Nix mit Akzente

Als wir (in diesem Fall: die DFG-VK Duisburg) unseren Beitrag für die Duisburger Akzente 2021 (Thema: Mauern) anboten, waren wir natürlich darauf gefaßt, daß in diesem Jahr – wie auch schon im vorigen Jahr – die Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.
Und so ist es auch gekommen. Im Dezember bekamen wir vom Festival-Büro die Mitteilung, daß das ganze Festival abgesagt ist. Die Zukunft der Duisburger Akzente – seit vier Jahrzehnten ein kulturelles Highlight in der Region – ist ungewiß.

Was wird aus unserem Konzept, aus unserem Plan? Wann und wie werden wir das – in bewährter Zusammenarbeit mit dem Syntopia – nachholen? Das wird beizeiten entschieden. Wir werden es ankündigen.
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Pegida finden wir nicht gut

Pegida startet einen erneuten Versuch, auf der Bahnhofsplatte Duisburg in Erscheinung zu treten.
Das Bündnis „Duisburg stellt sich quer“ und „Duispunkt“ stellt sich quer und setzt einen Punkt. Ich gebe die Informationen weiter:

Unser Rezept dagegen: Tanzen mit den Djs der Silberfuchs Connection!
Wir tanzen – jede/r für sich allein und mit sicherem Abstand – unseren Protest gegen Hass und Hetze in die Welt.
Setzt bunte Mützen und bunte Masken auf und bringt gute Laune mit!
Achtet alle auf die Einhaltung der Corona Regeln! Wir möchten nicht, dass sich Menschen anstecken!!!
Aber wir möchten Pegida auch nicht den Bahnhofsvorplatz überlassen.
Wenn ihr uns unterstützen wollt, kommt zahlreich und – gute Idee: Befestigt alle eine weiße Binde mit der Aufschrift ORDNER an eurem Ärmel!
Dann passen wir alle aufeinander auf. Solidarisch und mit Vielfalt lebt es sich besser.

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Die schönsten europäischen Einfahrten (28)


Vom Pulverweg aus fotografiert. Bei der Backsteinmauer im Hintergrund handelt es sich um die Stadtmauer.
Pulver (Schließpulver) durfte nicht durch die Stadt transportiert werden. Darum wurde um die Stadt herum der Pulverweg angelegt. Danach ist die Straße heute noch bekannt.
Das Schild über den Häuptern kündet, daß man im Begriff ist, einen Fahrparkplatz zu betreten und daß kostenrechtlich abgestellte Privatzeuge widerpflichtig abgeschleppt werden.

Die Mauer als Chance

Das Thema der Duisburger Akzente 2021 ist „Mauern“.
Und es gibt wohl kein Akzente-Thema, zu dem uns nichts einfällt.
Wir (die DFG-VK Duisburg) haben uns mit diesem Thema beworben:
Und:
Das Festival-Büro hat unseren Vorschlag
ANGENOMMEN.
Schon mal vormerken:
Donnerstag, 18. März 2021, 19 Uhr im SYNTOPIA.
Jetzt hilft uns nur noch die Hoffnung, daß uns kein Corona-Strich durch die Akzente-Rechnung gemacht wird.

„Rassendiagnose: Zigeuner“ – Begleitheft zur Ausstellung

Über die Ausstellung „Rassendiagnose: Zigeuner“ – Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung – vom Zentrum für Erinnerungskultur im Kultur- und Stadthistorischen Museum wurde hier berichtet. Durch die Corona-Krise mußte die Ausstellung verschoben werden, das Begleitprogramm mit Vorträgen mußte ausfallen. Die werden vielleicht im nächsten Jahr nachgeholt.
Das Begleitheft (32 Seiten im Großformat mit zahlreichen Abbildungen und mit einer Graphic Novel von Hildegard Lagrenne ist erhältlich.
Zwei Ausschnitte:

Das Begleitheft ist in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich. Preis: 5 Euro, im Versand: 6 Euro.

Ein schönes Wochenende

Am liebsten erlebe ich das ganze Wochenende in aller Ruhe an meinem Lieblings-Platz: an meinem Schreibtisch. Doch manchmal gibt es guten Grund, ein Wochenende auf andere Art und an anderem Ort zu verbringen.
Am letzten Wochenende war es so. Da war nämlich die LANDESDELEGIERTENKONFERENZ Nordrhein-Westfalen der DFG-VK. Und ich gehörte der Duisburger Delegation an.
Ich konnte zur Landeskonferenz auch noch zu Fuß hingehen, denn sie fand in der Jugendherberge im Sportpark Wedau statt.
Die Fotos entstanden während der Kaffeepause, die meisten also gerade nicht im Saale.

Bitte interessiert Euch dafür, was die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner im Bund, im Land und in Duisburg macht:

https://www.dfg-vk.de/startseite

https://nrw.dfg-vk.de/startseite

http://www.dfg-vk-duisburg.de/

Dieses Gebäude wurde nicht für nichts&wiedernichts errichtet, sondern es war Schauplatz der DFG-VK-Landeskonferenz 2020.

Letztes Wochenende: Eine Dämmo nach der andren

Eine halbe Stunde vorher wußte ich noch gar nicht, daß ich eine halbe Stunde später Demonstrant sein würde. Von der Demonstration gegen Rechts, anläßlich der Kommunalwahl in NRW, erfuhr ich im letzten Moment und dachte mir: Da geh ich auch hin. Wetter war gut, und der Ludgeri-Platz, wo alles anfing, ist sowieso ein schöner Platz (auch Schimanski und Thanner waren mal hier).
Die Demonstration ging durch Neudorf/Duissern und Wasserviertel zum König-Heinrich-Platz (Foto). Teilnehmer und Veranstalter überwiegend sehr jung. Sehr gute Organisation, sehr klares und gestrafftes Programm, und sehr gute Redebeiträge. Zu Wort kam zum Beispiel eine Sprecherin von Fridays for Future und drei Vertreter des entstehenden Soziokulturellen Zentrums am Stapeltor. Da wurden Zusammenhänge deutlich formuliert: Soziokultur als praktische Abwehr gegen Rassenhaß und Frauenverachtung. Und: Wer sich gegen Klimazerstörung wehrt, muß sich auch gegen Rechts wehren. Das wurde nicht nur proklamiert, sondern erklärt.
Zum Schluß wurde auf die am Sonntag geplante Veranstaltung gegen die Pegida-Zusammenrottung am Duisburger Bahnhof aufmerksam gemacht.
Am Sonntag, am frühen Nachmittag ging es also richtig los. Duisburg-stellt-sich-quer und die Kulturinitiative DuisPunkt hatten auf dem Bahnhofsvorplatz zu zwei Kundgebungen aufgerufen, die aber EINE war.
Alte Liebe rostet nicht. DKP mußte mit aufs Bild.
Noch ‘ne Partei: DIE PARTEI mit dem am Sonntag meistgezeigten Plakat. Die haben ihre Schilder wie Flugblätter verteilt.
Bühne mit Schello und Schlachzeuch. Und Sahra über allem. (Die war ein paar Tage vorher wahlkämpfend hier in der Gegend gewesen).
Laut Zeitung kamen auf einen von den Pegida-Fritzen zehn von uns!
Musik einer von fern angereisten Band (ihren Namen habe ich nicht mitgekriegt).
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Das Buch als Wahnsinns-Tat

Oder: eine gewagte Tat – könnte man sagen.
In Zeiten kronabedingten Ausfallens von Lesungen – wo doch erfahrungsgemäß Gedichtbände am ehesten bei Lesungen an die Leserin und den Leser zu bringen sind.
Titel und Untertitel, die für eine lokal begrenzte Thematik gehalten werden können.
Und dann auch noch: lauter FARBFOTOS, wodurch die Herstellungskosten anstrengende Höhen erreichten.

DANN ABER: Die Hoffnung, daß der HELLSTE TEIL des Publikums die Schrägheiten zu schätzen weiß, die UNDERGROUND genannt werden.

Werner Muth: Alsumer Berg. Gedichte aus dem Duisburger Norden und Bilder von Jean Paul Gatz. Situationspresse 2020, 66 Seiten Pb. mit zahlreichen farbigen Abbildungen. 14 €, gedruckt von Maro.
ISBN 978-3-935673-48-8
Zu besorgen in allen Buchhandlungen.
Oder gleich in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand).

BEAT-POETRY. Und mit der Entdeckung des Ruhegebiets soll man nie aufhören.

Ein Bild aus der Serie Männer mit Bärte: Der Verleger (links) und der Autor (auch links).

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Wie ich den 24. Juli 2010 erlebte

Am 24. Juli 2010 sollte in Duisburg die LOVE PARADE stattfinden. Die Bemühungen, diese Massenparty nach Duisburg zu holen, waren groß. Nach Bauskandalen, Mafiamorden und anderen Vorkommnissen sollte diese Veranstaltung das Image der Stadt verbessern. Es kam anders.

Ich hatte an diesem Tag einen Termin in Rheinhausen (andere Rheinseite). Es war ein sehr schöner Sommertag. Ich war früh auf dem Weg, weil nicht auszuschließen war, daß es zu Verspätungen im Autobusverkehr kommen könnte. Den ganzen Sternbuschweg entlang und dann am Grunewald sah ich sehr viele junge Menschen auf dem Weg zum Festivalgelände. Das waren den Verkehr kaum behindernde, sich rücksichtsvoll verhaltende Fußgänger. Zugleich war ihnen die Vorfreude auf die große Party anzumerken.
Auch an meinem Ziel in Rheinhausen waren viele unterwegs zum Festival.
In Rheinhausen fand an dem Tag das Sommerfest der DKP von Duisburg statt mit Musik und Kabarett. WIR hatten eine gute Party. Ein Programmpunkt war traditionsgemäß meine Lesung. Die kam auch gut an.

Es sollte ein besonders schöner Tag sein, auch für uns, so wollte es scheinen. (Ganz rechts im Bild, abgewandt, der DKP-Vorsitzende Patrick Köbele). Hafenstaedter-Foto

Ich war mir nicht sicher, ob wir nicht von Lautsprechergeräuschen aus Richtung Güterbahnhof heimgesucht werden könnten. Wie weit Schallwellen getragen werden, hängt nicht allein von der Lautstärke, sondern vor allem von der Frequenz – und von der Windrichtung ab. Ein Blick auf die Landkarte zeigte Schneisen und Freiflächen, über die wummernde Bässe bis zu uns hätten durchdringen können. So kam es aber nicht. Stattdessen kam die Nachricht von einer Massenpanik und Todesopfern.

Die unwirtliche Landschaft auf dem stillgelegten Güterbahnhof als Festivalgelände auszusuchen mag an sich schon verwundern. Der Sternbuschweg, die lange Straße mit den vielen Nebenstraßen war im Gespräch gewesen, oder der Kalkweg mit den angrenzenden Stadion-Parkplätzen (Fläche etwa genauso groß wie der Güterbahnhof).

Als Ortskundiger, der auf dem Weg von Neudorf nach Hochfeld und zurück den Karl-Lehr-Tunnel unzählige Male durchquert hatte, hätte ich es nicht für möglich gehalten, daß dieser über 400 Meter lange Tunnel als Ein- und Ausgang, sogar noch als einziger, vorgesehen sein könnte. Ich dachte, das wäre vielleicht ein zusätzlicher Ausgang, oder Notausgang.

Am frühen Abend, es war noch hell, mache ich mich auf den Heimweg. Ich habe eine Mitfahrgelegenheit (Genossen aus Mülheim) und kann mich in Neudorf vor meiner Haustür absetzen lassen. Ich habe einen schweren Koffer bei mir.

Gesperrt! Keine Weiterfahrt in die Stadt hinein. Foto: Wikimedia-Commons

Man kommt aber nur bis zur Wanheimer Straße, weiter kommt man nicht in die Stadt hinein. Ich würde glatt von hier aus zu Fuß gehen, aber mit dem Gepäck geht das nicht.
Also: Umgehung, Autobahn.
An allen Autobahnkreuzen und Ausfahrten Staus. Völliger Stillstand. Schließlich können wir durch die Ausfahrt Wedau die Autobahn verlassen, aber weiter geht es für mich nur zu Fuß, mit Gepäck, die ganze Lotharstraße entlang. Die Straße ist für PKW gesperrt, nur Rettungsfahrzeuge und Polizeifahrzeuge passieren in Konvois die Straße. Auf den Gehwegen umherirrende Gruppen von Jugendlichen.

An einem Tag das Tor zur Hölle

Es müssen tausende sein, die orientierungslos durch die Neudorfer Straßen laufen. Einige fragen mich nach dem Weg zum Bahnhof. In den Hauptbahnhof, so werde ich in den Nachrichten erfahren, wird vorerst niemand hineingelassen, erst wieder, wenn die Abreisenden in ihren Zügen sitzen. Man will verhindern, daß durch Nachrückende die Menschen von den Bahnsteigen auf die Gleise gedrückt werden.
Um Mitternacht bin ich zu Hause.

Barbara-Tag

„Ja, haben Sie denn in diesem Jahr nicht Ihren Barbara-Tag zelebriert?“
Dochdoch.
Neben den öffentlichen Feiertage habe ich meine ganz persönlichen Feiertage. Einer davon ist der 1. Juni. Und dann ist da noch der Barbara-Tag. Das ist der 21. Juni, der „längste Tag“, das heißt der Tag mit der am längsten anhaltenden Tageshelligkeit. Da brauche ich mich nicht zu beeilen, um noch m Hellen nach Hause zu kommen; es ist also auch der Tag mit der meisten Zeit.
Fällt der 21. Juni auf einen Sonntag, wie in diesem Jahr, verschiebt sich der Barbara-Tag auf den 22. Dann ist es immer noch hell genug.
Der Tag heißt nach einem See und nach einer Frau. Barbara-See und Barbara W. Ich berichtete bereits darüber. Das können Sie sich ruhig nochmal durchlesen. Da ging es ja auch um die sichtbaren Denkmäler der Industrialisierung und des damit zusammenhängenden Zweiten Weltkriegs (Flak-Anlage).

Der Barbara-See in einer menschenleeren Landschaft des Ruhrgebiets. An dieser Stelle trifft man kaum mal einen Menschen, nur ab und zu mal einen Jocker (Schogger?). Aber die sind ja auch schnell wieder weg.

Ein Stück Mauer an einem in der Tat gefährlichen steilen Abhang. Der ganze Weg liegt an diesem Abhang. Warum die Mauer nur an diesem Stück.
Das kann nur ein Denkmal des Antifaschistischen Schutzwalls durch Berlin sein. Ist doch klar, oder?

Kann mir jemand sagen, was das für eine Pflanze ist, krautig mit stabilem harten Stengel, wächst zusammen mit wildem Gras. Wirksam. Wie heißen die?

Künstlicher Fels auf dem künstlichen Berg: Hochofenschlacke von Krupp Rheinhausen aus der Kaiserzeit. Daher der Name Schlackeberg.

Noch mehr Mauer! Noch antifaschistischer.

Dahinrostend wird das Geländer zum Gelände.

Landschaft, wie sie mir gefällt.

Nicht weit weg: Der Regatta-See. Lauter rote Punkte über und gelbe Punkte auf dem Wasser. Da steht wohl ein Wettbewerb bevor.

Well if you want it, you can lean on me …

Wenn schon denn schon! Kaufen Sie, lesen Sie dieses Buch!
Wenn Sie noch nicht wissen, was Sie Ihrer Freundin zum Barbara-Tag schenken sollen: Hier: ISBN 978-3-945634-17-2. Dann freut sich der Kalus.