Country Joe im Gericht

Country Joe McDonald
1942-2026

Bild: WIKIMEDIA COMMONS

Gerichtsdiener: Sie müsen das Gummi entfernen, Sir!
Zeuge: Welches Gummi?
Gerichtsdiener: Das, auf dem Sie gerade kauen.
Zeuge: Ich fürchte, ich habe gar kein Kaugummi.
Gerichtsdiener: Sie können platznehmen, Sir.
Mr. Kunstler (Verteidiger): Würden Sie bitte Ihren vollen Namen nennen?
Zeuge: Country Joe.
Mr. Kunstler: Was ist Ihre Tätigkeit? Zeuge: Ich bin Geistlicher der New Universal Life Church. Ich bin ein Rock and Roll Star. Ich bin Schallplattenproduzent. Vater, Ehemann, Bandleader, Sänger, Komponist, Dichter, Inhaber eines Verlages usw.
Mr. Kunstler: Haben Sie gegenwärtig eine Rock-and-Roll-Band?
Zeuge: Ja.
Mr. Kunstler: Wie heißt diese Band?
Zeuge: Country Joe and the Fish.
Mr. Schultz (Staatsanwalt): Könnten wir für das Protokoll den vollständigen Namen des Zeugen erfahren? „Country Joe“ ist wirklich nicht ausreichend.
Vorsitzender (der erstaunliche Richter Hoffman): Ich nehme an, sein Vorname ist Country. Er steht unter Eid. Nach seinem Namen wurde er gefragt.
Mr. Schultz: Das könnte der Name sein, den er besnutzt, aber nicht sein eigentlicher Name.
Vorsitzender: Ist Country Ihr Vorname?
Zeuge: Ja.
Vorsitzender: Das ist Ihr Vorname, ist das richtig?
Zeuge: Manche Leute nennen mich Country, ja.
Vorsitzender: Was ist Ihr richtiger Name?
Zeuge: Country.
Vorsitzender: Sie sagten, manche Leute nennen Sie so. Wie lautet Ihr richtiger Name, Sir?
Zeuge: Ich fürchte, ich verstehe nicht, was „richtig“ bedeutet.
Vorsitzender: Wie lautet der Name – wurden Sie getauft?
Zeuge: Nein.
Vorsitzender: Wie wurden Sie als Kind gerufen, in der Schule?
Zeuge: Joe.
Vorsitzender: Joe?
Zeuge: Ja.
Vorsitzender: Wie lautet Ihr Familienname?
Zeuge: McDonald.
Vorsitzender: Und Ihr Familienname ist gegenwärtig McDonald. Ist das richtig?
Zeuge: Ja.
Vorsitzender: Wie schreibt man das?
Zeuge: M-c-D-o-n-a-l-d.
Vorsitzender: McDonald lautet der Name, der Ihr Name ist. Ist das so richtig?
Zeuge: Ja.
Vorsitzender: Und Sie sind allgemein bekannt als Country Joe, ist das so richtig?
Zeuge: Country Joe McDonald, ja. Oder Joseph.
Mr. Kunstler: Bitte richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf … – Ich ziehe die Antwort zurück. Weiterlesen

Neu in der Weltbühne: Bitch Hunt von Veronika Kracher

Neu in der Buchhabndlung Weltbühne: Veronika Kracher: Bitch Hunt. Warum wir es lieben, Frauen zu hassen.

Verbrecher Verlag. 300 S. 22 €

Veronika Kracher, die seit ihrer Publikation über die »Incel«-Subkultur zu den meistgehörten Stimmen zu den Themen Frauenfeindlichkeit und Misogynie im Internet gilt, präsentiert ihr hochaktuelles Werk über die Gewalt, welcher insbesondere Frauen im digitalen Raum ausgesetzt sind.
Was früher in den Printmedien stattfand, passiert heute online und in Echtzeit. Ein breites Publikum beteiligt sich begeistert an Hass und Hetze gegen Frauen – stellenweise sogar ungehemmt unter vollem Klarnamen.
„Influencer“, deren Content ausschließlich aus Angriffen gegen Frauen und queere Menschen besteht, erreichen auf sozialen Medien ein Millionenpublikum. Digitale Plattformen unterbinden diesen, oft gegen Einzelpersonen gerichteten Hass, nicht – ganz im Gegenteil, denn hinter dem Hass steckt oft ein System, das gewinnbringende Klicks generiert.
In „Bitch Hunt“ analysiert Veronika Kracher die Funktion digitaler Misogynie. Anschaulich erläutert sie, welche Rolle frauenverachtende Kampagnen im rechten Kulturkampf spielen. Wieso Soziale Medien alltäglichen Frauenhass in einer patriarchalen Gesellschaft derart verstärken und welches demokratiegefährdende Potenzial in diesen Prozessen steckt.

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Im Schilde nichts Gutes

Oder: Aus der Geschichte schlau werden!
Daß das Mullah-Regime in Iran ins Wanken geriet erfüllt einige Leute hier – zuförderst Exil-Iraner – mit guter Laune. Ein theokratisches Regime, dem man zurecht das Präfix „Terror-“ voransetzt, ist im Begriff, umzustürzen.
Von der guten Laune sollte man sich nicht anstecken lassen. Von den dreien, die da militärisch agieren, führt keiner Gutes im Schilde. Da sind keine Befreier und Erlöser am Werk. Da kämpfen Chauvinisten mit Chauvinisten gegen Chauvinisten.
Auch das Schah-Regime war ein Folter-Regime. Als das Regime, um das es nicht schade war, stürzte, stellte sich schnell heraus: Ein Regime-Wechsel allein bringt es nicht.

Am besten bringt es der Starjournalist Ottokar Grobe zum Ausdruck (in DER METZGER Nr. 162):

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