Krise – Versagen – Republik

Die Veranstaltung:

Deutschland hat versagt, schreibt Ulrich Schneider. Die Bundesrepublik steht mit Corona, Energiekrise und explodierenden Lebenshaltungskosten vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte. Bis dahin unvorstellbare Summen wurden in zahllosen Entlastungspaketen für Wirtschaft und Bürgerinnen ausgegeben. Und doch gelang es nicht, diese Gesellschaft in ihrer Krise zusammenzuhalten. Das Ergebnis ist ein sozial noch tiefer in Arm und Reich gespaltenes Land, eine Mittelschicht in Angst vor dem sozialen Abstieg und ein Auftrieb rechtsradikaler Kräfte, wie man ihn in Deutschland nicht mehr für möglich gehalten hätte. Schneider nimmt eine schonungslose Abrechnung mit der Krisenpolitik von Großer Koalition und Ampel vor: Warum waren unsere Regierungen nicht zu einem solidarischen und zielgenauen Krisenmanagement fähig? Welche Rolle spielen die Abgeordneten des Deutschen Bundestages? Welche Rolle spielt die Armutslobby aus Gewerkschaften und Sozialverbänden? Und warum ist es so schwierig, eine Bewegung gegen die Armut zu initiieren?

Ulrich Schneider ist Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes mit Sitz in Berlin und ist auch als freier Autor, Berater und Sozialexperte tätig. Er ist Autor verschiedener Publikationen zu den Themen Armut in Deutschland, Verantwortung des Sozialstaates und soziale Gerechtigkeit. Im Westend Verlag erschienen u.a. «Kampf um die Armut» (2015), «Kein Wohlstand für alle!?» (2017) sowie «Generation 9/11» (2021).

Mit Heidi Reichinnek, MdB, Gruppenvorsitzende Die Linke im Bundestag und sozialpolitische Sprecherin. Moderation: Sabine Nuss (Autorin, Host Podcast Armutszeugnis)

Für die Teilnahme vor Ort ist eine Anmeldung erforderlich (hier klicken).

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Kooperation mit dem Westend Verlag.

Das Buch:
Ulrich Schneider: Krise. Das Verlagen einer Republik. 176 S. Pb. 20 €
Deutschland hat versagt, schreibt Ulrich Schneider. Die Bundesrepublik stand mit Corona, Energiekrise und explodierenden Lebenshaltungskosten vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte, es wurden unvorstellbare Summen in zahllosen Entlastungspaketen ausgegeben. Trotzdem gelang es nicht, die Gesellschaft in ihrer Krise zusammenzuhalten. Das Ergebnis ist ein sozial noch tiefer in Arm und Reich gespaltenes Land als zuvor. Der aus Talkshows bekannte Sozialexperte und Autor nimmt eine schonungslose Abrechnung mit einer Krisenpolitik von Großer Koalition und Ampel vor, die das Auseinanderdriften dieser Gesellschaft nicht nur hingenommen, sondern sogar noch gefördert hat.
Das Buch für alle, die verstehen wollen, wie und warum die deutsche Regierung durch die Krisen der letzten Jahre gescheitert ist.

Das Buch erscheint Ende Juni. Um Vorbestellung wird gebeten.

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Ein Fußball-Buch

Ein Fußball-Buch, passend zur Üfa-Em.
Hier eingetroffen, unaufgefordert eingesandt vom Autor/Selbstverleger Peter Hain:
Peter Hain: Der Fan, der Fritz Walter weinen sah. Glanz und Elend der Fußballnation. Ein Politikum. 256 S. Pb. 22 €

„Zeiten des Zorns, was läuft schief in Fußball-Deutschland?“, fragt Peter Hain und gibt auch gleich die Antwort mit seinem aktuellen Buch „Der Fan, der Fritz Walter weinen sah – Glanz und Elend der Fußballnation, ein Politikum!“ (Eigenverlag, 256 Seiten, 30 Abbildungen). Ja, im Lieblingssport der Deutschen läuft zurzeit viel schief. „Wie das Land, so der Fußball“, kritisiert der Autor. Themen seines provokanten Werks: Übergier zerstört das Spiel, Fußball als politischer Spiegel der Gesellschaft, Aufstand der Wut-Fans und Ultras, Untergang des DDR-Fußballs oder ein Scheinriese namens DFB. Aktuell zur Heim-EM: Schluss mit der Flickschusterei, Jürgen Klopp, bitte übernehmen Sie!
Hain schwelgt in Erinnerungen, berichtet über die großen Erfolge der Nationalelf und ihrer legendären Bundestrainer. Er rezensiert die besten Kicker-Bücher: Ist Fußball ein feindlicher Bruder der Literatur? Schicksale, Spiele, Stars: 150 Jahre deutsche Fußballgeschichte. Eine dramatische Zeitreise, geschrieben von dem Zeitzeugen Peter Hain, Jahrgang 1940, aufgewachsen in Leipzig und in der Pfalz. Nostalgie pur: Die Fußballleidenschaft des Autors und seiner Mutter Johanna, die schon 1945 Fritz Walter in Schlesien für die Roten Jäger spielen sah. Und wie der Autor als 13-Jähriger seine Liebe zum Fußball entdeckte. 1954 sah er das WM-Finale („Das Wunder von Bern“) im Schwarz-Weiß-Fernsehen. Hain wurde Sportjournalist, lernte Fritz Walter kennen, den Kapitän für Deutschland. Der Fritz, auch ein Symbol für Heimattreue. „Ein Buch für alle Menschen, die den Fußball trotz aller Krisen noch immer lieben“, sagt Hain, der Fan, der Fritz Walter weinen sah…

Also ein Kenner, die noch weiter als ich in die Fußball-Geschichte einblickt, und der, anders als ich, sein Interesse an diesem Kulturgut aufrecht erhalten hat.

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AK Sonderheft: Brandstifter

Die Zeitung AK (Analyse und Kritik) hat eine neue Sonderausgabe angekündigt. Sie soll im juni erscheinen:

Brandstifter: Die AfD, ihre Helfer*innen und der andere Osten
Im Herbst dieses Jahres sind Landtagswahlen in Brandenburg, Thüringen und Sachsen. In aktuellen Umfragen liegt die AfD in diesen Bundesländern zwischen 25 und 35 Prozent. In Thüringen probte die CDU mit Anträgen zur Grunderwerbssteuer und gegen gendergerechte Sprache bereits, wie sich regieren mit der AfD anfühlt. Dass wir 2024 in einem oder mehreren ostdeutschen Bundesländern eine schwarz-braune Haselnusskoalition erleben müssen, ist kein undenkbares Szenario.
Gleichzeitig melden Opferberatungsstellen aus elf von 16 Bundesländern insgesamt 2.589 rechte, rassistische und antisemitische Angriffe im Jahr 2023. Rassismus bleibt – wie in den Vorjahren – das häufigste Tatmotiv; die Anzahl rassistischer Angriffe ist dabei erneut um 33 Prozent gestiegen. Die Angriffe richten sich insbesondere gegen Menschen mit Flucht- und Migrationsbiografien sowie gegen Schwarze Menschen. Auch antisemitische und queer- und transfeindliche Attacken haben stark zugenommen.
Und während aus der Mitte die Brandmauern gegen rechts beschworen werden, sind diese meist so löchrig wie ein Schweizer Käse: Ein bisschen CDU-Leitkultur-Debatte hier, ein bisschen »Ausländer raus«-Gegröle da – rechte Metapolitik at it´s best. Die Gefahr von rechts ist real und sie manifestiert sich auch, aber nicht nur in den kommenden Landtagswahlen. Wie ist das zustande gekommen? Was kann man dagegen tun? Und: Was braucht eine Zivilgesellschaft, um einen Umgang trotz und mit der faschistischen Gefahr einen Umgang zu finden? Das untersuchen die Beiträge im ak-Sonderheft.

Umfang: 36 Seiten. Preis: 4,50 €
Bitte kauft/bestellt das Heft in der Buchhandlung Weltbühne. (Im Versand kostet das Heft 5,50 €).

Kaffee-Nachschub eingetroffen

Diese Woche ist wieder eine Lieferung Cubita (Kaffee aus Kuba) in der Buchhandlung Weltbühne eingetroffen.
Das Kaffee-Handeln ist eine Aktion der DFG-VK-Gruppe Duisburg: Internationale Solidarität mit Kuba – Internationale Solidarität gegen das Embargo.
Ein Paket Cubita (460 g gemahlen, vacuumverpackt) ist jetzt leider etwas teurer geworden. Wir mußten den Preis auf 9,90 € anheben.
Zu teuer? Man kann den Kaffee auch zu Hause mit normalem Supermarkt-Kaffee vermischen.
Man kann sich den Kaffee von uns schicken lassen (mindestens 2 Pakete). Da kommen dann Versandkosten hinzu.
In der Buchhandlung Weltbühne steht, solange es sie gibt, die Kuba-Spendendose auf dem Ladentisch. Daß jemand da was reinwirft kommt vor.
Vorschlag: Du willst das „lästige Kleingeld“, das Kupfergeld loswerden? Wirf es nicht von der Rheinbrücke, sondern wirf es in die Dose der Internationalen Solidarität!
Hoch! Die! Tassen!

Tucholsky

Neu in der Weltbühne:
Kurt Tucholsky: Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir seien gut.
Herausgegeben und mit einem Vor- und Nachwort von Robert Stadlober.
Verbrecher Verlag, ca. 140 Seiten, Hardcover. 20 €
Robert Stadlober nimmt uns auf eine Reise mit Texten von Kurt Tucholsky mit, die er präzise ausgewählt hat. Es geht um die Unmöglichkeiten des menschlichen Umgangs. In Liebesdingen wie in Dingen des Hasses, um die Sinnlosigkeit von Gewalt sowie die Hoffnungslosigkeit von Politik, die sich über Gewalt zu vermitteln sucht. Es geht um die Sehnsucht nach einer Art richtigem Leben und um den immerwährenden Kampf der Vielen um ein kleines Stück vom Ganzen.

Das Buch erscheint im Juni 2024. Um Vorbestellung wird gebeten.

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Neu in der Weltbühne: Christoph Butterwegge über Reichtum und Armut

Neu in der Weltbühne: Christoph Butterwegge: Umverteilung des Reichtums. PapyRossa Verlag 2024. 224 Seiten. 16,90 €

Warum nimmt die soziale Ungleichheit seit Jahren zu? Welche Rolle spielen dabei Wirtschaftsstrukturen, Eigentumsverhältnisse und Verteilungsmechanismen? Mit welchen Narrativen werden die beträchtlichen Einkommens- und Vermögensunterschiede gerechtfertigt? Christoph Butterwegge beleuchtet die Politik unterschiedlicher Bundesregierungen und fragt, warum sich die Kluft zwischen Arm und Reich nach der „Zeitenwende“ und zusätzlichen Rüstungsanstrengungen weiter vertieft. Er nimmt den Niedriglohnsektor, den »Um-« bzw. Abbau des Sozialstaates sowie die Steuerentlastungen für Wohlhabende in den Blick. Wie lässt sich die Entwicklung aufhalten und verhindern, dass die Reichen noch reicher und die Armen noch zahlreicher werden? Angesichts der Umverteilung von Unten nach Oben setzt das Buch eine Rückverteilung des Reichtums auf die Agenda. Abschließend wird diskutiert, ob neben einer stärkeren Tarifbindung, einem Verbot prekärer Beschäftigung sowie höheren Besitz-, Kapital- oder Gewinnsteuern die Umgestaltung des bestehenden Wirtschaftssystems nötig ist.
Prof. Dr. Christoph Butterwegge, , lehrte von 1998 bis 2016 Politikwissenschaft an der Universität Köln und kandidierte 2017 als Kandidat der Partei Die Linke für das Amt des Bundespräsidenten.

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Hundert Jahre Karlheinz Deschner

„Angst macht weitsichtig, Helden sterben an Kurzsichtigkeit.“

„Sie verzeihen es mir nie, dass sie so abscheulich sind, wie ich sie geschildert habe.“

„Warum denkt man bei dem Satz, einer sei zu allem fähig, stets an das Schlimmste?“


Karlheinz Deschner las ich zum ersten Mal in Konkret (damals noch unter Röhl) als Literaturkritiker. Da wußte ich noch gar nichts über den Kirchenkritiker. In der Tat hatte er sich mit „Kitsch, Konvention und Kunst. Eine literarische Streitschrift“ (1957) einen Namen gemacht, bevor er mit „Abermals krähte der Hahn. Eine kritische Kirchengeschichte“ (1962) ein Standardwerk vorlegte.
Über sein Hauptwerk einigte er sich 1970 mit dem Rowohlt Verlag. Während des Entstehungsprozesses dieses Werks mußte er den Verlag darauf vorbereiten, daß „Die Kriminalgeschichte des Christentums“ wegen des Umfangs wohl nicht in einem Band zusammengefaßt werden könnte, es müßte wohl in zwei Bänden erscheinen. Der erste Band erschien dann 1986. Das letztlich unvollendete Werk mit mehreren tausend Seiten in 10 Bänden behandelt die Kirchengeschichte bis ins 18. Jahrhundert.
Zu einer Serie von Lesungen, die der AStA der Duisburger Universität in Kooperation mit der Buchhandlung Weltbühne veranstaltete, gehörte auch eine Lesung von Karlheinz Deschner. Mitveranstalter war der Freidenkerverband – in dem Fall der Landesverband NRW, weswegen der Duisburger Kreisverband sich davon fernhielt – oder war es umgekehrt?
Ich ließ mir gleich die Erstausgabe von „Kitsch, Konvention und Kunst“ signieren.

Ich hätte mir Karlheinz Deschner gut als Aufklärer im 18. Jahrhundert vorstellen können, elegant, mit gepuderter Perücke und Ebenholzstock mit Silberknauf, vielleicht in einer Reihe mit Sebastian Haffner? Sie werden heute noch gebraucht, die mit ihrer Sprach-Gewandtheit auffallen und faszinieren.

Karlheinz Deschner wurde am 23. Mai 1924 geboren, heute vor 100 Jahren.
Erkundigt Euch in der Buchhandlung Weltbühne nach Büchern von Karlheinz Deschner.

„Um Gottes willen! – bedeutet das je etwas Gutes?“

„Seit Gott erklärt hat, die Welt sei gut, hat er sich nicht mehr dazu geäußert.“

„Geist ist imitierbar. Mut nicht.“

Neu in der Weltbühne: Biografie Patrice Lumumba

Neu in der Weltbühne:

Gerd Schumann: Patrice Lumumba. PapyRossa Verlag 2024 (Reihe Basiswissen). 136 S. 12 €
1925 geboren, aufgewachsen im »Herz der Finsternis« (Joseph Conrad), entkam er der Provinz und stieg auf zum ersten frei gewählten Premier des Kongo – Patrice Émery Lumumba. Er versuchte das Unmögliche, als er sein Land vom belgischen Kolonialsystem unabhängig machen und aus der kolonialen Umklammerung lösen wollte. Eine Treibjagd westlicher Geheimdienste folgte und endete am 17. Januar 1961 tragisch in Kongo-Katanga: Mit der Ermordung des charismatischen Redners, Denkers und erklärten Panafrikaners war ein Epochenwechsel hin zu einem vereinten, freien Afrika vorerst gescheitert. Auch das geostrategisch bedeutende, rohstoffreiche Land am Kongo-Strom würde in neokolonialen Strukturen verharren. »Tot, hört Lumumba auf, Person zu sein, und wird das ganze Afrika, mit seinem Einigungswillen, der Vielfalt seiner sozialen und politischen Systeme, seinen Spaltungen, seinen Zwistigkeiten, seiner Kraft und seiner Machtlosigkeit.« (Jean-Paul Sartre) Diese erste deutschsprachige Biografie des Freiheitskämpfers – Lumumba rekonstruiert zugleich die dramatischen Vorgänge im »afrikanischen Jahr« 1960.

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Neu in der Weltbühne: 50 Jahre nach der „Nelkenrevolution“

Phil Mailer: Portugal – Die unmögliche Revolution?
Aus dem Englischen von Anke Fusek und Felix Kurz. Deutsche Erstausgabe in der Edition Nautilus. Broschur, mit s/w-Abbildungen, 384 Seiten. 22,00 €

Verlagstext:
Zum 50. Jahrestag der Nelkenrevolution im April 2024: Phil Mailers mitreißender Bericht der Ereignisse endlich auf Deutsch.
Als am 25. April 1974 in Portugal ein Militärputsch gegen die Diktatur des Estado Novo losschlägt, befindet sich der junge Linke Phil Mailer als Englischlehrer im Land. Wie der Großteil der Bevölkerung wird auch er von den Ereignissen überrascht – eher zufällig erlebt er mit, was als Nelkenrevolution in die Geschichte eingehen würde.
Die linksgerichteten Militärs des Movimento das Forças Armadas beendeten mit ihrem Putsch nahezu gewaltfrei fast 50 Jahre faschistischer Herrschaft – unterstützt von der breiten Bevölkerung, die die Gewehrläufe der Soldaten mit den namensgebenden Nelken schmückte. In den darauffolgenden 18 Monaten setzte sich eine unglaubliche Energie in dem bis dahin von Zensur und Geheimpolizei unterdrückten Land frei: Riesige Massendemonstrationen, hunderte Streiks, Besetzungen und Kollektivierungen von Fabriken, Betrieben und Wohnraum sowie die Gründung dutzender Arbeiterkomitees, Gruppen und Parteien.
Phil Mailers nun erstmals ins Deutsche übersetzter Bericht dokumentiert auf faszinierende und detaillierte Weise die Hoffnungen und den enormen Enthusiasmus von Hunderttausenden Menschen, die die Neugestaltung ihres Lebens in die Hand nahmen.

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Das ist der Beweis

Das ist der Beweisö!

Staatenbildende Insekten! Vor dem Eingang der Buchhandlung Weltbühne kommen auffällig viele Löcher aus dem Boden heraus. Mehrere Meterö links und rechts sieht das genauso aus. Aber wenn man aufmerksamen Schrittes weiterö geht in Richtung Mülleimer Straße, erkennt man, daß die Gneisenaustraße für Ameisenvölker eine beliebte Adresse ist. Überall zwischen den Gehwegplattenö diese Löcher! Ameisenvölker sollö man nicht unterschätzen!
Mit diesem Foöto ist also bewiesen, daß es den TIEFEN STAAT wirklich gibt!

P.S.: Ich habe an einigen unpassenden Stellen den Buchstaben „ö“ eingefügtö, um die Verschwörer zu verwirren.

Peter Sodann


Peter Sodann (1936-2024) war Schauspieler für das Theater, den Film und das Fernsehen. Er arbeitete in der DDR und im „wiedervereinigten“ Deutschland. Bekannt wurde er als „Kommissar Ehrlicher“ im Tatort (Dresden, Leipzig). (Wer hat sich den Namen ausgedacht? Mancher, der etwas erfindet, denkt sich nichts dabei. Manche, die es hören, denken sich was dabei). Er war aber auch aufmerksamen Zuschauern bekannt durch seine Rolle in der Verfilmung von Anderschs „Sansibar oder der letzte Grund“ (von Bernhard Wicki).
Er war auch Theaterleiter, und er war auch Kabarettist. Für das Programm seines Studenkabaretts wurde er 1961 aus der SED ausgeschlossen, für mehrere Monate in Untersuchungshaft genommen Und zu 10 Jahren verurteilt. (Die Hauptursache für die Unsicherheit in der DDR waren die Sicherheitsmaßnahmen der Partei). Nach 10 Monaten wurde er auf Bewährung freigelassen, kam später zum Berliner Ensemble unter der Intendantin Helene Weigel.
Nach dem Einkassieren der DDR engagierte sich Peter Sodann für die PDS (später Linkspartei) und wurde (ohne Parteimitglied zu sein) 2009 als deren Kandidat für die Wahl zum Bundespräsidenten aufgestellt. (In der Bundesversammlung erhielt er 91 Stimmen – zwei mehr als die Linke Delegierte hatte).
Nach dem Zusammenbruch der DDR (auch als Kulturstaat) sammelte er alle aufzutreibenden Bücher, die in der DDR gedruckt worden waren. Viele davon konnten auf Müllhalden eingesammelt werden (Deutsche Zustände). Es entstand die Peter-Sodann-Bibliothek mit 2 Millionen Bänden in Straucha (siehe Foto. © Wikimedia Commons). Aus den unzähligen Dubletten wurden Antiquariate beliefert. Auch die Buchhandlung Weltbühne konnte auf die Bücher-Sammlung gelegentlich zurückgreifen.
In einer Fernsehrolle nannte er mal die charakteristische Eigenschaft des Menschen: die Verletzlichkeit. Um dies als Tatort-Kommissar zu sagen mußte er sich nicht verstellen.

Neu in der Weltbühne: Meron Mendel über Israel und …


Meron Mendel: Über Israel reden. Eine deutsche Debatte. Shortlist des Deutschen Sachbuchpreises 2023
Verlag Kiepenheuer & Witsch. 224 S. 22 €
Über kaum ein anderes Land wird in Deutschland so viel geredet und gestritten: Zu Israel hat jeder eine Meinung. Warum ist das so? Wieso hat der Nahostkonflikt eine solche Bedeutung? Und warum ist die Debatte so emotional – und oft so vergiftet?
Als Meron Mendel vor zwanzig Jahren nach Deutschland kam, stellte er überrascht fest, welche Bedeutung sein Heimatland Israel hier im öffentlichen Diskurs hatte. Schon damals konnten nahezu alle, mit denen er sprach, klare Positionen zu Israel und seiner Politik formulieren.
Heute werden die Debatten noch heftiger geführt. Zuletzt haben sich Skandale aneinandergereiht – vom öffentlichen Streit um den antiisraelischen Philosophen Achille Mbembe im Jahr 2020 bis zur Documenta-Debatte von 2022. Einerseits wird eine Art „Freundschaftspflicht“ aufgrund der NS-Vergangenheit und dem andauernden Antisemitismus in Deutschland proklamiert. Andererseits stellt sich die Frage, wie Deutschland auf den sich verschärfenden Rechtskurs der Regierung in Jerusalem reagieren soll.
Meron Mendel schildert in diesem Buch, wie das Verhältnis zu Israel und zum Nahostkonflikt in Deutschland verhandelt wird, in der Politik und in den Medien, unter Linken, unter Migranten und unter Juden.
Deutschlands Verhältnis zu Israel steht vor großen Herausforderungen: Meron Mendel zeigt, wie wir ihnen mit Mut und Offenheit begegnen können.

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Bei uns auch noch erhältlich:

Heiko Kauffmann, Jobst Paul, Klaus Holz (Hg.): Die Verneinung des Judentums. Antisemitismus als religiöse und säkulare Waffe

Andreas Pehams: Kritik des Antisemitismus

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Neu in der Weltbühne: Jean Malaquais: Planet ohne Visum

Jean Malaquais: Planet ohne Visum. Roman. Aus dem Französischen übersetzt und mit einem Nachwort von Nadine Püschel. Edition Nautilus. Gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen. 664 Seiten. 32,00 €

Das vergessene Meisterwerk der französischen Exilliteratur – nach 75 Jahren endlich auf Deutsch.
Marseille 1942, einige Monate vor der endgültigen Besetzung der Freien Zone durch die Deutschen. Der Mittelmeerhafen quillt über von Menschen, die vor dem Krieg fliehen und auf die Überfahrt nach Amerika hoffen, in eine ungewisse Zukunft. Die Stadt ist wie eine Reuse, in der die Unerwünschten und vom Vichy-Regime Verfolgten zappeln und täglich versuchen, den Spitzeln und Denunzianten zu entkommen.
Die Schicksale der Romanfiguren sind auf verhängnisvolle Weise miteinander verstrickt: Flüchtlinge, Aktivisten der Résistance, Vertreter internationaler Hilfsorganisationen, Legionäre, Devisenschieber, Mitläufer aller Art. Zum Teil sind sie angelehnt an historische Figuren wie Victor Serge, Walter Benjamin und Varian Fry, der zahlreichen Verfolgten zur Ausreise verholfen hat – darunter Jean Malaquais selbst.
Planet ohne Visum ist zugleich Agententhriller und Milieustudie, ein packendes Epos der Menschen ohne Papiere, dessen elegante Sprache und stilistischen Reichtum Nadine Püschel meisterhaft ins Deutsche übertragen hat. 1947 in Frankreich erschienen, liegt der Roman damit erstmals in deutscher Übersetzung vor.

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Übermorgen ist Internationaler Frauentag. Unsere Buchempfehlung.

Unsere Buchempfehlung zum Internationalen Frauentag:
Florence Hervé (Hg.): Ihr wisst nicht, wo mein Mut endet. Europäische Frauen im Widerstand gegen Faschismus und Krieg. PapyRossa Verlag 2024. 318 Seiten, mit 34 s/w-Abb. 22,90 €.


Die hier porträtierten Frauen kamen aus mehr als zwanzig europäischen Ländern, aus dem faschistischen Deutschland, aus besetzten und nicht besetzten Regionen. Allesamt widersetzten sie sich der Terrorherrschaft des deutschen Faschismus und dem in weiten Teilen des Kontinents tobenden Krieg. Sie beteiligten sich an verschiedensten Aktionen des antifaschistischen Widerstands, auch transnational, übernahmen Verantwortung und waren immer wieder auch unter Waffen im Einsatz. Sie kämpften für Freiheit, Frieden, Menschenwürde und Solidarität, sie riskierten ihr Leben – und trugen zur Befreiung bei. Dabei emanzipierten sich viele auch von traditionellen Geschlechterrollen. Noch immer sind viel zu viele Widerstandskämpferinnen unsichtbar. Anknüpfend an den Band »Mit Mut und List« werden rund 80 weitere Frauen vorgestellt. Wissenschaftlerinnen und Journalistinnen aus ganz Europa tragen dazu bei, ihnen ein Gesicht zu geben und ihre Geschichte zu erzählen, dem Vergessen ein lebendiges Erbe entgegenzusetzen. Diese Frauen machen Mut für das heutige Auftreten gegen Neofaschismus, Rechtspopulismus, Rassismus, Sexismus und Krieg.
Mit Beiträgen von Sabine Bade, Nadja Bennewitz, Tina Berntsen, Gisela Blomberg, Bärbel Danneberg, Irene Fick, Cristina Fischer, Frauke Geyken, Elena Gapova, Mechthild Gilzmer, Christiane Goldenstedt, Lia Gorter, Adrienne Harris, Steven G. Jug, Mari Jonassen, Sabine Kebir, Beate Kosmala, Martina Kuoni, Kathrin Mess, Ulrike Müller, Gisela Notz, Eva Pfister, Regina Plaßwilm, Christiana Puschak, Ramona Saavedra Santis, Helga W. Schwarz, Sasha (Alexandra) Talaver sowie der Herausgeberin Florence Hervé.
Florence Hervé, Dr. phil., ist Journalistin, Dozentin und Autorin. Zahlreiche Veröffentlichungen, darunter »Mit Mut und List« sowie Text-Bild-Bände zum Massaker von Oradour (1944) und zum KZ Natzweiler-Struthof. Als sie das Bundesverdienstkreuz erhalten sollte, verzichtete sie darauf – u.a. mit dem Hinweis auf eine unzureichende Bekämpfung von Neonazismus und Rassismus sowie auf eine ungenügende Anerkennung des antifaschistischen Widerstands.

Das Buch erscheint Mitte des Monats. Um Vorbestellung wird gebeten.

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Bei uns auch noch erhältlich: der Vorgängerband Florence Hervé (Hg.): Mit Mut und List. Europäische Frauen im Widerstand gegen Faschismus und Krieg

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Erich Kästner

Erich Kästner 1899-1974.
Der Deutschlandfunk findet (zum heutigen 125. Geburtstag):
„Relevanter denn je“.
Dem ist zuzustimmen. Denn in dem „Land, wo die Kanonen blühn“, blühen auch wieder die Phrasen von „Kriegfähigkeit“ und „Kriegstauglichkeit“, oder wie der Herr Minister P. sich auszudrücken beliebte.

Es ist an der Zeit auf diesen Sammelband hinzuweisen:
Erich Kästner: Resignation ist kein Gesichtspunkt.
Politische Reden und Feuilletons. Herausgegeben von Sven Hanuschek
Atrium Verlag. 240 Seiten, Hc. Mit Schutzumschlag.
Obgleich Erich Kästner als Satiriker und selbsternannter Schulmeister bekannt ist, bezog der Dichter der Neuen Sachlichkeit in seinen Werken selten politisch Stellung und ist weniger für sein politisches Engagement bekannt als für seine Rolle des scharfen Beobachters. Dabei verfasste er bereits als junger Autor kritische Schriften zum Tagesgeschehen und durchlebte im Alter eine regelrechte Radikalisierung, nahm an Kundgebungen gegen Atomkraft und den Vietnamkrieg teil und hielt dort scharfzüngige Reden. Diese Leerstelle in der öffentlichen Wahrnehmung füllt Sven Hanuschek nun mit Leben, indem er kaum bekannte und zum Teil unveröffentlichte Texte Kästners zusammenstellt, kommentiert und in einem Nachwort einordnet. So entsteht ein faszinierender neuer Einblick in diesen weltberühmten Autor.
Du kennst ihn nicht? Du musst ihn kennenlernen.

Und erinnert sei auch an Fabian:
„Das Buch galt den Nationalsozialisten als entartet; Aufgrund dieses Romans wurden die Werke Erich Kästners anlässlich der Bücherverbrennung 1933 in Deutschland unter dem Vorwurf der Pornografie verbrannt. “
„Das Buch wurde um einige erotische Szenen gekürzt, war aber dennoch vielen zu obszön. Kästner selbst kommentierte es so: ‚Dieses Buch ist nichts für Konfirmanden, ganz gleich, wie alt sie sind.‘ 2013, lange nach Kästners Tod, erscheint das Buch erstmals ungekürzt.“

Fabian oder Der Gang vor die Hunde
Atrium Verlag Zürich. 320 S. 12 €

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Neu in der Weltbühne: Ausstellungskatalog »Menschen die noch hätten leben können«

Neu in der Weltbühne:
»Menschen die noch hätten leben können« Opfer nationalsozialistischer Verbrechen in der Sammlung Prinzhorn. Herausgegeben von Thomas Röske und Maike Rotzoll. Smmlung Prinzhorn. 208 Seiten. 30 €

Über dieses Buch
Der Katalog begleitet die gleichnamige Ausstellung, die das Gedenken an Opfer nationalsozialistischer Verbrechen in der Sammlung Prinzhorn fortsetzt, das diese bald nach Eröffnung des Museums mit der Schau »Todesursache: Euthanasie« 2002/2003 begonnen hat. Wie der Titel der damaligen Ausstellung deutlich macht, konzentrierte sie sich auf Künstler*innen der Sammlung, die Opfer der nationalsozialistischen Patient*innenmorde geworden waren. Die aktuelle Ausstellung erweitert die Perspektive auf Zwangssterilisierte, auf Häftlinge nationalsozialistischer Konzentrationslager und Opfer der Shoah. Wie bei dem ersten Projekt haben die Herausgeber*innen eine kleine Autor*innengruppe gewinnen können, die betroffenen Männer und Frauen mit ihren Werken im Katalog vorzustellen. Insgesamt werden 24 Einzelschicksale geschildert, zum Großteil auf Grundlage neuer Recherchen und illustriert mit vielen bislang unveröffentlichten Werken und Dokumenten. Die Einleitung gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Komplexe nationalsozialistischer (Medizin-)Verbrechen, denen die Künstler*innen zum Opfer fielen. Die gezeigten Arbeiten vermitteln einen Eindruck von den Persönlichkeiten hinter den Schöpfungen. Über sie ist eine Form der Annäherung an Opfer nationalsozialistischer Verbrechen möglich, die Zahlen, Fotos oder dürre Fakten nicht erlauben. Die Ausstellung versteht sich insofern als einen Betrag zur Erinnerungskultur.
Mit Beiträgen von Christoph Beckmann, Ingrid von Beyme, Ana-Kathrin Hintz, Sabine Hohnholz, Gudrun Jäger, Maike Rotzoll, Thomas Röske.
Die Ausstellung kann bis 31. März 2024 in der Sammlung Prinzhorn besucht werden.

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