Good old everlasting Sternbuschweg. February 2022

Dieses gibt es, wie manche Geschäfte, nicht mehr. (Ecke Holteistraße). (Da ist jetzt was anderes drin).
Jetzt muß man sich was anderes suchen zum Zwecke der Veranschaulichung, wo die kleinen Koder herkommen (falls man überhaupt meint, das erklären zu müssen).
Mancher würde jetzt sagen: Wieso Sternbuschweg. Das könnte doch überall sein.
Das könnte nicht überall sein. Das könnte noch nicht mal anderswo sein.

Der Kessel des Monats


Der historische Wasserturm auf dem Wedauer Rangierbahnhof, inzwischen stillgelegt (als ob es nichts mehr zu rangieren gäbe). Das war übrigens (in der Stadt des größen Binnenhafens der Welt) der größte Rangierbahnhof der Welt (der zweitgrößte ist auf der anderen Rheinseite, in Hohenbudberg, da ist man fast schon in Krefeld). Der Wedauer Bahnhof – das könnte man ja feiern – ist somit der größte stillgelegte Rangierbahnhof der Welt.
Das Foto ist aber auch schon 10 Jahre alt. Heute sieht das nicht mehr so schön aus. Damals konnte man voller Freude beobachten, wie die Vegetation ihr Recht in Anspruch nahm. Inzwischen ist man auf die Blöd-Idee gekommen, das Areal in ein Vorzeige-Wohngebiet umzugestalten. Um mich zu beruhigen, soll der Wasserturm als Industriedenkmal erhalten bleiben.
Den Kessel links im Hintergrund hatten wir auch schon mal in dieser Serie.

Der Wedauer Bahnhof wird uns noch öfter beschäftigen.
Es wird empfohlen: Bild anklicken zum Vergrößern.

Kann das denn nicht so bleiben?

Das las ich in der Zeitung: Auf der Kammerstraße im Bereich zwischen Sternbuschweg und Lotharstraße soll das Kopfsteinpflaster durch konventionelle Asphaltierung ersetzt werden.
Warum das denn?
Ist das denn so, wie es ist, nicht schön?
Und dann soll der Umbau auch noch Mo—na—tee dauern. Mo—na—tee Um—lei—tung!
Und wohin dann mit den Steinen?
Könnte man das Kopfsteinpflaster nicht noch schnell eben unter Denkmalschutz stellen?
Kompromissvorschlag: Asphalt, wie er geplant ist, nur werktags. Aber am Wochenende und an gesetzlichen Feiertagen Kopfsteinpflaster.
Wochenende heißt dann: von Freitag 18 Uhr bis Montag 6 Uhr.
Foto durch Anklicken vergrößern, damit Sie mehr davon haben.

Good old everlasting Sternbuschweg. Oktober 2021 und Alle meine Bücher

Ich rief eine Freundin an, vor ein paar Wochen war’s. Sie sagte. „Ach, ich lese gerade, wie du den Sternbuschweg entlang gegangen bist.“
Sie las gerade in dem Buch „Barbara lächelt“, und auf Seite 39 hatte ich berichtet, daß ich den langen langen Sternbuschweg raus und runter lief, von der Mülleimer Straße bis zum Grunewald und vom Grunewald wieder zurück bis zur Mülleimer Straße, auch zuvor schon manchmal und danach auch noch, und zwar immer bei Liebeskummer.
Und ich dachte mir: Mädchen, jage DU mich NIE den Sternbuschweg rauf und runter!
Helmut Loeven: Barbara lächelt. Wirklich wahre Geschichten, die tatsächlich passiert sind. Trikont Verlag 2017. 76 S. 10 €. ISBN 978-3-945634-17-2

Good old everlasting Sternbuschweg. August 2021

Vielversprechender Blick in den Sternbuschweg, vorgestern Nachmittag von der Schweizer Straße aus fotografiert (beim Überqueren der Straße). Das großzügige Haus an der Ecke Mülleimer Straße ist dem Sternbuschweg zuzurechnen, da der Eingang dort.
Schade daß das Balkan-Restaurant nicht mehr da drin ist. Das war wirklich ein gutes Restaurant, da sind wir oft hingegangen.

Good old everlasting Sternbuschweg. Juli 2021

Ja, auch das muß man mal zur Sprache bringen. Der Sternbuschweg hat nicht nur schöne Seiten (Straßenabschnitte).
Eine Bushaltestelle, die aussieht, als wäre es keine Bushaltestelle.
Die beiden Häuser links im Bild sind ja schon schlimm genug. Parterre nur geeignet für eine Fahrschule. Wohnungen für Leute, denen anscheinend alles egal ist.
Und dann: dieser Quader!
Es gibt Meisterwerke der Architektur, da möchte man fragen: Wer war das??
Da sind anscheinend welche aufs Dach gestiegen, um an den Giebeln der Nachbarhäuser was anzumalen. Das hätte man von der Straße aus nicht gesehen, aber es mußte überpinselt werden.
Da war mal dieses Eiscafé Grün oder Eisgrün Café oder wie das hieß. Waren Sie da mal drin? Ich auch nicht.
Und danach kam Matratzen Concord. Die sind immer noch da drin. Die sind ihre Matratzen immer noch nicht quitt.

Hut aus Glas

Ein Foto aus der Zeit (gut, alt), als noch Hoffnung bestand, diese Stadt (Duisburg) könnte in urbanem Flair da stehen. Ein Foto aus den 60er Jahren, als die Welt, zumindest im Bereich Mercatorstraße/Königstraße, noch in Ordnung war. Mittlerweile ist die Zerstörung dieses zentralen Bereichs der „City“ (vulgo: Innenstadt) durch die Abholzung der Allee-Bäume vollendet, und vom Boulevard übrig bleibt ein reiner Verkehrsbereich. Mit dem Abriss des GLÄSERNEN HUTS fing es an.
Der Gläserne Hut war ein Pavillon mit obergeschossigem Straßencafé. Unten war z.B. ein Kiosk, eine Pommesbude (na ja, muß ja auch irgendwie sein), und man kriegte da DVG-Monatskarten.
Bemerkenswert ist doch die Einteilung der Spuren, eben nicht nur für Linksabbieger und Rechtsabbieger, sondern auch eine mittlere Spur für Leute, die noch nicht wissen, ob sie nach links oder nach rechts abbiegen wollen.

Die Leute, die den Gläsernen Hut abgerissen haben, würden es auch glatt fertigbringen, die Mercatorhalle, das Karstadt-Kaufhaus an der Königstraße und das Hallenbad Heerstraße abzureißen.

Über historische Gebäude in dieser Stadt schaut hier.

Zwei Stills aus meinem Film „Kö“ (Hut-Film 1978, auf DVD 2009). Hier wird der Gläserne Hut eher beiläufig der Super-8-Bildästhetik ausgeliefert.

Maria adio


Nun ist es weg, es hinterläßt nur ein Schild eines Immobilienmaklers: Das italienische Restaurant auf der Oststraße.
Ein Sterne-Restaurant war es nie. Aber man konnte dort gut und preisgünstig essen gehen. Es war nicht groß, nur vier Tische. Aber ein Tisch am Fenster war immer frei. Mit wem ich dort essen gegangen bin!
Es hat wohl öfter den Besitzer gewechselt. Aber es war immer von befriedigender Qualität.
Sehr oft sind wir dort gar nicht gewesen, manchmal für ein paar Jahre nicht, aber doch immer wieder.
Nicht nur mein Schreibtisch, mein Regal, mein Schrank, das Zimmer, die Küche sind meine Umgebung, in der ich wiederfinden will, was ich brauchen kann: Auch die Straßen, auch das Viertel.
Ich will meine Stadt zurück!