Barbara-Tag

„Ja, haben Sie denn in diesem Jahr nicht Ihren Barbara-Tag zelebriert?“
Dochdoch.
Neben den öffentlichen Feiertage habe ich meine ganz persönlichen Feiertage. Einer davon ist der 1. Juni. Und dann ist da noch der Barbara-Tag. Das ist der 21. Juni, der „längste Tag“, das heißt der Tag mit der am längsten anhaltenden Tageshelligkeit. Da brauche ich mich nicht zu beeilen, um noch m Hellen nach Hause zu kommen; es ist also auch der Tag mit der meisten Zeit.
Fällt der 21. Juni auf einen Sonntag, wie in diesem Jahr, verschiebt sich der Barbara-Tag auf den 22. Dann ist es immer noch hell genug.
Der Tag heißt nach einem See und nach einer Frau. Barbara-See und Barbara W. Ich berichtete bereits darüber. Das können Sie sich ruhig nochmal durchlesen. Da ging es ja auch um die sichtbaren Denkmäler der Industrialisierung und des damit zusammenhängenden Zweiten Weltkriegs (Flak-Anlage).

Der Barbara-See in einer menschenleeren Landschaft des Ruhrgebiets. An dieser Stelle trifft man kaum mal einen Menschen, nur ab und zu mal einen Jocker (Schogger?). Aber die sind ja auch schnell wieder weg.

Ein Stück Mauer an einem in der Tat gefährlichen steilen Abhang. Der ganze Weg liegt an diesem Abhang. Warum die Mauer nur an diesem Stück.
Das kann nur ein Denkmal des Antifaschistischen Schutzwalls durch Berlin sein. Ist doch klar, oder?

Kann mir jemand sagen, was das für eine Pflanze ist, krautig mit stabilem harten Stengel, wächst zusammen mit wildem Gras. Wirksam. Wie heißen die?

Künstlicher Fels auf dem künstlichen Berg: Hochofenschlacke von Krupp Rheinhausen aus der Kaiserzeit. Daher der Name Schlackeberg.

Noch mehr Mauer! Noch antifaschistischer.

Dahinrostend wird das Geländer zum Gelände.

Landschaft, wie sie mir gefällt.

Nicht weit weg: Der Regatta-See. Lauter rote Punkte über und gelbe Punkte auf dem Wasser. Da steht wohl ein Wettbewerb bevor.

Well if you want it, you can lean on me …

Wenn schon denn schon! Kaufen Sie, lesen Sie dieses Buch!
Wenn Sie noch nicht wissen, was Sie Ihrer Freundin zum Barbara-Tag schenken sollen: Hier: ISBN 978-3-945634-17-2. Dann freut sich der Kalus.

Neu in der Weltbühne: Neu von Chlada:

Eben klopfte es an der (Laden-)Tür. Der Kalus war da und brachte DAS NEUE BUCH VON MARVIN CHLADA:

Marvin Chlada – Glam Rock, Bier und Schmuddelfilme
40 Gedichte und eine Zugabe
60 Seiten – 8 Euro
Trikont-Duisburg und Dialog-Edition
Duisburg 2020

Bestellen Sie dieses Buch in der Zeit abgeschlossener Buchladentür per Post in der
BUCHHANDLUNG WELTBÜHNE
Gneisenaustraße 226
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Mehr über Bücher von Marvin Chlada erfahren Sie, wenn Sie hier klicken.

Es gibt auch ein Video zum Buch. Das hatten wir schon mal, aber ich zeige es Ihnen nochmal (hier klicken).

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Lest mal gute Bücher

Was tut man mit Vergnügen an Tagen schönen Sonnenscheines, an denen die Regierung Leute von uns fern hält, mit denen man sowieso nicht gern redet?
Auf der Terrasse, im Park oder im Botanischen Garten ein gutes Buch lesen.
Es gibt was zu überbrücken: Die Zeit der (manchmal ja unwillkommenen) Isolation, und auch die Zeit der existenzgefährdenden vorübergehenden Schließung der Buchhandlung Weltbühne für den Publikumsverkehr.

Der Versandservice bleibt allerdings aktiviert.
Da sollte man doch das Nützliche mit dem Nützlichen und das Angenehme mit dem Angenehmen verbinden:

Helmut Loeven: Wir bleiben im Bahnhof. Das ideale Geschenk.
Situationspresse 2013, 252 Seiten mit einigen Abbildungen. 20 €.
ISBN 978-3-935673-35-8

Glossen und Kommentare aus beweglichen Jahren, mit Zitaten, Zeichnungen, Fotos und Faksimiles zu einer Text-Bild-Collage neu zusammengefügt.
Thema: alles. Es geht‘s ums Ganze.
Zum Beispiel:
Die Fädenzieher – Genuß als ziviler Ungehorsam – Wir wollen mehr … wagen – Gegen den Pragmatismus – Braun raus! – China Town – Kritik und Kriminalität – Das Spektakel – Woodstock – Hier können Familien Kaffee kochen – Die Farbe des Geldes – Der Frosch – Über den Verkehr der Geschlechter – Die Liebe in den Zeiten des Telefons
(Das alles und noch viel mehr. Greifen Sie hinein).

Dieses Buch werden Sie gerne lesen (Genuß ohne Reue), und es ist das ideale Geschenk – auch an Leute, die man nicht leiden kann. Das Buch kann man sogar getrost dem erzkonservativen Erbonkel schenken (denn der liest es sowieso nicht).
Und: Man kann das Buch nicht nur verschenken, sondern es sich auch schenken lassen.

Also, ich finde, das ist von meinen Büchern nicht nur das dickste, sondern auch das am meisten gelungene.

Kernsätze:

Wenn die einen die Bösen sind, ja dann müssen die anderen ja die Guten sein. Das mag zwar „objektiv richtig“ sein, aber falsch ist es trotzdem.

Es kommt mir so vor, daß mit den meisten Flugblättern sich die Autoren ausdrücken, aber nicht unbedingt verständlich machen wollen.

Die Arbeiterklasse soll sich bloß nicht mit so‘n bißchen Atomkernen und Elektronen abspeisen lassen!

Dem Mangel an Aufmerksamkeit ist mit gutem Deutsch – vielleicht – nur wenig abzuhelfen, mit aufgedrehter Lautstärke aber gar nicht.

Über die Bedeutung psychedelischer Drogen für die Rock-Kultur soll man sich sachkundig äußern oder gar nicht.

Hätte die Neue Linke nicht den Törn mitgekriegt, wäre sie dogmatisch labernd in den Orkus marschiert.

Die Aufgabe der Avantgarde ist es nicht, den Leuten die Welt zu erklären, sondern sie unentwegt in Erstaunen zu versetzen.

Ein zentraler Wasserträger ist natürlich eine völlig neue Kategorie im Klassenkampf.

Wer sich erinnert, wird nicht ruhigen Gemütes von der Hand weisen können, daß im Sommer 1961 der Frieden in Europa in Gefahr war.

Anders als die BRD hat die DDR niemals Gebietsansprüche gestellt, keine faschistischen Organisationen geduldet, nie versucht, ein anderes Land zu regieren und zu annektieren, nie den Frieden gefährdet und nie Soldaten zum Kriegseinsatz in fremde Länder geschickt.

Wenn man den schlechten Sozialismus nicht verteidigt, kriegt man keinen besseren.

Emanzipation kann erst anfangen, wenn die Phrase aufhört. Sie kann nicht anfangen, wenn die Phrase dem Gedanken das Wort abschneidet.

Wenn Sie wissen wollen, wie es weiterging, hätte ich noch etwas:

Helmut Loeven: Lies mal ein gutes Buch. Tagebuchnotizen im Dienste der Bedeutung.
Trikont Verlag 2018. 172 Seiten. ISBN 978-3-945634-38-7. 14 Euro.

— Eine Ärztin findet das Wetter nicht schön — Meine Erlebnisse mit Merkel — Was ist ein Groko? — Mein „68“ — Heinrich Böll 100 Jahre — Das Hallenbad im Elysee-Palast — Anleitung für Verschwörungstheoretiker — Die beste Idee vom lieben Gott — Warum können die Leute mich eigentlich nicht leiden? — Von der Nutzlosigkeit nützlicher Erfindungen — Die Füße der Gans oder Koch doch selber Kaffee — Gleichung mit einer Unbekannten — Kuhler Kaffee — SPD wählen muß nicht sein — Keine Demo ist auch ‘ne Demo — Der Krieg soll verflucht sein! — Müssen Pazifistinnen doof sein? — Ungeheuerliches aus dem Tatsachen-Universum — Frau am Steuer, Mann daneben — Fernsehgucken als Kunst — Bob Dylan und die Stasi — Je keiner die Ahnung desto rümpfer die Nase — Historische Haltestelle — Was wir heute bauen sind die Slums von morgen — Ein komisches Haus — Deutsches Sprache! — Die Märchentante greift zum Wort — Tongtong und der allerhöchte Ruhm des Sozialismus — Der Chor der Kassiererinnen — Über das Machen von Spaß — Deutsche als Ausländer — Die Flüchtlinge und unsere Aktien — Und solche Leute dürfen wählen — Die Dreifaltigkeit des Schreckens: Die Frau, der Fremde, der Eros — Die Überflüssigkeit der Väter — Und der Söder hat uns auch gerade noch gefehlt — Wenn Frauen hassen — Der Busen in der Leistungsgesellschaft — Erinnerung an einen Striptease — Meine Probleme mit der Menschheit — Der Pudding im Wandel der Zeiten

und wenn Sie sich nicht so lange m Botanischen Garten aufhalten wollen, hätte ich noch was Dünnes.

Helmut Loeven: Barbara lächelt. Wirklich wahre Geschichten, die tatsächlich passiert sind.
Trikont-Verlag. 76 S. 10 Euro
ISBN 978-3-945634-17-2

21 Kurzgeschichten,
unglaubliche Geschichten, Glaub-ich-nicht-Geschichten, Kriminalgeschichten, Was-soll-man-dazu-sagen-Geschichten, Liebesgeschichten, Frauengeschichten
dazu drei Gedichte, einige Abbildungen
und ein Anhang: Theater des Schreckens: 8 Szenen, die man im Stadttheater nicht sehen will.

Direkt bei
Buchhandlung Weltbühne, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg
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Meine anderen Bücher behalten ihre Gültigkeit:
Streiten Sie nicht mit einen Deutschen, wenn Sie müde sind,
Die Vegetarier von heute sind die Kannibalen von morgen

Der Gartenoffizier

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Wer zu spät kommt, hat manchmal die besseren Karten

Wortarbeit. Underground.
Von dem Gedichtband “Logik der Verführung” von Marvin Chlada (Dialog-Edition 2016) ist eine ERWEITERTE NEUAUSGABE erschienen.
Mit Bauchbinde!
Agent des literarischen Underground – auch METZGER-Autor.
Dialog-Edition ist die andere Hälfte des Doppel-Verlags, dessen eine Hälfte der Trikont-Verlag ist.
Barcode (bzw. die Abbildung davon) habe ich unbrauchbar gemacht, damit kein Quatsch dmit gemacht wird.

Marvin Chlada: Logik der Verführung. Gedichte. Dialog-Edition Neuausgabe 2019. 10 Euro.
Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand).
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Neu in der Weltbühne: Erich Mühsam Liebe und Revolte

Erich Mühsam: Liebe und Revolte. Ausgewählte Gedichte. Verlag Trikont 2019. 100 S. 10 Euro
Mit einem Anhang: autobiografische Dokumente und Lebensdaten. Erschienen in der Reihe Sozialistische Klassiker, herausgegeben von Marvin Chlada, Tayfun Demir und Bernd Kalus.


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pick up pick up

the answer lies within, so why not take a look now; kick out the devil’s sin, pick up pick up a good good book now

Helmut Loeven: Lies mal ein gutes Buch. Tagebuchnotizen im Dienste der Bedeutung
Trikont Verlag 2018
172 S. Paperback
14 €
Überall im Buchhandel
oder direkt bei
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Neu in der Weltbühne: Oscar Wilde: Der Sozialismus und die Seele des Menschen


“Das Tiefste, Adeligste und Schönste, das der vom Philistersinn gemordete Genius geschaffen, mit ihrer unerhörten Fülle der Leben und Kunst umspannenden Betrachtung als das wahre Evangelium modernen Denkens. […] Er spricht von der brutalen Vergewaltigung des Künstlers durch die Schlagworte des Pöbelurteils, so da lauten: ‘unmoralisch’, ‘unverständlich’, ‘exotisch’, ‘ungesund’ und ‘dekadent’.”
Karl Kraus über Oscar Wilde: Der Sozialismus und die Seele des Menschen (in Die Fackel Nr. 167, 26. Oktober 1904).

Oscar Wilde: Der Sozialismus und die Seele des Menschen.
Übersetzt von Hedwig Lachmann und Gustav Landauer.
Verlag Trikont 2018 in der Reihe “Sozialistische Klassiker”, hg. von Marvin Chlada, Tayfun Demir und Bernd Kalus. 76 S. 10 €.

Bitte bestellen Sie dieses Buch (auch im Versand) in der
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Sowieso? Sowieso? Und das alles? Und überhaupt?

Ich war auf einer Party. Neben mir: Zwei unterhielten sich. Sie war eine, die ich kannte, Inge hieß sie, noch sehr jung, Eschhaus-Girl, nicht studentinnenhaft, keine Intellektuelle vom Typ her, sondern eher freakig, flippig, “spontan”. Ihn kannte ich nicht, junger Typ, runtergekommener Freak, nicht viel jünger als sie, vielleicht 18 Jahre alt. Er kannte sie wohl auch nur flüchtig.
Eigentlich redete nur er die ganze Zeit; Sie hörte geduldig zu.
Und er redete, daß alles keinen Zweck hätte, daß für ihn immer alles schief gegangen sei und sowieso immer schief gehen würde, und daß man sich gar keine Mühe zu geben braucht, weil ja sowieso alles keinen Zweck hat und sowieso wieder schief geht. Und wozu soll man was lernen, das bringt sowieso nix, und sowieso sind immer alle gegen einen. Und wenn man was braucht, dann haben die anderen das schon, und am Ende wird man sowieso reingelegt.
Als er seine Rede endlich beendet hatte, antwortete sie mit einem einzigen Satz:
“Lies mal ein gutes Buch.”

Helmut Loeven: Lies mal ein gutes Buch. Tagebuchnotizen im Dienste der Bedeutung
Trikont Verlag 2018
172 S. Paperback
14 €
Überall im Buchhandel erhältlich,
Am besten aber direkt bei:
Buchhandlung Weltbühne Gneisenaustraße 226 47057 Duisburg
Tel. 0203-375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
ISBN 978-3-945634-38-7

Wir schenken uns nix

An dem Bekenntnis “Wir schenken uns nix” erkennt man die Sich-dann-aber-doch-anders-Entscheider.
Da man die Bücher, die man im Dezember verschenken will, eigentlich schon im Oktober bestellt haben sollte, hier ein paar Vorschläge aus dem Bereich des aktuell Greifbaren.
Hier in der Buchhandlung Weltbühne vorrätig und mit einem Handgriff aus dem Regal hervorzuholen:

Marvin Chlada (Hrsg.): Störtebeker. Seeräuber, Volksheld, Legende – eine Anthologie. Trikont Verlag 100 Seiten, 10 Euro

Marvin Chlada: Die schöne Verwirrung des Lebens – Gedichte & Cut-Ups. Situationspresse 2013. 80 S. einige Abbildungen. Paperback. 12,50 Euro.

Lothar Röse: Rock und Zeit. Eine Tonspur im 20. Jahrhundert. Situationspresse. 138 S. Paperback, einige Abbildungen. 16 €.

Siegmar Wyrwich: Der achte Rodin. Edition SWY. 196 S. 11,80 Euro.

Helmut Loeven: Barbara lächelt. Wirklich wahre Geschichten, die tatsächlich passiert sind. Trikont-Verlag. 76 S. 10 Euro

Und hier auch noch eine CD:
Frank Baier: Wat’n Theater Mann. CD 15 Euro.

All diese Titel wurden hier im Weblog schon ausführlicher vorgestellt (mit Suchfunktion zu finden).
Wer sich was davon von hier aus mit der Post schicken lassen will, muß sich jetzt aber wirklich beeilen. Ansonsten haben wir hier offen von 11 bis 13 und von 15 bis 18,30, Samstag von 11 bis 14 und nächsten Montag (24.12.) wie samstags von 11 bis 14. Bitte bei den (Er-)Öffnungszeiten das akademische Viertel einkalkulieren.
WELTBÜHNE MUSS BLEIBEN.

Sehr beliebt (besonders bei uns selbst) sind unsere speziellen Buchhandlung-Weltbühne-Geschenkgutscheine. Damit gelingt es, die Schritte neuer Interessenten in diese Buchhandlung zu lenken. Oder die Gutscheine werden nie eingelöst, was natürlich auch nicht schlecht ist.

Warum hier jetzt dieser Auszug aus diesem Buch?

Sieht ein Problem, ist selber ein Problem oder Ein Verbot kommt selten allein
Es gibt Konflikte („Debatten“), in deren Natur es liegt, daß in ihnen nur dummes Gequatsche vorkommen kann. Im Burka-Streit ohne Burka (haben Sie schon mal eine Frau in Burka auf der Straße gesehen?) hat nun Seyran Ateş („Rechtsanwältin und Feministin“) ein Wort gesprochen: „Ich gehöre zu den Feministinnen, die in der Verhüllung der Frau grundsätzlich – also egal, ob es sich um die Burka, den Niqab oder das Kopftuch handelt – ein Problem sehen.“
Ein Verbot kommt selten allein. Und unsere Zwänge sind die besten. Aber zum Glück gibt es wenigstens genug Kopftücher zum Verbieten. Sonst dürfen am Ende schwarzhaarige Frauen auch keine Baskenmütze tragen. Aber wer weiß …
Als ein Mensch, dessen Lieblingsbeschäftigung es ist, nach Hause zu gehen, bekenne ich: Von mir aus können die Leute sich einen Aufnehmer um den Kopf wickeln oder es bleiben lassen. Und was immer Sie mir unterstellen: Es trifft nicht zu, und das Gegenteil davon auch nicht.
So wie man vor wenigen Jahren die Kinder vor den Kinderschützern hätte schützen müssen, so bewahre der Himmel die Frauen vor den „Frauenrechtlerinnen“ (in Gäsefüßchen). Nicht etwa, daß das Übel, dem sie entgegen treten, kein Übel wäre! Aber viele Probleme werden durch ihre Lösung zu größeren Problemen.
Es ist auch fraglich, ob die neuen Erkenntnisse, die Frau Ateş mir verschafft, zugleich auch die besseren Erkenntnisse sind.
Sie sagt: „Dahinter steckt nämlich in erster Linie etwas, das ich als ‚Manngefälligkeit‘ bezeichnen würde: Frauen sollen sich verhüllen, damit Männer von ihren Reizen nicht sexuell erregt werden, auf unzüchtige Gedanken kommen […]. Die Verhüllung der Frau hat insbesondere mit den Phantasien und Wünschen der Männer zu tun.“
Da bin ich aber platt! Dann habe ich das mit der Emma-Klage gegen den Stern wegen der Frauen-nackt-von-hinten-Coverfotos wohl falsch verstanden.
Frau Ateş stellt sich vor: „Ich komme aus der linkspolitischen Bewegung der achtziger Jahre und bin Hausbesetzerin gewesen.“ Als ob ich‘s nicht geahnt hätte!
(Zitate aus einem Interview in Konkret 10/2016).

aus: “Lies mal ein gutes Buch – Tagebuchnotizen im Dienste der Bedeutung” Trikont-Verlag 2018.

Ich las nämlich vor ein paar Tagen in der taz:

“Kolumne Schlagloch. Wie man nicht mit Rechten redet Mit Rechten reden? Der Auftritt der Anwältin Seyran Ateş bei der populistischen FPÖ in Wien zeigt schon mal, wie man es nicht machen sollte. Am 13. November luden Institutionen der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) in Wien zum Vortragsabend ‘Der politische Islam und seine Gefahren für Europa’. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn die Hauptrednerin nicht Seyran Ateş gewesen wäre – jene Berliner Anwältin, die bereits mehrere viel beachtete Bücher zum mutmaßlichen Versagen des Multikulturalismus und für eine Erneuerung des Islam veröffentlicht hat.
[…]
Wenn man sich die zwei Stunden lange Videoaufnahme ansieht und Ateş’ Presseerklärung dazu liest, wird einem deutlich, dass dieser Auftritt in Wien vor allem ein glänzendes Beispiel dafür ist, wie es ablaufen kann, ‘mit Rechten zu reden’, wie ja derzeit häufig gefordert wird. Und was es bedeutet, dabei mit Pauken und Trompeten unterzugehen.”

und so weiter siehe hier.

Und ich überlegte: Ateş? Ateş? Kenne ich doch irgendwo her. Und da schaute ich mal bei mir selber nach. Und ich komme zu dem Schluß: Sieht ein Problem, ist selber zwei Probleme.
Dem taz-Kommentar von Hilal Sezgin ist nicht zu entnehmen, was eigentlich gemeint ist: Daß man nicht mit Rechten reden soll oder wie man nicht mit Rechten reden soll.

Und wenn jetzt jemand moniert, ich hätte das nur aufgezogen, um für mein Buch Reklame zu machen, kann ich nur mit Gerd Semmer singen: “Na aber ja! Wer kann denn etwas Böses finden da?”

Die Art, sich zu kleiden

Schreiben eines Buchhändlers aus Süddeutschland, bezugnehmend auf mein neues Buch:

“Bezüglich des Titelbildes: Habe (vergeblich) versucht, meine beiden Kolleginnen zu überzeugen, sich wie die Dame auf dem Cover zu kleiden. War wohl nix…”

Bei der jungen Dame, die auf dem Cover des Buches abgebildet ist, handelt es sich durchaus nicht um eine Kollegen, sondern um eine Freundin. Da hat ein solcher Vorschlag mehr Aussicht auf Erfolg.


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Ein sicherlich gutes Buch, das Sie jetzt auch lesen können

Ein gutes Buch, das Sie nicht nur lesen sollten, sondern jetzt auch lesen können.

Helmut Loeven: Lies mal ein gutes Buch. Tagebuchnotizen im Dienste der Bedeutung.
Trikont Verlag 2018. 172 Seiten. ISBN 978-3-945634-38-7. 14 Euro.

Heute neu.
Heute (!) aus der Druckerei gekommen.
Wenn Sie es lesen, werden Sie merken, daß Sie lange drauf gewartet haben.
Das Buch des Mannes, der nicht die geringste Chance hat, im allgemeinen linken Diskurs wahrgenommen zu werden.

Bestelladresse: Buchhandlung Weltbühne (Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg, Tel. 0203 – 375121, bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de). Sie können das Buch abholen oder sich mit der Post schicken lassen, wie Sie wünschen.

UND
unter der oben genannten ISBN überall im Buchhandel auf der ganzen Welt, sogar am Amazonas.

Bestell mal ein gutes Buch

Ist in der Druckerei. Bis zum 31. August gilt noch der Subskriptionspreis 12 €. Ab 1. September: 14 €.

Helmut Loeven: Lies mal ein gutes Buch. Tagebuchnotizen im Dienste der Bedeutung.
Trikont Verlag 2018. 172 Seiten. ISBN 978-3-945634-38-7. Subskriptionspreis: 12 Euro bis 31. August. Danach: 14 Euro.
Subskriptionsadresse: Buchhandlung Weltbühne (Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg, Tel. 0203 – 375121, bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de). Sie können es jetzt schon vorbestellen in der Sie können das Buch abholen oder sich mit der Post schicken lassen, wie Sie wünschen.
Danach: ebenfalls Buchhandlung Weltbühne (Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg, Tel. 0203 – 375121, bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de).
UND
unter der oben genannten ISBN überall im Buchhandel auf der ganzen Welt.

Ein gutes Buch? Einladung zur Subskription

Ein neues Buch ist geschrieben, gestaltet und für den Druck vorbereitet:

Helmut Loeven: Lies mal ein gutes Buch. Tagebuchnotizen im Dienste der Bedeutung.
Trikont Verlag 2018. 172 Seiten. ISBN 978-3-945634-38-7. Subskriptionspreis: 12 Euro.

— Eine Ärztin findet das Wetter nicht schön — Meine Erlebnisse mit Merkel — Was ist ein Groko? — Mein „68“ — Heinrich Böll 100 Jahre — Das Hallenbad im Elysee-Palast — Anleitung für Verschwörungstheoretiker — Die beste Idee vom lieben Gott — Warum können die Leute mich eigentlich nicht leiden? — Von der Nutzlosigkeit nützlicher Erfindungen — Die Füße der Gans oder Koch doch selber Kaffee — Gleichung mit einer Unbekannten — Kuhler Kaffee — SPD wählen muß nicht sein — Keine Demo ist auch ‘ne Demo — Der Krieg soll verflucht sein! — Müssen Pazifistinnen doof sein? — Ungeheuerliches aus dem Tatsachen-Universum — Frau am Steuer, Mann daneben — Fernsehgucken als Kunst — Bob Dylan und die Stasi — Je keiner die Ahnung desto rümpfer die Nase — Historische Haltestelle — Was wir heute bauen sind die Slums von morgen — Ein komisches Haus — Deutsches Sprache! — Die Märchentante greift zum Wort — Tongtong und der allerhöchte Ruhm des Sozialismus — Der Chor der Kassiererinnen — Über das Machen von Spaß — Deutsche als Ausländer — Die Flüchtlinge und unsere Aktien — Und solche Leute dürfen wählen — Die Dreifaltigkeit des Schreckens: Die Frau, der Fremde, der Eros — Die Überflüssigkeit der Väter — Und der Söder hat uns auch gerade noch gefehlt — Wenn Frauen hassen — Der Busen in der Leistungsgesellschaft — Erinnerung an einen Striptease — Meine Probleme mit der Menschheit — Der Pudding im Wandel der Zeiten —

Sobald das Buch auf dem Tisch liegt, ist es unter der oben genannten ISBN überall im Buchhandel und auch am Amazonas erhältlich. Sie können es jetzt schon vorbestellen in der Buchhandlung Weltbühne (Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg, Tel. 0203 – 375121, bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de). Sie können das Buch abholen oder sich mit der Post schicken lassen, wie Sie wünschen.
Wer will, der kann es sich signieren lassen.

Mein „68“

Am 11. April 1968, heute vor 50 Jahren, wurde auf den bekanntesten Vertreter der Studentenbewegung Rudi Dutschke ein Pistolen-Attentat verübt, (das er schwer verletzt überlebte und an dessen Spätfolgen er 12 Jahre später starb). Ich erfuhr davon, als ich die Königstraße entlang ging. Ich weiß nicht mehr, wer es mir zugerufen hatte. Hundert Meter weiter, vor Karstadt, traf ich Bernhard Klaas, der Flugblätter für den Ostermarsch verteilte. „Werden die jetzt alle erschossen?“ fragte er. Denn wenige Tage zuvor war Martin Luther King ermordet worden.
Fast meine ganze Zeit in jenen Tagen verbrachte ich mit meinem Freund Werner Widmann, mit dem ich eine Zeitschrift gründen wollte (die jetzt noch erscheint). Er hatte eine große Schwester, die hieß Barbara.
Am kommenden Tag, Karfreitag, hockten wir auch wieder in WWs Neudorfer Dachkammer und sahen in dem Schwarzweißfernseher die Berichte über spontane Demonstrationen in vielen europäischen Städten und Blockaden vor Druckereien des Springer-Konzerns. Wir sagten: Da fahren wir jetzt auch hin.
Wir fuhren in Barbaras klapperigen Opel nach Essen. Vor der Springer-Druckerei hatten sich bis dahin ca. 200 Personen versammelt, die die Ausfahrt der Druckerei blockierten. Die Auslieferung der Samstags-Ausgabe der Bildzeitung war nicht möglich.
Vor dem Tor stand eine Reihe von Polizisten, die das Eindringen in das Gebäude verhinderten. In der ersten Reihe der Blockierer wurde ein Transparent hochgehalten. Was darauf stand, weiß ich nicht. Um das zu lesen hätte ich mich unter die Polizisten einreihen müssen.
Es war eine gewaltfreie Aktion. Weder die Polizisten, noch die Demonstranten waren gewalttätig. Die Blockierer redeten miteinander und begnügten sich damit, durch ihre bloße Anwesenheit die Auslieferung des Hetzblattes zu verhindern. Jemand benutzte ein Megaphon für Mitteilungen. Uns dem Gebäude nähernd hörten wir als ersten Satz: „Unser Vietnam ist hier.“
Daß Barbara immer von zwo Männern begleitet wurde, fiel auf. Die beiden Begleiter hatten aber zu ihr verschiedene Beziehungen. Der eine war ihr Bruder, der andere ihr Verehrer.
Barbara studierte Jura in Bonn. Da ich mich schon immer für Rechtswissenschaft interessierte, suchte ich ihre Nähe. Es vergingen nur noch ein paar Wochen, bis sie mir eine gewissen Ausschließlichkeit gewährte.

Bonn, Kaiserstraße, 1968. Barbara kocht für uns beide.

Unter den geschilderten Umständen würde ich das Projekt „68“ also als vollauf gelungen bezeichnen. Ich könnte Ihren noch viele Geschichten aus der Zeit erzählen, die genau 50 Jahre her ist. Ich könnte Ihnen auch erzählen, was 51 bzw. 46 Jahre her ist oder was in einem Jahr 24 Jahre her gewesen sein wird. Rückblicke auf „68“ sind wertlos, wenn die Vorgänge als abgeschlossen betrachtet werden.
Ich könnte Ihnen auch noch viele Barbara-Geschichten erzählen. Sie war eiskalt, sie erkannte bei jedem die unangenehmen Seiten sofort. Mit einem ihrer sarkastischen Sätze hätte sie das Mittelmeer in ein Eismeer verwandeln können. Wie sie Männer abblitzen ließ war einfach gekonnt. Ich erzähle das, damit Sie mich umso mehr um diese Frau beneiden.

..

Hinsehen

Als hätte ich es geahnt, aber ich habe es gestern nicht geahnt, sondern bin heute überrascht, daß die heutige Lieferung drei neuer Trikont-Titel einen neuen Gedichtband von Silke Vogten enthält:

Silke Vogten: Als ich hinsah. Gedichte. Trikont Duisburg – Dialog-Edition 2017. 88 S. 10 Euro.
Ab sofort in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand) erhältlich.
Cover-Abbildung: “Stadt”. Acryl auf Holz, von Silke Vogten.
Sehen Sie hin, und Sie werden sagen: Es ist gut und es ist schön, wenn ein gutes Buch auch schön ist.

Buch über Störtebeker – Einladung zur Subskription


Angekündigt für Oktober/November/Dezember 2017:
Marvin Chlada (Hrsg.):
Störtebeker. Seeräuber, Volksheld, Legende – eine Anthologie
Trikont Verlag Dialog-Edition, ca. 100 Seiten, erscheint Herbst 2017

Vom Volkslied bis zum Kurzroman: eine kleine Schatztruhe klassischen Schrifttums über das wilde Leben und Treiben des sagenumwobenen Seeräubers Klaus Störtebeker. Mit Texten von Joachim Ringelnatz, Klabund, Georg Busse-Palma, Theodor Fontane, Adolph Hofmeister, Friedrich Köster, Otto Beneke, Ernst Deeke, Jacobus Temme, Achim von Arnim und Clemens Brentano.

Preis? Wüßte ich auch gern. Bestimmt wieder 10 Euro. Also offiziell: ca. 10 Euro.

Die Buchhandlung Weltbühne freut sich über Vorbestellungen, die sofort bei Eintreffen der Neuerscheinung erledigt werden.
Sie können, müssen aber nicht persönlich erscheinen (Gneisenaustraße 226 in Duisburg-Neudorf). Sie können auch eine Karte schreiben oder e-mailen bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
Persönlich abholen können Sie, aber auch das müssen Sie nicht, sondern Sie können unseren Versand-Service in Anspruch nehmen. Dann kommt das Buch zu Ihnen mit der Post.
Helfen Sie uns durch Aufträge. Weltbühne muß bleiben.

Ein Buch ohne mich

Neu im Trikont-Verlag – und somit auch neu im Sortiment der Buchhandlung Weltbühne (stationär und im Versand):
Verlag TRIKONT Duisburg & Edition Dialog.90 S. 10 Euro
Eine Hommage an den legendären Motörhead-Frontmann Ian Fraser „Lemmy“ Kilmister (1945-2015). Mit Beiträgen von Urs Böke, Hermann Borgerding, Marvin Chlada, Jerk Götterwind, Florian Günther, Pablo Haller, Jörg Herbig, Sven Heuchert, Joachim Hiller, Triebi Instabil, Boris Kerenski, Frank „Kossi“ Koslowski, Kai Kraus, Gunnar Lehmann, Miriam Spies und Silke Vogten.
Und kein Beitrag von mir, obwohl das vorgesehen war.
Zwar hatte ich gar keine Ahnung, wer das ist. Aber ich dachte mir: Ich schreib einfach was über jemanden, der so ähnlich heißt, und stelle mich dümmer als ich bin.
Aber dann kam der Tag der Abgabe, und ich mußte gestehen: Mir ist nichts eingefallen.
“Das tut dem Buch bestimmt keinen Abbruch”, wird mancher ausrufen. Aber mich bedrückt umso mehr die Einbuße meiner Stärken, zum Beispiel: über Sachen schreiben, von denen ich nichts verstehe.