Genau das habe ich vermutet

Aus einem Zeitungsbericht von heute:
Laut der israelischen Zeitung „Haaretz“ warnten der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate und Hamas-Quellen den Premier vor dem 7. Oktober vor einem Angriff. Doch der soll die Warnung abgetan und den Sicherheitsapparat nicht informiert haben.
Rund 45 Minuten soll das Telefongespräch im September 2023 gedauert haben. Daran beteiligt: Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel, und Mohammad Bin Zayed, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate. Der Inhalt: Äußerst brisant.
Bin Zayed sprach eine deutliche Warnung aus: Die Hamas in Gaza habe etwas Großes vor. Israel solle sich rüsten. Mit dabei beim Gespräch war ein Berater des Kronprinzen, ein Palästinenser aus Gaza, offenbar bestens vernetzt. Beide drängten Netanjahu, etwas zu unternehmen. Doch der israelische Premier winkte ab.
Eineinhalb Wochen vor dem 7. Oktober erhielt Netanjahu demnach also von höchster Stelle eine explizite Warnung vor einem Überfall der Hamas – und nahm sie nicht ernst. Netanjahu soll auch den Sicherheitsapparat nicht eingeweiht haben. Mit diesem brisanten Vorwurf geht die israelische Zeitung „Haaretz“ nun an die Öffentlichkeit.
…
Der Zeitpunkt der „Haaretz“-Veröffentlichung ist präzise gewählt: Israel steckt mitten im Wahlkampf, und der 7. Oktober spielt eine zentrale Rolle. Die Opposition prangert die Netanjahu-Regierung für ein politisches Versagen an, das zu dem schweren Massaker beigetragen habe. Die rechte Koalition wiederum gibt der Armee die Schuld und streut Falschinformationen.
So machte Sara Netanjahu, Ehefrau des Premierministers und selbst eine politische Figur, eine neue Verschwörungstheorie groß. Im Interview mit dem rechten Propagandasender „Kanal 14“ behauptete sie, der Oppo㈠sitionspolitiker Jair Golan habe bereits vor dem verheerenden Massaker gewusst, dass etwas passieren würde.
Golan, heute Chef der Linkspartei „Die Demokraten“, gilt als Held des 7. Oktober. Früh am Morgen, als das Massaker auf dem Gelände des Nova-Musikfestivals im Gange war, fuhr er mit seinem Auto mitten ins Kampfgebiet. In Uniform und mit Gewehr schaffte er es, Jugendliche aus der Todeszone zu befreien. Der frühere Vize-Generalstabschef der israelischen Armee wurde dafür auch von seinen politischen Gegnern bewundert.
Diesen Ruhm versuchte Sara Netanjahu nun zu bekleckern – und mehr noch. Sie warf der Armee und den Geheimdiensten vor, ihren Mann in den Morgenstunden des 7. Oktober „nicht aufgeweckt“ zu haben. Benjamin Netanjahu wiederholte diese Vorwürfe danach selbst.
Die neue Recherche verdeutlicht dagegen nicht nur die Untätigkeit der israelischen Führung im Vorfeld des Massakers. Nachdem mehr als 200 Israelis nach Gaza verschleppt worden waren, machte die Spitze des israelischen Sicherheitsapparats demnach einen frappierenden Fehler: Die Hamas soll schon in den ersten Kriegstagen zur Freilassung aller Geiseln unter 18 Jahren und über 50 Jahren bereit gewesen sein – auf Druck aus Katar. Doch Israel lehnte ab.
Am 7. Oktober 2023 richteten die Terroristen der Hamas und anderer Gruppen im Süden Israels ein Blutbad an. Sie töteten mehr als 1200 Menschen und nahmen 251 als Geiseln – darunter Greise, Kleinkinder und Babys.
Nur 168 Geiseln kehrten lebend zurück.
Maria Sterkl in der Frankfurter Rundschau.

Mein erster Gedanke am 7. Oktober 2023 war:
Das Massaker kommt der rechtsextremen Israelischen Regierung gerade recht. Die wollen nicht den Frieden, sondern den Sieg. Und die sind bereit, dafür dem eigenen Volk die größten Opfer aufzubürden.
Es ist ein Schimmer der Hoffnung, daß eine große Israelische Zeitung diese Vorgänge bekanntmacht.

Neu in der Weltbühne: „Von der Besatzung zum Ende der Demokratie“

Neu in der Buchhandlung Weltbühne:
Michael Sfard: Israels Bumerangeffekt. Von der Besatzung zum Ende der Demokratie.
Aus dem Hebräischen von Lucia Engelbrecht. Deutsche Erstausgabe.
Edition Nautilus (Nautilus Flugschrift). 216 S. 20 €

Der renommierte israelische Rechtsanwalt Michael Sfard zeigt, warum Israels Unterdrückung der Palästinenser unlösbar mit dem Abgleiten in einen inneren Autoritarismus verbunden ist.
Als 2023 Hunderttausende Israelis gegen die sogenannte »Justizreform« der rechtsextremen Regierung auf die Straße gingen, blendeten die meisten von ihnen aus, dass das, wogegen sie protestierten – Verlust der Gewaltenteilung und demokratischer Grundrechte –, ein paar Kilometer weiter bereits seit Jahrzehnten Realität ist; betrieben in systematischer Komplizenschaft von staatlicher Willkür und Siedlergewalt, von den israelischen Medien beschwiegen, von der jüdischen Bevölkerung verdrängt.
Doch die Besatzung, davon ist der Menschenrechtsanwalt Michael Sfard überzeugt, lässt sich nicht von der Realität der israelischen Gesellschaft abspalten – sie formt nicht nur die Unterdrückten, sondern auch die Unterdrücker. Sie hat eine antidemokratische Ideologie befeuert, die sich zunehmend auch nach innen richtet, um die Grundprinzipien des Rechtsstaats zu demontieren. Die israelische Gesellschaft, so Sfard, muss diese Zusammenhänge verstehen und die Besatzung endlich überwinden.
Michael Sfard vertritt regelmäßig palästinensische Mandant*innen und Gemeinden vor israelischen Gerichten. Im Kontext dieser Arbeit und im historischen Rückblick entfaltet er Ursprünge und Folgen der antidemokratischen Entwicklungen: von der geplanten »Justizreform« 2023 über die zunehmenden Angriffe auf die Zivilgesellschaft seit 2010, den Sechstagekrieg 1967 und die Nakba bis hin zum Trauma der Schoah – um schließlich in die Gegenwart zurückzukehren: zum Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 und dem darauf folgenden verheerenden Krieg in Gaza. Ein beeindruckendes Plädoyer für Verständigung und eine Überwindung der Gewalt.

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Aachener Friedenspreis

Der diesjährige Aachener Friedenspreis geht an Palestinians and Jews for Peace.

Darüber wurde hier berichtet.
Heute, am Antikriegstag wird der Preis übergeben. Laudator ist Martin Schulz.
Die Vranstaltung findet um 19 Uhr in der Azula Caroluna statt und ist über diesen Link auf Youtube zu sehen.

Rohe Botschaft

Der Minister Ben-Gvir verkündet sicherlich keine diplomatischen Stellungnahmen. Doch ohne Botschafter muß er nicht auskommen. Am äußeren Rand der Israel-Lobby (er)regt sich ein Fanatismus, der dem Antisemitismus nicht nachsteht.
Hier mein Kommentar von 2025:

Helmut Loeven:
Die Irre von Youtube.
Sarah Maria Sander kennen Sie nicht. Sarah Maria Sander nicht zu kennen ist eine Gnade. Diese Gnade wurde mir nicht zuteil.
Sarah Maria Sander äußert sich auf ihrem Youtube-Kanal. Sie behauptet „aus Israel“ zu berichten. Sie behauptet, zu „berichten“. Und sie kommentiert von zuhause aus.
In einem ihrer „Kommentare“ geht sie auf die TV-Journalistin Sophie von der Tann los. Sie behauptet, die Berichterstattung von Sophie von der Tann sei „tendenziös, einseitig, verzerrt“. Die Zitate und „Belege“, die sie dafür anführt, bestätigen diese Anwürfe nicht. Im Gegenteil. Die Ausschnitte aus den Korrespondenten-Berichten bieten dem Betrachter nicht im geringsten Anlass, ihr journalistischen Standard abzusprechen.
Sophie von der Tann gilt in Fachkreisen als hochqualifizierte Journalistin. Die ARD traute zurecht gerade ihr die schwierige Aufgabe zu, aus dem Krisengebiet Israel/Palästina zu berichten. Diese Einschätzung wird durch die Ausschnitte, die Frau Sander zahlreich zitiert, bestätigt. Sie sollen aber Sophie von der Tann in ein schlechtes Licht stellen. Darum wird ihr jedes Wort im Munde herumgedreht. Die Vorwürfe, die so „belegt“ werden sollen, erweisen sich als geradezu irrsinnig.
Frau Sander unterstellt der ARD-Korrespondentin, pro Hamas zu berichten. Belege dafür: keine Spur.
Frau Sander beschuldigt die ARD-Korrespondentin, sie fördere „den Hass auf Israel und den isrealbezogenen Antisemitismus“. Kein Wort aus den zitierten Ausschnitten belegt dies. Was Frau Sander der Frau von der Tann eigentlich übelnimmt: Daß sie (und damit die ganze ARD) keine Werkzeuge sind für eine ungehemmte Hass-Propaganda gegen das Palästinensische Volk und für das rechtsextreme Netanjahu-Regime. Frau Sander, die der Korrespondentin zwanghaft „Einseitigkeit“ vorwirft, wünscht sich eine andere Einseitigkeit. Weiterlesen →

„Eine Schande für das gesamte jüdische Volk und eine Schande für den Staat Israel“

„Tötungen“ im GazastreifenAussagen von Israels Minister Ben-Gvir lösen in Deutschland Empörung aus – Forderungen nach EU-Sanktionen.
Die Aussagen des rechtsextremen israelischen Sicherheitsministers Ben-Gvir über gezielte Tötungen im Gazastreifen haben in Deutschland parteiübergreifend Empörung ausgelöst. Ben-Gvir hatte in einem Podcast erklärt, er halte Tötungen in Gaza für richtig.
Ben-Gvir sprach von 30 bis 40 Menschen pro Nacht, die gezielt getötet werden sollten. Es gebe im Gazastreifen Menschen, die es nicht verdient hätten, zu leben. Weiter warb er für eine jüdische Besiedlung des Palästinensergebiets.
CDU-Politiker Hardt: Menschenverachtende Aussagen
Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hardt, bezeichnete die Aussagen als menschenverachtend. Die EU müsse Ben-Gvir mit Sanktionen belegen, sagte der CDU-Politiker dem Deutschlandfunk.
Ähnlich äußerten sich gegenüber dem Dlf die außenpolitischen Sprecher von SPD und Grünen im Bundestag, Ahmetović und Düring.
Die Linken-Politikerin Reisner rief die Bundesregierung auf, alle Waffenexporte nach Israel zu stoppen. Zudem müsse das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Israel ausgesetzt werden, sagte Reisner dem Deutschlandfunk.
Der außenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Frohnmaier, kritisierte gegenüber „Politico“ die Aussagen Ben-Gvirs ebenfalls.
Scharfe Kritik auch von jüdischen Gemeinden
Auch jüdische Gemeinden in Europa kritisierten die Aussagen Ben-Gvirs scharf.
In Österreich nannte der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für die Bundesländer Salzburg, Steiermark und Kärnten, Rosen, den Minister „eine Schande für das gesamte jüdische Volk und eine Schande für den Staat Israel“. Die israelische Regierung müsse sichtbare Konsequenzen ziehen und Ben-Gvir aus der Regierung entfernen, forderte Rosen.
Mehrere EU-Länder haben bereits Einreiseverbote gegen Ben-Gvir verhängt, darunter Spanien, Frankreich und Irland.
Ben-Gvir vertritt ultranationalistische, anti-arabische und rassistische Positionen. In seiner Jugend stand er der extremistischen und mittlerweile verbotenen Kach-Bewegung nahe. 2007 wurde der Politiker von einem israelischen Gericht wegen rassistischer Aufhetzung und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verurteilt.
Im Mai diesen Jahres löste er weltweite Empörung aus, nachdem er pro-palästinensische Aktivisten einer internationalen Hilfsflotte vor laufenden Kameras öffentlich verhöhnt hatte.
In einem Podcast forderte Ben-Gvir nun, im Gazastreifen „jede Nacht 30 bis 40 Menschen zu töten“ – selbst wenn diese keine unmittelbare Gefahr darstellten. Es gebe dort Menchen, die kein Recht zu leben hätten, erklärte Ben-Gvir. Die Äußerungen wurden in Europa und Deutschland parteiübergreifend als menschenverachtend verurteilt und lösten Rufe nach EU-Sanktionen aus.

Deutschlandfunk 18.8.2026

Israel: Kandidat Bennett contra Netanjahu

Vier Monate vor der Parlamentswahl in Israel hat der frühere Ministerpräsident Naftali Bennett den jetzigen Amtsinhaber Netanjahu scharf kritisiert. Er kündigter zudem an, bei der Wahl im Oktober das Amt des Regierungschefs anzustreben.
In einem Interview mit der Publikation »Times of Israel« warnte Bennett vor den Folgen einer weiteren Amtszeit der aktuellen Regierung: »Wir befinden uns in einem existenziellen Moment«, sagte Bennett. »Noch einmal vier Jahre mit dieser Regierung, und wir werden keine Wirtschaft mehr haben, keine Gesellschaft mehr haben.« Auch Israels internationales Ansehen werde weiter Schaden nehmen. »Wir müssen jetzt handeln.«
Bennett, der gemeinsam mit dem früheren Ministerpräsidenten Jair Lapid die neue Partei »Zusammen« anführt, zeigte sich überzeugt, dass die derzeitige Regierung ihre Handlungsfähigkeit verloren habe, berichtet die Jüdische Allgemeine.
»Er kann es einfach nicht mehr«, sagte Bennett über Netanjahu. »Er kann keine Kriege gewinnen. Er kann die Kriminalität nicht bekämpfen. Er kann die Preise nicht senken. Er kann die Ultraorthodoxen nicht in die israelische Gesellschaft integrieren.« Besonders deutlich fiel Bennetts Kritik an der Strategie der Regierung im Krieg gegen Iran und dessen Verbündete aus. Er sprach von einem grundlegend falschen Ansatz. »Es war niemals Israels Doktrin, einen andauernden Krieg zu führen, der die israelische Gesellschaft erschöpft, die Reservisten erschöpft, die Wirtschaft erschöpft und unserem internationalen Ansehen massiv schadet«, sagte er.
Er selbst würde militärische Konflikte nach eigenen Angaben deutlich schneller und mit höherer Intensität führen. Gleichzeitig dürfe sich die Politik nicht ausschließlich auf militärische Mittel verlassen. Wirtschaftliche, technologische, diplomatische und kommunikative Instrumente müssten stärker genutzt werden.
Die Zusammenarbeit mit Oppositionsführer Jair Lapid bezeichnete Bennett als bewusstes Signal an die Wähler: »Wir teilen nicht alle Ansichten. Tatsächlich haben wir Meinungsverschiedenheiten«, sagte Bennett. »Aber genau das ist meine Botschaft. Wir werden uns zusammenschließen müssen, um Israel zu reparieren.«
Lapid bleibt eine zentrale Figur des Bündnisses, während Bennett als gemeinsamer Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten antritt.
Neben Netanjahu nahm Bennett auch dessen Koalitionspartner Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich ins Visier. Sie verursachten »gewaltigen internationalen Schaden mit Aussagen und Handlungen, die keinerlei Interessen fördern«, sagte Bennett. Er warf Netanjahu vor, die beiden Minister nicht mehr kontrollieren zu können, weil er politisch von ihnen abhängig sei.
Auch die Ereignisse vor dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 thematisierte Bennett. Die damaligen innenpolitischen Auseinandersetzungen hätten Israels Widerstandskraft geschwächt. Bennett behauptete, unter seiner Führung wäre die Wahrscheinlichkeit eines solchen Angriffs deutlich geringer gewesen. Er habe stets eine wesentlich härtere Linie gegenüber Hamas und Hisbollah verfolgt als Netanjahu.
»Wir werden Israel nicht nur reparieren«, sagte Bennett. »Wir können eine Renaissance für Israel und die gesamte Region herbeiführen.«

Israelischer Minister: Esther Schapira gibt Contra

In seinem politischen Amoklauf setzte der israelische Minister Atama Ben Gvir die Todesstrafe für Palästinenser durch.
Dem Minister widerspricht die Journalistin Esther Schapira in einem Artikel in der Jüdischen Allgemeinen:

„Nein, und nochmals nein!
Der rechtsextreme Minister Itamar Ben-Gvir sagt, das Gesetz zur Todesstrafe werde dem Volk Israel »den Stolz zurückbringen«. Dabei steht es im Widerspruch zu fundamentalen Werten des Judentums.
Nein, und nochmals nein. Es gibt viele Begründungen für das neue Gesetz zur Todesstrafe. Sie sind alle falsch. Wer die Todesstrafe für palästinensische Terroristen vorsieht, der versündigt sich am Rechtsstaat, und da der in Israel noch funktioniert, wird der oberste Gerichtshof dieses rechtsextreme Wahlkampfgetöse hoffentlich einkassieren. Dieses Gesetz zielt auf die niedersten Instinkte von Rache und entfesselter Wut zutiefst traumatisierter Menschen, denen der rechtsextremistische Minister Itamar Ben-Gvir Sicherheit verspricht.
»Abschreckend« soll es wirken – aber welcher Terrorist, der davon träumt, Märtyrer zu werden, lässt sich ausgerechnet durch die Todesstrafe abschrecken? »Gerechtigkeit für die Opfer« verspricht Ben-Gvir und ein Gesetz, das dem Volk Israel »den Stolz zurückbringen« werde. Was für eine Anmaßung!
Stolz ist das israelische Volk auf seine Demokratie, die es bereits vor den Hamas-Angriffen vom 7. Oktober 2023 gegen die eigene Regierung auf der Straße verteidigt hat. Woche für Woche. Der Zionismus ist das Versprechen, ein freies jüdisches Volk in einem freien, demokratischen Land Israel zu sein. Am 8. Mai 1948 wurde dieses Versprechen erfüllt. Auch den Opfern der Schoa widerfuhr damit Gerechtigkeit. Dieses Land gegen alle Angriffe von außen und innen zu verteidigen und gegen alle Widerstände und Feinde, eine lebendige, freie, streitbare Gesellschaft und ein blühendes Land aufgebaut zu haben, das macht Juden in aller Welt stolz.
Der 7. Oktober wurde zur größten Bewährungsprobe seit der Staatsgründung. Das Volk hat sie grandios bestanden. Mit Mut, mit Resilienz, mit der bedingungslosen Liebe zum Leben. Das Volk, nicht Politiker, die mit einem Henkersknoten am Revers die Würde des Menschen verhöhnen. Die entscheidende Schlacht zum Überleben des zionistischen Traums nämlich wird nicht militärisch gewonnen, sondern moralisch.“

Demnächst in der Weltbühne: Ein Buch über den inneren Zustand Israels

Demnächst in der Buchhandlung Weltbühne:
Michael Sfard: Israels Bumerangeffekt. Von der Besatzung zum Ende der Demokratie. Aus dem Hebräischen von Lucia Engelbrecht. Edition Nautilus 2026 (Nautilus Flugschrift). Deutsche Erstausgabe. Broschur, ca. 220 Seiten. ca. € 20,00

Erscheint im September 2026

Der renommierte israelische Menschenrechtsanwalt Michael Sfard zeigt, warum Israels Unterdrückung der Palästinenser*innen unlösbar mit dem Abgleiten in einen inneren Autoritarismus verbunden ist
Als 2023 Hunderttausende Israelis gegen die sogenannte »Justizreform« der rechtsextremen Regierung auf die Straße gingen, blendeten die meisten von ihnen aus, dass das, wogegen sie protestierten – Verlust der Gewaltenteilung und demokratischer Grundrechte –, ein paar Kilometer weiter bereits seit Jahrzehnten Realität ist; betrieben in systematischer Komplizenschaft von staatlicher Willkür und Siedlergewalt, von den israelischen Medien beschwiegen, von der jüdischen Bevölkerung verdrängt.
Doch die Besatzung, davon ist der Menschenrechtsanwalt Michael Sfard überzeugt, lässt sich nicht von der Realität der israelischen Gesellschaft abspalten – sie formt nicht nur die Unterdrückten, sondern auch die Unterdrücker. Sie hat eine antidemokratische Ideologie befeuert, die sich zunehmend auch nach innen richtet, um die Grundprinzipien des Rechtsstaats zu demontieren. Die israelische Gesellschaft, so Sfard, muss diese Zusammenhänge verstehen und die Besatzung endlich überwinden.
Michael Sfard vertritt regelmäßig palästinensische Mandant*innen und Gemeinden vor israelischen Gerichten. Im Kontext dieser Arbeit und im historischen Rückblick entfaltet er Ursprünge und Folgen der antidemokratischen Entwicklungen: von der geplanten »Justizreform« 2023 über die zunehmenden Angriffe auf die Zivilgesellschaft seit 2010, den Sechstagekrieg 1967 und die Nakba bis hin zum Trauma der Schoa – um schließlich in die Gegenwart zurückzukehren: zum Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 und dem darauf folgenden verheerenden Krieg in Gaza.
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Der Aachener Friedenspreis geht an Palestinians and Jews for Peace

Palestinians and Jews for Peace (PJFP) ist ein Freundeskreis aus palästinensischen, jüdischen und weiteren solidarischen Menschen, die sich in Köln für Frieden, Dialog und Gemeinschaft engagieren.
Die ehrenamtliche Kölner Initiative wurde nach den Terroranschlägen der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 gegründet und setzt sich für den Dialog zum Nahostkonflikt ein. Seitdem organisierte die Gruppe mehrfach Demonstrationen für den Frieden und initiierte Petitionen, wie etwa gegen einen Staatsbesuch des syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin. Auch organisiert sie Begegnungen und Aktionen, die gegenseitiges Verständnis fördern sollen. Sie wolle sich klar auf die Seite der Betroffenen stellen: „Wir stehen an der Seite von Menschen – nicht von Flaggen, nicht von Nationen und nicht vom Krieg.“ So wolle man den Diskurs in Deutschland verändern.
2026 wurde der Gruppe der Aachener Friedenspreis zuerkannt. Ausgehend von feministischen, emanzipatorischen Werten setze sie sich für einen differenzierten Dialog und einen mitfühlenden, respektvollen Umgang zwischen jüdischen und palästinensischen Menschen ein. Sie wolle das öffentliche Narrativ über den Nahostkonflikt verändern, weg von Polarisierung, der Gegenüberstellung von „Tätern“ und „Opfern“ und der Reduzierung auf „Juden vs. Palästinenser“. Stattdessen zeige sie auf, wie vielfältig und komplex die Realitäten, Erfahrungen und Perspektiven tatsächlich sind.

https://palestiniansandjewsforpeace.wordpress.com/

Demonstration Pro Peace von Palästinensischen und Jüdischen Freund*innen („Palestinians and Jews for Peace“). 2000 bis 3000 Teilnehmer. Köln, Ebertplatz 19. Novemver 2023
Foto: Nicola, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0

Siehe auch die Buchempfehlung: Bernd Drücke (Hg.): Die Kriegslogik durchbrechen! Graswurzelrevolutionäre Stimmen zum Gaza-Krieg.

Neu in der Weltbühne: Die Kriegslogik durchbrechen! Graswurzelrevolutionäre Stimmen zum Gaza-Krieg

Neu in der Buchhandlung Weltbühne: Bernd Drücke (Hg.): Die Kriegslogik durchbrechen! Graswurzelrevolutionäre Stimmen zum Gaza-Krieg. Mit einem Geleitwort von Moshe Zuckermann.
128 S., 24 farbige Abb. 16,90 Euro.

Dieser Sammelband soll dazu beitragen, dass politische Diskussionen in einem Klima geführt werden können, das nicht von Einschüchterung geprägt ist. Zu Wort kommen Menschen, die sich für Aussöhnung und eine solidarische Gesellschaft jenseits von Nationalismus, Herrschaft und Gewalt einsetzen. Die Aktivist*innen u.a. von New Profile, Combatants for Peace und Palestinians and Jews for Peace weigern sich, Feinde zu sein. Sie solidarisieren sich mit den Geiseln, den Angehörigen der Opfer von Gewalt in Israel und Palästina, den Geflüchteten und Menschen, die sich dem Mord auf Kommando verweigern. Sie stellen sich sowohl gegen den Terror der islamistischen Hamas als auch gegen den der extrem rechten Netanjahu-Regierung.
Das Buch dokumentiert Beiträge, die vom 7. Oktober 2023 bis zum (mittlerweile gebrochenen) Waffenstillstand am 19. Januar 2025 in der Monatszeitschrift Graswurzelrevolution (GWR) erschienen sind, sowie ein aktuelles Geleitwort von Moshe Zuckermann und einen Beitrag aus der GWR 500 vom Sommer 2025 als Nachtrag.

Aus dem Geleitwort von Moshe Zuckermann
„Es ist eine Errungenschaft dieses Bandes, dass er Autor*innen versammeln konnte, die sich ganz dezidiert weigern, vor dem Konsens auf beiden Seiten zu kapitulieren, namentlich sich nicht durch die Monstrosität des bereits Geschehenen im Hinblick auf die Zukunft einschüchtern zu lassen.“

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Im Schilde nichts Gutes

Oder: Aus der Geschichte schlau werden!
Daß das Mullah-Regime in Iran ins Wanken geriet erfüllt einige Leute hier – zuförderst Exil-Iraner – mit guter Laune. Ein theokratisches Regime, dem man zurecht das Präfix „Terror-“ voransetzt, ist im Begriff, umzustürzen.
Von der guten Laune sollte man sich nicht anstecken lassen. Von den dreien, die da militärisch agieren, führt keiner Gutes im Schilde. Da sind keine Befreier und Erlöser am Werk. Da kämpfen Chauvinisten mit Chauvinisten gegen Chauvinisten.
Auch das Schah-Regime war ein Folter-Regime. Als das Regime, um das es nicht schade war, stürzte, stellte sich schnell heraus: Ein Regime-Wechsel allein bringt es nicht.

Am besten bringt es der Starjournalist Ottokar Grobe zum Ausdruck (in DER METZGER Nr. 162):

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Neu in der Weltbühne: Mounir, Dana und das Mädchen

Neu in der Buchhandlung Weltbühne:
Hila Amit: Mounir, Dana und das Mädchen. Erzählungen.
Aus dem Hebräischen übersetzt von Ruth Achlama.
Edition Assemblage. Paperback, ca. 300 Seiten. 28 Euro

Hila Amit erzählt Geschichten von queeren Protagonisten aus Israel und Palästina, die in Momenten von Trauma und Konflikt das Politische und das Soziale miteinander verweben.
Diese fesselnden Erzählungen werfen ein einfühlsames Licht auf marginalisierte Stimmen in der israelischen Gesellschaft. Mit Geschichten queerer Protagonisten, alleinerziehenden Müttern und einem Blick für die Nachwirkungen von Trauma und Konflikt erkundet das Buch unerzählte Perspektiven mit Tiefe und Empathie.Ideal für Leser*innen, die sich für literarische Einblicke in soziale Diversität, queere Themen und israelisch-palästinensische Dynamiken interessieren. Eine bereichernde Lektüre, die Verbindung schafft und Normen hinterfragt.
Gewinner des israelischen Preises 2016 des Kulturministeriums für Debütbücher.

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Neu in der Weltbühne:

Neu in der Buchhandlung Weltbühne: Livia Erdösi, Ana Hoffner ex-Prvulovic*, Nora Sternfeld: Denialism. Antisemitismus und sexualisierte Gewalt aus feministischer Perspektive. Verbrecher Verlag. 160 S. 16 €

Der Verlag hast das Wort:
Gerade ist bei uns der Band Denialism. Antisemitismus und sexualisierte Gewalt aus feministischer Perspektive erschienen, das hochaktuelle Buch der Herausgeber*innen Ana Hoffner ex-Prvulovic*, Livia Erdösi und Nora Sternfeld.
Mit „Denialism“ reagieren die Herausgeber:innen auf das Fehlen von feministischer Kritik, die sich explizit mit der systematischen Verleugnung und Verharmlosung sexualisierter und antisemitischer Gewalt im Zusammenhang mit den Massakern des 7. Oktober beschäftigt.
Die Autor*innen beschäftigen sich mit dem widersprüchlichen Verhältnis der Queer-Theory und dem Islamismus. Die Bewertung des Antisemitismus als ein gegenwärtiges, weltweites Phänomen erfährt eine Neukontextualisierung.
In strikter Abgrenzung zu rechtspopulistischen Narrativen, die Antisemitismus für rassistische Hetze und Antigenderismus instrumentalisieren, bietet der Band Diskursanstöße und die Chance, neue, solidarische Allianzen zu schließen.
„So können und sollen auch die Gewalt des Krieges, die Toten und die Zerstörungen in Gaza und die Kritik an der Politik Israels nicht geleugnet werden. Vielmehr geht es uns um ein Ringen – um einen Diskurs – dem es gelingt, sich mit der Politik und Gewalt in Israel und Gaza auseinanderzusetzen, ohne die grausame Gewalt des 7. Oktober zu verleugnen oder herunterzuspielen.
[…] Obwohl es sich um einen der bestdokumentierten Terroranschläge in der Geschichte handelt […] wurde die Infragestellung und Ablehnung der Beweise Teil des Gesagten und Sagbaren. Denialism findet sich in Statements, in Kunst- und Literaturkontexten, im Subtext von Behauptungen einzelner Theoretiker:innen, der 7. Oktober sei als Widerstand zu werten, und er ereignete sich an Universitäten weltweit. Die Leugnung besteht darin, die Tatsache des Massakers selbst und die Tatsache, dass Frauen vergewaltigt wurden, in Frage zu stellen – während die Gewalt von den Tätern selbst dokumentiert und zur Propaganda verbreitet wurde“

Mit Beiträgen von Havîn Al-Sîndy, Kübra Atasoy, Livia Erdösi, Ana Hoffner ex-Prvulovic*, Eva Illouz, Morgane Koresh / YiddishFeminist & Nicole Schweiß, Rebecca Schönenbach, Nora Sternfeld und Isolde Vogel.

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