Aus dem Tierreich

Wer den Wal hat hat die Wahl
Der Sprecher im Radio sagt, an der dänischen Küste sei ein Pottwal angeschwemmt worden, und er stellt die Frage, ob das vielleicht der Wal ist, der uns alle in letzter Zeit so beschäftigt hat?

Wenn das ein Pottwal ist, dann ist der das nicht.
Der Buckelwal kann sich nicht in einen Pottwal verwandelt haben.

Das ist doch genauso, also würde jemand sagen:
„Guck mal, die Katze im Garten. Das ist bestimmt der Hund von nebenan.“

Den Juro Wischen Songkon Test braucht ihr euch nicht anzugucken

Denkt euch für den entsprechenden Abend was anderes aus. Dieses Bombastik-Trallalla hat keinen sittlichen Nährwert.
Das ist so ähnlich wie mit der Olympiade. Früher war so eine Olympiade ein in das Leben hineinwirkendes Ereignis. Die Olympiade von 1960 in Rom brachte neue Identifikationsfiguren („Publikums-Lieblinge“) hervor: Armin Hary, Carl Kaufmann, Jutta Heine, der Ratzeburger Achter. Oder 1968 in Mexiko die Schwarzen bei der Siegerehrung mit erhobenen Fäusten. Oder 1972 in München Ulrike Meyfahrt und das Attentat und the games must go on.
Und heutzutage? Wann war eigentlich die letzte Olympiade? Und wo? Aufgehört hat die wohl irgendwann, aber hat die überhaupt mal angefangen?
Die nächste Olympiade wird schon vor der Eröffnung in Vergessenheit geraten sein. So (über)erfüllt sich die Vorhersage der Situationisten: Am Ende des Jahrhunderts wird jeder eine Viertelstunde lang berühmt sein.
Mit dem Eurovisions-Festival ist das auch so: Früher hat man „aha“ gesagt über den Sieg von Abba oder mit Cliff Richard oder mit Udo Jürgens oder gestaunt über Sandra Goodrich (genannt Sandie Shaw), die mit nackten Füßen durch die Wiener Hofburg spazierte like a puppet on a string! Stellen Sie sich das mal vor: durch die Wiener Hofburg! Mit nackten Füßen! Das waren noch Ereignisse!
Aber das hättet ihr euch damals auch nicht anzugucken brauchen.

Neu in der Weltbühne: über „Candy Girls“

Neu in der Weltbühne:

Sonja Eismann: Candy Girls. Sexismus in der Musikindustrie. Edition Nautilus 2025. 200 S. 20 €

Sie werden in Songtexten angeschmachtet und fetischisiert, beschimpft und degradiert, sie dienen auf der Bühne und im Backstage als Projektionsfläche. Weibliche Fans werden als kreischende Masse oder willenlose Groupies betrachtet, nicht fähig zu einem ernsthaften Interesse an der Musik oder einem ernstzunehmenden Geschmack. Und wenn eine Frau als Künstlerin auftritt, dann ist sie zunächst eine Frau und erst dann eine Musikerin, dann ist ihr Körper entweder zu dick, zu dünn, zu perfekt oder sonst wie falsch, dann ist sie entweder Hure oder Heilige, und dann – plötzlich – ist sie sowieso zu alt.
In einer so wütenden wie lehrreichen Mischung aus Analyse und Abrechnung zeigt Sonja Eismann, wie tief Sexismus und Ageismus in die Musikindustrie eingeschrieben sind.

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Neu in der Weltbühne: Lauter Hass. Antisemitismus als popkulturelles Ereignis

Neu in der Weltbühne:
Lukas Geck, Maria Kanitz: Lauter Hass. Antisemitismus als popkulturelles Ereignis
Verbrecher Verlag 2025. 160 S. Pb. 20 €

Galt Popmusik einst als Medium der Emanzipation, scheint davon spätestens seit dem 7. Oktober nicht mehr viel übrig zu sein. Musiker*innen unterschreiben offene Briefe und Statements, die das Massaker der Hamas verharmlosen. Konzerte werden zu israelfeindlichen Kundgebungen. Das Massaker der Hamas war auch ein Angriff auf die Welt der Musik, auf Emanzipation und Freiheit. Die Weigerung weiter Teile der Popmusik, dies anzuerkennen, ist ebenso bemerkenswert wie die Selbstdarstellung einiger Musiker*innen als Freiheitskämpfer*innen.
Maria Kanitz und Lukas Geck sehen den 7. Oktober als Anlass, antisemitische Entgleisungen in der Popkultur genauer unter die Lupe zu nehmen. Anhand von Beispielen aus den letzten Jahren – etwa Roger Waters, Kanye West oder Macklemore – zeigen sie, in welchem Ausmaß Antisemitismus ins popkulturelle Repertoire eingesickert ist. Verschwörungsmythen in Liedern oder Konzerte bekannter Rockmusiker, in denen Musik der Verbreitung antisemitischer Propaganda dient. Bekannte nationale und internationale Musiker*innen nutzen ihre Reichweite, um ihren Hass auf Jüdinnen und Juden oder ihre Bewunderung für Hitler zu verbreiten. Im Ergebnis zeigen sie, wie breit und bereitwillig Antisemitismus popkulturell zelebriert wird.

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eiD eegiw aBdegilnsu

Der Deutschefuss-Ballbunt hat den Antrag des Mannes, der sich für Frans (sic!) Beckenbauer hält, die Tore des FC Bayern München doppelt zu zählen, bewilligt.
Diese Regelung tritt außer Kraft, sobald Bayern München des erste Tor geschossen hat.

Bundesliga morgen: Blick in die Zug-Kunft

„Zug-Kunft“ war die ursprüngliche Bezeichnung für den Fahrplan. Später bezeichnete man damit allgemeiner alles, was noch kommt. Dadurch wurde das „g“ verzichtbar.
Zu den bisherigen Spielen kamen Zuschauer nur, wenn mindestens ein Tor gesch(l)ossen wurde. Da am morgigen Spieltag kein einziger Zuschauer kommt, wird auch kein einziges Tor gesch(l)ossen (logisch). Darum enden alle Spiele 0 komma 0.


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Die Bundesliga wird immer echter

Vor den Königlich Bayerischen Amtsgericht hat Franz Beckenbauer beantragt, die Tore von Bayern München doppelt zu zählen. Er sagte: „Schließlich sind wir Bayern München!“
Der Antrag wurde abgelehnt. Begründung: „Sie können nicht Franz Beckenbauer sein.“