Anna Irma Hilfrich 1985 – 2026

Liebe Anna, eigentlich müsste ich mit dir schimpfen,
diesen fetten Schlussstrich gesetzt zu haben.
Wir haben dein inneres Drama nicht wahrgenommen,
wir dachten, eine Durststrecke, wie so etliche, die das Leben bereithält.
Dein lustiges Trallala, wenn du hereinkamst,
deine motivierende Anteilnahme, dein Engagement
für all die Menschen, die kein öffentliches Gehör finden,
vermissen wir.
Du hast uns Stimme und Gesicht gegeben
und wir hätten dir gerne den üppigen Blumenstrauß überreicht,
den du dafür verdient hast.
Doch das stand dir nicht zu Gesichte, du suchtest dir
die kleinen Blümchen am Wegesrand,
und wenn ich die Pflänzchen an den Hausmauern,
die Wicken am Zaun und die blühende Brache sehe, denke ich an dich, überall dort find ich dich wieder…
Was du uns hinterlassen hast, ist ein bunter Blumenkranz,
an dem jede ein bisschen mitgeflochten hat.
Wir danken dir, Anna.

Anna Irma Hilfrich war seit 2011 Wahlduisburgerin und arbeitete als Kunst- & Kulturschaffende in unterschiedlichen Komplizenschaften. Am liebsten werkelte sie mit audiovisuellen Medien: dokumentarischem Film, Puppenanimation, Audiocollagen u.ä.. Seit 2021 war sie Aktive im gemeinnützigen Verein KUCKSTDU e.V. (Kunst- & Kulturstudien Duisburg).
Den Nachruf schrieb Lütt Huis.

Brief von der VVN

Brief von der VVN:

Liebe Freundinnen und Freunde,
Die Einladung zum Gedenken an zwei mutige Frauen, die ihren Widerstand gegen das Naziregime mit dem Leben bezahlten, leite ich gerne weiter.
Das Gedenken an den Widerstand der Frauen hat eine rege Beteiligung verdient, um die ich herzlich bitte.
Denn zahllose Frauen stellten sich mutig den Nazis entgegen, viele schon vor 1933: Frauen, die in der französischen Résistance tätig waren, Frauen, die Unterkünfte und Fluchtrouten für Verfolgte organisierten, sie auf vielfältige Weise Nachrichten übermittelten, die im KZ anderen halfen und tausende, die von den Nazis ermordet wurden.
Mit solidarischen Grüßen
Christa Bröcher

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
im Anhang schicke ich euch eine Einladung zum Gedenken an
Cato Bontjes van Beek und
Libertas Schulze-Boysen,
die Opfer des faschistischen Terrors wurden und ihren Widerstand gegen
die Naziherrschaft mit ihrem Leben bezahlen mussten.
Auch in diesem Jahr erinnern wir am 22. Dezember an die
Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“. Weiteres findet ihr im Anhang.
Herzliche Grüße
Christine Zentek


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Kommunalwahl in NRW: Die ganze Welt schaut auf Duisburg

Vor Zeiten war Duisburg eine „uneinnehmbare“ SPD-„Hochburg“. Die Frage war nicht, ob die SPD (bei welcher Wahl auch immer) die Absolute Mehrheit bekommt, sondern: Zweidrittel?
Die AfD kann zum Glück nicht, wie oft geunkt wird, in der Arbeiterstzadt das Erbe der guten alten Arbeiterpartei antreten. Die SPD gewann im Vergleich zur vorigen Kommunalwahl – wenn auch geringfügig – Stimmenanteile hinzu. Die AfD hat im Vergleich zur diesjährigen Bundestagswahl nur 0,3 Prozentpunkte hinzugewonnen.
ÜfDüPü in Duisburg wie üblich nicht erwähnenswert.
Bei der letzten Bundestagswahl lag die SPD noch in den meisten Stadtteilen vorn, nur im Süden und auf der anderen Rheinseite war die CDU vorn und in ein paar Stadtteilen im Norden die AfD.
Bei der Kommunalwahl vorgestern war die SPD wieder in 34 der 37 Wahlkreise Erster, die AfD nur in zwei Wahlkreisen im Norden. Die CDU war nur in einem Wahlkreis im Süden vorn: Mündelheim/Kappes Serm.
Die Linke hat ihren Anteil seit der vorigen Kommunalwahl in Duisburg um 0,5 Prozentpunkte gesteigert. BSW weg vom Fenster gut so.
Während Neudorf-Nord und Duissern früher die einzigen Wahlbezirke waren, in denen die CDU von der SPD nicht abgehängt wurden, gingen sie diesmal in Neudorf-Nord nur als Vierte ins Ziel. Erster wurde die SPD (29,3), Zweiter die Grünrn (20,3), Dritter die Linken (14,4) und Vietrter die CDU (12,5). Also für die CDU noch nicht einmal Bronze. AfD Scheiße 10,2.
Linke auch stark in Innenstadt, Altstadt und Hochfeld.

Seit 25 Jahren bleibt Oststraße immer noch Oststraße


Am 1. September 2000 entschied die Stadtverwaltung, daß die Oststraße in Neudorf Oststraße heißt. Die hieß vorher allerdings genauso, und davor auch: Oststraße. Seitdem es diese Straße gab, hieß sie immer Oststraße. Von der Neudorfer Straße bis zur Lotharstraße quer durch Neudorf: Oststraße.
Im Jahre 1969 jedoch hatte die Stadtverwaltung die Straße umbenannt. Die sollte jetzt Klöcknerstraße heißen. Wieso? Wußte keiner.
Da haben die Leute gesagt: Nix da! Die Straße heißt Oststraße, und dabei bleibt’s. Oststraße bleibt Oststraße.
Es wurde sogar auf der Königstraße demonstriert mit Transparenten. Die Leute sagten: Die Studenten demonstrieren doch dauernd. Jetzt demonstrieren wir auch. Oststraße bleibt Oststraße.
Die Von der Stadt angebrachten Straßenschilder „Klöcknerstraße“ wurden abmontiert und mit richtigen Straßenschildern ersetzt: Oststraße. So ging das jahrelang. Man hat dann der Einfachheit halber die städtischen Straßenschilder überklebt mit „Oststraße“. Bis nach 31 Jahren die Stdtverwaltung es endlich drangegeben hat, der Straße einen falschen Namen aufzuzwingen. Jetzt heißt die Straße auch offiziell wieder so wie sie heißt.
31 Jahre haben die Leute der Stadtverwaltung die Stirn geboten und sich nicht gebeugt, sondern stattdessen Straßenschilder ausgetauscht.
Warum haben die Leute das getan?
Ganz einfach: Die wollten nicht, daß die Straße Klöcknerstraße heißt. Die wollten, daß die Straße Oststraße heißt.

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