Neu in der Weltbühne: Andreas Speit über „Verqueres Denken“

Andreas Speit: Verqueres Denken. Gefährliche Weltbilder in alternativen Milieus.
Ch.Links Verlag. 240 Seiten. 18 Euro
Sie gehen für „die Freiheit“ auf die Straße: Bei den Querdenken-Demonstrationen und Corona-Protesten laufen Impfgegner neben QAnon-Anhängern, Esoteriker neben Rechtsextremen, die Peace-Fahne flattert neben der Reichsflagge. Dieses Miteinander kommt jedoch nicht zufällig zustande. Wer sich für den Schutz von Natur und Tieren einsetzt, vegane Ernährung und Alternativmedizin bevorzugt, seine Kinder auf Waldorfschulen schickt oder nach spiritueller Erfüllung sucht, muss nicht frei von rechtem Gedankengut und Verschwörungsfantasien sein. Andreas Speit zeigt, dass in alternativen Milieus Werte und Vorstellungen kursieren, die alles andere als progressiv oder emanzipatorisch sind.

Das Buch soll noch in diesem Monat erscheinen. Um Vorbestellungen wird gebeten.

Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne
Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg (Neudorf). Tel. 0203-375121
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Auch dieses Jahr kein Kunstmarkt

Das war nach Lage der Dinge nicht anders zu erwarten:
Und damit ist auch der Ruhrorter Kunstmarkt abgesagt – wie schon im vergangenen Jahr.
Für die Buchhandlung Weltbühne resp. Situationspresse (Stamm-Aussteller) ist das ein herber Rückschlag – nicht nur, was entgangene Einnahmen betrifft. Es geht bei dieser traditionellen Veranstaltung auch um öffentliche Präsentation und um Verbindungen.
Der nächste Ruhrorter Kunstmarkt also nicht vor Sonntag, 21. August 2022.
So schön wir’s in Ruhrort dieses Jahr nicht.

Bruno Ruhrort

In dem Artikel von Pelikan zum hundertsten Geburtstag von H.C. Artmann, den ich hier verlinkt hatte (siehe Eintrag vom 12. Juni) wurde ich wieder an Bruno Ruhrort erinnert – und erfuhr, daß er nicht mehr unter den Lebenden ist.
Der ist da ganz gut beschrieben als „leicht verrückt intelligent“. Ich würde hinzufügen: von leichtfüßiger Eleganz, gebildet, angenehm im Ungang.
Dem begegnete ich an unterschiedlichen Orten. In der Weltbühne war er auch mal, aber nicht oft.
Was war der eigentlich von Beruf? Dachdecker oder sowas. Der war mal ein paar Tage in der Uni, Gebäude LA beschäftigt, da, wo wir jahrelang unseren Büchertisch hatten.
In dem Audimax-Foyer stand ein großer ungenutzter Stahlschrank herum. Ich meinte, wir könnten doch da unsere Bücher reinpacken, anstatt sie jeden Tag hin und her zu tragen. Aber der Schrank war mit einem Vorhängeschloß verschlossen. Ich versuchte, mit einer Feile den Bügel des Schlosses durchzufeilen. Da kam Bruno Ruhrort vorbei, sah das, zeigte mit dem Finger darauf und sagte: „Höhöhöhöhöhöhö!“. Eine Stunde später kam er mit einem Bolzenschneider. Damit ließ sich das Schloß wunderbar entfernen.
Die schöne Doris Steputat hatte an ihrem parkenden Auto eine Delle entdeckt. Jemand war ihr da reingefahren. Unter ihrem Scheibenwischer klemmte ein Zettel.
Doris war trotzdem verärgert: „Da hat sich aber einer einen besonderen Scherz erlaubt. Der nennt sich ‚Bruno Ruhrort‘.“
Ich sagte: „Bruno Ruhrort. Den kenn ich. Dochdoch, der heißt wirklich so. Das ist ein netter Mensch.“

Also, ich kann es nicht anders sagen

Dieses Bild (Gustave Courbet „Der Schlaf“ 1866) finde ich irgendwie ungemütlich.
Die beiden Damen im Schlafe arg verdreht. Dem Schlaf in dieser Haltung fehlt das Entspannende.
Die beiden Damen sind in einem Moment ihres Schlafes festgehalten. Aber man fürchtet, daß die eine im nächsten Moment mit der Hand das Glas und das Gefäß mit der geheimnisvollen Flüssigkeit umstößt, und die andere mit dem Fuß die kostbare Vase. Da möchte man doch am liebsten gar nicht hingucken.
Im selben Jahr 1866 störte Courbet die Kunstgeschichte auf mit seiner skandalträchtigen „L’Origine du monde“ („Der Ursprung der Welt“).
Fünf Jahre später, 1871, war die Pariser Commune, an der Courbet beteiligt war.

H.C. hundert Jahre Artmann

Foto (C) wikimedia commons

Heute ist der hundertste Geburtstag von H.C. Artmann. Der österreichische Avantgardist und Sprach-Ausloter gehört zu den originellsten deutschsprachigen Autoren, der mit der Feststellung verblüffte, „dass man Dichter sein kann, ohne auch irgendjemals ein Wort geschrieben oder gesprochen zu haben“.
Grund genug also, an den Autor zu erinnern. Aber schauen Sie doch mal bei Pelikan nach. Der kann Ihnen das alles viel besser erklären.

Neu in der Weltbühne: Über Corona-Krieger

Matthias Kamann, Annelie Naumann: Corona-Krieger. Verschwörungsmythen und die Neuen Rechten. Verlag Das neue Berlin. 192 Seiten Klappenbroschur. 16
Was sächsische Pegida-Anhänger und schwäbische Impfgegner eint.
Verschwörungsmythen gibt es schon lange, aber die Coronakrise, „Hygiene-Demos“ und das Internet haben ihnen noch einmal neuen Aufschwung verliehen. Einige von ihnen, etwa QAnon, gelangen auf Plattformen wie YouTube oder 4chan zu uns, andere verbreiten sich über die Sozialen Medien. Deutsche Initiativen wie die „Querdenker“ spinnen sie weiter, und auch die AfD zeigt sich dafür anfällig. Die neue Popularität von Verschwörungsfantasien benutzen rechte Parteiideologen und Rechtsextremisten für ihren Kreuzzug gegen die demokratische Ordnung. Keiner kann ausschließen, dass ihr Protest nicht in Gewalt ausartet.

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Syntopia – ein dringender Appell

Unterstützt euer Syntopia!
6. Juni 2021
Liebe Freund*innen des Syntopias,
mittlerweile dauert es schon über ein Jahr, dass das Syntopia aufgrund der Covid19-Pandemie geschlossen bleiben muss – und dank Eurer überwältigenden Unterstützung hat der Trägerverein Mustermensch das Ladenlokal seitdem halten können. Leider ist noch nicht absehbar, wann eine Wiedereröffnung möglich wird, und somit bleibt auch das Syntopia – ohne die üblichen Veranstaltungen und Eure Besuche – weiterhin auf Unterstützung angewiesen.

Die laufenden Kosten konnten wir glücklicherweise reduzieren, diese sind aber trotzdem nicht komplett durch die Beiträge der Vereinsmitglieder gedeckt. Wir haben uns um Fördermittel für von Schließung bedrohte sozio-kulturelle Einrichtungen bemüht, passen mit dem Konzept des Syntopias aber nicht zu den Anforderungen für solche Hilfen. Daher fehlen dem Syntopia weiterhin monatlich etwa 500€. Wenn es euch finanziell möglich ist, freuen wir uns über euren Beitrag zum Fortbestand des Syntopias.

▶ Zum Beispiel bei Betterplace.

▶ Oder per einmaliger oder regelmäßiger Überweisung auf unser Vereinskonto:
Mustermensch e.V.
Commerzbank Duisburg
IBAN: DE74 3504 0038 0582 4727 00
Verwendungszweck: Syntopia
(gern stellen wir Euch Spendenquittungen aus)

▶ Wenn ihr das Syntopia dauerhaft fördern wollt werdet doch Mitglied im Trägerverein Mustermensch e.V.

Wir hoffen, dass das Syntopia durch Eure Hilfe die Corona-Zeit übersteht und dass wir uns möglichst bald dort wieder sehen. Bis es soweit ist, sind alle Spender*innen herzlich eingeladen – selbstverständlich unter Einhaltung von Abständen und mit Maske – am Donnerstag den 10. Juni von 18 bis 19 Uhr oder Samstag den 12. Juni von 14 bis 16 Uhr an der Ladentür vorbeizukommen und sich ein kleines Dankeschön abzuholen.
Vielen Dank für Eure Unterstützung zum Fortbestand des Syntopias!

Euer Syntopia-Orga-Plenum

Gestern auf dem Kaiserberg

Who’s that Girl?
Schreibt einen Brief (oder einen Roman?) auf Papier.

Der untere (der kleine) Teich hingegen ist ausgetrocknet.
Wenn ich witzig wäre, könnte ich ausrufen: „Da hat wohl jemand den Stöpsel rausgezogen.“
Nur da hinten ist noch eine kleine Pfütze.
„Where Love ist like a muddy River“? Nee.

Der Grund eines ausgetrockneten Teichs.
Ich hab mal die Friedensbewegung mit einem Teich verglichen. Wenn der ausgetrocknet ist, wird sichtbar, was sich da alles auf dem Grund abgelagert hat.

„Look up to the Sky“

Heute ist der diesjährige 1. Juni.
Meinen traditionellen Gang zum Kaiserberg (jedes Jahr am 1. Juni) bin ich schon mittags gegangen, so daß ich jetzt schon davon berichten (ein Bild schicken) kann.
Sonst gehe ich diesen Weg immer erst nach Ladenschluß, den Umstand nutzend, daß es am 1. Juni lange hell bleibt. Daß ich heute schon mittags unterwegs war, hat Gründe, die Sie aber nicht interessieren.
„Look ut to the sky. Heads are flying by“, sang Jenny einst.
Wer hat sich bloß diesen Text ausgedacht?