer aktuell in einer Zeit, in der Kollektivität im Sinne von Solidarität und Gemeinsamkeit über Gren-zen hinweg dringender denn je ist.
Zur Herausgeberin:
Katharina Volk, geb. 1981, Politikwissenschaftlerin, promovierte am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen und arbeitet als politische Sekretärin bei der IG Metall. In ihrer 2018 erschienenen Dissertation »Von der Gesellschaftsanalyse zur Utopie« setzt sie sich mit Theorien aus der Arbeiter- und der Frauenbewegung auseinander und analysiert den Widerspruch zwischen Erwerbs- und Familienarbeit und die daraus entwickelten utopischen Ideen zur Überwindung dieses Widerspruchs. Zuletzt erschienen ist ihr Beitrag »Was die Kybernetik vom Feminismus lernen kann. Oder: Warum wir der Technik nicht das Feld überlassen dürfen« (in: Timo Daum/Sabine Nuss (Hrsg.): Die unsichtbare Hand des Plans, Berlin 2020).

Neu in der Weltbühne von Alexandra Kollontai:
Alexandra Kollontai: Die Situation der Frau in der gesellschaftlichen Entwicklung. Vierzehn Vorlesungen vor Arbeiterinnen und Bäuerinnen an der Swerdlow-Universität 1921. Manifest Verlag. 240 S. 12,90 €
In den 14 Vorlesungen, die Alexandra Kollontai an der Swerdlow-Universität gehalten hat, verfolgt sie die verschiedenen Perioden der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung und untersucht, wie sich auf dieser Grundlage die Stellung der Frau änderte. Sie beginnt beim Urkommunismus und geht über die Antike, den Feudalismus, die kapitalistische Epoche bis hin zur Zeit nach der Oktoberrevolution. Dabei analysiert sie ebenfalls die bürgerliche Frauenbewegung, die ab dem 19. Jahrhundert entstand.
Im letzten Drittel erläutert sie, wie sich die Stellung der Frau durch die Oktoberrevolution und die Politik der Bolschewiki änderte. An letzterer hatte sie als erste Ministerin der Weltgeschichte – als Kommissarin für Wohlfahrt im Rat der Volkskommissare – selbst prägenden Anteil.
Sie hielt diese Vorträge mit der Perspektive, dass der Aufbau der sozialistischen Wirtschaft die materiellen Grundlagen dafür legt, der Unterdrückung der Frau ein für alle Mal ein Ende zu bereiten.
Alexandra Arnsburg ordnet in ihrem Vorwort einige Aussagen Kollontais, die möglicherweise wenig oder sogar missverständlich sind, in den Kontext der heutigen Bewegungen ein.
Steve Hollasky gibt mit seinem biographischen Abriss zu Beginn des Buches einen Überblick über die Lebensstationen und das Wirken der Autorin selbst.
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Alexandra Kollontai war früher eine in linken Kreisen sehr gefragte Autorin. In unseren Altbeständen / Antiquariat findet man noch was von früher.
Zum Beispiel:
Wege der Liebe
und
Autobiografie einer sexuell emanzipierten Kommunistin
Fragen Sie nach.

Bestellt Bücher in der Buchhandlung Weltbühne und sonst nirgends.
Vor allem das VERSANDGESCHÄFT müßte dringend erweitert werden.

Zögern Sie nicht.
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