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Schlagwort-Archiv: Junge Welt
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Vorwand
Wie man einen Krieg gewinnt
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(So kann man auch das „lästige“ Kupfergeld, das sich im Pottemannee ansammelt, loswerden).
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Hätten wir die Pressefreiheit …
Jetzt ist er ganz verrückt geworden
Otto Köhler
Otto Köhler 1935 – 2026.
Auf Otto Köhler wurde ich aufmerksam als junger Spiegel-Leser. Seine Beiträge „stachen hervor“.
Er war beim Spiegel „Namens-Redakteur“ – präziser zu nennen: Kolumnist. Das heißt: Er gehörte in dem Blatt zu den wenigen, deren Beiträge unter ihrem Namen erschienen. Er war beim Spiegel „Medien-Kolumnist“. Seine Kolumnen waren eine wöchentliche kritische Presse-Schau. Sehr kritisch sogar. Ihm schien nichts zu entgehen. Es schien mir, daß er die Zeitungen auswendig kannte, nicht nur die vom Tage. Er konnte einen Journalisten aus dem Stand mit dem konfrontieren, war er vor Monaten oder Jahren geschrieben hatte. Von 1966 bis 1972 war er beim SPIEGEL.
Danach war er Redakteur bei Pardon, und schließlich bei Konkret. Das war zu der Zeit, als Konkret als Wochenmagazin erschien. Otto Köhler wirkte mit bei der heftigen Auseinandersetzung um die Neugestaltung des Blattes, soll heißen: Contra Röhl, pro Gremliza.
Beiträge von Otto Köhler erschienen danach Beiträge im Freitag, im Neuen Deutschland, in der Jungen Welt, in der Gewerkschaftszeitung Metall, auch im Stern und in der Zeit, auch im Rundfunk (WDR, Deutschlandfunk).
Zu seinen Buchtiteln gehörte:
Hitler ging – sie blieben. Der deutsche Nachkrieg in 16 Exempeln.
Wir Schreibmaschinentäter. Journalisten unter Hitler und danach.
Unheimliche Publizisten. Die verdrängte Vergangenheit der Medienmacher.
Der SPIEGEL in seinem Nachruf: „Wenig brachte Otto Köhler so auf wie eine Nazivergangenheit von Kollegen. Beim SPIEGEL der Nachkriegszeit hatte er diesbezüglich einiges an Anschauungsmaterial.“
Seine publizistische Heimat fand Otto Köhler in dem zweiwöchentlichen Magazin Ossietzky. Er war einer der Herausgeber.
Die junge Welt schließt ihren Nachruf lapidar mit den Worten „Danke, Otto Köhler.“.
Dem schließe ich mich an.
Der fortschrittliche Journalist sollte nicht missionieren, sondern Klarheit schaffen, Wissen nahebringen, zum Handeln nicht antreiben, sondern zum Handeln ermutigen, die Wege zu wirksamem Handeln sichtbar machen.
Danke, Otto Köhler.
From the River to the Sea
Der Irre von Essen
Robert Steigerwald

In der Jungen Welt gelesen: Heute wäre Robert Steigerwald 100 Jahre alt geworden.
Den habe ich ein paar mal erlebt und schrieb vor 10 Jahren:
Wer Vorträge von ihm gehört hat, hat einen hellwachen Denker, einen reaktionsschnellen Wortkünstler, ja man kann sagen: einen Entertainer der Theorie erlebt. Er vermittelt den dialektischen Materialismus als fröhliche Wissenschaft.
Mehr ist hier zu lesen (bitte anklicken).
Buchempfehlung:
Das Haus im Sandweg. Eine sozialistische Familienchronik. Verlag Neue Impulse 2008.
In der Buchhandlung Weltbühne erhältlich.
Zitat:
„Der Text ist ein Bastard, jawohl, ein regelrechter Bastard. Kein Roman, keine Autobiografie, auch keine Chronik oder ein Sachbuch, enthält aber von jedem etwas. Was kümmert mich die Form, ich bin doch kein Schriftsteller! Und natürlich ist in diesen – wie in allen – Erinnerungen manches erfunden, geflunkert… Doch nicht alles ist Fiktion!“
Dieter Süverkrüp
Vor ein paar Monaten (anläßlich des 90. Geburtstages) schrieb die Junge Welt in einem Vergleich mit dem – oft in ein- und demselben Satz genannten Franz Joseh Degenhardt: Degenhardt sei ein Lyriker gewesen, der zum Liedermacher wurde. Süverkrüp sei von der Musik ausgehend zum Text gekommen.
In der Tat: Unter den „Liedermachern“ war er der „musikalischste“. Am Anfang seiner künstlerischen Laufbahn stand die Jazzband Feetwarmers (zusammen u.a, mit Klaus Doldinger). Jazz in Deutschland von Deutschen gespielt in den 50er Jahren! Das war ja – wie kultureller Landesverrat!
Die Auseinandersetzung um die Remilitarisierung forderte ihn heraus, sich politisch zu positionieren.
Er hatte nicht die Poesie eines Degenhardt oder Wader, nicht die Beobachtungsgabe eines Hüsch. Sein Markenzeichen war der ironische Sprachwitz und der beißende Spott – und seine Vortragskunst. Er konnte die Stimme wie ein Instrument einsetzen – und sein virtuoses Gitarrenspiel.
Und seine Vielseitigkeit: mit Sprache und Musik – und als bildender Künstler. Er schrieb und sang auch Kinderlieder. Seine Bühne warenm oft Demonstrationen und Kundgebungen, zum Beispiel beim Ostermarsch, der damals noch eine Aufbruch-Bewegung war.
Zusammen mit Gerd Semmer, Arno Klönne und Frank Werkmeister gründete Dieter Süverkrüp den Pläne-Verlag, ursprünglich ein Verlag für Liederbücher und Liederhefte. Später erschienen dort die Schallplatten, so auch Süverkrüps eigene Lieder, ebenso die Lieder der 48er-Revolution. Süverkrüp macht Erich Mühsam wieder bekannt, er sang und spielte auch die von Gerd Semmer übersetzten Lieder der Französischen Revolution.
Dieses kulturelle Erbe zu bewahren und überhaupt erst wiederzuentdecken ist von großem Wert – so wie Geschichtslosigkeit eine große Last wäre. Kampf für den Fortschritt muß immer auch ein Kampf sein gegen kollektive Gedächtnisschwäche.
Leonard Peltier aus der Haft entlassen
Aus dem Loch
Otto Köhler – alles Gute zum 90. Geburtstag!
Freiheit für Leonard Peltier!
Das Zitat von dem Tag
… hat Geburtstag. Trallerallala!
Von wem ist hier die Rede (88)?
Die junge welt schrieb heute:
„ … in der BRD angekommen wurde er recht zügig staatsertragend.
… Aus Mut gegen oben wurde Wut gegen unten.
… besoffen von der eigenen Weisheit …“
Vor drei Jahren fragte Renate Scheutin:
„Heißt der wirklich Biermann?“
Antworten von Jacobus Mayer:
„Zuerst hieß der Schnapsmann. Aber dann hat der sich etwas gemäßigt“
Zusatzfrage: „Ist das denn möglich, wenn man Schnapsmann heißt, sich danach Biermann zu nennen?“
















