Interview zur Festveranstaltung 80 Jahre VVN in der jungen Welt.

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Kategoriearchiv: Die große Verweigerung
WE ARE everyw HERE (132-135)
Ein Friedenspreis, der den Namen verdient
Brief von der DFG-VK LV NRW:
Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,
am 1. Oktober wird in Münster der Westfälische Friedenspreis an die NATO verliehen.
Schon am vergangenen Freitag wurde als Gegenaktion der Alternative Westfälische Friedenspreis an Connection e.V. verliehen, für deren langjährige Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure. Auf unserer Hompage findet Ihr einen kurzen TV-Bericht und ein Video mit der Laudation von Bernd Drücke.
https://nrw.dfg-vk.de/nein-zur-verleihung-des-westfaelischen-friedenspreises-an-die-nato/
Jewgenij Arefiev von der DFG-VK Münster ruft heute zur Teilnahme an der Protestdemonstration am 1. Oktober auf:
„Liebe DFG-VK-Aktive,
am Donnerstag, 1. Oktober, protestieren wir gemeinsam mit weiteren Münsteraner Friedensgruppen gegen die Verleihung des „Internationalen Preises des Westfälischen Friedens“ an die NATO.
Treffpunkt ist um 14:45 Uhr auf dem Schlossplatz am Eingang des 1. Deutsch-Niederländischen Corps. Von dort ziehen wir gemeinsam zum Prinzipalmarkt, wo um 16:15 Uhr die Abschlusskundgebung beginnt.
Bitte unterstützt den Protest, mobilisiert in euren Zusammenhängen, verbreitet den Aufruf und kommt selbst dazu!
Mit solidarischen und pazifistischen Grüßen
Jewgenij Arefiev“
Auf unserer Hompage gibt es den Flyer zur Demonstration mit den Unterstützern und den Redner:innen. Mit dabei ist Kathrin Vogler, ehemalige Bundesgeschäftsführerin der DFG-VK und heute Landessprecherin der LINKEN NRW:
Berlin: Jüdische Unterstützung für ein Linksbündnis
In einem offenen Brief fordern 150 Berliner Jüdinnen und Juden eine rot-rot-grüne Koalition in der Hauptstadt. Sie widersprechen damit dem Zentralrat der Juden.
Offener Brief: Berliner Jüdinnen und Juden für eine soziale und sichere Stadt
Berlin, den Tag nach der Wahl
Wir sind Berliner Jüdinnen und Juden und kommen aus unterschiedlichen Milieus; wir beten in unterschiedlichen Synagogen oder gar nicht; wir wählen unterschiedliche Parteien – und wir schreiben diesen Brief, weil wir in den vergangenen Wochen immer wieder dieselbe Behauptung gehört haben: Die Linke sei gefährlich für Juden, eine Koalition unter ihrer Beteiligung ein Sicherheitsrisiko für unsere Gemeinden. Wir widersprechen dieser Darstellung – nicht, weil wir die Sorgen kleinreden, sondern weil wir sie ernster nehmen, als es plakative Warnungen tun.
In einer Zeit, in der eine teilweise offen faschistische Partei quer durch Deutschland auf dem Weg zur Macht ist, entziehen sich die großen Publikumsmedien und (wichtige) Teile unserer eigenen jüdischen Gemeinschaft ihrer Verantwortung, wenn sie weiterhin so tun, als würde die Linke die größte Gefahr für jüdische Sicherheit darstellen. Wie alle Arten von Ressentiment und Vorurteil tritt auch der Antisemitismus in vielen verschiedenen Teilen der Gesellschaft auf. Und genau wie die anderen Formen von Gruppenhass wird er dort am gefährlichsten, wo er mit rechtsextremer Ideologie und mit den antidemokratischen Tendenzen und Konflikten zusammenfällt, die sich manchmal auch gewaltsam auf unseren Straßen Bahn brechen. Dass gerade die Linken ständig des Antisemitismus beschuldigt werden, ist nicht nur eine zynische politische Instrumentalisierung, sondern setzt beinahe jede Kritik an der israelischen Politik mit Antisemitismus gleich. Diese Flut an Anschuldigungen zielt darauf ab, andere Meinungen zu unterdrücken und das internationale Völkerrecht auszuhöhlen. Vor dem Hintergrund des überall anschwellenden Antisemitismus ist es nicht einfach eine neutrale Beobachtung, eine demokratische linke Partei herauszugreifen, sondern ein politisches Instrument, um Aufmerksamkeit ab- und umzulenken.
Uns beschäftigt etwas anderes mindestens genauso: Wie werden wir – und alle Berlinerinnen und Berliner – in dieser Stadt in den nächsten fünf Jahren leben? Steigende Mieten treffen jüdische Familien genauso wie alle anderen. Prekäre Beschäftigung, überlastete Schulen, ein Gesundheitssystem am Limit, wachsende soziale Spaltung – all das erzeugt genau jene gesellschaftlichen Spannungen, die auch den Judenhass fördern. Wer soziale Missstände ignoriert, überlässt das Feld denen, die immer als erstes nach Sündenböcken suchen. Eine Stadtregierung, die bezahlbaren Wohnraum sichert, öffentliche Daseinsvorsorge stärkt und soziale Ungleichheit spürbar reduziert, tut mehr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt – und damit auch für unsere Sicherheit! – als bloß eine demokratische Partei auszugrenzen.
Deshalb sagen wir: Die klar bessere Wahl für diese Stadt, auch für uns Juden, ist eine Koalition, die das sozialökonomische Programm ernst nimmt, das jetzt so dringend gebraucht wird. Nicht weil wir alle Positionen in der Linken oder irgendeiner anderen Partei teilen – das tun wir nicht, und wir werden weiter kritisch bleiben, wo es nötig ist. Sondern weil eine rot-rot-grüne Koalition die Kraft hat, die materiellen Ursachen gesellschaftlicher Spannungen anzugehen, während eine Fortsetzung des Status quo oder ein Rechtsruck diese Spannungen nur verschärfen würde.
Wir bitten die künftige Regierende Bürgermeisterin und ihre Koalitionspartner um zweierlei: Nehmen Sie unsere Sicherheit als das, was sie ist – eine rote Linie, keinen zynischen Spielball für Propaganda. Und nehmen Sie unsere sozialen Nöte ebenso ernst wie die aller anderen Berlinerinnen und Berliner. Beides gehört zusammen. Eine Stadt, die gerechter wird, wird zu einer Stadt, in der auch wir sicherer leben.
Berliner Jüdinnen und Juden für eine soziale und sichere Stadt
Die Liste der Erstuterzeichner ist hier zu sehen.
Wer sich wehrt lebt nicht verkehrt
Festival Platzhirsch: eine gute Sache
Am Wochenende fand das traditionelle PLATZHIRSCH-Festival statt, auf dem Dellplatz. Ich habe vergessen, es hier nochmal anzukündigen. Dafür kündige ich das Platzhirsch-Festival des nächsten Jahres an. Termin steht noch nicht fest.
Was da hocbaumäßig (hochamtmäßig) auf uns herabblickt, ist nicht nur die Christenheit, sondern auch die Kaiserzeit. Ein Glück, daß ich nicht Maurer in der Kaiserrzeit war!





Maggy Wösthoff, unverdrossen, zuverlässig, mutmachend.
Fotoausstellung. Bilder von Frank Napierala.

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Vertrauen zu dir selbst
Antifaschismus muss gemeinnützig bleiben
Die Arbeit der VVN muß als gemeinnützig anerkannt bleiben.
Um Unterstützung wird gebeten.
Klick HIER
Phantasie und Intelligenz
Hört mehr auf Demonstranten
Aachener Friedenspreis
Der diesjährige Aachener Friedenspreis geht an Palestinians and Jews for Peace.
Darüber wurde hier berichtet.
Heute, am Antikriegstag wird der Preis übergeben. Laudator ist Martin Schulz.
Die Vranstaltung findet um 19 Uhr in der Azula Caroluna statt und ist über diesen Link auf Youtube zu sehen.
We are everywhere (131)
DFG-VK contra „Ersatzdienst“
Ufo-Landeplatz

Das haben Sie wahrscheinlich noch nicht gewußt: In Duisburg (Altstadt) befindet sich der EINZIGE (manche würden sagen: einzigste) Ufo-Landeplatz in Europa.
Und zwar in unmittelbarer Nähe des Archivs für alternatives Schrifttum (afas). Wer dort aus dem Fenester schaut, weiß bescheid.
Das Afas ist fut für Euch, erkundigt euch nach ihm.
(Der Eintrag vom 11. November 2024 offenbart noch mehr – mit Geheimpflanze in der Mitte).
Was sehe ich da? UZ-Shop?
Ruhr-Rebellen! Kommt!



Der ganze Aufruf: hier.
„Geht auf die Straße und schreit FEUER!“
In der Wochenend-Ausgabe der WAZ wird in der Serie „Revier-Heldinnen“ heute über Fasia Jansen berichtet.
Fasia Jansen (1931-1997) war die Blues-Stimme der Friedensbewegung.
Ein Philosoph hat mal gesagt, daß die besten Gedanken beim Gehen entstanden sind. Es gibt auch eine Musik, die beim Gehen zum Klingen gebracht und gehört werden muß.
Beim Ostermarsch 1967 sah und hörte ich zum ersten Mal die schwarze Sängerin mit der Blue Note in der Stimme. Ich erinnere mich auch an eine Ostermarsch-Szene in Dortmund. Als sie eine Litanei vorsang, war sie auch noch aus 50 Metern Entfernung zu hören, sie brauchte kein Mikrophon.
Ihre Stimme war unüberhörbar, wenn für den Frieden gekämpft wurde, für die Rechte der Frauen, für die Würde der arbeitenden Menschen.
Sie war beim Ostermarsch nicht wegzudenken und präsent bei vielen großen und kleinen Aktionen. Ich fühlte mich geehrt, als sie mich freundlich begrüßte – man war sich eben oft begegnet am selben Ort, zur selben Zeit, aus dem selben Grund.
Bürger, deine alten Städte
Sind nicht heil, doch haben überlebt –
Wer aber wird sie noch erkennen
Wenn am letzten Tag die Erde bebt?
Arbeiter, die Werke brennen
Wo dein Schweiß dir gibt dein täglich Brot –
Sieh, wo die Himmel heut‘ nur qualmen
Sind sie morgen wohl von Feuer rot!
Feuer! Vorsicht, man legt Feuer –
Ein Atomminengürtel wird geplant!
Geht auf die Straße und schreit: „Feuer!
Feuer, unsere Erde wird verbrannt!“
Allen Ginsberg hundert Jahre

Allen Ginsberg als METZGER-Autor?
Ja, und zwar mit einem Original-Beitrag.
Eine Parteinahme für den juristisch verfolgten Aktivisten Abbie Hoffman. Allen Ginsberg verschickte seine Erklärung mit Bitte um Abdruck an die Mitglieder des Undergound Press Syndicate, also auch an die METZGER-Redaktion.
Allen Ginsberg wurde am 3. Juni 1926, heute vor hundert Jahren geboren.

Namen, die nicht vergessen werden dürfen.
Vergessen macht arm.
Erinnern ist wahrer Reichtum.
Dietmar Schönherr
Gestern, so habe ich zu spät erfahren, war der hundertste Geburtstag von Dietmar Schönherr (1926-2014).
Ich bin jüngeren Menschen begegnet, denen ich erklären mußte, wer Dietmar Schönherr war. Wer die Zeit vor dem Jahr 2000 in diesem Land (in diesem Sprachraum) erlebt hat, hat den Namen oft gehört.
Dietmar Schönherr war ein Österreichischer Schauspieler, sehr populär. In über 100 Kinofilmen und in einigen Fernsehproduktionen hat er mitgewirkt. Aber sein Wirken in der Öffentlichkeit ging weit darüber hinaus, in Unterhaltungsfilmen seinem Namen Ehre zu machen.

Schönherr hat im Fernsehen Sachen geboten, an die das Publikum sich erst gewöhnen mußte. Dazu gehörte die TV-Science-Fiction-Serie „Raumpatrouille“ (ab 1966) als Beweis dafür, daß Science Fiction mehr sein kann (und mehr sein sollte) als den Weltraum mit Räuberpistolen zu füllen. Sehr beargwöhnt und sehr beachtet wurde die erste Talkshow „Je später der Abend“ (ab 1969), die mit den Palaver- und Promotion-Talkshows der Jetzt-Zeit nicht zu vergleichen ist.
Das politische und soziale Engagement von Dietmar Schönherr war vielfältig und ausdauernd – und wirksam. Er war in der Friedensbewegung aktiv. Er gehörte zu den Mutlangen-Blockierern. Das Foto zeigt ihn beim Ostermarsch 1987 (the man in red am Mikrophon – Bild aus der Serie Situationspostkarten). Sehr nachhaltig engagierte er sich in der Solidaritätsarbeit für Nicaragua.
Er drückte es bescheiden aus:
„Ich bin ein Dissident des herrschenden Systems, ja. Ich war zeitlebens ein kritischer Mensch, ein skeptischer Beobachter unserer kapitalistischen Gesellschaft, in der mir vieles nicht gefällt.“
„‚Brot und Kunst‘ sind die wichtigsten Lebensmittel des Menschen. Wir kümmern uns um beides.“
über den Verein Pan y Arte.
Die erste Arbeit in einem Film-Studio tat er gegen Ende des Zweiten Weltkriegs – gemeinsam mit Hardy Krüger, dessen weiteres Leben ähnlich verlief.
Namen, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen.
Der Aachener Friedenspreis geht an Palestinians and Jews for Peace
Palestinians and Jews for Peace (PJFP) ist ein Freundeskreis aus palästinensischen, jüdischen und weiteren solidarischen Menschen, die sich in Köln für Frieden, Dialog und Gemeinschaft engagieren.
Die ehrenamtliche Kölner Initiative wurde nach den Terroranschlägen der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 gegründet und setzt sich für den Dialog zum Nahostkonflikt ein. Seitdem organisierte die Gruppe mehrfach Demonstrationen für den Frieden und initiierte Petitionen, wie etwa gegen einen Staatsbesuch des syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin. Auch organisiert sie Begegnungen und Aktionen, die gegenseitiges Verständnis fördern sollen. Sie wolle sich klar auf die Seite der Betroffenen stellen: „Wir stehen an der Seite von Menschen – nicht von Flaggen, nicht von Nationen und nicht vom Krieg.“ So wolle man den Diskurs in Deutschland verändern.
2026 wurde der Gruppe der Aachener Friedenspreis zuerkannt. Ausgehend von feministischen, emanzipatorischen Werten setze sie sich für einen differenzierten Dialog und einen mitfühlenden, respektvollen Umgang zwischen jüdischen und palästinensischen Menschen ein. Sie wolle das öffentliche Narrativ über den Nahostkonflikt verändern, weg von Polarisierung, der Gegenüberstellung von „Tätern“ und „Opfern“ und der Reduzierung auf „Juden vs. Palästinenser“. Stattdessen zeige sie auf, wie vielfältig und komplex die Realitäten, Erfahrungen und Perspektiven tatsächlich sind.
https://palestiniansandjewsforpeace.wordpress.com/
Demonstration Pro Peace von Palästinensischen und Jüdischen Freund*innen („Palestinians and Jews for Peace“). 2000 bis 3000 Teilnehmer. Köln, Ebertplatz 19. Novemver 2023
Foto: Nicola, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0
Siehe auch die Buchempfehlung: Bernd Drücke (Hg.): Die Kriegslogik durchbrechen! Graswurzelrevolutionäre Stimmen zum Gaza-Krieg.
















