Ostermarsch. Die Reportage.

Ostermarsch Ruhr 2021. Auftaktveranstaltung Ostersamstag in Duisburg.
Fotos: Merkfoto / H.L. (9), Hafenstaedter (4)
Die VVN. Friedenskampf muß antifaschistisch sein – und bleiben.

Angelika Wagner, Vorsitzende des DGB-Bezirks Niederrhein, sprach nicht nur ein höfliches Grußwort, sondern hielt eine dezidierte, engagierte Rede.
Wenn geredet wird, wird zugehört, vor schönen alten Häusern.

Die Partei die Partei die ist auch-da-bei.

Immer mit Maske. Und mit Abstand. Ich hab mich mit einigen unterhalten und kaum ein Wort verstanden.
Die Seebrücke beim Ostermarsch. Wenn es um Abrüstung geht, geht es nie nur um Abrüstung, sondern immer auch um den Kontext.
„Mit euren Kindern planen sie jetzt schon Kriege.“
Redebeitrag von Fridays for Future.
Der Marsch setzt sich in Bewegung. Aha! Die Naturfreunde sind auch dabei.
Ziel der ersten Ostermarsch-Etappe. Eberhard wird gleich zu den Teilnehmern sprechen.

„Krieg ist keine Lösung“. Ich meine: Das ist eine völlig unsinnige Parole.
Keine Lösung für was? Was ist denn das Problem? Was soll denn erreicht werden? Ist das Ziel gerecht und nur die Methode falsch? Hat das Imperium recht gehandelt, wenn es sein Ziel mal ohne den Einsatz von Militär erreicht (was es ja AUCH ständig tut)?
Krieg ist keine Torheit, sondern eiskalte Kalkulation. Weil am Krieg, mit Krieg und durch Krieg Profite zu machen sind, werden Kriege gemacht.
Haltet euch an den Dichter:

„Ihr Frieden und ihr Krieg
Sind wie Wind und Sturm.
Der Krieg wächst aus ihrem Frieden.

Ihr Krieg tötet nur
Was ihr Frieden Übriggelassen hat.

Ostermarsch?


Eigentlich sollte dieses Plakat in meinem Schaufenster mich nicht überraschen: Ich habe es selbst dort hingehängt.
Ostermarsch 2021 sollte sein, das war vorgesehen. Ich hatte aber Zweifel, ob er in der (vorläufigen) Pandemie-Hochphase durchgeführt werden kann.
Nun also: Der Ostermarsch Ruhr 2021 soll traditionsgemäß am Ostersamstag, 3. April, in Duisburg mit der Auftaktkundgebung beginnen, und zwar um 10.30 Uhr Kuhstraße Ecke Kuhlenwall. Motto: „Nur Abrüsten schafft Sicherheit“.
Ich überlege allen Ernstes, da hinzugehen. Dann ist das wohl nix mit dem Buchladen am Ostersamstag. An meinem Trenchcoat werdet ihr mich erkennen. Wer läuft heute noch im Trenchcoat frei(willig) herum? (… das heißt: ich kenne eine …).
Maggy Wösthoff hält auch eine Rede. Ja, dann muß ich da ja hingehen. Maggy mag ich.
Es spricht auch einer von Fridays-for-Future.
Also, habt Ihr gehört? Samstag halbelf.

Aha! Ostermarsch auch 2021!

Auch für Ostern 2021 wird ein Ostermarsch Rhein-Ruhr vorbereitet.
Wann? Wo? Zu welcher Zeit an welchem Ort und unter welchen Umständen? Da wird noch dran gebastelt.
Aber der Aufruf zirkuliert schon.
In dem Aufruf wird aufgezählt:

Wir fordern:
•Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen unterschreiben! Abzug der Atomwaffen aus Büchel! Keine neuen Atombomber!
•Entspannungspolitik mit Russland, keine Militärmanöver in West und Ost, wie „Defender“ und die Atomkriegsmanöver „Cold Igloo“!
•Das Grundgesetz einhalten und keine Soldaten inKriege und Auslandseinsätze in alle Welt schicken!
•Bundeswehr raus aus Schulen und Jobcentern! Schluss mit der inneren Militarisierung!•Drohnenkrieg stoppen – US-Airbase Ramstein schließen! US-Truppenstationierungsvertrag kündigen!
•Ächtung von Killerrobotern, weltraumgestützten Waffensystemen und bewaffneten Drohnen!•Keine Militarisierung der EU, keine EU-Armee!
•Stopp aller Rüstungsexporte!
•In NRW die Weiterverbreitung von Nuklearwaffentechnik verhindern, Nukleartransporte durch Deutschland stoppen, die Urananreicherungsanlage in Gronau sofort stilllegen!
•Festschreibung einer drastischen Reduzierung militärischer CO2-Emissionen in den deutschen und internationalen Klimaabkommen und Stopp der Ressourcenvergeudung für das Militär!
•Abrüsten statt aufrüsten!

Bis zum 22. Februar werden Unterschriften von Gruppen und von einzelnen gesammelt.
Genaueres erfährt man hier.

Wie es sich weiter entwickelt, darüber werde ich in diesem Weblog beizeiten informieren.

Holz-Tagung 2021

Auf diese Veranstaltung wurde ich hingewiesen:
Die Gesellschaft für dialektische Philosophie erklärt:

Die diesjährige Hans-Heinz-Holz-Tagung findet aufgrund der Corona-Pandemie online auf Zoom statt.
In diesem Jahr widmen sich die ReferentInnen auf der Tagung dem Zusammenhang von Natur – Mensch – Technik im Werk von Hans Heinz Holz und seinen aktuellen Bezügen zur ökologischen
Seite der gesellschaftlichen Reproduktion. Es soll dabei der Fragen nachgegangen werden, wie Holz gegenständliche Tätigkeit, Arbeit und Praxis im offenen System des historisch-dialektischen Materialismus verortet und welche philosophiehistorischen und wissenschaftlichen Quellen er sich hierfür kritisch aneignet. Darüber hinaus sollen die
kategorialen Bestimmungen mit aktuellen Problemstellungen einer nachhaltigen, ökologischen Politik und dem Entwicklungsstand der
Kognitionswissenschaften konfrontiert werden.
Link zur Konferenz

Hans Heinz Holz (1927-2011) habe ich drei mal live erlebt: Bei einer Veranstaltung der Partei in Hamborn, beim UZ-Fest in Dortmund und beim DKP-Parteitag, wo ich, ebenso wie er, Delegierter war.
Hans Heinz Holz war ein quicklebendiger, fröhlicher Philosoph, Verkünder einer heiteren Dialektik.

Nix mit Akzente

Als wir (in diesem Fall: die DFG-VK Duisburg) unseren Beitrag für die Duisburger Akzente 2021 (Thema: Mauern) anboten, waren wir natürlich darauf gefaßt, daß in diesem Jahr – wie auch schon im vorigen Jahr – die Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.
Und so ist es auch gekommen. Im Dezember bekamen wir vom Festival-Büro die Mitteilung, daß das ganze Festival abgesagt ist. Die Zukunft der Duisburger Akzente – seit vier Jahrzehnten ein kulturelles Highlight in der Region – ist ungewiß.

Was wird aus unserem Konzept, aus unserem Plan? Wann und wie werden wir das – in bewährter Zusammenarbeit mit dem Syntopia – nachholen? Das wird beizeiten entschieden. Wir werden es ankündigen.
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Pegida finden wir nicht gut

Pegida startet einen erneuten Versuch, auf der Bahnhofsplatte Duisburg in Erscheinung zu treten.
Das Bündnis „Duisburg stellt sich quer“ und „Duispunkt“ stellt sich quer und setzt einen Punkt. Ich gebe die Informationen weiter:

Unser Rezept dagegen: Tanzen mit den Djs der Silberfuchs Connection!
Wir tanzen – jede/r für sich allein und mit sicherem Abstand – unseren Protest gegen Hass und Hetze in die Welt.
Setzt bunte Mützen und bunte Masken auf und bringt gute Laune mit!
Achtet alle auf die Einhaltung der Corona Regeln! Wir möchten nicht, dass sich Menschen anstecken!!!
Aber wir möchten Pegida auch nicht den Bahnhofsvorplatz überlassen.
Wenn ihr uns unterstützen wollt, kommt zahlreich und – gute Idee: Befestigt alle eine weiße Binde mit der Aufschrift ORDNER an eurem Ärmel!
Dann passen wir alle aufeinander auf. Solidarisch und mit Vielfalt lebt es sich besser.

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Die Mauer als Chance

Das Thema der Duisburger Akzente 2021 ist „Mauern“.
Und es gibt wohl kein Akzente-Thema, zu dem uns nichts einfällt.
Wir (die DFG-VK Duisburg) haben uns mit diesem Thema beworben:
Und:
Das Festival-Büro hat unseren Vorschlag
ANGENOMMEN.
Schon mal vormerken:
Donnerstag, 18. März 2021, 19 Uhr im SYNTOPIA.
Jetzt hilft uns nur noch die Hoffnung, daß uns kein Corona-Strich durch die Akzente-Rechnung gemacht wird.

„Rassendiagnose: Zigeuner“ – Begleitheft zur Ausstellung

Über die Ausstellung „Rassendiagnose: Zigeuner“ – Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung – vom Zentrum für Erinnerungskultur im Kultur- und Stadthistorischen Museum wurde hier berichtet. Durch die Corona-Krise mußte die Ausstellung verschoben werden, das Begleitprogramm mit Vorträgen mußte ausfallen. Die werden vielleicht im nächsten Jahr nachgeholt.
Das Begleitheft (32 Seiten im Großformat mit zahlreichen Abbildungen und mit einer Graphic Novel von Hildegard Lagrenne ist erhältlich.
Zwei Ausschnitte:

Das Begleitheft ist in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich. Preis: 5 Euro, im Versand: 6 Euro.

Kalkar, oh Babybaby Kalkar!

Ja, ich weiß, was Sie jetzt sagen:
Der Oktober kommt, und dann kommt der bestimmt wieder mit seinem Kalkar. Wie jedes Jahr.
Aber jedes Jahr hat seinen Drittenoktober. Und man sollte daran erinnern, daß just an diesem Tag nationalen Aufschäumens sich die Stimme von Ratio und Humanität regt. Wie jedes Jahr.
Ich für mein Teil mache es anders. Ich werde den Drittenoktober am Schreibtisch verbringen. Wie jedes Jahr.

Freitag, 25. September FOR FUTURE

Fridays for Future Duisburg bittet mich, folgende Bekanntmachung weiterzugeben:

Sehr geehrte Damen und Herren,
im September letzten Jahres sind weltweit Millionen Menschen auf die Straße gegangen um für mehr Klimaschutz zu protestieren. Auch hier in Duisburg waren wir an diesem Tag mit 3.000 Menschen auf der Straße. Einige von Ihnen haben uns an diesem Tag unterstützt und mit uns zusammen protestiert.
Seitdem ist ein Jahr vergangen. Von einer Erreichung des 1,5-Grad-Ziels sind wir jedoch so weit entfernt wie eh und je. Das öffentliche Leben des letzten halben Jahres wurde überwiegenden von der Corona-Pandemie bestimmt. Die Klimakrise ist dabei aus dem Blickfeld verschwunden. Aber auch in diesem Jahr brennen die Regenwälder Brasiliens, das arktische Meereis erreicht Negativrekorde, die Eisschmelze des Grönland-Eisschildes hat seinen Kipppunkt womöglich bereits erreicht.
Was in Deutschland nötig wäre um die Ziele des Pariser Klimaabkommens von 2015 einzuhalten und die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, hat FridaysForFuture bereits im April 2019 in einem Forderungskatalog dargelegt. Ein Teil dieser Forderungen war der Kohleausstieg bis 2030. Das Kohleausstiegsgesetz sieht lediglich einen Ausstieg bis spätestens 2038 vor und kommt somit unseren Forderungen nicht nach. Ursprünglich bis zum Ende letzten Jahres gefordert waren zudem das Ende von Subventionen für fossile Energieträger, das Abschalten eines Viertels der Kohlekraft sowie eine folgenkostengerechte CO2-Steuer – laut Umweltbundesamt entsprechen liegen die Folgenkosten pro Tonne CO2 bei 180 Euro. Trotz Druck von der Straße sind diese Punkte bisher nicht umgesetzt worden.
Am 25. September gehen wir daher wieder weltweit auf die Straße und bitten dabei auch um Ihre Unterstützung. Der Duisburger Demozug soll um 14 Uhr am Hauptbahnhof starten, die Abschlusskundgebung ist vor dem Stadttheater geplant.
Es ist uns besonders wichtig, das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Dazu haben wir ein entsprechendes Hygienekonzept ausgearbeitet, welches unter anderem das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorsieht. Darüber hinaus soll der Demozug in Blöcke zu je 20 Personen eingeteilt werden. Bei Bekanntwerden eines positiven Coronatests werden wir die Nummer des betroffenen Blocks veröffentlichen, sodass sich potentielle Kontaktpersonen testen lassen können. Wir bitten dennoch auch innerhalb der Blöcke um die Einhaltung von 1,5 Metern Abstand.
Wir würden uns freuen, wenn Sie unser Anliegen unterstützen, sich klar für den Klimaschutz positionieren und aktiv auf unsere Klimademo aufmerksam machen.
Bei Fragen oder darüber hinausgehendem Kooperationsinteresse, melden Sie sich gerne unter info@fff-du.de!
Mit freundlichen Grüßen,
FridaysForFuture Duisburg

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Letztes Wochenende: Eine Dämmo nach der andren

Eine halbe Stunde vorher wußte ich noch gar nicht, daß ich eine halbe Stunde später Demonstrant sein würde. Von der Demonstration gegen Rechts, anläßlich der Kommunalwahl in NRW, erfuhr ich im letzten Moment und dachte mir: Da geh ich auch hin. Wetter war gut, und der Ludgeri-Platz, wo alles anfing, ist sowieso ein schöner Platz (auch Schimanski und Thanner waren mal hier).
Die Demonstration ging durch Neudorf/Duissern und Wasserviertel zum König-Heinrich-Platz (Foto). Teilnehmer und Veranstalter überwiegend sehr jung. Sehr gute Organisation, sehr klares und gestrafftes Programm, und sehr gute Redebeiträge. Zu Wort kam zum Beispiel eine Sprecherin von Fridays for Future und drei Vertreter des entstehenden Soziokulturellen Zentrums am Stapeltor. Da wurden Zusammenhänge deutlich formuliert: Soziokultur als praktische Abwehr gegen Rassenhaß und Frauenverachtung. Und: Wer sich gegen Klimazerstörung wehrt, muß sich auch gegen Rechts wehren. Das wurde nicht nur proklamiert, sondern erklärt.
Zum Schluß wurde auf die am Sonntag geplante Veranstaltung gegen die Pegida-Zusammenrottung am Duisburger Bahnhof aufmerksam gemacht.
Am Sonntag, am frühen Nachmittag ging es also richtig los. Duisburg-stellt-sich-quer und die Kulturinitiative DuisPunkt hatten auf dem Bahnhofsvorplatz zu zwei Kundgebungen aufgerufen, die aber EINE war.
Alte Liebe rostet nicht. DKP mußte mit aufs Bild.
Noch ‘ne Partei: DIE PARTEI mit dem am Sonntag meistgezeigten Plakat. Die haben ihre Schilder wie Flugblätter verteilt.
Bühne mit Schello und Schlachzeuch. Und Sahra über allem. (Die war ein paar Tage vorher wahlkämpfend hier in der Gegend gewesen).
Laut Zeitung kamen auf einen von den Pegida-Fritzen zehn von uns!
Musik einer von fern angereisten Band (ihren Namen habe ich nicht mitgekriegt).
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Ein Atlas-Film

Der Anruf (vor ein paar Tagen) hat mich überrascht. Frau Schraven von Atlas-Film bat mich herzlich, bei der Werbung für diesen Film zu helfen und ein Plakat im Schaufenster auszuhängen.

Atlas-Film! Sagt Ihnen das was? Atlas hat für den Film einen ähnlichen Klang wie Suhrkamp und Wagenbach für die Literatur: Aufbruch, Erneuerung, Pioniergeist, Einbruch der Moderne in die Schlafmützenrepublik. Für die Klassiker, die Franzosen, für Bergman, Polanski, für Schlöndorff und Faßbimder mußte erstmal Terrain gewonnen werden. Da war Eckelkamp mit Atlas vorneweg.
Als ich das Eschhaus-Kino managte (mänätschte), ging ich beim Atlas-Verleih ein & aus. Der war damals in dem Haus, in dem das Europa-Kino war, im obersten Stock.

Anders als am Telefon besprochen und im Brief geschrieben, lag der Flyer-Lieferung ein Plakat gar nicht bei. Aber auf diesem Wege kann ich es ja ventilieren:

Sagt Ihnen das was? Ist das was?
Sei‘s drum. War mir eine Freude, unverdrossenen Atlanten einen Gefallen zu tun.

Heute ist Kunstmarkt – beinahe gewesen

Heute wäre der traditionelle Ruhrorter Kunstmarkt gewesen, wenn – bzw. wenn nicht. Er wurde abgesagt. (Soll ich erklären warum?).
Wenn es heute doch wenigstens in Strömen regnen würde! Dann könnte man sagen: Wäre sowieso ins Wasser gefallen.
In den nächstan Tagen in diesem Theater: Kunst aus unserer Produktion.
Der alternative Online-Kunstmarkt
oder
Die virtuelle Marktkunst.

Fortsetzungen folgen.