Rotor Ange

Da ich mich seit je nur mit solchen Arbeiten an das Publikum (an SIE, meine Damen und Herren) wende, die REPRODUZIERBAR sind (und zwar reproduzierbar mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln), habe ich – mit Bedauern – auf farbliche Gestaltungen weitgehend verzichtet. FARBIG waren nur die Filme, mit denen ich an HUT-FILM beteiligt war einschließlich der Hut-Film-Super-8- und Dia-Lightshows im Eschhaus.
Ansonsten: Zeichnungen, Montagen, Fotos (im METZGER), (Situations-)Postkarten, Plakate alles nur SCHWARZWEISS.
Doch nun: der technische Fortschritt – digitale Vervielfältigungsmethoden, Postkartenproduktion in geringer Stückzahl und natürlich auch das Weblog – erlauben es mir auch, Farben auf Flächen zu verteilen, und zwar in doppeltem Sinne: als optische Gestaltung und als Verteilen von farbiger Substanz auf einer Unterlage. Vulgo: Malerei.
Als farbige Substanz dienen mir Deckfarben aus einem Schul-Farbkasten. Als Unterlage (mit spezifischer Struktur) dienen mir gelegentlich Styropor-Platten, auf denen auf andere Art als auf dem Zeichenblock den Farben AUSLAUF gegeben wird (werden kann), etwa für Bilder aus ein- oder mehrdeutigen Wörtern:
siehe dort,
siehe dort,
siehe dort,
siehe dort,
siehe dort,

und dort..
Und? Was sehen Sie? Sie sehen, daß der Künstler (ich) durch Legen, Stellen und Um-Stellen und Bewegen es dem Bild selbst überläßt, sich fertigzustellen.
Und nun VOM WORT ZUR WORT-LOSIGKEIT (könnte der Ausstellungs-Führer sagen, wenn er Sie zu diesem Bild führt):

Zwei nicht kontrastierende Farben (rot, orange) unterschiedlich verdünnt.

Titel: Le Feu.

Das ist das erste Bild einer Serie EIN KÜNSTLER FÄLSCHT SEINE EIGENEN WERKE.
Denn das ist das Original von 1969:


Da können Sie mal sehen.

Sich heute schon an den November erinnern

Noch gar nicht angefangen hat der November – wie soll man sich jetzt schon an ihn erinnern?
Dann nehmen wir doch einfach den von vorigem Jahr!
Schon vor knapp einem Jahr habe ich in diesem Medium darüber aufgeklärt, was es mit dieser 40-seitigen Broschüre, die einerseits an Hadayatullah Hübschs Prosawerk Ramadan, andererseits an Albrecht/d und seine Flug-FLUX-Blatt-Zeitung erinnert, auf sich hat.
Gern ventiliere ich diese Arbeit, die als kleines Neben-Produkt gar bescheiden eingeordnet würde.
Für 5 Euro im Buchhandel erhältlich (sogar am Amazonas). ODER:
Wer mir jetzt in einem Briefumschlag (Adresse: Buchhandlung Weltbühne, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg) einen Verrechnungsscheck über 5 (fünf) Euro ODER Briefmarken im Wert von 5 Euro (ODER eine 5-Euro-Banknote) schickt ODER 5 Euro auf das Konto des Situationistischen Studentenbundes (DE76 3601 0043 0403 9564 32) überweist (Kennwort: November), kriegt ein mit rotem Filzstift signiertes Exemplar – als ungeahnt schöne Erinnerung an den letzten coronafreien November der Geschichte.
Rot ist das Hemd, gelb das Heft und dunkelblond das Haar (ehemals).

Wir Kinder von Buller – Bü…

Wie hieß nochmal die geheimnisvolle Auto-Zubehör-Fabrik auf der Koloniestraße/Ecke Sternbuschweg, die nicht den Eulen und Nachtgespenstern überlassen, sondern schlichtweg abgerissen wurde, fragte ich hier am 22.Oktober. Ich wurde aufgeklärt: Wilhelm Buller GmbH, Stanz- und Preßtechnik.
Ich kam nicht drauf. Es war sowas ähnliches wie BÜLLES. Aber BÜLLES stanzt und presst nicht, sondern BÜLLES bringt den Teppich.
Um der Sache (wieder!) auf ihren kunsthistorischen Grund zu kommen, klicken Sie bitte hier.

Der Online-Kunstmarkt präsentiert

Auf diesem Bildschirm sehen Sie heute (und auch in den nächsten Tagen dann und wann), was Sie auf dem diesjährigen Ruhrorter Kunstmarkt gesehen hätten – wenn der nicht (aus pandemischen Gründen) abgesagt worden wäre.
Heute also POSTKARTEN aus meiner bisher 6-teiligen Informel-Serie. Wunderschöne Flächen- und Farbenspiele.

SPK 105

SPK 106

SPK 107

SPK 125

SPK 137

SPK 161

Die Bilder anklicken zum Vergrößern (dann sind sie noch schöner).
„SPK“ bedeutet: Situationspostkarte (Postkartenserie der Situationspresse). Die Karten sind für 1 € zu kriegen.
Den Gesamtkatalog können Sie hier einsehen:
http://www.buchhandlung-weltbuehne.de/postkarten.html
..

Neu in der Situationspresse: November

Helmut Loeven: November. Broschüre 40 S. Din-A-5, geheftet. ISBN 978-3-935673-47-1

Man könnte also sagen, daß die Situationspresse einen SCHNELLSCHUSS fabriziert hat – mit Fug aber nur in dem Sinne, daß dieses Werk unangekündigt daherkommt, aber nicht ungeplant.
Es handelt sich – gewissermaßen – um ein Journal, also eine chronologische Reihe von Notaten, kommentiert durch zahlreiche Abbildungen (Fotos, Zeichnungen, Collagen, Typografien) – Erlebnisse, Erinnerungen, Marginalien, Reflexionen, deren einziges gemeinsames Kriterium eine scheinbar willkürliche Zeiteinheit ist, thematisch aber in alle Richtungen ausschweift.

Man mag sich an die gute alte Flugschriften- beziehungsweise Broschüren-Tradition, die namentlich in der Situationspresse gepflegt wurde, erinnert fühlen. Inspiriert ist diese lange vorgesehene Arbeit zur Rehabilitierung des oft als „trauriger Monat“ verstandenen November zum Beispiel durch „Ramadan“ von Hadayatullah Hübsch (1946-2011), erschienen Anfang bis Mitte der 70er Jahre im Verlag Heinrich, wir und die anderen. Ich habe dieses Monats-Tagebuch meines Kollegen nur mal in der Hand gehabt, nie besessen, aber ich fand die Idee gut. (Auf diesen Verlag müßte ich auch nochmal zu sprechen kommen). Ein zweites Vorbild war die Flug-FLUX-Blatt-Zeitung von von Albrecht/d (Dietrich Albrecht, 1944-2013) in der Reflection-Press. Für Albrecht war die Broschüre ein Medium der Bildenden Kunst, und als ein Werk der Bildenden Kunst will ich meine Text-Bild-Collage auch verstanden wissen.

November ist für 5 Euro erhältlich, über jede Buchhandlung oder – besser – direkt durch die Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand, Versandkosten inclusive).

P.S.: Das hämische Grinsen, das der Präsentation meines Elaborats angemessen sein mag, kommt am besten rüber, wenn ich die Brille nicht aufhabe.

Abitur bestanden!



Hier handelt es sich um zwei Bilder, die ich 1969 gemalt habe. (Genauer gesagt: um Abbildungen/Reproduktionen dieser Bilder).
Im Jahre 1969 fand(en) meine Abiturprüfung(en) statt. Die beiden Bilder gehörten zu denen, die ich im Kunstunterricht eingereicht habe.
Das obere Bild hat die Bezeichnung “Kantpark”. Und da ist es auch entstanden. Die ganze Klasse verließ das Schulgelände und begab sich in den benachbarten Kantpark (und somit in die Nähe des ehrfurchteinflößenden Lehmbruck-Museums) und verwandelte sich in ein Team von Landschaftsmalern.
Ein älteres Ehepaar, offenbar kunstsinnig, betrachtete amüsiert die entstehenden Bilder. Bei mir angelangt sagte der Mann: “Aha! Ein Expressionist!”
Kunst verhilft zur Selbsterkenntnis. Ich wurde zu der Erkenntnis geführt, daß ich Expressionist bin.
Beachten Sie die Farbvarianten von Grün, kontrastierend mit der Komplementärfarbe Rot (nicht gediegen, sondern als Komponente von Violett und Orange enthalten). Ist doch nicht schlecht, oder?
Das untere Bild hat schlicht den Titel “Le Feu” (das Feuer – und so sieht es auch aus).

Die beiden Bilder entstanden auf Din-A-2-Bögen, riesengroß! Richtige Arbeit!

Sie werden jetzt vielleicht voller Begeisterung ausrufen: “Sehr schön! Seeehr schön! Das müßte es als Kunstpostkarten geben!”

Gibt es!
Es handelt sich um zwei Motive der in diesen Wochen erweiterten Serie der Situationspostkarten, nämlich Nr. 177 (Kantpark) und 178 (Le Feu). Diese und all die anderen Postkarten werden am Sonntag (18. August, 11 bis 18 Uhr) auf unserem Stand auf dem Ruhrorter Kunstmarkt auf dem Neumarkt angeboten. Kommt dahin und freut euch, uns zu sehen.

Die Malerei habe ich, trotz des offensichtlichen Talents, nicht mehr weiter betrieben, weil ich nicht Unikate herstellen wollte, und mich einfacher reproduzierbarer Bildformen bedient. Ich ahnte ja noch nicht, daß es infolge technischen Fortschritts möglich werden würde, Farb-Werke in Serie zu reproduzieren. So wird also nach genau 50 Jahren die Vielfarbigkeit meines Schaffens sichtbar. Folglich haben beide Bilder den Untertitel “Für etwas muß es gut sein”.

Eigentlich könnte ich mich ja frohen Mutes der Malerei wieder zuwenden. Aber ob die Feuerkraft des Kantparks beziehungsweise die Kantparkkraft des Feuers noch in mir steckt, muß ich noch entdecken.

Die Füße der Gans oder Koch doch selber Kaffee

Nehmen Sie es mir nicht übel, sondern freuen Sie sich. Im Fernsehen kommen ja auch oft Wiederholungen, und das ist gut und nicht schlecht.

Die Füße der Gans oder Koch doch selber Kaffee, Veröffentlicht am 16. November 2013 von hl [und hier geringfügig überarbeitet]

Konkret berichtet über die wechselvolle Beziehung der Alice Schwarzer zu Günter Amendt.
Ihr Klang von 1980: „Ich rief ihn an. Er kam nach Köln. Wir sprachen bis in den späten Abend. In diesem Gespräch wird deutlich, daß Amendt und mich noch viel mehr verband, als wir vermutet hatten.“
1988, nachdem sie in einer TV-Diskussion mit Amendt über Pornographie schlecht ausgesehen hatte: „Der Journalist Günter Amendt präsentiert sich, nur weil er vor Jahren zwei Bücher über Jugendsex geschrieben hat, im Fernsehen auch gerne als ‚Sexualwissenschaftler‘.“ In Gänsefüßchen!
2013, zwei Jahre nach Amendts Tod: „Ich bin mit Emma mal wieder verdammt allein. Und kein Günter Amendt ist in Sicht.“

Günter Amendt…

 

…Tongtong…

Die Gemeinsamkeits-Feier 1980 fand keineswegs in allerbester Stimmung statt. Eine 22jährige Emma-Redaktionsfrau, die damals nicht mehr und noch nicht wieder meine Freundin (und noch nicht METZGER-Autorin) war, erhielt von Alice Schwarzer im üblichen Kasernenhofton den Befehl: „Koch mal Kaffee!“ Sie darauf: „Ich bin doch nicht zum Kaffeekochen eingestellt! Koch doch selber Kaffee!“ Frau Schwarzer war darüber sehr verärgert, während Günter Amendt sich ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte.

…and the Girl

Günter Amendt, Sexualwissenschaftler, Journalist (hauptsächlich für Konkret), kundig in Drogenpolitik und im Lebenswerk von Bob Dylan, SDS-Mitglied, Kommunist, 2011 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, wäre heute 80 Jahre alt geworden.

Vorsicht in Geldangelegenheiten!

Bekanntlich werden von Zeit zu Zeit die Geldscheine ausgewechselt, um es den Geldfälschern nicht zu leicht zu machen.
Die derzeit ausgegebenen 20-Euro-Scheine sind auch nicht mehr die gleichen wie von früher.
Wenn Ihnen aber für Ihre “ungültig gewordenen” 20-Euro-Scheine dieser angeboten wird:

dann haben Sie es mit Kriminellen zu tun.
Leicht zu erkennen.
Nicht drauf reinfallen!

Was will der Künstler damit sagen?


Der bildgewordene Kommentar zur heutigen Europawahl?
Von Britannien durch Brexit ins Chaos (red white and blue als informelles Durcheinander?)
Oder: Holland in Not? (So könnte der Titel des Bildes lauten, wenn gerade kein anderer da ist, immerhin auch: Rot Weiß Blau).
Oder nichts weiter als eine Erprobung der Deckfähigkeit der Deckfarben auf Styropor-Fläche?
Also: Nicht blauweißrot, sondern Blau und Rot (zwei der drei Grundfarben) auf Weiß.
Sagen Sie nicht: Komplosition.
Etüde. Skizze? Skizzenhafte Edüde. Das können Sie sagen.