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Na los!

Der Feind meines Feindes ist mein Feind

Der Gaza-Krieg. Ein Kommentar
von Helmut Loeven

Der erste spontane Satz, der mir einfiel: Wie konnte das so überraschend geschehen? Der israelische Geheimdienst gilt bei Freund und Feind als hocheffektiv. Ein Überfall von solcher Wucht konnte sich doch nicht unbemerkt anbahnen!
Der Überfall der Hamas-Miliz auf israelisches Territorium, das Massaker an der Zivilbevölkerung am 7. Oktober 2023 leitete eine neue Phase des Palästina-Konflikts ein, auch wenn Terror gegen Zivilisten nicht neu ist in diesem Konflikt. Jedoch hat die Grauenhaftigkeit dieses Terrors ein neues Ausmaß erreicht. Ist die Hamas angetreten zum Endkampf, zur letzten Schlacht, zum „Endsieg“, zur „Endlösung“?
In den Konflikt um Palästina wirken verschiedene Aspekte hinein. Da spielen globale Faktoren eine Rolle, Großmachtinteressen, geschichtliche Hypotheken. Der gewichtigste Aspekt des Konflikts, seiner Geschichte und seiner Vorgeschichte ist der Holocaust. Die Vernichtung der europäischen Juden, die Absicht, alle Juden auf der ganzen Welt zu vernichten („auszurotten“) ist der beherrschende Hintergrund! Dieses Verbrechen, das in der Menschheitsgeschichte unvergleichlich ist, auszublenden führt in den Wahnsinn. Auschwitz steht immer im Hintergrund, Auschwitz ist die größte Last auf der Geschichte der Menschheit. Auschwitz ist auch der Hintergrund dieses Konflikts.

Auschwitz ist die größte Last auf der Geschichte der Menschheit.

Die zionistische Bewegung, die das Ziel hatte, einen jüdischen Staat zu errichten, eine wehrhafte Zuflucht für die Juden in der ganzen Welt, entstand um das Jahr 1900. Die Idee eines eigenen Staates war älter, und sie war umstritten. Relevanz gewann der Zionismus durch die Dreyfus-Affäre. Es hatte sich herausgestellt, daß nicht nur im als rückständig geltenden Osteuropa und Russland Pogrome zu fürchten sind, sondern daß eine als aufgeklärt geltende Kulturnation wie Frankreich sich in einen solchen Antisemitismus hineinsteigern kann. Die zionistische Idee wurde auch in jüdischen Kreisen angezweifelt oder abgelehnt. Zweifel und Kritik wurden entkräftet durch den Holocaust. Die Vernichtung der Juden ließ jedes Argument gegen den jüdischen Staat verblassen. Denn daran ist nicht zu zweifeln: Der Antisemitismus nach 1945 ist nicht bloß dumm, schäbig, voller Niedertracht. Er ist eine Lebensgefahr.
Es sind immer wieder Hinweise zu hören, daß in arabischen Ländern Juden mit Christen und Moslems zusammenleben, auch in Iran sei die jüdische Minderheit geduldet. Den Juden reicht das nicht, geduldet zu werden, also von Duldung abhängig zu sein.
Die Bildung des jüdischen Staates vollzog sich unter großen internationalen und regionalen Turbulenzen. Ob es eine „gute Idee“ war, ob es falsch war, den jüdischen Staat zu gründen, ob man es anders, ob man es besser hätte machen sollen, kann heute keine Rolle mehr spielen. Es wurden Fakten geschaffen, die normativ wirken und unumkehrbar sind. Fast die gesamte Bevölkerung Israels wurde nach der Gründung des Staates geboren. Niemand hat das Land, in dem er geboren wurde, geraubt.
Ein friedlicher Ausweg aus dem Konflikt ist nur möglich durch Abstrich bei den Maximalzielen und durch Zugeständnisse an die jeweilige andere Seite. Das ist jedem vernünftigen Menschen klar: Israel muß in Sicherheit existieren, die Legitimität des Staates von allen anerkannt werden; es ist ein Unding, daß Israel als einziger Staat der Welt seine Existenz rechtfertigen muß. Den Palästinensern muß ein menschenwürdiges Leben in Freiheit und Würde möglich gemacht werden, sie müssen vor der Gewalt fanatischer, von israelischer Polizei und Militär gedeckter Siedler geschützt sein. Das wurde auf beiden Seiten gesehen, und es wurde daran gearbeitet. Dafür wurde der Friedensnobelpreis verliehen.

Hamas will nicht das eigene Volk befreien, sondern jüdisches Leben vernichten.

Danach hat sich die Lage permanent verschlechtert, der Frieden ist in weite Ferne gerückt. Rabin wurde von israelischen Chauvinisten ermordet, die heute in der Politik des Landes eine große Rolle spielen. Der Abstieg von Rabin zu Netanjahu und von Arafat zu Hamas/Hisbollah/Jihad verliefen parallel. In Chauvinismus stehen die rechtsradikalen Nehanjahu-Mehrheitsbeschaffer den Hamas/Jihad/Hisbollah-Fanatikern nicht nach.
Die beiden Seiten sind nicht nur gleichermaßen zum Frieden unfähig, den Frieden wollen sie auch nicht.
Beim Überfall auf die Kibbuzim Beeri und Kfar Azza und das Friedens-Gestival Nova waren die Opfer Israelis, die sich im Widerspruch zu ihrer Regierung für den Frieden mit den Palästinensern einsetzten. Das geschah bestimmt nicht „aus Versehen“! Den islamistischen Fanatikern sind unter den Juden gerade diejenigen besonders verhasst, die Frieden und Verständigung mit den Palästinensern suchen. (und der Hamas-Terror trifft auch arabische Staatsangehörige Israels). Daß der durch demokratischen Widerstand in Bedrängnis geratene Netanjahu jetzt fester im Sattel sitzt, kommt der Hamas zupass. „Hamas rettet Netanjahu“ lautete eine Zeitungsüberschrift. (Auch wenn Netanjahu stürzt, kommt nach ihm nichts Besseres). Auch das gehört zu den Fatalitäten des Konflikts: Sowohl die Hamas, als auch Netanjahu können sich auf Wähler-Voten berufen.
Die alten Kräfte auf Palästinensischer Seite haben ihre Bedeutung verloren. Die PLO, wie andere ehemalige Befreiungsbewegungen, versinkt in Korruption. Die Linksradikalen von der Volksfront (PFLP) feiert die Hamas als tapfere Waffenbrüder. Was sollen sie auch sonst sagen? Ihnen würde doch sonst niemand zuhören. Die sind doch weg vom Fenster.
Der Überfall der Hamas auf die Kibbuzim Beeri und Kfar Azza ist ein Verbrechen außerordentlicher Schäbigkeit, Feigheit und Niedertracht. Die Feder sträubt sich gegen die Beschreibung ihrer Taten. Es war das schlimmste Massaker an Juden seit der Shoah.
Es müßte dem letzten Anti-Imp-Hinterwäldler endlich klar sein: Hamas ist keine Widerstandsbewegung, keine Befreiungsbewegung, sondern eine Bande gemeiner Verbrecher. Sie wollen nicht das eigene Volk befreien, sondern jüdisches Leben vernichten. Und sie haben keine Skrupel, dem eigenen Volk dazu jedes Opfer aufzubürden.
Wie sind – fast durch die Bank – die Reaktionen in Deutschland und Umgebung?
Deutschland „sagt dem Antisemitismus den Kampf an“, auch auf administrativer Ebene. Polizisten müssen bei Demonstrationen auf Symbole, Parolen, Schilder, Kleidungsstücke achten. Deutschland verhebt sich bei der Abwehr des Antisemitismus, weil dieser hierzulande stets nur verdrängt wurde und neuerdings für einen Importartikel gehalten wird. Wenn diese Abwehr sich in völliger Einseitigkeit beschränkt, bleibt sie in der „Staatsraison“ stecken. Für die Dummköpfe des Establishments ist es schon antisemitisch, wenn jemand das Leiden palästinensischer Flüchtlinge sich zu Herzen nimmt. Und wenn dann auch noch die schwedische Greta über Instagram die deutsche Organisation „Palästina Spricht“ zu Worte kommen läßt, die das Massaker als „revolutionären Tag, auf den man stolz sein muß“ feiert, kann man ja auch eben mal so der Klimabewegung was ans Hemd kleben.

Es gibt auch einen Anti-Imperialismus der dummen Kerls.

Stolz sind manche Leute auf die Parole „Palestine will be free from the river to the sea“ Darin ist ein Ziel formuliert, das nur mit Völkermord zu erreichen ist.
Die Reaktion großer Teile der demonstrierenden Mainstream-Linken ist beschämend, war aber zu erwarten: selektives Wahrnehmen und Einordnen in eine eindimensionale Weltsicht. Die Leute, die wohl davon überzeugt sind, daß Russland von der Ukraine und von der gesamten NATO überfallen wurde, reden so, als hätte Israel den Gaza-Streifen angegriffen. Sie reden wie Leute, die noch nie vom Holocaust gehört haben beziehungsweise nichts davon wissen wollen.
Eindimensional ist ihr Weltbild insofern, daß sie die Welt in zwei Lager eingeteilt sehen: Auf der einen Seite der US-Imperialismus samt seinen Vasallen, auf der anderen Seite die Guten – gut, weil gegen die Amis, und wer gegen die Amis ist, ist ja „objektiv“ gut. So einfach geht Weltpolitik im Parallel-Universum.
Ist China wirklich so gut, das (vielleicht sogar mit Erfolg) dem alten Imperialismus einen neuen entgegenzusetzen versucht? Ist Putin wirklich so gut, daß man großzügig darüber hinwegsieht, wie unter seinem Regime mit Schwulen und Lesben umgegangen wird? Ist das Anti-Imperialismus, wenn in Iran Frauen zu Tode gefoltert werden, wenn das Kopftuch schief sitzt? Auch Queer-Feministinnen machen mit bei diesem schematischen Anti-Imperialismus an der Seite von Hamas und Co. beim Anti-Imperialismus der dummen Kerls.
Das kommt dabei heraus, wenn Anti-Imperialismus zum vulgären Anti-Amerikanismus zusammenschrumpft. Ein Anti-Imperialismus, der nicht emanzipatorisch ist, ist keiner.
Was man da agieren sieht, ist eine Linke im Endzeit-Modus, nicht begreifen wollend aber „irgendwie“ ahnend, von der Geschichte abgehängt zu sein, befangen im Lager-Denken.
Da gilt die Formel „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“.
Aber das stimmt nicht. Der Feind meines Feindes ist nicht mein Freund. Der Feind meines Feindes ist der Feind meines Feindes. Vielleicht ist der Feind meines Feindes sogar der schlimmere Feind.

Dieser Kommentar erschien zuerst in DER METZGER Nr. 152 (Januar 2024) und wurde von der DFG-VK Duisburg als Rundbrief verschickt.
Zwecks weiterer Verwendung/Verbreitung bin ich ansprechbar. H.L.

Ein Metzger kommt nicht immer allein

Es ist wieder passiert: An EINEM Tag sind ZWEI neue METZGER-Ausgaben aus der Druckerei gekommen und ausgeliefert worden:
Die (aktuelle/reguläre) Ausgabe Nr. 152 und die Sonder-Ausgabe Nr. 153.
Und das wird geboten:
DER METZGER Nr. 152, Januar 2024:
Kostet 4 €. Und das steht drin:

Helmut Loeven: Der Feind meines Feindes ist mein Feind. Über den Gaza-Krieg: Parteinahme für Juden, für Palästinenser, gegen Hamas, gegen Netanjahu. Auschwitz ist die größte Last auf der Geschichte der Menschheit. Hamas will nicht das palästinensische Volk befreien, sondern jüdisches Leben vernichten. Es gibt auch einen Anti-Imperialismus der dummen Kerls.

VVN-BdA solidarisch mit den Opfern des antisemitischen Massakers. Warnung vor Gewaltspirale. „Als Vereinigung, die auch von jüdischen NS-Verfolgten gegründet wurde, möchten wir daran erinnern, dass noch heute ca. 150.000 Menschen in Israel leben, die einst die Shoah überlebten und Zuflucht in Israel fanden.“

Jakop Heinn: Kanzler unter Merz und Söder. Wer Wüst will, kriegt Söder.

Helmut Loeven: Bauern auf den Zufahrtswegen. Die Bauernproteste erinnern zu sehr an die Landvolk-Bewegung der 20er und 30er Jahre.

Timo Stoffregen: Matti und David in „Prätentiös“. Comic-Strip.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Ist sie oder tut Sahra Wagenknecht nur so?; Treiben oder getrieben: Die Grünen; Die Chinesin (über große und kleine Schritte auf revolutionären Lebenswegen); WDR-Weihnachtswunder und die Nähe zur Emanzipation; Die Rolling Stones; Vernunft kaputt; Mit Druckfehler nach New York; Super-League als Super-Lüge; Die Macht des Schicksals / Die Macht der Zahnärztin).

Lina Ganowski: La Notte. Diesmal: Halbritters Karikaturen-Zyklus über das „Dritte Reich“ im Alltag offenbart Mentalitäten, die auch heute im Alltag anzutreffen sind.

Maggy Wösthoff: Aufforderung zum Handeln. Rede zum Tag der Menschenrechte. „Wir sind die demokratische Antwort auf die Erfolge von Rechtsnationalen und Rechtsextremen. Wir sind die Gesellschaft, vor der uns unsere Eltern immer wieder gewarnt haben. Und ich finde, wir sind eine verdammt gute Gesellschaft.“

Schöner Fernsehgucken. Gucken Sie mal hier: Reklame für den Youtube-Kanal Video Sternbuschweg.

Max Reinhardt: Was macht eigentlich der Fischer?

Sonja Röder: Wer kennt Kunibertr Röder? Auf der Suche nach Spuren eines verschollenen Freaks.

Herbert Laschet-Toussaint (HEL): Herren des Krieges.

Erika Rear View. Bild & Text ineinander. Alte Liebe rostet nicht.

Sahara. Ein Grundsatz. Kornkammer, Jacobus Mayer, Ottokar Grobe, Jupp von Schmitz, Der Scharffmacher, Schmitzeuropa, Wachtmeister Schulz, Magirus Bögge, Renate Scheutin und überhaupt die alle legen wieder los.

Josef Dünnwald: Dünnwalds Seite für der Bevölkerung.

Konrad Knurrhahn: Einsatz. Und kein Wort mehr.

Rainer Dittrich: Petitessen. Die Aphorismen-Spalte.

Und gleichzeitig erscheint DER METZGER 153, Januar 2024 als Sonderausgabe
kostet 4 €.
Alles war, nix is mehr – Landschaften im Zweiten Futur – Das Weite suchen – Wanderer zwischen den Wänden – Bilder einer Vergewisserung. Bild-Reflexionen eines Flaneurs.

Besorgen! Bestellen! Schicken lassen! Oder in der Buchhandlung Weltbühne kaufen! Lesen! Weiterempfehlen! Draus zitieren! Und schließlich: Abonnieren! Denn: Wer abonniert, hat mehr von Metzger.

Sowas sollte man doch nicht vergessen: Gestern war Geburtstag

Gestern vor 5 Jahren war der 50. Jahrestag der ersten Ausgabe von DER METZGER, gestern also der 55. Jahrestag. Immer noch irgendwie rund (durch 5 teilbar), aber ohne Null am Ende, da kann man auch mal am nächsten Tag nachfeiern.
Anläßlich der 45 Jahre hieß es vor 10 Jahren an dieser Stelle:

Ich begab mich am Sonntagnachmittag zu Fuß nach Hochfeld zu Siegfried Baumeister (hab ich den schon mal hier erwähnt?). Der hatte eine Vorkriegs-Hektografiermaschine mit Kurbelbetrieb. Da war ein Mädchen zu Besuch, eine dunkelhaarige Schönheit, die mir schon öfters bei Demonstrationen und Apo-Aktivitäten aufgefallen war und die ich unbedingt mal kennenlernen wollte. Und die half mir fleißig, die Blätter zu sortieren und zusammenzuheften, damit die Hefte am Montag Vormittag auwm Schullow verkauft werden konnten.

Alle half

Anne half

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich dachte (und das glaubte ich dann noch viele Jahre lang): Was für ein schöner Zufall, daß ausgerechnet sie heute auch hier ist.
Aber gestern sagte sie mir: Nein, das war kein Zufall. Sie hatte mitgekriegt, daß da – ausgerechnet von mir – eine neue Zeitschrift gestartet werden sollte, und daß sie das wichtig fand und beim Start mithelfen wollte.

Gratulieren Sie mir also, und auch ihr zu (bisher) 151 Ausgaben und freuen Sie sich, daß Sie Abonnent/in sind! Was? Noch nicht? Dann wird es aber höchste Zeit.

Neu: DER METZGER 151

Die Ausgabe Nr. 151 ist erschienen.
So sieht sie aus:

Und das wird Sie interessieren:

Ulrich Sander: Kein Frieden mit der AfD. „Es ist fahrlässig zu sagen: Die Wähler der AfD sind eher harmlos. Es ist gefährlich zu sagen, die Friedensbewegung müsse sich den Rechten öffnen, dann werde sie wachsen.“

Jakop Heinn: Diese „Basis“ ist nicht das Fundament der Grundlage. Die Partei „Die Basis“ aus dem „Querdenker“ und Impfgegner-Milieu verbreitet in der Rest-Friedensbewegung verschrobene Thesen, über die man nicht mehr lachen kann. Die Friedensbewegung tut längst, was der CDU vorgeworfen wird: die „Brandmauer“ durchlöchern.

Helmut Loeven: Sahra ist so gut nicht. Linkspopulismus gibt es nicht. Populismus ist immer rechts. Wenn linke Leute populistisch werden, dann sind sie zu rechten Leuten geworden.

Lina Ganowski: Auf Dreck stolz. Wer die „Freien Wähler“ für eine Art AfD light gehalten hat, wußte nicht alles. Über pöbelnde Kandidaten und ihre pöbelnden Wähler.

Dehm seine Querfront. Diether Dehm, prominenter Gefolgsmann von Wagenknecht, will „Denk und Milieugrenzen überwinden und eine neue Öffnung zu heimat-, aber auch zu marktorientierten Ampel-Kritikern“. Und er lobt Hans-Georg Maaßen.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Traum und Wirklichkeit der „Künstlichen Intelligenz“; Wanderwege der Helene Fischer (wer ist das eigentlich?); Witzeerzählende Liberale; Martin Walser, der nicht geht, sondern schreitet, der sich beim Beobachten beobachtet und der nicht denkt, sondern es denkt in ihm; Kinos, die es nicht mehr gibt: Das Universum in Buchholz.

Jaaa-ha-ha-ha-haaaa! Wenn der Senatooor erzääählt! Das ist der, der sich G.-Lehrer der Nation nennen läßt. In Interviews erzählt Herr B. die Geschichte „seiner“ Band B-Maschine. Daran ist kaum mal ein Wort wahr.

Herbert Laschet-Toussaint (HEL): Schangsöngsche für Titine – Anik. Über Albertine Sarrazin 1936-1967. Ein Gedicht.

Kuba-Seite. Kuba und Chile.

Silke Vogten: Der Mann im Fenster. Eine Erzählung. „Wer ist denn der Mann?“ – „Niemand.“ – „Warum macht er denn immer so?“ – Sieh nicht hin.“

Aus aller Welt. Kirschblüte, Lächeln; offenes Ohr, Sternbuschweg, nackte Frauen am/im Badesee.

Das Heft kostet 4 Euro.
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Die schönsten europäischen Einfahrten (33)

Basis Druck – ja, da war ich auch schon mal Kunde. Dieses Unternehmen wurde im Keller des Eschhauses gegründet. Da stand eine Offset-Maschine herum, die ihrerseits eine Vorgeschichte hatte, die bis in die 60er Jahre zurückreicht – jahrzehntelanger aufrührerischer Druck. Zum Beispiel DER METZGER Nr. 4 und 5 wurden darauf gedruckt (1969). Später wurde das Skandalblatt Juhanna im Eschhaus-Keller darauf gedruckt.
Zum ersten Mal sah ich das Tor geschlossen (hat wohl nichts zu bedeuten). (Foto von Oktober 2019).
Durch die Tür links neben dem Tor kam man ins Foto-Studio von Frank Napieralla. Den kannte ich schon auf dem Steinbart-Gymnasium (auch: Zusammenarbeit in der Schulzeitung Steinbart-Blätter), und dann: jahezehntelang nicht gesehen). Der hat mich mal vor ein paar Jahren angerufen (im Netz wiederentdeckt) und wollte mich mal in der Weltbühne besuchen. Darauf wartete ich vegeblich. Ich wollte den doch fragen, ob der nicht auch mal – aus alter Freundschaft – einen Fotobeitrag für den METZGER lockermachen würde. Das Firmenschild seines Fotostudios hängt nicht mehr da.

Kunstmarkt in Ruhrort – I told you once and I told you twice …

… please listen to my advice !
Der 11. Ruhrorter Kunstmarkt !
am Sonntag, 20. August 2023
auf dem Neumarkt
von 9 bis 18 Uhr.
Über 50 Künstlerinnen und Künstler, Galerien, Buchhandlungen, Büchermacher und Bühnenprogramme.
Der Kunstmarkt ist, wie jedes Jahr, Teil des Ruhrorter Hafenfestes.
Und wie in den vergangenen Jahren ist auch dieses Mal wieder die BUCHHANDLUNG WELTBÜHNE, die SITUATIONSPRESSE und DER METZGER mit einem eigenen Stand präsent – viele Eigenproduktionen sind im Angebot, darunter neuere METZGER-Ausgaben und die beliebten und bestaunten Situationspostkarten.
Kommt und guckt euch unsere Gesichter und unsere Angebote an.

It could be the last time, it could be the last time, Baby the last time, I don’t know. Oh no!

Neu: DER METZGER Nr. 150

Die Ausgabe Nr. 150 ist erschienen.
So sieht sie aus:
Und das wird Sie interessieren:

Titelgeschichte: „Wo bleiben die Massen? Wir nehmen jeden.“ Die selbstverschuldete Wehrlosigkeit der sich auflösenden Friedensbewegung gegen ihre Unterwanderung von rechts. Dokumente, Fakten, Kommentar. Und man erfährt, was Dimitroff gar nicht gesagt hat.

Ottokar Grobe: Mich fragt ja keiner. Wieder so ein „Da kann man ja gleich …“-Kommentar.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Gab es hier wirklich nur „zwei Diktaturen“?; Komische Gespräche; Die Aufregung über das Kleingeld; Kinos, die es nicht mehr gibt (das Großenbaumer Kino); „Ich war Patient“; Antworten.

Nachrichten von Leuten, die nicht die Angenehmsten sind.

Tagebuch in dem man zum Beispiel erfährt, was Adorno gar nicht gesagt hat.

Die neue Methode: Zigarette rauchen unter der Dusche.

Die Linkspartei: zu wenig links, zu viel Partei.

Linksmann, fahr mal links ran. Ein Grundsatz. Jakop Heinn, Linksman, Jakobus Mayer, Der Scharffmacher, Ottokar Grobe, Verschwoerungskenner, Magirus Bögge, Renate Scheutin, Jupp von Schmitz, Madame Lupo, Klaus K. diskutieren.

Anna Driba: Diese Zeiten, nicht unsere Zeiten. „Frauen wie ich werden eingerammelt, von weiblicher wie von männlicher Seite,“

HEL (Herbert Laschet-Toussaint): HANS M GLÜCK.

Aus aller Welt: Kuba, Sex-Front, Schlagzeug u.a.

Konrad Knurrhahn: Einsatz.

Rainer Dittrich: Petitessen.

„Zinken des Fahrenden Volkes“

Das Heft kostet 4 Euro.
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Auch Sie können diese Briefmarke bekommen


Wer im Monat Juli 2023 den METZGER abonniert, bekommt die erste Lieferung (Heft 149, bereits erschienen), die mit dieser Briefmarke frankiert sein wird.
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situationspresse@gmx.de
oder brieflich:
Buchhandlung Weltbühne, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg

Das Abonnement kostet 60 € (Inland) bzw. 100 € (Ausland).
Ein Förderabonnement kostet 90 € (Inland) bzw. 150 € (Ausland).

Das Abonnement gilt für alle zukünftigen Ausgaben.

Über Lieferbedingungen und Widerrufsrecht informieren Sie sich bitte hier:
http://www.buchhandlung-weltbuehne.de/regeln.htm

Keine Lösung? Keine Lösung.

Vorwort: Welches Thema wäre besser geeignet für das 3.000. (dreitausendste) Notat im Blog amore e rabbia?
Eigentlich jedes andere auch.

Erinnern Sie sich an den 17. Juni – nein nicht an den vor einem Jahr, sondern – sagen wir mal – an den vor 50 Jahren: 1973? Ein schöner Tag: Freibadbesuch, Ausflug, mindestens: ausschlafen. Denn das war ein Feiertag. Dessen offizieller Anlaß war eigentlich ein bierernster und lag gerade mal 20 weitere Jahre zurück. Aber das trübte die Freude an einem freien Frühsommertag nicht.
Am 17. Juni 1953 hatte es in Berlin-Ost und anderen Städten der DDR Straßenkämpfe gegeben, in denen sich massive Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit der Staatsmacht entlud. Panzereinheiten der in der DDR stationierten sowjetischen Streitkräfte verhinderten Schlimmeres. (Das muß ich so formulieren, damit Klopsman alias Linksman wieder einen Grund hat, sich aufzuregen. Und: Die Sowjetunion gibt es nicht mehr).
Der Volkssturm von 1953 wird derzeit wieder hervorgehoben. Er fügt sich in die Strömung aktueller Machtpolitik: Wiederbelebung des Kalten Krieges, Feindschaftspflege nach außen und im Inneren.
Zum 50. Jahrestag, 2003, erschien in DER METZGER Nr. 67 mein kritischer Kommentar, geeignet, Sympathien zu verscherzen ohne neue zu gewinnen. Die Überschrift „Keine Lösung“ mag mehrdeutig sein. Das Heft kann immer noch bestellt werden.
Hier die ersten beiden Seiten
Hier der ganze Artikel, auf dem Bildschirm leichter zu lesen.

Das ist er, der Briefkasten!

Der Briefkasten zu Ihrem Glück.

Durch diesen Briefkasten gehen immer wieder (so auch wieder dieser Tage) die METZGER-Hefte auf die Reise zu denen, die das Magazin im Abonnement beziehen.
Durch kaum einen anderen Briefkasten in Mitteleuropa wurde so viel Erkenntnis beschleunigt wie durch diesen.
Wollen auch Sie das Magazin regelmäßig erhalten, das dann jedesmal durch diesen Schlitz auf die Reise zu Ihnen geht? Abonnieren Sie!

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Abonnement für 10 Ausgaben: 60 €
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Abonnement rückwärts: Die noch erhältlichen Ausgaben Nr. 18-148 können Sie einzeln bestellen
oder alle zusammen im Sammelpaket für 400 €.
Die zehn letzten Ausgaben (Nr. 139-148) en bloc: 25 €.
Die zehn vorletzten Ausgaben (Nr. 129-138) en bloc: 25 €.
Die zehn drittletzten Ausgaben (Nr. 119-128) en bloc für 25 €.
Kommentierte Inhaltsangabe aller lieferbaren Hefte: www.buchhandlung-weltbuehne.de

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Neu: DER METZGER Nr. 149

So sieht die Zeitung aus:
Und das wird Sie interessieren:

Ulrich Sander: Zur Frage „Wie halten es die Rechten mit den USA und Russland, mit NATO und Krieg?“ Die „Querfront“ von „rechten und linken“ „Friedenskräften“ ist und bleibt ein Ding der Unmöglichkeit. Eine genaue Betrachtung.

Die Paranoia-Union hat einen Vorsitzenden. Ist der ehemalige Verfassungsschutz-Präsident ein harmloser Irrer? Harmlos ist er nicht.

Matti in: Beschreibungen. Comic-Strip von Timo Stoffregen.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Die seltsamen Reden des Herrn Präsidenten Wolodymyr Selenskyj; Das vorlaute Geplapper der Außenministerin Baerbock; Die Sprache der Tiere; Immer mehr Männer verstehen die Welt nicht mehr; Antworten.

Marvin Chlada: Sieben Gedichte aus dem neuen Gedichtband „Hunger und Liebe“ (Trikont Verlag).

Heinrich Hafenstaedter: Weltherrschaft. Mein Dialog mit der Künstlichen Intelligenz.

A.S.H. Pelikan: Abenteuer im Silberwald. Ereignisse an einem Mittwoch zwischen dem Dreißigjährigen Krieg und Napoleons Rußlandfeldzug.

Die Plümmelsmütz der Luisa Neubauer. Ein Grundsatz. Jakop Heinn, Der Scharffmacher, Ottokar Grobe, Verschwoerungskenner, Kornkammer, Magirus Bögge, Jürgen Gaslor, Renate Scheutin, Jupp von Schmitz, Marina, Nobert Wielen, Madame Lupo diskutieren.

HEL (Herbert Laschet-Toussaint): Italienbrüder. „Stellt euch vor Deutschland im Krieg Nr. 3 / und ihr seid nicht mal dabei“.

Konrad Knurrhahn: Das letzte Mal.

Rainer Dittrich: Petitessen.

Vor fremder Not nicht gefeit. Erinnerung an Inge Holzinger 1933-2023.

Oskar Maria Graf an Goebbels: Verbrennt meine Bücher! Wie ein Verfemter sich mit Sarkasmus wehrte. „Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selber wird unauslöschlich sein, wie eure Schmach!“

Das Heft kostet 4 Euro.
Besorgen! Bestellen! Schicken lassen! Oder in der Buchhandlung Weltbühne kaufen! Lesen! Weiterempfehlen! Draus zitieren! Und schließlich: Abonnieren! Denn: Wer abonniert, hat mehr von Metzger.

Die 10 nächsten Ausgaben: 40 € – alle zukünftigen Ausgaben: 60 €.

Derrick war bei der SS

Der Schauspieler Horst Tappert soll bei der Waffen-SS gewesen sein. Da war er nicht der einzige.
Als Schauspieler war er nicht schlecht, geeignet für Nebenrollen in Komödien. Als Posträuber Bruce Raynolds hat er ein Kabinettstückchen abgeliefert. Aber in der Rolle als Kriminalbeamter Derrick, für die er sich ein Toupet aufsetzen mußte, wurde er zu einer nationalen Institution: Identifikationsfigur des Spießers als fieser Bulle, als Rächer der Langweiler an der ganzen materialistisch-hippyesken Verworfenheit der modernen Zeit, wo die Schulkinder nicht mehr aufspringen und im Chor „Guten Morgen, Herr Lehrer“ erschallen lassen. Wohin das führt, sieht man ja. Da muß doch endlich mal einer der Moral zur Geltung verhelfen.
Derrik hatte einen Vorgänger, das war „Der Kommissar“ Keller (Erik Ode). Der deutsche Briefmarkensammler hat den Durchblick, assistiert von einer Schar deutscher Schwiegersöhne. Diese Filme hatten einen großen Vorteil: Man konnte den Nachgeborenen erklären: „Nein, der Fernsehapparat ist nicht kaputt, das ist ein Schwarzweißfilm.“
Kommissar Keller minus Gemüt ist gleich Derrick.
Diese Filme waren gar keine Kriminalfilme. Sie waren nicht spannend. Sie waren nicht realistisch. Die Dialoge waren hölzern. Die Charaktere waren künstlich. Die Schauspieler spielten nicht, sondern standen oder liefen herum und sagten Texte auf. Da waren keine Detektive am Werk, um Licht in die Sache zu bringen. Licht kam hier nur von den Beleuchtern. Was im wahren Leben die Ermittlungstätigkeit der Polizei wäre, das war in diesen Filmen die Privatangelegenheit von einem Berufspessimisten und seinem Lakaien.
Ich habe ein paar Derrick-Filme gesehen, und mir ist aufgefallen: Keiner der von Derrick & Harri zur Strecke gebrachten „Täter“ würde von einem deutschen Gericht verurteilt. Bei dermaßen schlampiger Ermittlungsarbeit hätten sie alle wegen Mangel an Beweisen freigesprochen werden müssen. Der einzige Beweis, den die Anklage dem Gericht hätte vorlegen können, war das Drehbuch: „Da steht es doch schwarz auf weiß!“
Neinnein! Die einzigen, die von Derrick überführt wurden, das waren wir alle, und sonst niemand.
Horst Tappert war bei der SS? Das konnte man nicht wissen.
Von Stefan Derrik hätte man es wissen müssen.

*

Wer hat den Tappert als SS-Mann bekanntgemacht und damit an der Nation gekratzt? Die Bildzeitung!
In Zeiten, in denen der Bundestrainer auch kein unantastbarer Herberger mehr ist und Bundespräsidenten abtreten, ist wohl auch ein Derrick keine indisponible Größe mehr. Aber müßte nicht gerade die Bildzeitung das Positive hochheben?
Die Bildzeitung hatte schon vor längerer Zeit eine andere Trostgestalt in Mißkredit gebracht: Sie enthüllte, daß Robert Was-bin-ich-Lembke, das Idol der Tanten, die dachten „Ach wenn doch alle Nachbarn so wären“, fremdgegangen ist. (Und das ist aus Tanten-Sicht das Schlimmste was es gibt).
Kein Wunder! Erst wenn gar kein Boden mehr unter den Füßen ist, wenn nichts mehr da ist, worauf man sich verlassen kann, ist der ideale Bild-Leser geschaffen.
Vielleicht aber wollte die Bildzeitung nur verkünden: Die SS kommt in den besten Familien vor.

Aus: Der Metzger Nr. 106 (2013)
Stefan Derrik a.k.a Horst Tappert wäre heute 100 Jahre alt geworden.

Neu: DER METZGER Nr. 148

So sieht die Zeitung aus:

Und das wird Sie interessieren:

Jakop Heinn: Ver(kehr)t Realos. Bei den Grünen rufen welche zur Korrektur ihrer Flüchtlingspolitik auf. Denen geht es gar nicht um das Lösen von Problemen, sondern darum, Signale ins Land zu senden, um bei der Mehrheit zu punkten.

Helmut Loeven: Bleibt mir bloß weg mit de(h)m! In Berlin traf sich eine zerfallende und zerfallene Friedensbewegung. Unterdessen ist die Kaperung der Friedensbewegung durch radikal-rechte Kräfte in vollem Gange – und Leute wie Sahara Wagenknecht und Dr. Diether Dehm halten ihnen die Tür auf (erinnert an Biedermann und die Brandstifter). Motto: Wo bleiben die Massen, wir nehmen jeden. Querfront bedeutet: Die Rechten wissen, was sie tun, und die Linken wissen nicht, wie ihnen geschieht.

Ottokar Grobe: Wenn sie mich fragen. Über einen erfolgsgewohnten Opportunisten aus den Reihen der Grünen.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Fragen Sie mich nicht, ich bin nur eine Stehlampe; Essig gibt es immer wieder; Über David Crosby: What we can do is to try something new; Was ist besser: 50 Pfennig finden oder 50 Mark verlieren?; Jetzt sind wir nicht mehr Papst; Nein nein nein? Schottland Yard!; Hoch! Die! Tassen!; Früher war alles besser.

Flapper. Roaring twenties flapping twenties.

Les pères de la libelle. Buchnachrichten. Neuerscheinungen und Neuausgaben zu Brechts 125. Geburtstag.

Lina Ganowski: La Notte. Diesmal: „Mal was Grundsätzliches“ – wenn Fetzen fliegen …

Dünnwalds Seite(n): Waldstraße. Erinnerung an ermordete Hitler-Gegner aus der Strauß-Siedlung.

Wolfgang Eppler. Erinnerung an unseren Kollegen und Genossen.

Anna Driba: Anders sein. Politische Augenblicke. Die Psychiatrie und ihre Klienten mitten in der Gesellschaft. „Andersheit und Verschiedenheit sind nicht das gleiche. „Schön wäre es, wenn jeder Mensch seine Verschiedenheit ohne Angst leben düprfte.“ (frei nach Adorno).

HEL (Herbert Laschet-Toussaint): „Wolle mer se rinlosse?“

Aus aller Welt.

Beilage: Aha! Das Extrablatt aus der linken Ecke (2023)

Das Heft kostet 4 Euro.
Besorgen! Bestellen! Schicken lassen! Oder in der Buchhandlung Weltbühne kaufen! Lesen! Weiterempfehlen! Draus zitieren! Und schließlich: Abonnieren! Denn: Wer abonniert, hat mehr von Metzger.

„Die Lebenskunst ist die wichtigste aller Künste“: Bertolt Brecht

Von Bertolt Brecht ist mal wieder die Rede. Der meist-entsorgte, meist für erledigt gehaltene, meist-vergessengemachte, meist für überholt erklärte – aber meist-überlebensfähige Autor wurde am 10. Februar 1898 geboren. An den 125. Geburtstag mußte erinnert werden.
Rückblende 1998. Anläßlich des 100. Geburtstags erschien eine METZGER-Sonderausgabe (Der Metzger Nr. 55), ein Heft mit 52 Seiten, darauf zahlreiche Abbildungen, einige Dokumente und Zitate, zwei Gastbeiträge (Lina Ganowski, Motte) und wurde damals für 8 Mark verkauft.
Aus dem Inhalt:

Liefere die Ware! / Das meiste, was geschrieben wird, ist Quatsch. Wie die Taz, aber auch die UZ, Fragwürdiges verbreiten.
Brecht-Chronik
„Da ging der Tumult los“ Die „Legende vom toten Soldaten“.
Der Haifisch ist kein Haifisch (wenn man nichts beweisen kann). Die Dreigroschenoper.
Zeugnisse: George Grosz, Max Frisch, Erwin Geschonneck.
Wollen Sie Brecht lesen? Eine ausführlich kommentierte Literaturliste.
Die wiedergefundene Ernte. Die ersten gedruckten Texte Brechts standen in der Schülerzeitung „Die Ernte“.
Brecht-Bibliografie.
Motte: Mottes Oma und Bert Brecht.
„Sind Sie oder waren Sie jemals…“ Aus dem Verhör vor dem Kongreßausschuß zur Untersuchung unamerikanischer Umtriebe.
Helmut Loeven: Ein Amoklauf der Moral. Brecht und seine Mitarbeiterinnen. „Enthüllungen“ über Brechts Verhältnis zu seinen Mitarbeiterinnen bedienen modische Ressentiments: Eine Mischung aus Prüderie, Neid, Feminismus und Antikommunismus.
„Deine Liebe könnte fünf Erdteile glücklich machen“: Ruth Berlau. Zitate aus den Erinnerungen einer faszinierenden Frau: über Walter Benjamin, Hanns Eisler, Charlie Chaplin, Peter Lorre, Paul Dessau, Berliner Ensemble, über Freundschaft und Liebe.
„Jrüß den Brecht!“ – Margarete Steffin.
Geschichten vom Herrn B. Brecht-Anekdoten.
Die Empfindlichkeit weiter Kreise… „Ich kann aber nicht entsprechen“. Aus dem Arbeitsjournal.
Lina Ganowski: Die Schriftsteller.
„Öfter als die Schuhe die Länder wechselnd“ – Flucht, Exil, Rückkehr.

Das Heft kann für 6 € (einschließlich Versandkosten) in der Buchhandlung Weltbühne bestellt werden.
Desweiteren 1998 wurde die Doppel-CD produziert mit dem Titel „Der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein“. Darauf enthalten ist auch die Radiosendung des Medienforums Duisburg (moderiert von Dirk Drazewski, Redaktion: Jürgen Mikley. Mitwirkender war Hans-Joachim Brune). Die Doppel-CD kann für 16 € in der Buchhandlung Weltbühne bestellt werden. Heft und CD zusammen im Versand für 20 €. Im Laden billiger.

Neu: DER METZGER Nr. 147

Die Ausgabe Nr. 147 ist erschienen.
So sieht die Zeitung aus:
Und das steht drin:

Helmut Loeven: Lauter Fransen. So lachhaft dieser Prinz Freitag-der-dreizahnte Reuss und seine Schar auch vorkommen – ungefährlich sind die nicht. Denn Lächerlichkeit tötet.

Aktion gegen „Reichsbürger“ zeigt nur die Spitze des Eisbergs. VVN-BdA warnt vor weiteren rechten Umsturzplänen.

Matti in: Gefühle. Comic-Strip von Timo Stoffregen.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Was meinen Sie: soll ich Waffen liefern? Was ist eine Telefonmzelle wirklich; Schellekes als Quatschguerilla; Reise nach Aachen hinüber.

Dünnwalds Seite(n): „Eigentum raus“

Rainer Dittrich über Hans Magnus Enzensberger. „Wer redet wie Enzensberger, fällt in keinem Salon unangenehm auf.“ So also sieht das Erbe der Achtundsechziger aus?

Les pères de la libelle. Nachrichten von den Büchertischen.

Freiheit für Leonard Peltier, Freiheit für Mumia Abu Jamal!

Lina Ganowski: La Notte. Diesmal: If I had a hammer! Die Suffragetten als Letzte Generation und das Recht auf Widerstand früher und heute.

Emil bescheuert. Bescheuerte E-mails, zum verrückt werden.

Brigitte Paisan: Der FRUST mit der etwas anderen LUST. Und die Lust mit dem schwarzen Gürtel. Eine erotische Selbst-Reflexion. Hanky (S)Panky.

HEL (Herbert Laschet-Toussaint) über Demenico Müllensiefen.

Der Kessel im Sommer. Ein Grundsatz. Ist in dem Kessel Öl oder Essig? Oder Kaffee? Oder gar nichts – also noch nicht einmal ein Vakuum? Mal wieder eine von diesen Grundsatzdiskussionen.

Abonnieren Sie richtig! Spanking Lesbians.

Von der Sex-Front. Madonna, Léa Seydoux und die schöne Iris Berben sind zum Glück nicht auf der Höhe der Zeit.

Max Reinhardt: Love Speech. Er hat nicht nur „Sara“ Wagenknecht, sondern auch ihren späteren Ex (den jetzigen Exil-Bundeskanzler nie Meyer) in seinem Auto chauffiert.

Konrad Knurrhahn: Los! Und weg isser!

Das Heft kostet 4 Euro.
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Geburtstag muß man sich mal vorstellen

Wer hat heute, am 1. Dezember 2022 Geburtstag?
DER METZGER wird 54!
Am Sonntag, 1. Dezember 1968, wurde in Hochfeld die erste Ausgabe des Satire-Magazins auf einem kurbelbetriebenen Vervielfältigungsgerät hergestellt.
Das war hier schon mal Thema.

Daß eine Underground-Zeitschrift 54 Jahre lang erscheint, ist – auch im Weltmaßstab – eine Seltenheit. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht.
Die hier abgebildeten Hefte und überhaupt alle Hefte ab Nr. 18 sind noch erhältlich.
Lies und genieß!

Neu: Der Metzger 146

Die Ausgabe Nr. 146 ist erschienen.

So sieht die Zeitung aus:

Und das steht drin:

Felix Oekentorp (DFG-VK): Nein zur Hochrüstung! – Aktuell oder aus der Zeit gefallen? Widerstand gegen Hochrüstung ist unverändert das Gebot der Stunde.

Jakop Heinn: Und dann wollen alle auf einmal den Putin wieder haben. Wer steht in den Startlöchern, wenn Putin abdankt bzw, abgedankt wird? Manchen, die in Russland Einfluß haben, ist er zu „westlich“.

Ottokar Grobe: 99 Luftballons (auf ihrem Weg zum Horizont). Deutschland hat eine Exilregierung, die residiert in Moskau. Bundeskanzler ist jetzt Ralph Thomas Niemeyer (übrigens der Ex-Gatte von Sahra Wagenknecht). Der Exil-Kanzler hat das Energie-Problem gelöst: Er will Gazprom-Gas in Luftballons hier hin bringen – oder sowas in der Art.

Helmut Loeven: China im Bild. Ohne die Provokationen durch die USA könnten Peking und Taipeh („Rotchina“ und „Nationalchina“) gut miteinander auskommen und weiterhin regen Handel miteinander treiben. Denn beide Chinas sind wirtschaftlich aufeinander angewiesen.

Matti und Paula in: Aktion. Comic-Strip von Timo Stoffregen.

Ludger Baack: Das Außenlager Ratingsee. Gedenken an das KZ-Außenlager in Duisburg-Meiderich.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Ein Pazifismus, der sich vor Konformisten rechtfertigt, der nicht Furcht einflößt und nicht Zähne zeigt, ist keiner; Was ist eigentlich der Lindner für einer? Muß man Winnetou kennen? Wagenknechts Querfront.

Tagebuch. Erinnerung an Detlef Stamm.

Wörterschlüssel. Zwei Seiten voll mit Wörtern.

Never mind. Der Scharfmacher, Madame Lupo, Reichsmark, Ottokar Grobe, Jacobus Mayer, Jupp Schmitzvon, und Renate Scheutin in einer Grundsatzdiskussion. Die nackte Frau im Schaufenster (She’s not your kind).

Unbekannter Bekannter: Normahler Tahg im Finanzamt. Ein Beamter wird langsam verrückt. Cartoon auf Rechenkästen.

Simone Schmitz: Neudorf, drinnen, draußen. Drei Porträts.

Das Heft kostet 4 Euro.
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Wie war denn der Kunstmarkt?

Der Ruhrorter Kunstmarkt, nach zweijähriger Corona-Zwangsunterbrechung, fand wieder statt am Sonntag, 21. August auf den Neumarkt.
Günstige Umstände: Trocken, windstill, sonnig, nicht zu heiß. Der Neumarkt, umgeben von hohen alten Fassaden, bestanden von hohen Bäumen, bot die Möglichkeit, im Schatten sich über die Sonne zu freuen.
Der geplante Transport (hin & zurück) FIEL AUS. Alles mußte MIT DER STRAS-SEN-BAHN transportiert werden!

Die neuen Marktstände waren viel größer als die von früher. Ich hatte gefürchtet, den Platz gar nicht ausfüllen zu können mit dem, was in zwei Koffer paßt.

Im Hintergrund das Plus an Neumarkt, von dem hier schon mal die Rede war. Da konnten wir uns Stühle leihen (Möbel kann man nun wirklich nicht mit der Straßenbahn transportieren).
Auf den Kunstmarkt angeboten: Glas-Skulpturen gefüllt mit Honig, womit an Joseph Beuys erinnert wurde. (Wir kriegten ein Glas geschenkt).
Auf diesem Bild kommen die schönen alten Häuser, die diesen Platz umgeben, zur Geltung.
„Wat steht überhaupt in den Buch drin?“ scheint hier die Frage zu lauten.
Andere Frage: „Wat steht da auf dat Auto drauf?“
eme e eme.
Bilder: © Merkfoto