Demnächst in der Weltbühne: Ein Buch über den inneren Zustand Israels

Demnächst in der Buchhandlung Weltbühne:
Michael Sfard: Israels Bumerangeffekt. Von der Besatzung zum Ende der Demokratie. Aus dem Hebräischen von Lucia Engelbrecht. Edition Nautilus 2026 (Nautilus Flugschrift). Deutsche Erstausgabe. Broschur, ca. 220 Seiten. ca. € 20,00

Erscheint im September 2026

Der renommierte israelische Menschenrechtsanwalt Michael Sfard zeigt, warum Israels Unterdrückung der Palästinenser*innen unlösbar mit dem Abgleiten in einen inneren Autoritarismus verbunden ist
Als 2023 Hunderttausende Israelis gegen die sogenannte »Justizreform« der rechtsextremen Regierung auf die Straße gingen, blendeten die meisten von ihnen aus, dass das, wogegen sie protestierten – Verlust der Gewaltenteilung und demokratischer Grundrechte –, ein paar Kilometer weiter bereits seit Jahrzehnten Realität ist; betrieben in systematischer Komplizenschaft von staatlicher Willkür und Siedlergewalt, von den israelischen Medien beschwiegen, von der jüdischen Bevölkerung verdrängt.
Doch die Besatzung, davon ist der Menschenrechtsanwalt Michael Sfard überzeugt, lässt sich nicht von der Realität der israelischen Gesellschaft abspalten – sie formt nicht nur die Unterdrückten, sondern auch die Unterdrücker. Sie hat eine antidemokratische Ideologie befeuert, die sich zunehmend auch nach innen richtet, um die Grundprinzipien des Rechtsstaats zu demontieren. Die israelische Gesellschaft, so Sfard, muss diese Zusammenhänge verstehen und die Besatzung endlich überwinden.
Michael Sfard vertritt regelmäßig palästinensische Mandant*innen und Gemeinden vor israelischen Gerichten. Im Kontext dieser Arbeit und im historischen Rückblick entfaltet er Ursprünge und Folgen der antidemokratischen Entwicklungen: von der geplanten »Justizreform« 2023 über die zunehmenden Angriffe auf die Zivilgesellschaft seit 2010, den Sechstagekrieg 1967 und die Nakba bis hin zum Trauma der Schoa – um schließlich in die Gegenwart zurückzukehren: zum Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 und dem darauf folgenden verheerenden Krieg in Gaza.
Ein beeindruckendes Plädoyer für Verständigung und eine Überwindung der Gewalt.

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Der Aachener Friedenspreis geht an Palestinians and Jews for Peace

Palestinians and Jews for Peace (PJFP) ist ein Freundeskreis aus palästinensischen, jüdischen und weiteren solidarischen Menschen, die sich in Köln für Frieden, Dialog und Gemeinschaft engagieren.
Die ehrenamtliche Kölner Initiative wurde nach den Terroranschlägen der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 gegründet und setzt sich für den Dialog zum Nahostkonflikt ein. Seitdem organisierte die Gruppe mehrfach Demonstrationen für den Frieden und initiierte Petitionen, wie etwa gegen einen Staatsbesuch des syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin. Auch organisiert sie Begegnungen und Aktionen, die gegenseitiges Verständnis fördern sollen. Sie wolle sich klar auf die Seite der Betroffenen stellen: „Wir stehen an der Seite von Menschen – nicht von Flaggen, nicht von Nationen und nicht vom Krieg.“ So wolle man den Diskurs in Deutschland verändern.
2026 wurde der Gruppe der Aachener Friedenspreis zuerkannt. Ausgehend von feministischen, emanzipatorischen Werten setze sie sich für einen differenzierten Dialog und einen mitfühlenden, respektvollen Umgang zwischen jüdischen und palästinensischen Menschen ein. Sie wolle das öffentliche Narrativ über den Nahostkonflikt verändern, weg von Polarisierung, der Gegenüberstellung von „Tätern“ und „Opfern“ und der Reduzierung auf „Juden vs. Palästinenser“. Stattdessen zeige sie auf, wie vielfältig und komplex die Realitäten, Erfahrungen und Perspektiven tatsächlich sind.

https://palestiniansandjewsforpeace.wordpress.com/

Demonstration Pro Peace von Palästinensischen und Jüdischen Freund*innen („Palestinians and Jews for Peace“). 2000 bis 3000 Teilnehmer. Köln, Ebertplatz 19. Novemver 2023
Foto: Nicola, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0

Siehe auch die Buchempfehlung: Bernd Drücke (Hg.): Die Kriegslogik durchbrechen! Graswurzelrevolutionäre Stimmen zum Gaza-Krieg.

Neu in der Weltbühne: Die Kriegslogik durchbrechen! Graswurzelrevolutionäre Stimmen zum Gaza-Krieg

Neu in der Buchhandlung Weltbühne: Bernd Drücke (Hg.): Die Kriegslogik durchbrechen! Graswurzelrevolutionäre Stimmen zum Gaza-Krieg. Mit einem Geleitwort von Moshe Zuckermann.
128 S., 24 farbige Abb. 16,90 Euro.

Dieser Sammelband soll dazu beitragen, dass politische Diskussionen in einem Klima geführt werden können, das nicht von Einschüchterung geprägt ist. Zu Wort kommen Menschen, die sich für Aussöhnung und eine solidarische Gesellschaft jenseits von Nationalismus, Herrschaft und Gewalt einsetzen. Die Aktivist*innen u.a. von New Profile, Combatants for Peace und Palestinians and Jews for Peace weigern sich, Feinde zu sein. Sie solidarisieren sich mit den Geiseln, den Angehörigen der Opfer von Gewalt in Israel und Palästina, den Geflüchteten und Menschen, die sich dem Mord auf Kommando verweigern. Sie stellen sich sowohl gegen den Terror der islamistischen Hamas als auch gegen den der extrem rechten Netanjahu-Regierung.
Das Buch dokumentiert Beiträge, die vom 7. Oktober 2023 bis zum (mittlerweile gebrochenen) Waffenstillstand am 19. Januar 2025 in der Monatszeitschrift Graswurzelrevolution (GWR) erschienen sind, sowie ein aktuelles Geleitwort von Moshe Zuckermann und einen Beitrag aus der GWR 500 vom Sommer 2025 als Nachtrag.

Aus dem Geleitwort von Moshe Zuckermann
„Es ist eine Errungenschaft dieses Bandes, dass er Autor*innen versammeln konnte, die sich ganz dezidiert weigern, vor dem Konsens auf beiden Seiten zu kapitulieren, namentlich sich nicht durch die Monstrosität des bereits Geschehenen im Hinblick auf die Zukunft einschüchtern zu lassen.“

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Im Schilde nichts Gutes

Oder: Aus der Geschichte schlau werden!
Daß das Mullah-Regime in Iran ins Wanken geriet erfüllt einige Leute hier – zuförderst Exil-Iraner – mit guter Laune. Ein theokratisches Regime, dem man zurecht das Präfix „Terror-“ voransetzt, ist im Begriff, umzustürzen.
Von der guten Laune sollte man sich nicht anstecken lassen. Von den dreien, die da militärisch agieren, führt keiner Gutes im Schilde. Da sind keine Befreier und Erlöser am Werk. Da kämpfen Chauvinisten mit Chauvinisten gegen Chauvinisten.
Auch das Schah-Regime war ein Folter-Regime. Als das Regime, um das es nicht schade war, stürzte, stellte sich schnell heraus: Ein Regime-Wechsel allein bringt es nicht.

Am besten bringt es der Starjournalist Ottokar Grobe zum Ausdruck (in DER METZGER Nr. 162):

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Neu in der Weltbühne: Mounir, Dana und das Mädchen

Neu in der Buchhandlung Weltbühne:
Hila Amit: Mounir, Dana und das Mädchen. Erzählungen.
Aus dem Hebräischen übersetzt von Ruth Achlama.
Edition Assemblage. Paperback, ca. 300 Seiten. 28 Euro

Hila Amit erzählt Geschichten von queeren Protagonisten aus Israel und Palästina, die in Momenten von Trauma und Konflikt das Politische und das Soziale miteinander verweben.
Diese fesselnden Erzählungen werfen ein einfühlsames Licht auf marginalisierte Stimmen in der israelischen Gesellschaft. Mit Geschichten queerer Protagonisten, alleinerziehenden Müttern und einem Blick für die Nachwirkungen von Trauma und Konflikt erkundet das Buch unerzählte Perspektiven mit Tiefe und Empathie.Ideal für Leser*innen, die sich für literarische Einblicke in soziale Diversität, queere Themen und israelisch-palästinensische Dynamiken interessieren. Eine bereichernde Lektüre, die Verbindung schafft und Normen hinterfragt.
Gewinner des israelischen Preises 2016 des Kulturministeriums für Debütbücher.

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Neu in der Weltbühne:

Neu in der Buchhandlung Weltbühne: Livia Erdösi, Ana Hoffner ex-Prvulovic*, Nora Sternfeld: Denialism. Antisemitismus und sexualisierte Gewalt aus feministischer Perspektive. Verbrecher Verlag. 160 S. 16 €

Der Verlag hast das Wort:
Gerade ist bei uns der Band Denialism. Antisemitismus und sexualisierte Gewalt aus feministischer Perspektive erschienen, das hochaktuelle Buch der Herausgeber*innen Ana Hoffner ex-Prvulovic*, Livia Erdösi und Nora Sternfeld.
Mit „Denialism“ reagieren die Herausgeber:innen auf das Fehlen von feministischer Kritik, die sich explizit mit der systematischen Verleugnung und Verharmlosung sexualisierter und antisemitischer Gewalt im Zusammenhang mit den Massakern des 7. Oktober beschäftigt.
Die Autor*innen beschäftigen sich mit dem widersprüchlichen Verhältnis der Queer-Theory und dem Islamismus. Die Bewertung des Antisemitismus als ein gegenwärtiges, weltweites Phänomen erfährt eine Neukontextualisierung.
In strikter Abgrenzung zu rechtspopulistischen Narrativen, die Antisemitismus für rassistische Hetze und Antigenderismus instrumentalisieren, bietet der Band Diskursanstöße und die Chance, neue, solidarische Allianzen zu schließen.
„So können und sollen auch die Gewalt des Krieges, die Toten und die Zerstörungen in Gaza und die Kritik an der Politik Israels nicht geleugnet werden. Vielmehr geht es uns um ein Ringen – um einen Diskurs – dem es gelingt, sich mit der Politik und Gewalt in Israel und Gaza auseinanderzusetzen, ohne die grausame Gewalt des 7. Oktober zu verleugnen oder herunterzuspielen.
[…] Obwohl es sich um einen der bestdokumentierten Terroranschläge in der Geschichte handelt […] wurde die Infragestellung und Ablehnung der Beweise Teil des Gesagten und Sagbaren. Denialism findet sich in Statements, in Kunst- und Literaturkontexten, im Subtext von Behauptungen einzelner Theoretiker:innen, der 7. Oktober sei als Widerstand zu werten, und er ereignete sich an Universitäten weltweit. Die Leugnung besteht darin, die Tatsache des Massakers selbst und die Tatsache, dass Frauen vergewaltigt wurden, in Frage zu stellen – während die Gewalt von den Tätern selbst dokumentiert und zur Propaganda verbreitet wurde“

Mit Beiträgen von Havîn Al-Sîndy, Kübra Atasoy, Livia Erdösi, Ana Hoffner ex-Prvulovic*, Eva Illouz, Morgane Koresh / YiddishFeminist & Nicole Schweiß, Rebecca Schönenbach, Nora Sternfeld und Isolde Vogel.

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Maryam Abu Daqqa 1993-2025

Maryam Abu Daqqa war eine palästinensische Bildjournalistin. Sie arbeitete freiberuflich unter anderem für die Associated Press und Independent Arabia, eine Partnerseite der britischen Zeitung The Independent. Für ihre Fotoarbeit wurde sie mit einem Preis der Associated Press ausgezeichnet.
Maryam Abu Daqqa wurde bei den israelischen Angriffen auf das Nasser-Krankenhaus am 25. August 2025 getötet, bei denen mindestens 22 Menschen starben, darunter die vier weiteren Journalisten Hussam al-Masri, Muhammad Salama, Moaz Abu Taha und Ahmed Abu Aziz. Abu Daqqa hatte häufig vom Nasser-Krankenhaus berichtet. Die israelische Armee nannte als Hauptgrund für den Angriff eine Überwachungskamera, die von der Hamas im Bereich des Krankenhauses aufgestellt worden sei.
Die Tötung von Maryam Abu Daqqa führte zu einer starken Rezeption ihrer Person in den internationalen Medien. In einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates am 27. August thematisierte der algerische UN-Botschafter Amar Bendjama ihre Tötung. Im Nachgang der Tötung sprach die britische Tageszeitung The Guardian davon, dass der Gaza-Krieg der tödlichste Krieg für Journalisten in der Geschichte sei, mit nun 189 getöteten Medienvertretern.
Am Montagmorgen, dem 25. August, führte die israelische Armee gegen 7 Uhr (GMT) einen Angriff mit einer mit Sprengstoff ausgerüsteten Kamikaze-Drohne auf das Nasser-Krankenhaus in Chan Yunis im südlichen Gazastreifen durch. Nach Angaben des Nasser-Krankenhauses und von Augenzeugen wurde dabei das Empfangsgebäude im vierten Stock des Nasser-Krankenhauses getroffen, ebenso die Kamera-Station des Reuters-Journalisten Hussam al-Masri, der für eine Live-Übertragung seine Kamera aufgestellt hatte. Die Live-Schalte wurde durch die Explosion der Drohne unterbrochen, bei der Hussam al-Masri ums Leben kam.
Sanitäter und Mitarbeiter des Zivilschutzes eilten zur Rettung, ebenso beobachtende Journalisten, unter ihnen auch Maryam Abu Daqqa. Acht Minuten nach dem ersten Angriff führte das israelische Militär mittels eines Panzergranatenbeschusses einen zweiten Angriff auf die gleiche Position aus.
Bei der Explosion des zweiten Angriffs wurde Maryam Abu Daqqa getötet. Unter den Toten waren auch drei weitere ihrer Journalistenkollegen. Bei den israelischen Angriffen wurden nach Angaben von Gesundheitsbehörden 22 Menschen getötet.
Israel erklärte, die Hamas habe mit der Kamera israelische Truppen beobachtet, um terroristische Aktivitäten gegen sie zu koordinieren. Außerdem vermute man seit Langem, dass Extremistengruppen in Krankenhäusern aktiv seien. Israel legte keine Beweise dafür vor, dass eine bzw. die Kamera von der Hamas aufgestellt worden war, und erklärte auch nicht, warum auf den ersten Angriff wenige Minuten später ein zweiter folgte. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte seit Wochen Live-Bilder von dem entsprechenden Standort aus übertragen.
Der Tod von Maryam Abu Daqqa erhielt in der Rezeption des Angriffs vom 25. August 2025 besonders große Aufmerksamkeit. Zahlreiche internationale Medien veröffentlichten Nachrufe und spezifische Artikel über das Leben und Werk von Maryam Abu Daqqa, darunter Nachrichtenagenturen wie Associated Press, und Reuters, britische und US-amerikanische Medien wie The Guardian, The Independent, The New York Times, The Washington Post, israelische Medien wie Haaretz, The Times of Israel und +972 Magazine, arabische Medien wie Al Jazeera, deutschsprachige Medien wie Der Spiegel, Der Freitag und 20min.ch.
Journalistenkollegen von Maryam Abu Daqqa beschrieben sie als äußert respektierte, engagierte, professionelle und beliebte Kollegin. Julie Pace, Chefredakteurin und Senior Vice President von Associated Press, würdigte Abu Daqqa als Journalistin, die unter schwierigsten Bedingungen über den Gazakrieg berichtete, insbesondere über die Auswirkungen des Krieges auf Kinder. Die im Gazastreifen ansässige Spiegel-Journalistin Ghada al-Kurd lobte Maryam al-Daqqa als Vorbild für die Arbeit palästinensischer Frauen im Journalismus.

aus Wikipedia

Bis zum letzten …

Ende Juli 2025 war für die Miliz Hamas die Lage günstig. Der Feind Israel war durch seine Regierung unter internationalen Druck geraten. Wie die Lage nutzen? Ein Image-Gewinn wäre doch auf jeden Fall zu erreichen gewesen.

Doch die Miliz Hamas reagierte anders. Motto: Eine Entspannung der Lage? Niemals!
Um Furcht, Schrecken und Entsetzen zu erzeugen schickten sie ein Horror-Video: eine israelische Geisel, abgemagert, verelendet, ein Todgeweihter.
Die Hamas legte es darauf an, von der Weltöffentlichkeit als Scheusale erkannt zu werden.

Die Hamas-Kommandeure sind Faschisten.
Ich höre schon den Einwand: Nein, sie sind keine Faschisten nach der korrekten wissenschaftlichen Definition.
Aber sie agieren wie Faschisten,. Sie ticken wie Faschisten.
Die Faschisten fürchten den Frieden mehr als die Niederlage.
Es ist ein Schrecken für sie, aus einem Konflikt anders rauszukommen als mit dem totalen Sieg.
Und wenn der totale Sieg nicht möglich ist, wollen sie heldenhaft untergehen. Darum kämpfen sie „bis zur letzten Patrone, bis zum letzten Blutstropfen.“

P.S.: Die pseudolinken Sympathisanten hierzulande, die wähnen, die Hamas wäre „objektiv“ Verbündeter im „anti-imperialistischen Kampf“, werden sich auch jetzt nicht eines Besseren belehren lassen.

Antiimperialismus der dummen Kerls

In Washington D.C. wurden Yaron Lischinsky und Sarah Milgrim, Mitarbeiter der Israelischen Botschaft, hinterrücks erschossen. Der Täter gab sich als Kämpfer für Palästina aus.

Dieses Plakat wurde in einem Gebäude der Berliner Humboldt Universität aufgehängt.

Das Jugendnetzwerk der DFG-VK macht darauf aufmerksam:
„Der Terrorist der Lischinsky und seine Freundin erschoss, als sie gerade das jüdische Museum in Washington verließen, schrie wenig später ‚Free Palestine‘. Als Begründung für seinen Mord an den beiden Zivilisten führte er den Nahostkonflikt an.
Pro-Palästinensische Gruppen, darunter amerikanische und jetzt auch deutsche Unigruppen, stellen sich erschreckenderweise inzwischen auf die Seite des Mörders und bezeichnen den tödlichen und antisemitischen Angriff auf die beiden jüdischen Menschen in Washington als ‚gerechtfertigt‘. Dabei engagierten jene sich ja sogar für Frieden, und der einzige Grund für ihre Tötung war, daß sie gerade das jüdische Museum verließen.“

Wer, im einzelnen, sich explizit rechtfertigend erklärt hat, ist aus dem Bericht des Jugendnetzwerks der DFG-VK nicht zu erfahren. Man ist aber längst nicht mehr überrascht von unbedachtem Einverständnis mit einer hemmungslosen Gewalttat, die dem Leiden der palästinensischen Bevölkerung durchaus nicht abhilft.

Die VVN erklärt zum Jahrestag:

Verhandlungen und eine Konfliktlösung auf der Grundlage des Völkerrechts statt Krieg in Nahost!
Am 7. Oktober 2023 hat mit dem antisemitischen Massaker und der Verschleppung hunderter israelischer Geiseln durch die Hamas und ihre Verbündeten eine neue Eskalation der Gewalt in der Region begonnen. Die danach von der israelischen Regierung propagierte „vollständige Vernichtung der Hamas“ mit Flächenbombardements in Gaza hat inzwischen zehntausende zivile Opfer gekostet und zu einer humanitären Katastrophe in Gaza geführt. Mit den Bombardierungen Beiruts und der Bodenoffensive im Libanon droht sich dies zu wiederholen. Auch eine weitere Eskalation der Situation in der Region ist nicht auszuschließen – durch keinen der Akteure.
Seit dem Beginn der israelischen Angriffe auf Gaza ist es weltweit und auch in Deutschland zu Bedrohungen und Angriffen gegen jüdische Menschen und Einrichtungen gekommen. Die VVN-BdA steht an der Seite der Betroffenen. Jüdische Menschen für die kriegerische Reaktion Israels auf den Angriff der Hamas verantwortlich zu machen, ist antisemitisch.
Für die VVN-BdA ist das Verhältnis zu Israel in erster Linie davon bestimmt, dass dort eine große Zahl von Überlebenden des Holocaust und deren Nachkommen leben. Israel war und ist Zufluchtsort für jüdische Menschen aus aller Welt. Wer wie die Hamas und ihre Verbündeten diese grundsätzliche Konsequenz nach dem Holocaust infrage stellt und alle jüdischen Israelis zu Terror-Zielen erklärt, kann für uns kein Bündnispartner sein. Das gilt ebenso für die Hisbollah und das iranische Mullah-Regime.
Unsere Bündnispartner sind die Kräfte der Demokratie und des Friedens in Israel und Palästina, die für Verhandlungen und eine Konfliktlösung auf der Grundlage
des Völkerrechts eintreten.

In diesem Sinne erklären wir:
• Die VVN-BdA erkennt das Recht Israels auf Selbstverteidigung an. Gleichzeitig hat Israel wie alle Staaten die Verpflichtung, völkerrechtliche und humanitäre Standards einzuhalten und eine humanitäre Katastrophe zu verhindern, was unter anderem die Ermöglichung sicherer Fluchtwege und des Zugangs zu Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung für die Zivilbevölkerung in Gaza umfasst.
• Wir verurteilen alle Bestrebungen rechter und rechtsextremer Kräfte in Israel nach Annexion palästinensischer Gebiete und Vertreibung palästinensischer Bevölkerungsteile.
• Wir verurteilen die Politik Israels hinsichtlich der gegen Völkerrecht und israelisches Recht verstoßenden Siedlungen im Westjordanland und der dortigen menschen- und völkerrechtswidrigen Besatzungspraxis. Die Siedlungs- und Besatzungspolitik und die mit ihr verbundene Entrechtung, Enteignung und Vertreibung palästinensischer Einwohner*innen stehen einer Konfliktlösung im Sinne von Frieden, Sicherheit und Gleichberechtigung für alle Bevölkerungsgruppen der Region entgegen.
• Die VVN-BdA bekräftigt ihre Unterstützung für die Kräfte der Demokratie und des Friedens auf israelischer und palästinensischer Seite, wie z.B. עומדיםביחדنقفمعًا standing together, die für Verhandlungen und eine Konfliktlösung auf der Grundlage des Völkerrechts eintreten.

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten