Neu in der Weltbühne: „Die letzten Männer …“

Tobias Ginsburg: Die letzten Männer des Westens. Antifeministen, rechte Männerbünde und die Krieger des Patriarchats. Mit einem Vorwort von Günter Wallraff. rororo Taschenbuch. 336 Seiten. 16 €
„Der westliche Mann wird unterdrückt und verweiblicht, er ist vom Aussterben bedroht.» So klingt der immer lauter werdende Kriegsschrei der Antifeministen, der zu einem Mantra der wieder erstarkenden Rechten geworden ist. Man hört ihn von hyperaggressiven Maskulisten und hasszerfressenen Internet-Hetzern, von testosteronverklebten Sexisten und neurechten Frauenhassern. Tobias Ginsburg hat sich ihnen ein Jahr lang undercover angeschlossen, um herauszufinden, wo diese Ängste und all der Hass herrühren.
Seine Recherche führt ihn quer durch Deutschland und das Internet, in die USA und nach Polen. Er trifft auf rechtsradikale Burschenschafter und faschistische Rapper, auf Online-Trolle und Offline-Schläger, Incels und Identitäre, lässt sich zum «wahren Mann-Sein» anleiten und begleitet muskelbepackte Neonazis bei der Rekrutierung junger Männer. Und schließlich stößt er auf ein international agierendes Netzwerk antifeministischer Fundamentalisten.
Eine so beklemmende wie komische Reise in eine zutiefst gefährliche Welt mitten unter uns.
»Ein leidenschaftlicher Aufklärer.« MDR Sachsenspiegel

vom selben Autor:

Die Reise ins Reich. Unter Rechtsextremisten, Reichsbürgern und anderen Verschwörungstheoretikern. rororo Taschenbuch. 320 S. 12 €.
Acht Monate lang tauchte Tobias Ginsburg inkognito in die Szene der «Reichsbürger» und rechten Verschwörungstheoretiker ein. Er baute sich eine Scheinidentität im Netz auf und bewegte sich unter AfD-Politikern, gewaltbereiten Neonazis und friedensbewegten Esoterikern in Braun, Sektierern und Systemumstürzlern. Sein Buch ist ein ebenso erschütternder wie komischer Streifzug durch eine Welt böser Verführer und verführter Irregeleiteter, das zugleich einen neuen, literarischen Ton in die investigative Reportage einführt. Ein ungewöhnliches Enthüllungsbuch. Es erscheint hier in einer aktualisierten, überarbeiteten und um neue Kapitel erweiterten Fassung.
«Ein irrwitzig-wahnsinnig-komisches Buch. Tobias Ginsburg erzählt als Literat und Aufklärer von dieser wahrhaft bedrohlichen Szene.» Günter Wallraff

Und da wir gerde beim Thema waren:
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Veronika Kracher: Incels. Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults. Ventil-Verlag. 280 S. 16 €
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Alexandra Kollontai 150. Geburtstag

Neu in der Weltbühne über Alexandra Kollontai:
Katharina Volk (Hrsg.): Alexandra Kollontai oder: Revolution für das Leben. Dietz Verlag Berlin. 176 S. Mit 6 Abb. 12 €
Mit ihren Vorstellungen von einer »neuen Moral« und »freier Liebe« war Alexandra Kollontai (1872–1952) ihrer Zeit voraus. Sie selbst bezeichnete sich als sexuell emanzipierte Kommunistin, die das Schicksal von Frauen zum Sozialismus geführt habe. Alexandra Kollontai kämpfte in der Russischen Oktoberrevolution und wurde 1917 Volkskommissarin für soziale Fürsorge. Weltweit war sie die erste Frau im diplomatischen Dienst, als sie 1922 die junge Sowjetunion im Ausland vertrat.
Kollontai war überzeugt, eine Revolution könne nur erfolgreich sein, wenn sie das gesamte Leben revolutioniert. Sie übte nicht nur scharfe Kritik an der monogamen, lebenslangen Ehe, sondern auch am bürgerlichen Verständnis von Elternschaft. Damit machte sie sich nicht nur Freunde unter den Genossinnen und Genossen. Sie forderte ein neues Verständnis von Liebe, das dem der Solidarität ähnelt, und neue Formen des Zusammenlebens, die Zusammenhalt und Gemeinschaft fördern. Ihre Ideen sind noch immer Utopie, aber noch immer aktuell in einer Zeit, in der Kollektivität im Sinne von Solidarität und Gemeinsamkeit über Gren-zen hinweg dringender denn je ist.
Zur Herausgeberin:
Katharina Volk, geb. 1981, Politikwissenschaftlerin, promovierte am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen und arbeitet als politische Sekretärin bei der IG Metall. In ihrer 2018 erschienenen Dissertation »Von der Gesellschaftsanalyse zur Utopie« setzt sie sich mit Theorien aus der Arbeiter- und der Frauenbewegung auseinander und analysiert den Widerspruch zwischen Erwerbs- und Familienarbeit und die daraus entwickelten utopischen Ideen zur Überwindung dieses Widerspruchs. Zuletzt erschienen ist ihr Beitrag »Was die Kybernetik vom Feminismus lernen kann. Oder: Warum wir der Technik nicht das Feld überlassen dürfen« (in: Timo Daum/Sabine Nuss (Hrsg.): Die unsichtbare Hand des Plans, Berlin 2020).

Neu in der Weltbühne von Alexandra Kollontai:
Alexandra Kollontai: Die Situation der Frau in der gesellschaftlichen Entwicklung. Vierzehn Vorlesungen vor Arbeiterinnen und Bäuerinnen an der Swerdlow-Universität 1921. Manifest Verlag. 240 S. 12,90 €
In den 14 Vorlesungen, die Alexandra Kollontai an der Swerdlow-Universität gehalten hat, verfolgt sie die verschiedenen Perioden der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung und untersucht, wie sich auf dieser Grundlage die Stellung der Frau änderte. Sie beginnt beim Urkommunismus und geht über die Antike, den Feudalismus, die kapitalistische Epoche bis hin zur Zeit nach der Oktoberrevolution. Dabei analysiert sie ebenfalls die bürgerliche Frauenbewegung, die ab dem 19. Jahrhundert entstand.
Im letzten Drittel erläutert sie, wie sich die Stellung der Frau durch die Oktoberrevolution und die Politik der Bolschewiki änderte. An letzterer hatte sie als erste Ministerin der Weltgeschichte – als Kommissarin für Wohlfahrt im Rat der Volkskommissare – selbst prägenden Anteil.
Sie hielt diese Vorträge mit der Perspektive, dass der Aufbau der sozialistischen Wirtschaft die materiellen Grundlagen dafür legt, der Unterdrückung der Frau ein für alle Mal ein Ende zu bereiten.
Alexandra Arnsburg ordnet in ihrem Vorwort einige Aussagen Kollontais, die möglicherweise wenig oder sogar missverständlich sind, in den Kontext der heutigen Bewegungen ein.
Steve Hollasky gibt mit seinem biographischen Abriss zu Beginn des Buches einen Überblick über die Lebensstationen und das Wirken der Autorin selbst.
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Alexandra Kollontai war früher eine in linken Kreisen sehr gefragte Autorin. In unseren Altbeständen / Antiquariat findet man noch was von früher.
Zum Beispiel:
Wege der Liebe
und
Autobiografie einer sexuell emanzipierten Kommunistin
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Neu in der Weltbühne: Das neue Buch von Laurie Penny

Laurie Penny: Sexuelle Revolution. Rechter Backlash und feministische Zukunft. Aus dem Englischen von Anne Emmert. Nautilus Flugschrift. 384 Seiten.
Der Verlag stellt das Buch vor:
Mitreißend und scharf schreibt Laurie Penny über Sex und Macht, Trauma und Widerstand. Über die Krise der Demokratie, die Krise weißer Männlichkeit und die Rückzugsgefechte derer, die Angst vor Machtverlust haben.
Sie fordert eine Kultur des Consent, die weit über Sex hinausgeht: Auch in Arbeitsverhältnissen, in Systemen der politischen Repräsentation, im Miteinander müssen wir zu einer Logik des fortlaufend ausgehandelten Einvernehmens finden, um individuelle und kollektive Traumata zu heilen und zukünftige zu verhindern.

Das Buch erscheint zum Internationalen Frauentag.
UM VORBESTELLUNGEN WIRD GEBETEN.

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Jutta Ditfurth – Glückwunsch zum Siebzigsten!

Foto (C) Wikimedia Commons

Wie sähe diese Gesellschaft aus, wenn es die Arbeiter:innenbewegung, die Frauenbewegung, die außerparlamentarische Opposition und die Ökologiebewegung nicht gegeben hätte? Mit anderen gemeinsam habe ich die Anti-AKW-Bewegung der 70er Jahre aufgebaut. Anfangs war die Mehrheit der Bevölkerung einschließlich der Linken für Atomenergie. Unter der CDU/FDP-Regierung 1965 waren 128 Atomkraftwerke geplant. In den 1970ern unter SPD/FDP dann allen Ernstes 598 Atomreaktoren bis 2050. Am Ende wurden es weniger als 30, jeder einer zu viel. Mit aufklärerischen Aktionen und militanten Kämpfen in Wyhl, Brokdorf, Grohnde und Gorleben, die die ganze Gesellschaft erfassten, haben wir diese Mehrheitsmeinung gebrochen. Bis heute. Und zwar damals ohne einen einzigen Abgeordneten, allein außerparlamentarisch.

Bewegt hat sie sich, vor – und zurück. Kein sozialer Kampf ist in dieser Gesellschaft je endgültig ausgefochten. Wir haben 1975 die Kampagne gegen das Abtreibungsverbot doch nicht gemacht, damit sich in den 1990ern SPD und Grüne in „Kompromissen“ der Ideologie der organisierten Abtreibungsgegner:innen unterwerfen und statt sachlicher Begriffe wie Embryo und Fötus ideologische Begriffe wie „ungeborenes Leben“ im Gesetz verankern! Die „Lebensschützer“ haben damit heute einen Andockpunkt, um Mädchen und Frauen die selbstbestimmte Entscheidung zu erschweren. Nach mehr als 150 Jahren greift der Staat immer noch massiv in das Leben von Frauen ein. Vergleichbares gegen Männer ist unvorstellbar.

Es ist ein Irrtum naiver Klimaschützer:innen, dass Politik und Eliten über das Klima „aufgeklärt“ werden müssen. Die Klügeren wissen alles, aber sie haben andere Interessen als wir. Ökologische Bewegungen müssen sich auch mit der Kritik der kapitalistischen Ökonomie befassen, sonst verstehen sie nicht, in welcher Welt wir leben.

Wenn Annalena Baerbock sexistisch attackiert wird, verteidige ich sie. Aber ihre Kapitalismusgläubigkeit und Nato-Treue kritisiere ich.

Zitate aus: Interview in der Frankfurter Rundschau 27.9.2021.

Letzten Sonntag „Tatort“ gesehen? „Incels“ sind eine reale Gefahr.

Nicht zufällig wurde dieser Film am Vorabend des Internationalen Frauentages gesendet. Thema waren die „Incels“, eine neue, aber in Traditionen verwurzelte Variante fanatischer und militanter Frauenfeindlichkeit mit einem kaum noch berechenbaren Gewaltpotential.
Der Film schaffte Klarheit über die enge Beziehung von Frauenhass, Rassenhass und Rechtsextremismus, über konkrete Zusammenhänge – von Christchurch bis Halle, auch das Zaudern und Versagen staatlicher Stellen, wenn es gegen rechts gehen müßte, wurde zumindest angetippt.

Ein Standardwerk über Incels, dieses gern übersehene, aber nicht übersehbare Phänomen, empfehle ich.
Neu in der Weltbühne:


Veronika Kracher: Incels. Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults. Ventil-Verlag. 280 S. 16 €
Bevor Alek Minassian im April 2018 mit einem Auto in eine Menschenmenge in Toronto raste und zehn Menschen ermordete, hinterließ er auf Facebook folgende Nachricht: »The Incel rebellion has already begun! All hail the Supreme Gentleman Elliot Rodger!«. Elliot Rodger hatte 2014 auf dem Campus der Universität von Kalifornien in Santa Barbara sechs Menschen getötet und 13 weitere verletzt. Er hinterließ ein über hundert Seiten langes Manifest, in dem er seine Taten begründete: Sie seien ein Racheakt gegen Frauen, die ihm Liebe und Sex verweigert und demzufolge den Tod verdient hätten.
Dies sind nicht die einzigen explizit gegen Frauen gerichteten Attentate, die von sogenannten »Incels« verübt worden sind. »Incels« ist die Kurzform für »Involuntary Celibates« – unfreiwillig im Zölibat Lebende. Sie treffen sich in Onlineforen und auf Imageboards und lamentieren darüber, keinen Sex zu haben, obwohl dieser ein naturgegebenes männliches Grundrecht sei. Im mildesten Falle artikuliert sich ihr Denken in Depressionen und Selbstmitleid, im schlimmsten Falle in der Glorifizierung von Kindesmissbrauch, sexueller Gewalt oder dem Femizid. Incels sind jedoch keine »schwarzen Schafe« oder »Ausnahmeerscheinungen« innerhalb der kapitalistisch-patriarchalen Verhältnisse, sondern Ausdruck einer Gesellschaft, in der die Abwertung des Weiblichen an der Tagesordnung ist.
Obwohl Incels schon zahlreiche Gewalt- und Terrorakte begangen haben, wird das Phänomen gerade im deutschsprachigen Raum bisher nur sehr oberflächlich analysiert. Dieses Buch, das die Geschichte der Bewegung nachzeichnet, die Memes und Sprache der Incels erklärt, ihre Ideologie analysiert und eine sozialpsychologische Auseinandersetzung mit diesem Online-Kult anstrebt, wird diese Lücke füllen.

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Wir erinnern an die Schwestern Mirabal – und an die Frauen, denen Gewalt angetan wird

Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal waren Gegnerinnen des Diktators der Dominikanischen Republik Rafael Trujillo. Sein Regime war eine der brutalsten Diktaturen der amerikanischen Hemisphäre. Er wurde wie viele seiner Art, von Duvalier bis Pinochet, von den USA an der Macht gehalten.
Am 25. November 1960, heute vor 60 Jahren, wurden die drei Schwestern von Schergen des Regimes ermordet. Sie waren im Alter von 25 bis 36 Jahren. Ihre Schwester Dedé (1925-2014) überlebte den Mordanschlag.
1981 wurde bei einer Konferenz lateinamerikanischer Frauen in Kuba der 25. November zum Gedenktag der Opfer von Gewalt an Frauen ausgerufen. 1999 erklärten die Vereinten Nationen den 25. November zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.
Demonstration in Rom am 25. November 2018. Foto: Wikimedia Commons

La Notte

„Niemand, dem das Me-Too-Spektakel nicht behagt, rechtfertigt sexuelle Belästigung und bagatellisiert Vergewaltigung, handelt sich aber solche Vorwürfe ein. Da müssen wir durch. Gegen die sexuelle Gewalt, der einerseits Frauen, andererseits Kinder ausgesetzt sind, zu agieren ist nötig – kulturell, publizistisch, juristisch, politisch, wobei der Blick auch mal weiter schweifen darf als auf den Fokus zu kurz gekommener Erfolgsmenschinnen. Doch wo im sexuellen Kontext Anklage erhoben wird, stellen sich Nebenwirkungen ein, die nicht vermieden werden, wenn sie nicht vermieden werden sollen. Was die Me-Too-Kampagne betrifft, sind die unangenehmen Nebenwirkungen die eigentliche Absicht.
Die Absicht ist nicht zu verkennen. Die Gelegenheit ist günstig, ein neues, altes Verhältnis der Geschlechter zu etablieren. Kern: Delegitimierung der Lust.
Wenn sich keiner mehr was traut, dann bleibt es dabei: Eine von Ästhetik und Erotik gereinigte, dafür umso korrektere Sexualordnung, gegen Risiken und Überraschungen abgesichert. Sexuelle Kontakte – wie schon vorgeschrieben an kalifornischen Universitäten – auf der Grundlage eindeutiger Willenserklärung – am besten noch notariell beglaubigt. Wer meint, daß ich übertreibe, der öffne die Ohren!
Leidtragende werden wieder die Frauen sein, die mehr wollen als einen unbeanstandeten Vertrags-Sex. Ihre Wünsche, Sehnsüchte und Phantasien, ihre Visionen von Glückseligkeit werden sie – hoffentlich nicht alle – der inneren feministischen Kontrolle opfern, vor dem feministischen Über-Ich verleugnen und niederringen.
Und soll ein Konkurrent aus dem Weg geräumt werden? Irgendeine, der er mal vor 20 Jahren die Tür aufgehalten oder in den Mantel geholfen hat, wird sich schon finden lassen.“

Lina Ganowski in DER METZGER Nr. 129 (La Notte).

Plastic People

Das war abzusehen, da hätte man Gift drauf nehmen können, darauf hätte man wetten können. Die „Wohlfühl-Empörer“, die „besorgten Bürger“, die wachsamen Nachbarn, die Aufpasser, die Emanzen und die ihnen hörigen Musterknaben, die Amokläufer der Moral, die Heuchler sind immer bereit, Entrüstung abzuliefern – und von ihren Mitmenschen Mit-Entrüstung einzufordern. Beim Verteufeln des Eros müssen und wollen sie alle (und sollen wir) nicht abseits stehen.
Denen werde ich nicht den kleinen Finger reichen. Tun Sie es auch nicht.

Die Reklame der Netto-Supermarktkette ist von einer geradezu rührenden Harmlosigkeit. Die könnte man, wenn es ein Film wäre, doch ab 6 Jahre freigeben. Aber alles, was irgendwie an Sex erinnert, führt zu reflexhaften Abwehr-Reaktionen. Alles, was irgendwie an Sex erinnert, ist „sexistisch“. Unterschiede werden nicht gemacht; jedes Maß für Verhältnismäßigkeit geht verloren.

Plastic People – oh Baby now you‘re such a Drag.

Der Weg nach oben

Ach, da läuft der Hase!
Wurde das nicht mal als Abwehr von Belästigung, Erpressung und sexueller Nötigung vorgeführt?
Was wirklich? Bewegung für die züchtige Gesellschaft.
Ein Lebensbild kommt zum Vorschein, in dem der Mitmensch grundsätzlich als Täter, Verursacher und Gefährder gesehen wird.


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Die Füße der Gans oder Koch doch selber Kaffee

Nehmen Sie es mir nicht übel, sondern freuen Sie sich. Im Fernsehen kommen ja auch oft Wiederholungen, und das ist gut und nicht schlecht.

Die Füße der Gans oder Koch doch selber Kaffee, Veröffentlicht am 16. November 2013 von hl [und hier geringfügig überarbeitet]

Konkret berichtet über die wechselvolle Beziehung der Alice Schwarzer zu Günter Amendt.
Ihr Klang von 1980: „Ich rief ihn an. Er kam nach Köln. Wir sprachen bis in den späten Abend. In diesem Gespräch wird deutlich, daß Amendt und mich noch viel mehr verband, als wir vermutet hatten.“
1988, nachdem sie in einer TV-Diskussion mit Amendt über Pornographie schlecht ausgesehen hatte: „Der Journalist Günter Amendt präsentiert sich, nur weil er vor Jahren zwei Bücher über Jugendsex geschrieben hat, im Fernsehen auch gerne als ‚Sexualwissenschaftler‘.“ In Gänsefüßchen!
2013, zwei Jahre nach Amendts Tod: „Ich bin mit Emma mal wieder verdammt allein. Und kein Günter Amendt ist in Sicht.“

Günter Amendt…

 

…Tongtong…

Die Gemeinsamkeits-Feier 1980 fand keineswegs in allerbester Stimmung statt. Eine 22jährige Emma-Redaktionsfrau, die damals nicht mehr und noch nicht wieder meine Freundin (und noch nicht METZGER-Autorin) war, erhielt von Alice Schwarzer im üblichen Kasernenhofton den Befehl: „Koch mal Kaffee!“ Sie darauf: „Ich bin doch nicht zum Kaffeekochen eingestellt! Koch doch selber Kaffee!“ Frau Schwarzer war darüber sehr verärgert, während Günter Amendt sich ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte.

…and the Girl

Günter Amendt, Sexualwissenschaftler, Journalist (hauptsächlich für Konkret), kundig in Drogenpolitik und im Lebenswerk von Bob Dylan, SDS-Mitglied, Kommunist, 2011 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, wäre heute 80 Jahre alt geworden.

Über die Entstehung des Eschhauses

Wolfgang Esch, Helmut Loeven und Elke Fritzen sprachen mit der Initiative „Du erhält(st) Kultur“ über ein Kapitel Gegenkultur in Duisburg (am 2. April). Erster Teil des Gesprächs, Fortsetzung folgt.

Der 8. März ist nicht der Weltfrauentag

An ihren Irrtümern könnt ihr sie erkennen.
Wer von „Weltfrauentag“ spricht, hat was aufgeschnappt und ist aufs Trittbrett gesprungen.
Den ganzen Tag dann im Radio:
Dieser CDU-kompatible Führungskräfte-Feminismus
– bis hin dazu, das Augenbrauenzupfen mit anschließendem Nachmalen mit’m Stift als letztes Refugium echter Weiblichkeit zu betucken.

Wenn wir vom INTERNATIONALEN FRAUENTAG sprechen, dann meinen wir etwas anderes.

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Ein sicherlich gutes Buch, das Sie jetzt auch lesen können

Ein gutes Buch, das Sie nicht nur lesen sollten, sondern jetzt auch lesen können.

Helmut Loeven: Lies mal ein gutes Buch. Tagebuchnotizen im Dienste der Bedeutung.
Trikont Verlag 2018. 172 Seiten. ISBN 978-3-945634-38-7. 14 Euro.

Heute neu.
Heute (!) aus der Druckerei gekommen.
Wenn Sie es lesen, werden Sie merken, daß Sie lange drauf gewartet haben.
Das Buch des Mannes, der nicht die geringste Chance hat, im allgemeinen linken Diskurs wahrgenommen zu werden.

Bestelladresse: Buchhandlung Weltbühne (Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg, Tel. 0203 – 375121, bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de). Sie können das Buch abholen oder sich mit der Post schicken lassen, wie Sie wünschen.

UND
unter der oben genannten ISBN überall im Buchhandel auf der ganzen Welt, sogar am Amazonas.