Good old everlasting Sternbuschweg. Februar 2021


Ein Bild nicht nur aus einer anderen Jahreszeit, sondern auch aus einem anderen Jahr.
Früher gab es ja auf der Koloniestraße die Firma Ketzer & Frings. Ein Firmenname, der im Erzbistum Köln verwunderlich klingen mag. Jedenfalls gab es da alles: Fahrräder, Geschirr, Petroleum für die Petroleum-Lampe usw.
Und hier, nahe der Radrennbahn, stand am Sternbuschweg ein einzelnes Haus, recht groß, gediegen und in Würden ergraut. (Hier im Ruhrgebiet wurden die Häuser grau; nicht von selbst, sondern durch Einflüsse der Atmosphäre).
Auf der Seiten-Fassade war, im Stil früherer Jahre, eine Fassadenwerbung zu sehen. Wer in Richtung Grunewald fuhr oder ging, las in großer Schrift: „Ketzer & Co.“. Die Werbung stammte also aus der Zeit, als Frings sich noch nicht dem Ketzer zugesellt hatte.
Irgendwann, und das ist auch schon einige Zeit her, da wurde das Haus abgerissen, genauer gesagt: der Teil des Hauses oberhalb des Kellers. Die weitere Gestaltung des Gebäude-Restes wurde der Vegetation überlassen.
Auch dabei ist es nicht geblieben. Die letzten Reste wurden entfernt, um Platz zu schaffen für einen Neubau.
Was hat es damit auf sich, daß hier dem Fragment des alten Gebäudes der Vorzug gegeben wird, das neue einer Abbildung in dieser Galerie nicht für würdig erachtet wurde? Die Aussage könnte lauten: Die Ruinen von einst sind besser als die Neubauten von heute.
Heute baut man Häuser für Leute, die da schnell wieder raus wollen.

P.S.: Wer glaubt, das Verschwinden der Treppe symbolisiere das Verschwinden der Aufstiegs-Chancen in der modernen Gesellschaft, hat das falsch verstanden.

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