Lasst euch impfen

Zu den hohen Lichtern (Highlights) des gestrigen Tages gehörte
sicher nicht das Wetter (kalt, heftiger Wind, sich am Himmel sammelnde Regenwolken),
auch nicht, vor dem Theater am Marientor in einer langen Schlange zu stehen,
auch nicht, nach einer Stunde immer noch in einer langen Schlange zu stehen,
und erst recht nicht dieser Alte mit der Sägestimme, der eine Karre voller Bretter hinter sich herziehend die Helferin, die ihm freundlich beizubringen versuchte, er müsse sich hinten an der Schlange anschließen, unflätig beschimpfte,
dann schon eher die kollektive Geduld von hunderten Menschen
und die noch größere Geduld, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit extrem in Anspruch genommener Helferinnen und Helfer.
Zu den Highlights zähle ich diese beiden jungen schwarzhaarigen Frauen, die schreiend den Verkehr regelten, die Wartenden vorbeidirigierten, laut, ja geradezu schreiend, aber nicht unfreundlich agierten und es zustande brachten, daß man zügig vorankam und keiner länger warten mußte als unvermeidlich,
und die junge langhaarige Impferin, die ihr Gefallen an meiner Haarpracht äußerte.
Der Piecks in den linken Oberarm, den manche fürchten, war als solcher nicht zu spüren – nur so, als würde man von einer Nadelspitze bloß berührt.
Und nun warte ich auf die zweite Impfung – bei hoffentlich besserem Wetter.

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