Marvin Chlada: Noch’n Gedichtband

Neu in der WeltbĂŒhne:
Marvin Chlada: Die Melancholie des Teufels. Gedichte.
Dialog-Edition. Trikont Verlag.
66 S. Mit Abb. 10 €

„Mit 13 wollte ich
Einen Pakt mit dem
Teufel schließen

Doch [
]“
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Bitte besinnen Sie sich auch auf die anderen, bei Trikont, Situationspresse, Alibri erschienenen BĂŒcher von Marvin Chlada.

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Die DKP kandidiert fĂŒr den Bundestag

Am 8. und 9. Juli entschied der Bundeswahlausschuß, „welche Vereinigungen nach seiner PrĂŒfung als wahlvorschlagsberechtigte Parteien fĂŒr die Wahl zum 20. Deutschen Bundestag anzuerkennen seien“. 20 Parteien fielen durch, u.a. die Deutsche Kommunistische Partei DKP.
Gegen die Nichtanerkennung haben diese Parteien Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht erhoben. 19 Beschwerden hatten beim BVG keinen Erfolg. Nur der Beschwerde der DKP wurde stattgegeben.
Das BVG teilt mit:
„Das Bundesverfassungsgericht prĂŒft im Rahmen des Beschwerdeverfahrens im Wesentlichen, ob eine Vereinigung den formellen Anforderungen an die Beteiligungsanzeige nach § 18 Abs. 2 BWahlG genĂŒgt hat und ob ihr die Eigenschaft einer Partei im Sinne des Art. 21 Abs. 1 GG, § 2 Abs. 1 PartG zukommt. FĂŒr letzteres ist grundsĂ€tzlich maßgeblich, ob die GesamtwĂŒrdigung der tatsĂ€chlichen VerhĂ€ltnisse den Schluss zulĂ€sst, dass die Vereinigung ernsthaft ihre erklĂ€rte Absicht verfolgt, an der politischen Willensbildung des Volkes mitzuwirken. [
] In neunzehn Verfahren blieben die Nichtanerkennungsbeschwerden nach heute veröffentlichten BeschlĂŒssen des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts erfolglos. Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) wurde hingegen als wahlvorschlagsberechtigte Partei fĂŒr die Wahl zum 20. Deutschen Bundestag anerkannt (2 BvC 8/21).“
Weiter heißt es:
„Die Nichtanerkennungsbeschwerde der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) im Verfahren 2 BvC 8/21 hatte dagegen Erfolg.
1. Der Bundeswahlausschuss begrĂŒndete seine Nichtanerkennung der BeschwerdefĂŒhrerin damit, dass die Kriterien der Parteieigenschaft gemĂ€ĂŸ § 2 PartG nicht erfĂŒllt seien: Die Vereinigung habe nach Mitteilung des Deutschen Bundestages die Rechtsstellung als Partei verloren, weil sie sechs Jahre lang entgegen der Pflicht zur öffentlichen Rechenschaftslegung gemĂ€ĂŸ § 23 PartG den jeweiligen Rechenschaftsbericht nicht in einer den gesetzlichen Mindestanforderungen genĂŒgenden Form eingereicht habe (§ 2 Abs. 2 Satz 2 PartG).
2. Die zulĂ€ssige Nichtanerkennungsbeschwerde ist begrĂŒndet. Die BeschwerdefĂŒhrerin ist als wahlvorschlagsberechtigte Partei fĂŒr die Wahl zum 20. Deutschen Bundestag anzuerkennen.
Entgegen der Auffassung des Bundeswahlausschusses tritt der Verlust der Parteieigenschaft nicht bereits ein, wenn eine Partei – wie die BeschwerdefĂŒhrerin – in einem Zeitraum von sechs Jahren mehrere Rechenschaftsberichte unter Einhaltung der inhaltlichen Mindestanforderungen des § 19a Abs. 3 Satz 5 PartG nicht fristgemĂ€ĂŸ eingereicht hat. Dies ergibt sich aus einer im Lichte von Art. 21 Abs. 1 GG vorzunehmenden Auslegung von § 2 Abs. 2 Satz 2 PartG. Danach ist die nicht fristgerechte Einreichung des PrĂŒfberichts der Nichteinreichung nicht gleichzustellen und fĂŒr sich genommen nicht ausreichend, die Rechtsfolge des Verlusts der Parteieigenschaft gemĂ€ĂŸ § 2 Abs. 2 Satz 2 PartG auszulösen.
Die demnach gebotene GesamtwĂŒrdigung der tatsĂ€chlichen VerhĂ€ltnisse der BeschwerdefĂŒhrerin, insbesondere des Umfangs ihrer Organisation, der Zahl ihrer Mitglieder und des Hervortretens in der Öffentlichkeit, lassen darauf schließen, dass sie in der Lage ist, ernsthaft an der politischen Willensbildung des Volkes fĂŒr den Bereich des Bundes oder eines Landes mitzuwirken.“

Neu in der WeltbĂŒhne: Über Klima, Chaos und Kapital

Matthias Martin Becker: Klima, Chaos, Kapital. Was ĂŒber den Kapitalismus wissen sollte, wer den Planeten retten will
PapyRossa Verlag 2021. 184 S. 14,90 €
Immer wieder hören wir, wirksamer Umweltschutz und Kapitalismus könnten langfristig harmonieren. Doch die „Marktmechanismen“ haben weder den Ausstoß an Treibhausgasen gesenkt noch die Abholzung der TropenwĂ€lder beendet, und sie werden es auch zukĂŒnftig nicht tun. Warum das so ist, erlĂ€utert Matthias Martin Becker. Er legt den Zusammenhang zwischen Naturzerstörung und Profitstreben dar. Raubbau an den natĂŒrlichen Ressourcen und die SchĂ€digung der AtmosphĂ€re sind untrennbar verwoben mit der weltweiten sozialen Ungleichheit, mit Macht und Ohnmacht, Reichtum und Armut. Welche Gegenmaßnahmen wĂ€ren notwendig? Welche Hindernisse stehen ihnen im Weg? Das Fazit: Ein nachhaltiger Kapitalismus wird ein Mythos bleiben. Ohne Eingriffe in Privateigentum, Markt- und Kapitalfreiheit lassen sich Klimakrise und ökologische Verwerfungen nicht entschĂ€rfen.
Matthias Martin Becker, Jg. 1971, Freier Wissenschaftsjournalist u.a. fĂŒr Deutschlandfunk, SWR und WDR.

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Gewalt gegen Sinte:zze und Rom:nja – Der legitimierte Rassismus

Ein weiterer Veranstaltungshinweis:

Die Thematisierung von Rassismus fĂŒhrt immer wieder zu reflexhaften Abwehrhaltungen. So auch in Duisburg. Doch auch hier ist es unerlĂ€sslich, dass eine gesellschaftliche Sensibilisierung gegenĂŒber den Wirkungsweisen verschiedener Rassismen stattfindet. Das bedeutet, auch den Rassismus gegen Sinte:zze und Rom:nja in den Blick zu nehmen.
Dies ist notwendig, da beispielsweise die „Wohnungsfrage“ in problematisierten Stadtteilen immer wieder als „Sicherheitsfragen“ diskutiert wird. Gleichzeitig wird Armut ethnisiert, Migration kriminalisiert und Menschen strukturell entrechtet. Dabei wird der Alltagsrassismus, der den Menschen begegnet, wenn sie eine Wohnung oder einen Arbeitsplatz suchen, ebenso ausgeblendet wie die Tatsache, dass sie sich das Leben in PrekaritĂ€t nicht freiwillig ausgesucht haben. Die Verstrickungen von Diskriminierung in Schulen, im Kontakt zu den Ämtern, Polizei etc. mĂŒssen hier mit einbezogen werden.
Nach der pogromartigen Belagerung und RĂ€umung der HĂ€user „In den Peschen“ im Jahr 2014, der rassistischen VerdrĂ€ngung von RumĂ€n:innen und Bulgar:innen aus Marxloh 2018 und 2019 und zuletzt den ZwangsrĂ€umung der Gravelottestraße und BrĂŒckenstraße in Duisburg Hochfeld, hat sich strukturell wenig zum Besseren verĂ€ndert. Neu ist allerdings, dass die zwangsgerĂ€umten Bewohner:innen in Hochfeld öffentlich ĂŒber ihren Frust und ihre Wut reden, Weiterlesen

Wochenendworkshop zur Geschichte der Rom:nja und Antiziganismus

Veranstaltungshinweis:
Verein fĂŒr die solidarische Gesellschaft der Vielen e.V. ist hier: Stapeltor.
g9.at SnpJSoaueclin ucfrmt 1soortde4:fh27di · Duisburg ·
Wochenendworkshop zur Geschichte der Rom:nja und Antiziganismus; mit Amaro Drom – Fr., 23.7. – So., 25.7., Stapeltor Duisburg
Wir wollen das oben benannte Wochenende der Geschichte der Rom:nja widmen. In dieser lĂ€sst sich der ihnen begegnende Rassismus nicht ausblenden. Gemeinsam mit euch und den zwei Teamer:innen von Amaro Drom wollen wir der Frage nachgehen, was es damit auf sich hat und uns gleichzeitig fĂŒr das Thema sensibilisieren. Es spielt es keine Rolle, ob ihr schon Vorwissen habt oder ob ihr euch das erste Mal der Thematik annĂ€hert, ihr seid herzlich eingeladen.
Am Freitagabend werden wir uns zwischen 19 und 21 Uhr das erst mal treffen, um uns kennen zu lernen.
Am Samstag werden wir dann inhaltlich in das Workshopwochenende starten. Weiterlesen

Esther Bejarano. Erkundige dich nach ihr.

Esther Bejarano
15. Dezember 1924 – 10. Juli 2021

Zum BĂŒhnenprogramm von Esther Bejarano gehörte auch der deutsche Schlager aus dem Jahre 1939 „Bel Ami“. Dieser Schlager (Text: Fritz Beckmann, Musik: Theo Mackeben) wurde populĂ€r durch den UFA-Film gleichen Titels (1939, Regie: Willi Forst). Lizzi WaldmĂŒller sang das StĂŒck.

Du hast GlĂŒck bei den Frau’n, Bel Ami!
So viel GlĂŒck bei den Frau’n, Bel Ami!
Bist nicht schön, doch charmant,
bist nicht klug, doch sehr galant,
bist kein Held,
nur ein Mann, der gefÀllt.
Du verliebst jeden Tag dich aufs Neu,
alle kĂŒsst du und bleibst keiner treu.
Doch die Frau, die dich liebt,
machst du glĂŒcklich wie noch nie,
Bel Ami! Bel Ami! Bel Ami!

Die PopularitĂ€t dieses StĂŒckes mag auch daher rĂŒhren, daß seine Aussage so amoralisch und ganz und gar unheroisch ist und in das Jahr des beginnenden Weltkrieges gar nicht hineinzupassen schien: Kein Held, nur ein Mann, der gefĂ€llt.
Joseph Goebbels, der Oberbefehlshaber ĂŒber Film und Musik, wußte, daß das Kino nicht nur agitieren sollte, sondern darĂŒber hinaus auch die Stimmung erhellen, gute Stimmung zum verbrecherischen Spiel liefern konnte. Zudem handelte es sich um die Verfilmung des Romans Bel-Ami von Guy de Maupassant. Da konnte man die Leichtigkeit des Seins dem Erbfeind ankleben.

Wie kommt dieser Schlager ins Programm einer kommunistischen Revue?
Esther Bejarano erklĂ€rte: Im KZ Auschwitz wurde sie gefragt, ob sie das Lied kennt und vorsingen kann. Auf dem Akkordeon sollte sie sich selbst begleiten. Sie konnte Klavier spielen; ein Akkordeon hatte sie noch nie in der Hand gehalten. Aber es gelang ihr, das StĂŒck auf der Klaviatur des Akkordeons zu spielen. Also wurde sie in das MĂ€dchenorchester von Auschwitz aufgenommen. Der deutsche Schlager “Bel Ami” rettete sie vor der Gaskammer.

Es ist geradezu unheimlich: eine solche Geschichte aus der Hölle.
Jede Musik ist politisch, weil jede Musik etwas ausdrĂŒckt, weil sie zu den LebensĂ€ußerungen gehört, und weil eine Generation sich aufbĂ€umen mußte, auch dafĂŒr, daß die Musik dem Befehl und der VerfĂŒgung eines Joseph Goebbels entrissen wird.

„Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts ĂŒber diese Zeit wissen wollt. Ihr mĂŒsst alles wissen, was damals geschah. Und warum es geschah.“
Esther Bejarano

Good old everlasting Sternbuschweg. Juli 2021

Ja, auch das muß man mal zur Sprache bringen. Der Sternbuschweg hat nicht nur schöne Seiten (Straßenabschnitte).
Eine Bushaltestelle, die aussieht, als wÀre es keine Bushaltestelle.
Die beiden HĂ€user links im Bild sind ja schon schlimm genug. Parterre nur geeignet fĂŒr eine Fahrschule. Wohnungen fĂŒr Leute, denen anscheinend alles egal ist.
Und dann: dieser Quader!
Es gibt Meisterwerke der Architektur, da möchte man fragen: Wer war das??
Da sind anscheinend welche aufs Dach gestiegen, um an den Giebeln der NachbarhĂ€user was anzumalen. Das hĂ€tte man von der Straße aus nicht gesehen, aber es mußte ĂŒberpinselt werden.
Da war mal dieses EiscafĂ© GrĂŒn oder EisgrĂŒn CafĂ© oder wie das hieß. Waren Sie da mal drin? Ich auch nicht.
Und danach kam Matratzen Concord. Die sind immer noch da drin. Die sind ihre Matratzen immer noch nicht quitt.

Die schönsten europÀischen Einfahrten (32)

Irgendwo zwischen Duisburg und DĂŒsseldorf (also Ă€ußerster DĂŒsseldorfer Norden oder Ă€ußerster Duisburger SĂŒden) wurde dieses Landgut stehengelassen. Wassergraben mußte sein.
Auf dem grĂŒnen Schild unter der Hausnummer steht: Mitglied im Pferdesportverband Rheinland e.V. Im „Pferdesport“ mĂŒssen die Pferde ĂŒber eine Rennbahn rennen. Wenn die Pferde ĂŒber Hindernisse springen mĂŒssen, nennt man das „Reitsport“.
Wenn man genau hinschaut, sieht man, wie ein Pferd aus’m Fenster guckt (ĂŒber dem Wellblechfragment).
Links im Bild der Hausbriefkasten. Denn im Mittelalter schrieb man Briefe noch im Din-A-2-Format.