Bei den Wahlen zu den Parlamenten des bĂŒrgerlichen Staates ist heute die Vorhersehbarkeit geringer als frĂŒher.
Nur zwei Vorhersagen können fĂŒr die Landtagswahl in NRW am kommenden Sonntag als sehr wahrscheinlich gelten:
1. Die AfD „kommt rein“.
2. FĂŒr die „Piraten“ ist nĂ€chsten Sonntag „last exit“.
Die UnwÀgbarkeiten:
Bleibt die FDP drin? Gewinnt sie sogar noch hinzu? (Dann kann ĂfdĂŒpĂŒ-Lindner sich am Wahlabend in nichtssagender Selbstzufriedenheit prĂ€sentieren).
Bleiben die GrĂŒnen drin?
Kommen die Linken wieder rein?
Ansonsten: WeiĂ ich nicht.
Laschet vor Kraft? Oder nicht?
Ich glaube: FĂŒr die SPD gibt es eine Pleite. Kraft verliert, vielleicht sogar so viel, daĂ sie das Amt an Laschet abtreten muĂ. Wenn die GrĂŒnen rausfliegen, dann sowieso.
Wie war das noch vor 5 Jahren? Kraft auf dem Höhepunkt! Kraft als DIE Kraft! Kraft muà Bundeskanzlerin werden. Und heute?
In Zeiten, in denen bei Wahlen Argumente, Orientierungen und Wertvorstellungen eine abnehmende Bedeutung haben, orientierungslose (MiĂ)Stimmungen eine umso gröĂere, ist alles dem Zufall oder dem Unfall ĂŒberlassen.
So kann’s gehen. Und das hat die sich nicht selbst vermasselt. Krafts SPD-grĂŒne Koalition hat zwei Schwachstellen. Selbst wenn die Kraft alles richtig macht: Was nĂŒtzt es, wenn sie diese beiden Klötze am Bein mit sich schleppt?
Die eine Schwachstelle ist das Streber-Image der GrĂŒnen. Die gelten jetzt mehr so als SpaĂbremse, als besserverdienende Besserwisser. Inwieweit das ungerecht ist, sollen andere drĂŒber nachdenken.
Jedenfalls: das fÀrbt ab.
Die andere Schwachstelle ist der Innenminister Ralf JĂ€ger. Das ist der UnglĂŒcksrabe der NRW-Landesregierung. Selbst wenn der alles richtig machen wĂŒrde: Was nĂŒtzt es, wenn alle finden, daĂ das alles falsch ist? Wenn der ĂŒber Wasser gehen könnte, wĂŒrde es heiĂen: Habt ihr gesehen? Schwimmen kann er auch nicht.
Es gibt genug GrĂŒnde, den nicht zu mögen. Siehe hier und hier und hier. Aber wer weiĂ das schon! Der muĂ weg, weil — der weg muĂ. Und ĂŒberhaupt.
Das fÀrbt ab.
Die Presseagentur GrossArt hat recherchiert, daĂ die CDU im Wahlkreis Duisburg-Meiderich auf den Aushang eigener Plakate verzichtet, stattdessen Werbung fĂŒr den Wahlkreiskandidaten der SPD (Ralf JĂ€ger) verbreitet.