Zwei Bilder – was fällt auf?

Aus der Serie: Zwei Bilder – was fällt auf?
https://helmut-loeven.de/wp-content/uploads/2012/11/Erika-ausschnitt.jpg

Zwei Bilder.
Am selben Ort? Nein. (einmal im öffentlichen Raum, einmal in Privatunterkunft).
Am selben Tag? Nein (das eine vorher, das andere nachher).
Dieselbe Person? Ja (kennen Sie inzwischen bestimmt).
Derselbe Künstler? Ja.
Dieselbe Perspektive? Ja (rear view).

2 Orte, 2 Tage, 1 Model, 1 Künstler, 1 Perspektive.
Was fällt auf?
1 fotografiert mit Kamera, 1 gezeichnet mit Tusche.

Also, ich kann es nicht anders sagen

Dieses Bild (Gustave Courbet „Der Schlaf“ 1866) finde ich irgendwie ungemütlich.
Die beiden Damen im Schlafe arg verdreht. Dem Schlaf in dieser Haltung fehlt das Entspannende.
Die beiden Damen sind in einem Moment ihres Schlafes festgehalten. Aber man fürchtet, daß die eine im nächsten Moment mit der Hand das Glas und das Gefäß mit der geheimnisvollen Flüssigkeit umstößt, und die andere mit dem Fuß die kostbare Vase. Da möchte man doch am liebsten gar nicht hingucken.
Im selben Jahr 1866 störte Courbet die Kunstgeschichte auf mit seiner skandalträchtigen „L’Origine du monde“ („Der Ursprung der Welt“).
Fünf Jahre später, 1871, war die Pariser Commune, an der Courbet beteiligt war.

Paris? Paris!

Die Bild-Fortentwicklung als eigenständiges Kunstmittel: Das mache ich jetzt auch.
Und zwar habe ich mir ausgesucht:
Das Urteil des Paris von Anselm Feuerbach (1870).
So sieht das bei mir aus:

Das Urteil des Paris von Anselm Feuerbach (Ausschnitt) variatio delectat.
Die ursprüngliche Version ging so:

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Zwei Bilder – was fällt auf?

Neue Serie: Zwei Bilder – was fällt auf?


Zwei Bilder.
Am selben Ort? Ja (nämlich in Bonn).
Am selben Tag? Nein.
Dieselbe Person? Ja (kennen Sie, oder sie würden sie vielleicht gern kennen).
Derselbe Fotograf? Ja.

1 Ort, 2 Tage, 1 Model, 1 Fotograf.
Was fällt auf?
Beim oberen Bild fehlt an dem Stuhl die Rückenlehne.

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Helmut Loeven: Lies mal ein gutes Buch. Tagebuchnotizen im Dienste der Bedeutung
Trikont Verlag 2018
172 S. Paperback
14 €
Überall im Buchhandel
oder direkt bei
Buchhandlung Weltbühne
Gneisenaustraße 226
47057 Duisburg (Neudorf)
Tel. 0203- 375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

Sowieso? Sowieso? Und das alles? Und überhaupt?

Ich war auf einer Party. Neben mir: Zwei unterhielten sich. Sie war eine, die ich kannte, Inge hieß sie, noch sehr jung, Eschhaus-Girl, nicht studentinnenhaft, keine Intellektuelle vom Typ her, sondern eher freakig, flippig, „spontan“. Ihn kannte ich nicht, junger Typ, runtergekommener Freak, nicht viel jünger als sie, vielleicht 18 Jahre alt. Er kannte sie wohl auch nur flüchtig.
Eigentlich redete nur er die ganze Zeit; Sie hörte geduldig zu.
Und er redete, daß alles keinen Zweck hätte, daß für ihn immer alles schief gegangen sei und sowieso immer schief gehen würde, und daß man sich gar keine Mühe zu geben braucht, weil ja sowieso alles keinen Zweck hat und sowieso wieder schief geht. Und wozu soll man was lernen, das bringt sowieso nix, und sowieso sind immer alle gegen einen. Und wenn man was braucht, dann haben die anderen das schon, und am Ende wird man sowieso reingelegt.
Als er seine Rede endlich beendet hatte, antwortete sie mit einem einzigen Satz:
„Lies mal ein gutes Buch.“

Helmut Loeven: Lies mal ein gutes Buch. Tagebuchnotizen im Dienste der Bedeutung
Trikont Verlag 2018
172 S. Paperback
14 €
Überall im Buchhandel erhältlich,
Am besten aber direkt bei:
Buchhandlung Weltbühne Gneisenaustraße 226 47057 Duisburg
Tel. 0203-375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
ISBN 978-3-945634-38-7

Warum hier jetzt dieser Auszug aus diesem Buch?

Sieht ein Problem, ist selber ein Problem oder Ein Verbot kommt selten allein
Es gibt Konflikte („Debatten“), in deren Natur es liegt, daß in ihnen nur dummes Gequatsche vorkommen kann. Im Burka-Streit ohne Burka (haben Sie schon mal eine Frau in Burka auf der Straße gesehen?) hat nun Seyran Ateş („Rechtsanwältin und Feministin“) ein Wort gesprochen: „Ich gehöre zu den Feministinnen, die in der Verhüllung der Frau grundsätzlich – also egal, ob es sich um die Burka, den Niqab oder das Kopftuch handelt – ein Problem sehen.“
Ein Verbot kommt selten allein. Und unsere Zwänge sind die besten. Aber zum Glück gibt es wenigstens genug Kopftücher zum Verbieten. Sonst dürfen am Ende schwarzhaarige Frauen auch keine Baskenmütze tragen. Aber wer weiß …
Als ein Mensch, dessen Lieblingsbeschäftigung es ist, nach Hause zu gehen, bekenne ich: Von mir aus können die Leute sich einen Aufnehmer um den Kopf wickeln oder es bleiben lassen. Und was immer Sie mir unterstellen: Es trifft nicht zu, und das Gegenteil davon auch nicht.
So wie man vor wenigen Jahren die Kinder vor den Kinderschützern hätte schützen müssen, so bewahre der Himmel die Frauen vor den „Frauenrechtlerinnen“ (in Gäsefüßchen). Nicht etwa, daß das Übel, dem sie entgegen treten, kein Übel wäre! Aber viele Probleme werden durch ihre Lösung zu größeren Problemen.
Es ist auch fraglich, ob die neuen Erkenntnisse, die Frau Ateş mir verschafft, zugleich auch die besseren Erkenntnisse sind.
Sie sagt: „Dahinter steckt nämlich in erster Linie etwas, das ich als ‚Manngefälligkeit‘ bezeichnen würde: Frauen sollen sich verhüllen, damit Männer von ihren Reizen nicht sexuell erregt werden, auf unzüchtige Gedanken kommen […]. Die Verhüllung der Frau hat insbesondere mit den Phantasien und Wünschen der Männer zu tun.“
Da bin ich aber platt! Dann habe ich das mit der Emma-Klage gegen den Stern wegen der Frauen-nackt-von-hinten-Coverfotos wohl falsch verstanden.
Frau Ateş stellt sich vor: „Ich komme aus der linkspolitischen Bewegung der achtziger Jahre und bin Hausbesetzerin gewesen.“ Als ob ich‘s nicht geahnt hätte!
(Zitate aus einem Interview in Konkret 10/2016).

aus: „Lies mal ein gutes Buch – Tagebuchnotizen im Dienste der Bedeutung“ Trikont-Verlag 2018.

Ich las nämlich vor ein paar Tagen in der taz:

„Kolumne Schlagloch. Wie man nicht mit Rechten redet Mit Rechten reden? Der Auftritt der Anwältin Seyran Ateş bei der populistischen FPÖ in Wien zeigt schon mal, wie man es nicht machen sollte. Am 13. November luden Institutionen der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) in Wien zum Vortragsabend ‚Der politische Islam und seine Gefahren für Europa‘. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn die Hauptrednerin nicht Seyran Ateş gewesen wäre – jene Berliner Anwältin, die bereits mehrere viel beachtete Bücher zum mutmaßlichen Versagen des Multikulturalismus und für eine Erneuerung des Islam veröffentlicht hat.
[…]
Wenn man sich die zwei Stunden lange Videoaufnahme ansieht und Ateş’ Presseerklärung dazu liest, wird einem deutlich, dass dieser Auftritt in Wien vor allem ein glänzendes Beispiel dafür ist, wie es ablaufen kann, ‚mit Rechten zu reden‘, wie ja derzeit häufig gefordert wird. Und was es bedeutet, dabei mit Pauken und Trompeten unterzugehen.“

und so weiter siehe hier.

Und ich überlegte: Ateş? Ateş? Kenne ich doch irgendwo her. Und da schaute ich mal bei mir selber nach. Und ich komme zu dem Schluß: Sieht ein Problem, ist selber zwei Probleme.
Dem taz-Kommentar von Hilal Sezgin ist nicht zu entnehmen, was eigentlich gemeint ist: Daß man nicht mit Rechten reden soll oder wie man nicht mit Rechten reden soll.

Und wenn jetzt jemand moniert, ich hätte das nur aufgezogen, um für mein Buch Reklame zu machen, kann ich nur mit Gerd Semmer singen: „Na aber ja! Wer kann denn etwas Böses finden da?“

Die Art, sich zu kleiden

Schreiben eines Buchhändlers aus Süddeutschland, bezugnehmend auf mein neues Buch:

„Bezüglich des Titelbildes: Habe (vergeblich) versucht, meine beiden Kolleginnen zu überzeugen, sich wie die Dame auf dem Cover zu kleiden. War wohl nix…“

Bei der jungen Dame, die auf dem Cover des Buches abgebildet ist, handelt es sich durchaus nicht um eine Kollegen, sondern um eine Freundin. Da hat ein solcher Vorschlag mehr Aussicht auf Erfolg.


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