„Guck mal! ‘Ne nackte Frau!“

Ein junges Paar, beide etwa 16, vielleicht 15, gehen die Straße entlang. Das Mädchen entdeckt was im Schaufenster. Sie ruft (begeistert):
„Guck mal! ‘Ne nackte Frau! Eh! Guck doch mal!“
Vielleicht will sie mit ihm gemeinsam den Anblick lustig finden.
Vielleicht will sie mit ihm gemeinsam den Anblick genießen.
Vielleicht will sie auf sich aufmerksam machen?
„Eh! Guck doch mal!“
Der Junge schaut nicht zu dem Bild hin. Es ist ihm nicht angenehm. Er schaut stur geradeaus.
Braver Junge! (Braver Trottel). Mädchen, such dir’n anderen.
„Guck doch mal!“

Neu in der Weltbühne: Mein heimliches Auge 36

Mein heimliches Auge 36. Das Jahrbuch der Erotik XXXVI, 2021. Herausgegeben von Claudia Gehrke. Konkursbuch Verlag. 352 S. Mit zahlreichen, zumeist farbigen Abbildungen. 16,80 €.
Verlagstext:
Das Jahrbuch der Erotik 2021/2022. Ein opulentes Lese- und Bilderbuch. Wie lieben wir, was empfinden wir als erotisch, was erregt uns, wie geht es dem Sex, der Liebe, den Menschen aus verschiedenen Altersgruppen und Szenen in dieser Zeit? Solo, in Beziehungen, in heimlichen Affären und Träumen. In diesem Jahr sind viele lustvoll verfasste, fröhliche und sexuelle Beiträge angekommen. Alle möchten, und sei es in der Fantasie, wieder raus. Berührende, kluge, zum Mitdenken, Mitfühlen, Mitzittern anregende Texte und Bilder. Poetisch, humorvoll, heiß und romantisch. „Es tut gut zu sehen, dass die Auseinandersetzung rund um das Thema Sexualität auf solch einem hohen Niveau stattfindet.“ (Sybill Häusermann)
„Ein Fels in der Brandung.“ (Die Zeit)
Trauen wir uns mal einen heimliche Blick hinein:
Hübsch!
Übrigens, falls Sie an älteren Ausgaben (Band 1 bis 35) interessiert sind: in der Weltbühne sind fast alle Jahrgänge vorrätig. In einem der Bände war ich ja auch mal mit einer Abenteuergeschichte drin.
Nochmal ein Blick:
Oho! Aha!

Zwei Bilder – was fällt auf?

Aus der Serie: Zwei Bilder – was fällt auf?
https://helmut-loeven.de/wp-content/uploads/2012/11/Erika-ausschnitt.jpg

Zwei Bilder.
Am selben Ort? Nein. (einmal im öffentlichen Raum, einmal in Privatunterkunft).
Am selben Tag? Nein (das eine vorher, das andere nachher).
Dieselbe Person? Ja (kennen Sie inzwischen bestimmt).
Derselbe Künstler? Ja.
Dieselbe Perspektive? Ja (rear view).

2 Orte, 2 Tage, 1 Model, 1 Künstler, 1 Perspektive.
Was fällt auf?
1 fotografiert mit Kamera, 1 gezeichnet mit Tusche.

Also, ich kann es nicht anders sagen

Dieses Bild (Gustave Courbet „Der Schlaf“ 1866) finde ich irgendwie ungemütlich.
Die beiden Damen im Schlafe arg verdreht. Dem Schlaf in dieser Haltung fehlt das Entspannende.
Die beiden Damen sind in einem Moment ihres Schlafes festgehalten. Aber man fürchtet, daß die eine im nächsten Moment mit der Hand das Glas und das Gefäß mit der geheimnisvollen Flüssigkeit umstößt, und die andere mit dem Fuß die kostbare Vase. Da möchte man doch am liebsten gar nicht hingucken.
Im selben Jahr 1866 störte Courbet die Kunstgeschichte auf mit seiner skandalträchtigen „L’Origine du monde“ („Der Ursprung der Welt“).
Fünf Jahre später, 1871, war die Pariser Commune, an der Courbet beteiligt war.

Paris? Paris!

Die Bild-Fortentwicklung als eigenständiges Kunstmittel: Das mache ich jetzt auch.
Und zwar habe ich mir ausgesucht:
Das Urteil des Paris von Anselm Feuerbach (1870).
So sieht das bei mir aus:

Das Urteil des Paris von Anselm Feuerbach (Ausschnitt) variatio delectat.
Die ursprüngliche Version ging so:

..

Zwei Bilder – was fällt auf?

Neue Serie: Zwei Bilder – was fällt auf?


Zwei Bilder.
Am selben Ort? Ja (nämlich in Bonn).
Am selben Tag? Nein.
Dieselbe Person? Ja (kennen Sie, oder sie würden sie vielleicht gern kennen).
Derselbe Fotograf? Ja.

1 Ort, 2 Tage, 1 Model, 1 Fotograf.
Was fällt auf?
Beim oberen Bild fehlt an dem Stuhl die Rückenlehne.

pick up pick up

the answer lies within, so why not take a look now; kick out the devil’s sin, pick up pick up a good good book now

Helmut Loeven: Lies mal ein gutes Buch. Tagebuchnotizen im Dienste der Bedeutung
Trikont Verlag 2018
172 S. Paperback
14 €
Überall im Buchhandel
oder direkt bei
Buchhandlung Weltbühne
Gneisenaustraße 226
47057 Duisburg (Neudorf)
Tel. 0203- 375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

Sowieso? Sowieso? Und das alles? Und überhaupt?

Ich war auf einer Party. Neben mir: Zwei unterhielten sich. Sie war eine, die ich kannte, Inge hieß sie, noch sehr jung, Eschhaus-Girl, nicht studentinnenhaft, keine Intellektuelle vom Typ her, sondern eher freakig, flippig, „spontan“. Ihn kannte ich nicht, junger Typ, runtergekommener Freak, nicht viel jünger als sie, vielleicht 18 Jahre alt. Er kannte sie wohl auch nur flüchtig.
Eigentlich redete nur er die ganze Zeit; Sie hörte geduldig zu.
Und er redete, daß alles keinen Zweck hätte, daß für ihn immer alles schief gegangen sei und sowieso immer schief gehen würde, und daß man sich gar keine Mühe zu geben braucht, weil ja sowieso alles keinen Zweck hat und sowieso wieder schief geht. Und wozu soll man was lernen, das bringt sowieso nix, und sowieso sind immer alle gegen einen. Und wenn man was braucht, dann haben die anderen das schon, und am Ende wird man sowieso reingelegt.
Als er seine Rede endlich beendet hatte, antwortete sie mit einem einzigen Satz:
„Lies mal ein gutes Buch.“

Helmut Loeven: Lies mal ein gutes Buch. Tagebuchnotizen im Dienste der Bedeutung
Trikont Verlag 2018
172 S. Paperback
14 €
Überall im Buchhandel erhältlich,
Am besten aber direkt bei:
Buchhandlung Weltbühne Gneisenaustraße 226 47057 Duisburg
Tel. 0203-375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
ISBN 978-3-945634-38-7